Ausgabe 
14.2.1878
 
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daß Tscherkeflen und Baschibozuks Domoko plünderten und in den umliegenden Ortschaften unter der christlichen Bevölkerung ein Blutbad anrichteten.

Papst Pius IX.

ii.

So hatte nun der erste Theil der jesuitischen Manifeste und Prophezeiungen leine Erfüllung gefunden. Welchen Anthetl mögen die Urheber der bösen Weissagungen und der aufrührerischen Schriftstücke an dieser Entwicklung der Dinge gehabt haben! Sie fanden es nicht mehr nöthtg, ihr Programm auch in seinem zweiten Thetle auszu­führen: Pius IX wurde nicht abgesetzt er wurde daS Werkzeug der Jesuiten. Sie erkannten bald, daß der Charakter des Papstes für die Ausführung ihrer Pläne nicht besser angelegt sein konnte. t

Der kurze Traum Italiens, daß ein Papst der Führer zu politischer und natio naler Freiheit sein könne, hatte sein Ende erreicht für immer.

Eine Deputation der Römer überbrachte Pius die Bitte: er möge zurückkehren. Er wies sie ab. Zwei Monate später, am 8. Februar 1849, wurde die weltliche Herr­schaft detz Papstes für aufgehoben erklärt und die Republik proklamirt. Aber fchon im Juni wurde derselben durch die französische Republik ein Ende gemacht. Die Franzose?, zo ren in Rom em und Übergaben die Regierung den vom Papste gesandten Kardtnälen della Genga, Vanicellt und Altieri. Es war ein Schreckensregtment furchtbarer Art, welches dieses Triumphirat über Rom brachte: nicht die Gerechtigkeit, sondern die Rache führte die Herrschaft. Die geheime Polizei spürte unaufhörlich nach Opfern, die in den berüchtigten römischen Gefängnissen und auf dem Blutgerüst ihre Theilnahme an der nationalen Bewegung büßen mutzten.

Noch am 20. April 1849 hatte der Papst in einer Allokution erklärt, datz er nie den Charakter seiner Regierung ändern wolle, und nun, zwei Monate später, waren alle seine Reformen gänzlich abgeschafft.

Am 4. April 1850 kehrte Pius IX. nach Rom zurück. Die französischen Occu- pationstruppen und eine starke Fremdenarmee waren die Stützen seiner Herrschaft. Frankreich und selbst OÖsterreich suchten den Papst um der Ruhe Italiens willen zu einer milderen Regierung zu bewegen. Er versprach auch Reformen, aber nie kämm sie zur Ausführung. Die Reaktion, welche allenthalben nach dem Jahre 1848 auftrat, hatte nirgends einen so bösartigen Charakter wie in den päpstlichen Landen. Es lag ni ht in dem Gemüthe Pius IX. zu verzeihen. Jede revolutionäre Regung war unter­drückt, das Volk war in der bitteren Schule nationalen Unglücks und staatlicher Anar ch'e mit dem heißen Verlangen nach geordneten Zuständen erfüllt worden. Hätte bei Papst als kluger und großmüthiger Fürst das Vergangene vergessen, Versöhnung und Milde walten lassen, die Herzen des letchtbewegltchen Volkes wären ihm auf's Nme zugeflogen. Aber für Pius handelte es sich nicht darum, eine Gefahr vom Staate fern zu halten er wollte Rache für die ihm persönlich widerfahrene Unbill. Ketne Bitte einer gebeugten Mutter, eines trostlosen Weibes, weinender Kinder für das Leben des Sohnes, des Gatten, des Vaters wurde von dem Papste erhört.Man muß die Re- volutionäre durch Beispiele schrecken" sagte er und unterzeichnete die Todesurthetle. Tue geheime Polizei spürte unablässig, nicht blos nach verborgenen Herden der Revolution sondern nach Solchen, die irgendwie an der Bewegung Theil genommen hatten. Die Verbannungen und Einkerkerungen nahmen kein Ende. Man erinnerte sich nun aus hem früheren Leben des Papstes, daß er nie eine Kritik ertragen, eine Beleidigung oer zeihen konnte. Diese Charakterschwäche riß ihn einmal, als er noch Erzbischof von Svoleto war, soweit hin, in der Kirche, während des Gottesdienstes öffentlich Aerger- ntß zu geben. Als der Priester in der Predigt einer bischöflichen Anordnung abfällig erwähnte, rief Erzbischof Mastat, ohne die Predigt beendigen zu lassen, solange: her­unter! herunter! bis der Geistliche die Kanzel verließ.

Diese Selbstliebe macht es begreiflich, daß Schmeichler so große Gewalt über Pius gewinnen konnten, und indem sie es verstanden, ihre Ideen ihm in einer Weise beizubrtngen, daß er sie für seine eigenen hielt, ihn zu so verderblichen Schritten ver­leiten konnten.

Liverani, Hausprälat und Protonotarius des heil. Stuhles, schilderte Anfangs der sechziger Jahre in fernem Buche:Das Papstthum, das Kaiserreich und das König­reich Italien" das Treiben der einflußreichen Personen am päpstlichen Hofe. Dieser fromme und dem hl. Stuhle so ergebene Mann sagt davon:Alle haben sie das Ohr des Papstes und machen ihn zum Opfer und Spielball ihrer Jntrtguen...... Er

war 15 Jahre lang der Sptelball der Erbärmlichen jeder Gattung, jedes Landes, jeder

Partei und Fraktion, die sich beständig auf das Geschäftigste bestrebten, sich einander seine Gunst zu stehlen, um sie zu profaniren und unter die Füße zu treten. Das HauS des Stellvertreters Christi ist ein Morast und eine Kloake von Skandal und schänb- licher Ungerechtigkeit."

Das römische Volk wurde gebrandschatzt, die Lebensmittelpreise künstlich zu ei#< ungeheuren Höhe getrieben, um die Monopolisten, die Familie Antonelli und ihren An­hang, zu bereichern Die Finanzwirthschaft im römischen Staat entreißt Liverani oag harte Wort: .,Das Principal der heiligen Kirche ist in eine Schacher- und Wechsler­gesellschaft aufgelöst." Zu den gewissenlosesten Unternehmungen wußten die Günstlinge des Papstes seine Unterschrift zu erlangen. Er genehmigte die römische Bank, diese von einem Betrüger entworfene Gründung, und ebenso unterstützte er mit seinem Segen und dem Gewichte seiner Autorität jene infame Schwindelunternehmung oon Langrand- Dumonceau, die nur auf Betrug gegründet, unter dem hohen päpstlichen Schutze zu­meist die ersparten Pfennige von Bauern, Arbeitern, Wittwen unter BeihÜlfe der Geist- lichkeit an sich zog und pMe Tausende in's Elend ftünte.______________________________

Theater.

tt Nachdem letzten SonntagDr. Faust's Hauskäppchen" die LachmuSkeln der Zuhörer während des ganzen Abends nicht zu Ruhe kommen ließ, brachte uns Herr Direktor Kurde gestern eine Novität:Königin Margot und die Hugenotten", oer Reine Margot von A. Dumas frei nachgebildet von Adami Wie weit diese freie Nach­bildung dem französischen Originale treu blieb und wieviel aus,Rechnung des deutschen Bearbeiters zu setzen ist, können wir auS Unkennlnitz des Originals nicht entschejd<u. Uns wollte es nur scheinen, als sei die Tendenz, mit der wir uns eben nicht in allen Stücken befreunden können, in der deutschen Bearbeitung etwas zu sehr in den Vorder­grund geschoben. Auf den Inhalt näher einzuaehen, möge uns erlassen weiden; sind ja doch die historischen Ereignisse, auf deren Boden sich das Stück bewegt, manniglich bekannt und wohl mehr als genug besprochen. Uebrigens zeichnet sich das Werk durch lebhaften Gang der Handlung und eine edle, würdige Sprache vortheilhaft aus, sodaß es wohl darnach angethan ist, einem Publikum, das auch für ernstere Sachen zugäng­lich ist, lebhaftes Interesse abzugewinnen.

Um nun aber auf die Darstellung zu kommen, so können wir nicht um­hin, Herrn Direktor Kurde, sowie allen Darstellern, die trotz des etwas wenig zayl- retch vertretenen Publicums Alles aufbsten, um die Darstellung zu einer gelungenen zu machen, unsere volle Anerkennung zu zollen, und sind wir zweifelhaft, welchen von den Darstellern der Hauptrollen wir zuerst nennen sollen. Vor Allem wollen wir die Leistung des Herrn Kurde (König Heinrich) lobend hervorheben. Würdig zur Seite stand ihm Frl. L. Weber, die sich, wie Königin Margot durch ihre Treue die Liebe ihres Gemahls, durch ihre gewinnende Erscheinung und ihr anmuthiges Spiel den wärmsten Beifall des Publikums erwarb. Vergessen wir nicht die Vertreterin der Rolle des für seinen König begeisterten Pagen Ludwig von Mouy (Fr. K ur d e) zu erwähnen, oeren Leistung auch besonders am Schluffe des 2. Actes mit Recht reichlicher Applaus zu Theil wurde. Was nun die Katharina von Medici der Frau Weber betrifft, so müssen wir gestehen, daß ihre Erscheinung nicht dem Bild entsprach, das wir uns von der intrtjuamen und herrschsüchtlgen Königinmutter nach der ihr in der Entwickelung oes Stückes zusallenden Thätigkert machen mutzten. Als gelungene Leistungen nennen wir noch die des Herrn Berger (Karl IX.), sowie der Herren Hamm (Narr des Königs) um Rothe (Maurevel und Ren6), während wir Herren Bömly (Franz von Alen«?on), gegen dessen Spiel wir übrigens nichts einzuwenden haben, den Rath geben möchten, sich hie uno da einer deutlicheren Aussprache zu befleißigen.

Zum Schluffe sei noch bemerkt, daß das Arrangement im Ganzen befriedigte und das Ensemble ein glückliches genannt werden kann. 1

Schlffsberkht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd ®. W. Dietz in Gießen.

Newyork, 10. Februar- (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdompf- schiff Donau, Capt. R- Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 27. Jan. von Bremen und am 29. Januar von Southampton abgegangen war, ist heute Mittag wohlbehalten hier anaefommen.

Handel und Verkehr.

Mainz, 12. Februar. Weizen per März 21.65, p. Mai 21.45, Roggen per März 15.30, per Mai 15.15, Hafer per März 14 80, Rüböl per Mai 36 55.

Allgemeiner Anzeiger.

Vergebung von Bauarbeiten.

Die zur Erbauung eines neuen Gymnasiums zu Büdingen erforderlichen Bauarbeiten und Materiallieferungen, veranschlagt wie folgt:

I. Planirarbeiten 1650

II. Bauarbeiten:

1) Maurerarbeit zu

2) Maurer-Materialien:

a) Lieferung von 2550 cbm Bruchsteinen aus den Büdiug> Brüchen zu b) Anfahren von 2550 cbm Bruchsteinen zur Baustelle c) Lieferung von 230 qm gefugter und bossirter Saut steinplatten zu d) Lieferung von 105000 Stück Ruffen- oder Backsteinen z e) Lieferung von 100 cbm schwarzem hydraulischem Kalk z f) Lieferung von 110 cbm -Luftkalk

g) Lieferung von 600 cbm reinem scharfem Mauersand zi

h) Lieferung von 25 Tonnen Portland-Cement zu

3) Steinhauerarbeit gu

4) Zimmerarbeit zu

5) Dachdeckerarbeit zu

6) Schreinerarbeit .

7) Lieferung von schmiedeisernen Trägern zu

8) Schlosterarbeit zu

9) Gußwaaren- und Ofenlieferung zu ...

10) Glaserarbeit zu

11) Weißbinderarbeit zu

12) Spenglerarbeit zu

sollen auf dem Submissionsweae an die Wenigstfordernden vergeben werden. Die Gebote muffen in Procenlen der Voranschlagssumme versiegelt mit der Aufschrift: Submission zur Uebernahme der .... arbeit resp. Lieferuyg für das Gymnasium zu Büdingen" versehen, längstens bis zum Eröffuunas- termtn Samstag den 2 3. Februar 1878, Vormittags 10 Uhr, franco bei unterzeichneter Stelle eingereicht fein, woselbst auch Pläne, Vor­anschlag nebst den Bedingungen zur Einsicht der Uebernahmslustigen offen liegen.

Nachträglich wird noch bemerkt, daß die Gebote auf die einzelnen Arbeiten und Lieferungen getrennt, sowie auch für die Maurerarbeit mit Material­lieferungen oder auch auf sämmtliche Arbeiten zusammen geschehen können.

Friedberg, 11. Februar 1878.

Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg.

17674 69

. 5100

. 5100 -

690 u 3150

u 2100

1540

4 2100

362 50 13053 39

15611 16

3330 8488 80 3500

4693 50 4750 40

4170 08

8834 50

510

903)

R.euß.

Versteigerungs Anzeige.

875) Donnerstag den 14. d. M., von Nachmittags 1 Uhr an, sollen im Saale der Restauration Bramm eine große Partie neuer Herren-, Damen- und Kinderschuhe, Stiefeln und eine Quantität Leder an den Meistbietenden gegen Baarzahlung versteigert werden.

Ernst Euler

910) Der Unterzeichnete hat sich dahier als Geometer und Bau- Techniker niedergelassen und empfiehlt sich zu allen in dieses Fach ein- schlagenden Arbeiten. Alle Aufträge werde ich in kürzester Zeit ausführen.

Die geehrten Bewohner des Kreises Gießen bitte ich, mir ihre werthen Aufträge gefälligst zukommen zu lasten.

Die Herren Bürgermeister des Kreises Gießen bitte ich besonders, mir bei derart vorkommenden Arbeiten schriftliche Mittheilung zugehen zu lasten. Bestellungen können auch bei Spenglermeister Gustav Rühl in der Neustadt gemacht werden.

Gießen, den 12. Februar 1878.

W. Rühl,

Großherzoglicher Geometer und Bautechniker.

Wolkengasse 89.

Aeilgebotenes.

899) Ein neues Sopha zu verkaufen bei Wilh. Vi x, Tapezier, _______________Seltersweq L't. C-, Nr. 69.

Kieler Feltbückinge empfiehlt (906

Gg. Wiih. Weidkg.

807) Ein schyn angelegter Gqrten mit guten Obftbänmen, V< Morgen groß, an der Grünbergerftraße an der Banlinie ge­legen, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres bet der Expedition.

852) In der Staotmühle zu Allen- dorf a. d. Lda. steht ein ganz neuer, 6070 Centner tragfähiger Waoen zu verkaufen.

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157) C. F_. Senimler in Giessen.

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Deutsches Fabrikat, aus reinem schwedischen Theer. 20 Stück = 40 50 = 90 Pelikan-Apotheke 502) von

Dr. A. Mettenheimer.

908) Ein fast neuer Porzellan Heerd ju verkanten. Näheres b. d. ExpLd. d. Bltts.