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überlassen.
TViesbaden, 9. November. Kaiser Wilhelm ist um 4 Uhr 10 Min. im besten Wohlsein hier eingetroffen. Se. Maj. durchfuhren im offenen Wagen die prachtvoll geschmückte Stadt und wurde von einer unabsehbaren Volksmenge freudigst begrüßt. In den Straßen bildeten alle Vereine, die Schulen und die Garnison Spalier.
Paris, 9. November. Abends. Das sogenannte große Syndikat der 105 Millionen war beute Vormittag im Hause des Comptoir d'Escompte ver-
New-Nork, 9. November. Nach den bisherigen Wahlergebntffen würde das künftige Repräsentantenhaus 133 Republikaner, 148 Demokraten und 11 Mitglieder der Greenback-Partei zählen; die demokratische Mehrheit kann aber durch die noch ausstehenden Wahlergebnisse noch steigen.
Telegraphische Depeschen.
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Paris, 10. November. Die „Agence Havas" meldet aus Beyruth: Das Mißverftändniß zwischen dem Gouverneur des Libanon und dem Klerus im Libanon ist Dank den guten Diensten des französischen Consuls ausgeglichen worden. — Rusttm Pascha hat die Rückkehr des Bischofs Bistani genehmigt. Dieser wird sich in der Bai von Juni (Dschuneh?) ausschiffen und provisorisch
Berlin, 9. November. Die „Nordd. Allg. Ztq." bringt einen längeren Artikel über das Verhältniß Deutschlands zu den Samoa-Inseln, an dessen Schluß es heißt: Die gegenwärtige Krisis aus den Samoa-Inseln kann nur istre Lösung finden, wenn die Regierung von Samoa mit Deutschland wie mit England, eine die Stellung als meistbegünstigte Nation einräumenden Vertrag abschließt. Die Beschlagnahme der Häfen Salufata und Talcalili wird aufrechterhalten bleiben, bis die durch Art. 4 des Protokolls vom 3. Juli 1877 zugestcherte Gleichberechtigung und als deren Ausdruck der Abschluß eines Handelsvertrages auf dem Fuße der meistbegünstigten Nation gewährleistet ist. Das ist zugleich das beste Mittel zur Erreichung der von Deutschland auf den Samoa-Jnseln angestrebten Ziele: Sicherung wohlerworbener Rechte der auf Samoa ansässigen Deutschen und freundliche, weder durch innere Parteiungen noch äußere Einmischung gestörte Entwickelung des deutschen Handels.
Berlin, 9. November. Auf die neueste preußische Anleihe sind im Ganzen 109,400,000 Mark gezeichnet. Die Repartition im Verhältniß dieses Betrages zu den aufgelegten 60,000,000 Jl. ist den einzelnen Zeichnungsstellen
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ausgeprägten Charakter fort und fort beibehalten und ist je länger je mehr ein Sammelpunkt aller partikularistlschen Feindschaft gegen Preußen und das deutsche Reich geworden: noch in den jüngsten Verhandlungen hat ein protestarnisch- welfischer Anhänger des Centrums sich erdreistet, die Herrschaft unseres Königs in Hannover und die dadurch erzeugten Gefühle mit der früheren Fremdherrschaft Napoleons auf eine Linie zu stellen. Bei solcher Gesinnung kann es nicht Wunder nehmen, wenn die politischen Führer der katholischen Fraktion und ihre Presse jede Hoffnung und Aussicht auf kirchlichen Frieden möglichst von sich weisen und Alles thun, was in ihren Kräften steht, um dre Stimmungen immer aufis Neue zu verbittern und die Ausgleichung zu erschweren. Wenn das aufrichtige Streben der deutschen Regierung im Verein mit einem friedliebenden Papste für die Wiederherstellung des kirchlichen Friedens in Deutschland in Wahrheit und dauernd gelingen soll, so muß durch die berufenen kirchlichen Autoritäten und aus der katholischen Bevölkerung heraus dem verwirrenden und vergiftenden Treiben der Parteien ein Ziel gesetzt werden, deren einflußreichsten Führern das Interesse der Kirche nur der Deckmantel für politisch unterwühlende Zwecke ist und welche der Erwartung des Papstes in Bezug auf die Treue der katholischen Unterthanen des deutschen Reiches durch ihr ganzes Verhalten offen Hohn sprechen."
Keutschland.
züglick des Adreßentwurses zu Stande gekommen; behufs Redaction des letzteren wurde ein Subcomtts eingesetzt.
Pesth, 9. November. Sicheren, Vernehmen nach Hot der Kaiser für den Bereich der occupirten Länder eine Generalamnestie erlassen und steht die unmittelbare Veröffentlichung der diesbezüglichen Proclamation an die Bewohner Bosniens und der Herzegowina bevor.
Frankreich.
Italien.
Rom, 8. November. Der Papst legte den Cardinälen die Frage zur Prüfung vor, ob es für opportun zu erachten sei, daß sich die italienischen Katholiken an den politischen Wahlen betheiligen. Mehrere Bischöfe, die gleich- alls hierüber befragt waren, antworteten bejahend. — Der König und die Tönigin sind in Florenz enthusiastisch empfangen worden.
Rom, 9. November. Das Journal „Diritto" veröffentlicht ein formelles Dementi der Nachricht, nach welcher der italienische Delegirte bei der Rhodope- Commission, nachdem er den Schlußbericht der Commission schon unterzeichnet gehabt, seine Unterschrift wieder zurückgezogen hätte. Gestützt auf Die im britischen Parlamente vorgelegten Schriftstücke constatirt das Blatt, daß ange- stckts der Enthaltung der Delegirten Rußlands, Deutschlands und Oesterreichs die Commission die Absicht, einen Collectivbericht zu erstatten, aufgegeben und daraus beschlossen habe, das Ergebniß ihrer Arbeiten in einem gleichlautenden Berichte zusammenzufassen, welchen die vier in der Commission verbliebenen Delegirten, der italienische ebenso wie seine Collegen, der englische, französische und türkische, jeder für sich den Vorständen der bezüglichen Mission vorgelegt hätten.
Rom, 9. November. Der Deputirte Pessina hat das Portefeuille des Handels definitiv angenommen.
Rom, 9. November. Aus Neapel wird gemeldet, daß der Vesuv fortwährend in leichter Thätigkeit sei.
Kußtand.
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an Egypten. Der betreffei.de Vertrag wurde von dem Präsidenten des Comptoir d'EScompte und einem Vertreter von Rivers Wilson unterzeichnet. Das Syndikat bewilligt Egypten einen Aufschub von 15 Monaten für die Bezahlung der Forderung in zwei Terminen. Dagegen bewilligt Egypten dem Syndikat die Vervollständigung der Sicherheit in Höhe der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Werth der Pfänder und dem Börsencourse der Forderung. Das Syndikat kann optiren aus 229000 Titel der umficirten Schuld, welche einen Theil dieser Pfänder bilden, zum staffelmäßigen Course von 300 bis 350. Außerdem wurde vereinbart, daß der Credit soncier die 141000 Titel der uni» ficirten Schuld, welche derselbe besitzt, nicht zu einem niedrigeren Course abgeben darf, als zu welchem das Syndikat optirt hat.
WieuMDergtürkische Admiral Hobart Pascha hatte, wie '.r „Polit Correjp." geschrieben wird, anläßlich seines kürzlichen Aufenthalts in Kitzen eine < Audienz beim König Georg gehabt. Hobart, welcher sich der besonderen Zuneigung drs Prinzen von Wales erfreut, hat ein Schreiben desselben dem König Georg überreicht, welches sich auf die türkisch-griechische Frage bezog. Nachdem König Georg seiner Freude über das Schreiben seines Schwagers Ausdruck gegeben, sagte er zu Hobart, daß er die zwischen der Türkei und Griechenland ' herrschenden Differenzen lebhastest bedaure und um alles in der Welt einen Krieg । zwischen den beiden Nachbarstaaten vermieden sehen möchte. Er für seine Person ' habe sich schon wiederholt dafür eingesetzt, es nicht zu einem Bruche kommen zu ' lassen. Die von der Pforte verweigerte Gebietsabtretung, welche der Berliner Congreß vorgezeichnet, habe die Stimmung der Griechen derart erregt, daß im Augenblick nur die Wahl zwischen Krieg und Revolution bestehe. Er, der König, sei gegenwärtig außer Stande, dem allgemeinen Drängen zu wiederstehen, da die griechische Nation einmüthig erkläre, daß sie unter den jetzigen Verhältnissen nicht weiter bestehen könne, und daß sie, wenn sie schon zu Grunde gehen solle, es vorziehe, daß dies auf dem Felde der Ehre, mit den Waffen in der Hand geschehe. Schließlich erklärte der König, daß er hoffe und aus ganzer Seele wünsche, daß noch in letzter Stunde ein befriedigender Ausgleich zwischen der Türkei und der griechischen Regierung zu erzielen sein möge.
Wien, 9. November. Die „Polit. Corr." bementirt die Nachricht englischer Blätter über ein angebliches österreichisch-englisches Abkommen wegen Räumung des türkischen Gebietes seitens der russischen Truppen. — Die „Pol. Corr." erklärt auf Grund von Mittheilungen, die ihr heute aus Petersburg zugingen, alle ungünstigen Gerüchte über den Gesundheitszustand des Kaisers für absolut unwahr. — Aus Athen von heute meldet die „Pol. Corr.": Komun- duros hat in der Kammer mitgttheilt, daß das Ministerium beabsichtige, sein Project bezüglich der Bildung einer starken Armeereserve mit den Anschauungen der Opposition über die Organisirung einer event. zu Kriegsdiensten herbeizuziehenden Nationalgarde zu combiniren, worauf die Kammer entschied, daß alle aus die Jnsurrection in den türkischen Grenzprovinzen bezüglichen geheimen Acten- stücke vorzulegen sind. — Aus Bukarest meldet dieselbe Correspondenz: Die militärische Besitzergreifung der Dobrudscha soll unter dem Commando des Generals Angeleseu im Lause der nächsten Woche erfolgen.
Pesth, 8. November, Abends. Die „Pesther Corresp." meldet: Die Deckung der laufenden Staatsbedürfniffe und der Occupationskosten wird durch das Rothschlld-Consortium mittelst einer die Staatsgüter als Unterlage nehmenden Finanzoperation erfolgen. Die betreffende definitive Abmachung geschieht nach E'ledtgung der politischen Hauptfragen und hängt mit der Operation für die Einlösung der Schahbons II. Serie zusammen. — Zwischen Majorität und Minorität des Adreßausschuffes des Unterhauses ist ein Compromiß be-
tn der Provinz Kesruan residiren.
London, 10. November, Morgens. Bei dem gestrigen Lordmayor- Banket in der Guildhall berührte Lord Beaconsfield zunächst die indische Frage und hob hervor, daß ein Einfall in Indien auf der Nordwestgrenze physisch unausführbar sei. Indessen könnten England dort leicht Verlegenheiten bereitet werden. Als es sich darum gehandelt, derartige Jnconvenienzen zu beseitigen, seien Umstände eingetreten, welche die ernsteste Erwägung erfordert hätten. Man habe sich entschlossen, hiermit wenn möglich ein Ende zu machen. Die erforderlichen Maßregeln dazu seien ergriffen. Wenn dieselben zur vollen Ausführung gelangt seien, so würde dieser Theil der Grenze aufhören, eine Quelle der Beunruhigung zu sein. Es sei zu hoffen, daß man alsdann in guten Beziehungen mit den nächsten Nachbarn würde leben können. Vielleicht sei die Stunde n-cht mehr fern, wo dies möglich sei. Der Premier kam sodann auf die mit der Pforte wegen Abtretung Cyperns abgeschlossene Convention und hob hervor, daß in Folge derselben das Euphrat-Thal sich in den Händen eines Alltirten befinde, welchem England seinen Beistand leisten könne in der von ihm verfolgten Politik, eine verhängnißvolle Suprematie eines einzigen Staates zu verhindern. Die Ergebnisse des Berliner Congresses hätten dem Sultan die Unabhängigkeit seiner Hauptstadt und die unbezwingbare Controle der Dardanellen gesichert. Was die Nichtaussührung des Berliner Vertrages betreffe, so sei nur die der Türkei für die Ausführung des Vertrages vorgeschriebene Zeit verstrichen. Alle wichtigen Bestimmungen des Berliner Vertrags aber seien auf dem Wege der Erfüllung. Die Insinuation, daß irgend eine Macht der vollständigen Ausführung des Berliner Vertrags sich entziehen wolle, müsse er entschieden zurückweifin. Die englische Regierung sei entschlossen, auf der buchstäblichen Ausführung oes Vertrags zu bestehen. Sie werde, wenn nothwendig, an das englische Volk nppelliren, um den Vertrag mit aller Energie und allen Hülfsquellen aufr cht zu holten. Die politische Lage sei gegenwärtig gewiß eine ernste, aber keine gefahrvolle. Wenn die englische Bevölkerung würdig bleibe ihrer Vorfahren, werde das R-ich niemals eine Minderung seiner politischen Stellung erleiden.
Brüssel, 11. November. Der „Observer" schreibt: Wilson's jüngste Anwesenheit in Paris ergab den Abschluß eines Abkommens mit dem Credit foncier und dem französischen Syndicat, welches diese verpflichtet, ihren Besitz ■ an egyptischen Werthpapieren während einer genügend längeren Periode N'cht ! an den Markt zu bringen, um Zeit zur Belebung des egyptischen Credits und - der Entwickelung der neuen Administration zu lassen.
Madrid, 11. November. Die ministeriellen Blätter dementiren die Gerüchte in Betriff einer Cabinetskrisis. Das Ministerium besitze das Vertrauen der Cortes und der Krone in gleichem Mrße.
Petersburg, 10. November. Die Meldung auswärtiger Blätter, die iuj yjtiuionen war oeure 2öorinurafl im j^uujt v<v vdvmpivn v «vivmpt v*.*4 Rückkehr des Kaisers aus Livadia stehe früher als ursprünglich beabsichtigt ^e sammelt und beschloß eine Prolongation des Vertrages über die Schuldforderung! wesen sei, bevor, ist gänzlich unbegründet. Die Rückkehr des Kaisers wwd,
Petersburg, 9. November. Auf Grund der kaiserlichen Verorderung vom 10. Februar erfolgt laut Bekanntmachung der Reichsbank am 13. Nov. die Emmijsion einer dritten Serie 4procentiger Schatzbonds im Betrage von 50 Millionen Rubel, wie früher in Stücken zu 1000 und 5000 Rubel, amor- tisirbar vom 1. Mai 1879 an.
Amerika.


