Ausgabe 
13.9.1878
 
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Auf dem allgemeinen Eocialisten-Congresse, welcher im Herbste 1877 in Gent abgehalten tutbe und an welchem ein Delegirter der socialistischen Arbeiterpartei Deutschlands Theil nahm, find diegroßartige Organisation" der deutschen Socialdemokratie ungethetlte Anerkennung, xuf diesem Congresse wurve der internationale Bund durch Constituirung einer allgemeinen Union der socialistischen Partei erneuert. In dem bezüglichen Manifeste wird der gemeinsame Operationsplan dargclegt und besonders die Nothwendigkeit der politischen Action als eines Nächtigen Mittels der Agitation, der Propaganda, der Volkserziehung und der Gruppirung /Organisation) betont. Das Manifest schließt mit den Worten:

Möge bei jedem Volke die Classe der Enterbten sich als große, von allen Bourgeois­parteien scharf abgcgrenzte Partei constituiren und möge diese socialistische Partei Hand in Hand marschiren mit der socialistischen Partei aller übrigen Länder.

Es gilt ein Kampf um all' eure Rechte, es gilt die Vernichtung aller Privilegien! Proletarier aller Länder vereinigt Euch!

Es handelt sich also um nichts weniger als um den Bruch mit der gesammten bisherigen Rechtsentwicklung der Culturstaaten, um eine radicale Umwälzung der bestehenden Besitz- und ßigenthumsverhältniffe von unten auf.

Die Organisation desProletariats", die Zerstörung der bestehenden Staats- und Gesell­schafts-Ordnung und die Herstellung dersocialistischen Gesellschaft und des socialistischen Staates" durch das organisirte Proletariat, das sind die ausgesprochenen Endziele der Social- Lemokratie.

Diesen Zielen entspricht die in Wort und Schrift mit leidenschaftlicher Energie betriebene «ohlorganisirre socialistische Agitation und deren Methode. Die Agitation sucht in den ärmeren und weniger gebildeten Schichten der Bevölkerung Unzufriedenheit mit ihrer Lage, sowie die Ueberzeugung von der Hoffnungslosigkeit derselben unter der bestehenden Rechtsordnung zu ver- lieiten, sie, als dieEnterbten", zu Neid und Haß gegen die übrigen Claffen der bürgerlichen Gesellschaft aufzureizen. Die sittlichen und religiösen Ueberzeugungen, welche die Gesellschaft zusammenhalten, werden erschüttert, Ehrfurcht und Pietät verhöhnt, die Rechtsbegriffe der Masten werden verwirrt, die Achtung vor dem Gesetz wird zerstört. Die gehässigsten Angriffe und Schmähungen gegen das deutsche Reich und seine Institutionen, gegen das Königthum und gegen das Heer, dessen ruhmreiche Geschichte verunglimpft wird, geben der socialistischen Agitation in Deutschland ein specifisch antinationales Gepräge; sie entfremdet die Gemüther der heimischen Sitte und dem Vaterlande. Die Darstellungen, welche in Wort und Schrift von früheren revolutionären Ereignissen gegeben werden, die Verherrlichung bekannter Revolutionsmänner, sowie der Thaten der Pariser Commune sind geeignet, revolutionäre Gelüste und Leidenschaften zu erregen und die Massen zu Gewaltthaten geeignet zu machen.

(Fortsetzung folgt.)

Lokal-Notiz.

Gießen, 12. September. In der am 11. d. M. stattgehabten Generalversammlung b(8 Localgewerbvereins hielt Herr Architekt Hug, Lehrer der erweiterten hiesigen Hmdwerkerschule, welcher im Auftrag der Centralstelle des LandeSgewerboereinS zum Studium der Weltausstellung mit anderen Lehrern des Landes nach Paris entsandt worben war, einen etwa 2stündigen Vortrag, in welchem er eine große Reihe der interessantesten Beobachtungen, namentlich aus den Gebieten des technischen Un ter- lichts- und des Bauwesens vorführte und deren Eigenthümlichkeiten ausführlicher besprach.

Diese Generalversammlung desGewerbvereins" war zwar von aufmerk­samen Zuhörern sehr zahlreich besucht, doch der Gewerbverein selbst leider nur durch wenige seiner Mitglieder vertreten.

Die ausführlichen Mittheilungen des Herrn Vortragenden, welche von einem fleißigen Studium der Ausstellung zeugen, wurden seitens der Zuhörer mit Anerkennung ausgenommen und wäre eine Veröffentlichung des Bemerkenswerthesten derselben im allgemeinen Interesse erwünscht.

Herr Hug beabsichtigt an einem zweiten Abendbie Weltstadt Paris vom Standpunkte des Bautechnikers" zu besprechen. B.

Vermischte-.

Von der Lahn. Nach dem Handelskammerberichte waren im Vorjahre in betr Bergrevteren: Diez, Weilburg und Dillenbura im Betrieb nur 201 Gruben, außer Betrieb dagegen 2992 Werke, darunter allein 2000 Werke für Eisenerze, 253 für Dach- schiefer. Das Resultat des laufenden Jahres wird noch ungünstiger sein. Trotz Allem dem hat kaum Einer der feiernden und beschäftigten Arbeiter für einen Soctal- demokraten gestimmt.

Vom Kurfürsten von Hessen erzählt man folgende Geschichte: Selbiger Kur­fürst war zwar kein liebenswürdiger Landesvater, aber er hatte manchmal ganz ab­sonderlich vernünftige Einfälle. Eines Tages kam eine Deputation feiner lieben Unterthanen zu ihm, um ihren schweren Kummer und ihre Klagen gegen Schultheiß oder Bürgermeister vorzubringen. Besagter Dorfkönig hatte gar viel gefehlt: dem Ameyer hatte er eine Ohrfeige gegeben, dem Bmeyer sogar zwei, dem Schulzen hatte er die Hühner zusammengeschossen und dem Müller das Weib abwendig gemacht rc. Kurz, es stellte sich heraus, daß der Bürgermeister ein Tyrann war, der sich den Henker um Recht und Gerechtigkeit kümmerte. Niemand im Dorfe war übrig, den er nicht sackarad behandelt, ja sogar mißhandelt hatte. Der Kurfürst hörte die Deputation geduldig an, dann ries er den Leibjäger und befahl ihm die verehrltche Deputation in das Profoßenzimmer zu führen und jedem Einzelnen zehn Wohlgeziclte herabmessen zu lasten.Uns?" riefen Ameyer und Bmeyer.Uns?" stotterten Schulze und Müller. Ja, natürlich Euch", sagte der Kurfürst,weil Ihr Dummköpfe den Schultheiß bereits zweimal freiwillig wiedergewählt habt." Se. Hoheit sprachs, und verblüfft wanderte die SLaar zum Profoßen, um die Prügel zu empfangen. Der Schultheiß ist später nie mehr gewählt worden.

(Praktische Anwendung von Fremdwörtern.) Unteroffizier: Bomben- und Granaten - Donnerwetter! wie schlapp geht das wieder! Das mutz peu h peu gehen, wie ein Donnerwetter. Lieutenant (leise zu ihm): Aber Unteroffizier Schulz, lasten Sie doch den Unsinn mit den fremden Wörtern. Sie blamiren sich damit. Unteroffizier: Thut nichts, Herr Lieutenant. Das importirt die Leute doch höllisch.

Handel und Verkehr.

Limburg, 11. Sept. (Fruchtbericht.) Rother Wetzen 17.50, Weißer Weizen Jt, Korn Jt 11.25, Gerste Jt 9.90, Hafer Jt 6.20. (Durchschnitts - Preis pro Malter.)

Frankfurt, 11. Sept. Der heutige Markt hatte eine Krautzufuhr von 40 Wagen, wovon die Hälfte sofort in feste Hände überging; der Centner wurde mit Jt 22.20 bezahlt. Gurken das Hundert Jt 2.50. Kohlkraut das Stück 810 Butter im Großen 1. Qual. Jt 1.10, 2. Qual. Jt 1, im Detail 1. Qual. Jt 1.2025, 2. Qual. Jt 1.10. Die in der Wetterau stattfindenden Manöver üden auf den Markt in sofern einen nachtheiligen Einfluß aus, als die Soldaten zu den größten Butter-Consumenten gehören, mithin weniger zu Markt kommt, was auf die Preise einwirkt, denn in normalen Zeiten wird, d. h. zur Zwetschenzeit, die Butter kaum mehr als mit 80 bis 90 H bezahlt. Heu und Stroh war gut zugefahren. Heu kostete per Ctr. je nach Qualität Jt 23, Stroh Jt 2. Kartoffeln per 100 Kilo Jt 6. Erbsen geschälte (per 100 Kilogr.) 2628, ganze Erbsen Jt 2123; Linsen 3032; Bohnen ^L2830. Ochsenfleisch per Pfd. 7075 Kuh- und Rindfleisch 5460 Kalbfleisch 6070 H, Hammelfleisch 5868 H, Schweinefleisch 7075 H. Buchenschettholz erste Sorte Jt 10.8011.05, zweite Sorte Jt 9.6080, Tannenholz erste Sorte Jt 7.5090, zweite Sorte Jt 6.7080. Tannäpfel per Hect. 50 Geschnittenes Holz >je nach­dem geschnitten der Centner Jt 1.6070. Lohkuchen das 1000 Jt 9.5012.

Die Annoncen-Expedition Th. Dietrich & Co. in Gaffel über­nimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Ortginalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d.Caffeler Tage-post")

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Die Schulgelder für die Realschulvorschule, sowie für die übrigen städt. Schulen pro I. Semester 18*78 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donner­stag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden.

Gießen, am 11. September 1878

Der Stadtrentmeister:

G n d e r s. (5442

(5447

Bötticher.

Bekanntmachung.

In unserem Firmen-Register ist heute felgender Eintrag vollzogen worden:

Die Wittwe des Moses Jacob Eichen berg, Eva, geb. Katzen- stetn, zu Gießen, hat ihr unter der FirmaE. Eichenberg" seither be­triebenes Handelsgeschäft niedergelegt.

Die Firma wurde gelöscht.

Gießen, den 10. September 1878. Troßherzogliches Stadtgericht Gießen.

In Sachen

des Gr. Hessischen Fiskus, vertreten durch die Großberzogliche Direction der Oberhessischen Eisenbahmn, Klägers gegen

die Erben des zu Biedenkopf verstorbenen Großh. Physicatsarztes Dr. Pfeffer.

1 Ferdinand Engelbach) unbekannt 2. Hermann Engelbach wo ab-

? 3-Fritz Engelbach ' wesend. Beklagte.

Errichtung einer Eigenthums- urkunde betr.

~ Beschluß.

Dem Ferdinand Engelbach, Her­mann Engelbach u. Fritz Engelbach kon hier, deren Aufenthaltsort bescheinigter- waßen zur Zeit unbekannt ist, wird auf Wege «öffnet, daß der Großherzog- !!che Hessische Fiskus in seiner Eigenschaft ! nEolger der oberhessischen Eisen- chngesellschaft gegen sie als Miterben des

JJ Errichtung einer Kaufnotul nebst Kauf- mef über eine von ihrem angeblichen nun- Ahr verstorbenen Generalbevollmächtigten ^r.Hofg.-Registrator E n g e l b a ch dahier im %L1869 ßn bie ober hessische Elftnbahn- ttskllschaft abgetretenen näher bezeichneten «W der Parcelle Flur XXVI Nr 157 der

Gemarkung Gießen bet unterzeichnetem Ge­richt, dessen Zuständigkeit als Gerichtsstand des Vertrags begründet sei, erheben lassen, und ihnen unter Gestattung der Actenein­sicht auf unserem Actuariate aufgegeben sich sogewiß binnen 2 Monaten auf diese Klage bei unterzeichnetem Gericht zu erklären, widrigenfalls das thatsächliche Klagevor­bringen als zugestanden gilt und sie mit etwaigen Einreden ausgeschlossen sind.

Zugleich werden sie zur Bestellung eines im diesseitigen Gerichtssprengel wohnenden Zuftellungsbevollmächtigtm aufgefordert, widrigenfalls alle sonstigen in dieser Sache ergehenden Verfügungen und Entscheidungen ihnen lediglich durch Anheften an das Ge­richtsbrett bekannt gemacht werden.

Gießen, den 27. August 1878.

Großherzogltches Stadtgericht Gießen. Bötticher.

Berichtigung: In der in Nr 207 d. Bl. erfolg. Jnser. muß es Z. 28 heißen: Hof- ger.-Regiftrator statt Hofger.-Advocat.

Aersteigerungt».

Dienstag den 17. d. M., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die zum Nachlaß des Wilhelm Hilgardt ge­hörenden Grundstücke, als:

Flur Nr. lDMtr.

2 190 88 Acker, Gewann-Lappen

am Wismarer Weg,

2 191 44 Acker daselbst,

3 9 19 Acker daselbst,

2 125bt 1869 Wiese in den vordersten Schießgärten,

2 125^ 669 Wiese daselbst,

2 125,4 338 Acker daselbst,

3 30 1600 Acker an der alten

Leimenkaute am Wis­marer Weg,

3 31 1600 Acker daselbst,

16 313 3444 Acker, auf die Chaussee,

hinter d. Pulvermühle, 16 60 813 Acker, auf die Hohleiche,

gegen die Leimenkaute

öffentlich meistbietend versteigert werden, mit dem Bemerken, daß sich die Wiesen und Aecker in den vordersten Schießgärten zur Anlage einer Bleiche eignen.

Gießen, den 10. September 1878. Großherzoaliches OrtSgericht. __Lüdeking.________(5448

Arbeitsversteigerung zu Hausen. Dienstag den 17 September, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Hausen nachstehende in der Pfarrhofraithe vor­zunehmende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: H

Maurerarbeit, veranschl. zu 137 62

Zimmerarbeit, 27 50

Hausen, den 8. September 1878. Der Kirchenvorstand. (5408

Aeikgeöotenes.

5465) Zwei Ziegen zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. b. BlttS.__________________

5449) Frühzwetschen bet ______Louis Benner, a. d. Scboor. Gothaer Cervelatwurst empfiehlt (5350

___________Emil Fischbach.

5457) Mehrere Haufenb Cub.-Mtr. Kalksteine, als Schrotteln, Bruchstücke u. lagerhafte Bausteine, sind billig gegen Caffa abzu­geben.

I. Wilhelm

in Wetzlar.

5433) Ein Haufen Kuhmist ist billig abzugeben bei S. Goldenberg, _______________________Löwengasse.______

5444) Ein Haufen Kuhmist ist billig zu verkaufen bei

_______L. Wolf. Walltborstrabf.

Ein Hahn und 6 Hühner (Italiener), schwarz vonFarbe, billig zu verkaufen.

Näheres in der Exped. d. Bl.

Ein Wohnhaus mit Garten in der Nähe des Main - Weser-Bahnhofes zu verkaufen durch (5186

_____________________I. Blitz.

4769) Em Haus, in bester Geschäfts läge (des Selterswegs) gelegen, zum Betriebe einer Fabrik sehr geeignet, ist billig zu erwerben. Bemerkt wird, daß in dem Hause bereits zwei größere Geschäfte betrieben werden und das­selbe nachweisbar zu 7 Proz. rentirt. Zahlungsbedingungen günstig. Nähe- res bei Friedr. Kreuder.

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