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Deutschkand.

Darmstadt, 12. Septbr. Des Großherzogs Königliche Hoheit haben am Heutigen Allergnädigst geruht: dem Hofgerichtsrath Dr. Carl Stammler bei dem Hofgerichte der Provinz Oberhesien das Ritterkreuz 1. Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmüthigen, sowie vom 2. Jnf.-Reg.: dem Oberst Hoffmann, Commandant von Sonderburg-Düppel und aggregtrt dem 2. Groß. Jnf.-Reg. (Großherzog) Nr. 116, das Comthurkreuz 2. Klasse des Phtlippsordens, den Majors Senkel und Krieß, den Hauptleuten v. Ger­hard und Buff das Ritterkreuz 1. Klasse des Phtlippsordens mit Schwertern zu verleihen.

Kiel, 10. Septbr. Zur Affaire desGroßen Kurfürsten" schreibt die Kieler Ztg.": Endlich ist, wie uns ein wohl unterrichteter Gewährsmann aus Berlin schreibt, das kriegsgerichtliche Verfahren gegen die bei der Affaire Großer Kurfürst" bethetltgten Offictere und Mannschaften in die Wege geleitet. Nachdem anfänglich die Absicht bestanden, die Erledigung dem General-Com- mando des Garde-Corps zu übertragen, ist dieselbe nunmehr dem General- Commando des 3. Armee-Corps zugewiesen worden. In dem nach Abschluß der Voruntersuchung, welche durch den ersten Marine-Auditeur, Justtzrath Loos, geführt werden soll, abzuhaltenden Kriegsgerichte wird der auch in Kiel bekannte Corps- und Ober-Auditeur, Justizrath Solms, als Referent fungiren. Letzterer hat sich in weiteren Kreisen dadurch bekannt gemacht, daß er gleich nach dem Inkrafttreten des Militär-Strafgesetzbuches für das deutsche Reich den Com- mentar zu diesem erscheinen ließ, der noch jetzt vielfach in Gebrauch ist.

Kesterreich.

Wien, 11. Septbr. DiePolit. Corr." meldet aus Konstantinopel folgende Details über die Ermordung Mehemed Alt's: Die unmittelbare Veran­lassung zu dieser Katastrophe gab die von Mehemed Ali am 5. d. in Pakova etnberufcne Versammlung albonesischer Häuptlinge, welchen er den Gegenstand seiner Mission unter Darlegung der Ansichten und Rathschläge der Regierung auseinandersetzen wollte. Als Mehemed erklärte, daß die Regierung nicht die Macht habe, sich dem Willen des geeinigten Europas gewaltsam zu widersetzen und somit auf Ausführung der Congreßbeschlüffe Bedacht nehmen muffe, weßhalb den Albanesen ernstlich gerathen werde, der Durchführung der beschlossenen territorialen Veränderungen keine Schwierigkeiten zu bereiten, brach in der Versammlung der Sturm los, welcher sich auf die Straße verpflanzte und zu einem blutigen Kampfe führte, in welchem 100 Personen theils getödtet, theils verwundet wurden.

Erst später gelang es dem Mufti, die Ruhe herzustellen. Mehemed be­nutzte dies, um mit seinem Gefolge eine andere Zufluchtsstätte aufzusuchen, wo­selbst er die Nacht unbehelligt verbrachte. Am Tage darauf wurde sein neues Quartier von den fanatischen Albanesen ausgespäht, die sofort zum Angriffe schritten und sowohl ihn als 39 Personen seiner Escorte, theils Offictere, theils Soldaten, nach verzweifelter Gegenwehr niedcrmetzelten. Mehemed Alt erhielt 16 Wunden, darunter 8 tödtliche. DiePolit. Corresp." meldet ferner, die Pforte habe noch von keiner der Großmächte Antwort auf ihre Ctrculardepesche in Betreff der gricktschen Frage erhalten.

Gastein, 11. Septbr. Se. Majestät der Kaiser wird, soweit bis jetzt bestimmt, am nächsten Sonnabend, nachdem Allerhöchstderselbe seine Badekur am Tage zuvor mit günstigstem Erfolge beendet, Wildbad Gastein verlaffen, um über Salzburg und München nach Wtlhelmshöhe bei Kaffel zu reisen, wo Se. Majestät vor dem Beginn der Manöver des 11. Armee-Corps, erst noch einige Tage zu seiner Erholung zu leben gedenkt. Die Ankunft auf Schloß zu Wilhelmshöhe, wo Se. Majestät der Kaiser Wohnung nimmt, wird am Sonn­tag Abend erfolgen. Die großen Manöver beginnen am 20. September und sollen mit einem Feldmanöver 4 Tage später ihren Abschluß finden. Zur Bei­wohnung derselben werden fich auch Se. Kaiser!, und Königl. Hoheit der Kron­prinz und die Königl. Prinzen, sowie mehrere Fürstlichkeiten dorthin begeben und während der Dauer der Manöver ebenfalls im Schlöffe Wohnung nehmen. Zur Aufnahme des Gefolges ist, soweit das Schloß nicht ausreicht, das dor­tige Hotel bestimmt.

England.

London, H. Septbr. Lord Salisbury hat sich zu Lord Beaconsfield begeben.Morning Post" meldet, Midhat Pascha gehe heute nach Paris.

Samstag, den 14. September

214

1878

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.

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Und Dort aus Hamburg resumirte in Dresden:Wenn die

Industrie in Deutschland unter keinen anderen Bedingungen bestehen kann, so mag sie lieber heute als morgen zum Teufel gehen!"

Was kann der ehrliche, arbeitslose Arbeiter anderes sagen, als: Fort mit solchen Heuchlern, die stets versprachen, nichts erfüllten!

ist ein thörichter Einwand; ob die große Maffe Lust hat oder nicht, das soll uns vor der Hand wenig kümmern.

DerVolksstaat" rief:Wo die Socialdemokratie sich an der gewerb­lichen Gesetzgebung betheiligt, da geschieht es ausschließlich zu agitatorischen

Das Wort Vaterland, das Ihr im Munde führt, hat keinen Zauber; Vaterland in Eurem Sinne ist uns ein überwundener Standpunkt, ein reactio- nfrer, culturfeindlicher Begriff", rief Liebknecht (Zu Schutz und Trutz, Seite 4), md im Reichstage äußerte er:Die würdigste Krönung des Kaisers wäre draußen aus dem Gensd'arrnenmarkte." Wir erklären hiermit der Verfaffung den Krieg. Als Vorschlag zu einem Landesgebot für Kaiser und König verflieg sch derVolksstaat" zu den ruchlosesten Aeußerungen. Das Volk, das seine Helden ehrt, nennt ein socialdemokratisches Blatt Hunde, gegen Bismarck Ihlug derVolksstaat" vor, den genialen Hund des genialen Bismarck zum Ehrenmitglied des Reichsraths zu machen, die Kämpfer von 1870 nannte das­selbe Blattzweibeinige Thiere" und empfahl ihnen,das Eiserne Kreuz in der Hosentasche zu tragen, statt an der Brust; er fragte bei der Benennung der Forts um Straßburg:Wann wird es wohl in ganz Deutschland aus ?ut Deutsch heißen:Fort Bismarck! fort Roon! fort Moltke! ? Zu lolchen Jnfamieen treten andere wahnwitzige Forderungen. Es sollen Grund wd Boden als individuelles Eigenthum verschwinden (Protokoll des Baseler und Coburger Congrefies) ; ferner die Logismiethe (Zur Wohnungsfrage Leipzig), die Eisenbahnen, weil sie das Volk bestehlen; die geistigen Bildungsstätten

V ^gWen geschloffen werden, denn derAnti-Syllabus" ruft aus: Schließt die lUTU& I ?Itfn Trödelbudeu!" Fort mit der Ehe nach jetzigem Begriff I Fort mit > persönlichen Freiheit, wo sie sich auf das Capital bezieht (cfr. Schuster's

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, Sie vertreten nicht die Jntereffen der Arbeiter. Die Mafien der Arbet- . Ebnen nur die Mittel zur Erreichung ihrer anarchistischen Pläne geben,

.t. E Ä D^sdener Protokoll heißt es:Und sage man uns nicht, wir sollten die / »rbettermafien nicht aufregen, wozu sie selbst nicht einmal Lust haben. Das

Was find sie?

Wie man den Baum an seinen Früchten, so erkennt man das innerste Wesen der Socialdemokratte am besten aus ihren Schriften. Viele Schrift­steller haben sich bereits die Mühe genommen, Kraftstellen zu sammeln, welche dieRothen" in ihrem wahren Lichte zeigen. Eine der besten Zusammen­stellungen, welche sich zur Mafienverbreitung empfiehlt, ist gegenwärtig in Ehemnitz erschienen, in einer Stadt, welche bekanntlich ein Hauptheerd des sächsischen Socialismus ist (Was sind sie? von G. A. Jädicke).

Sie sind Revolutionäre.

DerVolksstaat" schrieb:Die socialdemokratische Partei ist eine revo­lutionäre Partei; läßt sie sich auf den Boden des Parlamentarismus locken, so hört sie aus zu sein. Wir betheiligen uns am Reichstage -ausschließlich zu agitatorischen Zwecken", und ferner:Denkt, was Ihr Lust habt, thut, was Ihr Lust habt, Ihr Herren; aber Eins laßt Euch gesagt sein: Um die Revolution kommt Ihr nicht herum!" Das soctalistische Coburger Protokoll srklärt, man strebe die radikale Umgestaltung des Reiches an, mit anderen Worten:Wir sind eine revolutionäre Partei", ähnlich sagte derVolksstaat": Die Socialdemokratie kennt keine Toleranz gegen das Deutsche Reich"; und ferner:Fiducit, Ihr Herren! Die Internationale hat dos französische Empire überlebt; sie wird auch der preußischen Copie die verdiente Grabschrift schreiben!" Der Agitator Wilhelm Bracke erklärt, die socialistische Gesell­schaft muffenötigenfalls, erzwungen durch eine Revolution", eingesührt wer­den ; Wilhelm Liebknecht schreibt (Zu Schutz und Trutz, Leipzig, Seite 17); Unser Streben ist ein revolutionäres"; und ferner :Wer mit dem Tod einen Pact gemacht hat, dem ist der Sieg verbürgt"; bekannt ist endlich der Ausspruch Bebel's im deutschen Reichstage:Wenn auch im Augenblick Paris unterdrückt ist, so erinnere ich Sie daran, daß der Kampf in Paris nur ein kleines Vorpostengefecht ist, und daß, ehe wenige Jahrzehnte vergehen, der Schlachtruf des Proletariats: Krieg den Palästen, Friede den Hütten, Tod der Roth und dem Müßiggänge! der Schlachtruf des gesammten europät- slhen Proletariats werden wird!"

Sie sind Gotteslästerer und Nihilisten.

In Richard Schusterns Werk (Die Socialdemokratie, 2. Aufl., Seite 204) heißt es:Wir halten Gott für ein Asyl der Dummheit, wir betrachten Gott als das größte Nebel der Welt, und darum erklären wir Gott den Krieg." August Bebel sagte im Reichstage:Ist erst die himmlische Auto- ritSt untergraben, dann hört natürlich auch die irdische Autorität sehr bald auf." Hasenclever schrieb imNeuen' Socialdemokrat":Wenn für unsere Bestrebungen Nutzen daraus entstünde, würden wir getrost die Hand des Teufels annehmen." DerVolksstaat" schrieb:Wir verzichten aus Eure Gottähnlichkeit; wir wifien, daß der Unterschied zwischen Mensch und Thier nut ein gradueller ist." Dietzgen erklärte in seiner bekanntenReligion der Socialdemokratie", daß, wo der Mensch bewußt werde, an Stelle der Religion hie antireligiöse Socialdemokratie trete. Das Christenthum ist wiederholt als hieknechtseligste der knechtseligen", alsgeruch- und geschmacklos", alsRett- pion der modernen Windbeutel" bezeichnet worden, die christliche Liebe sei ein kämmerschwänzchen, die Socialdemokratie rufe:Wir haben lang' genug geliebt, - und wollen endlich hafien!"

Sie sind Vaterlandslose.

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