Ausgabe 
11.1.1878
 
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Die Umgestaltung und Erweiterung der Handwerker- Zeichenschule in Gießen.

Die Weiterbildung in den technischen Hilfswissenschaften wie in der schönen Kunst des Zeichnens wlrd für unsere jungen Arbetter ein immer fühlbareres Bedürsniß. Allerorten werden Einrichtungen getroffen, jungen strebsamen Leuten Gelegenheit zu bieten, sich in genannten Fächern zu üben und zu vervollkommnen. So werden z. B. um nur von unserem engeren Vaterlande zu sprechen auf Anregung der betreffenden Localgewerbvereine und mit Unterstützung der Großh. Centralstelle für den Landesgewerbverern, sowie der Gemeindebehörden, in Mainz und Offenbach geräumige Neubauten ausgesührt und in Darmstadt entsprechende bauliche Vergrößerungen vorgenommen, in welchen ständig ange- stellte tüchtige Lehrer im technischen Zeichnen, Rechnen u. s. w. unterrichten sollen und jungen Handwerkern und Kunsthanowerkern jederzeit es ermöglicht werden soll, sich weiter auszubilden.

Auch in Gießen ist der neulichen Bekanntmachung des Localgewerb- Vereins zufolge in vorläufig etwas bescheideneren Verhältnissen eine Neuerung in dieser Beziehung eingetreten, und gestattet sich Einsender, auf besonderen Wunsch des Vorstandes genannten Vereins, in Nachstehendem die Aufmerksam­keit auf dieseU hochwichtigen Gegenstand zu lenken.

Nach mehrfachen Berathungen hielt es der Ausschuß des hiesigen Local- aewerbevereins für Gießens besondere Verhältnisse für angemeffen, zunächst die bestehenden 2 Abheilungen der Sonntags-Zeich^nschule um eine dritte Ab- theilung zu erweitern und den Zeichenunterricht selbst für die Folge nach seinen verschiedenen Fächern getrennt ertheilen zu lassen, so daß ein Lehrer im Frei­handzeichnen, einer im linearen Zeichnen und in der darstellenden Geometrie und einer im constructiven, d. i. bau- u. maschinentechnischen Zeichnen zu unterrichten kQt. Aus diese Weise wird sich der Lehrer eingehender mit dem einzelnen Scküler beschäftigen, das vorhandene Unterrichtsmaterial zweckentsprechender be­nutzen, überhaupt eine planmäßigere und ersprießlichere Lehrmethode beobachten können, als dies bei der seitherigen Einrichtung möglich war, wo jeder Zeichen­lehrer gleichzeitig in allen genannten Fächern unterrichten mußte.

Eine besondere Beachtung verdient der von der Sonntagsschule ge- trcnnte offene Zeichensaal (Weidegasse, alte Realschule), in welchem Jedermann Gelegenheit finden soll, sich in jedem beliebigen Zweige der Zeichen­kunst, wie in der Anfertigung von Kostenanschlägen zu üben, wo namentlich auch der Vorgeschrittenere Anleitung im selbstständigen architectonischen Entwerfen und Componiren kunstgewerblicher Gegenstände finden wird. Gewerbtreibende wie Privatleute dürfen sich hier, soweit dies in den Rahmen dieses Instituts paßt, bei Anfertigung von Zeichnungen Raths erholen. Da in diesem Locale au 4 Wochentagen während des Vormittags und des Abends (an 2 Tagen wird der betr. Lehrer in Friedberg in gleicher Weise thätig sein) bei guter Ein­richtung und zweckmäßiger Beleuchtung unter steter Aufsicht und Anlettung des Lehrers gearbeitet werden kann, so dürfte wohl bei gutem Willen jeder streb­same junge Mann die Theilnahme an dem gerade für seinen Beruf erwünschten Unterricht möglich machen können.

Die Großh. Regierung, bezw. die Cmtralstelle des Landesgewerbvereins, nimmt das lebhafteste Jntereffe an der Reorganisation auch unserer Zeichen­schule und hat derselben eine namhafte Subvention zugewandt; ebenso hat unser verehrt. Stadtrath dieses Unternehmen in Anbetracht seiner Gemeinnützigkeit, durch kostenfreie Ueberlaffung geeigneter Locale und Stellung der nöthigen Heizung und Beleuchtung in dankenswerthester Weise unterstützt!

Sehr zu beklagen war seither die äußerst geringe Theilnahme (etwa seitens 30 Schüler) gerade der hiesigen jungen Arbeiter san dem gebotenen Unter­

richt der Sonntagsschule, während die jungen Leute vom Lande den hohen Werth deflelben für ihren Beruf besser schätzen zu wiffen scheinen. Letztere nahmen seither in erfreulicher Zahl an dem Unterrichte Thetl und kommen zu diesem Zweck zu Fuß und mit der Bahn allsonntäglich, zum Theil einige Stun­den Wegs weit, in unsre Stadt. Was ein ernster Wille auch hierin zu leisten vermag, beweisen die mitunter vorzüglichen Leistungen einzelner dieser Schüler.

Die jungen Handwerker aus hiesiger Stadt haben allerdings schon in den von ihnen besuchten Schulen einen besseren Zeichenunterricht genoffen; aber gerade deshalb könnten sich diese noch in der Handwerker-Zeichenschule einige sehr willkommene Fertigkeit im Zeichnen für ihren besonderen Beruf leichter aneignen, im eigentlichen Fachzeichnen, welches ja das höchste Ziel der Handwerker-Zeichenschulen ist.

Wie unbeholfen ist doch Jedermann, der in der Kunst der bildlichen Dar­stellung nicht die für seinen Beruf erwünschte Fertigkeit besitzt, insbesondere aber der Handwerker, dem dieselbe abgeht, der z. B. kein genügendes Ver- ständniß einer Werkzeichnung besitzt, der in Verlegenheiten geräth, wenn er kör­perliche ^und ähnliche Berechunngen zu machen, oder z. B. sehr kostbares Ma­terial für einen zu fertigenden ^Gegenstand zu verschneiden hat, von dem er zu­fällig keineSchablone" besitzt, dessen Oberfläche geometrisch zu entwickeln tbm aber leider unmöglich ist!

Behaupte doch Niemand, welchem Berufe er auch angehöre, eine Fertig­keit im Zeichnen nütze ihm nichts. Zum mindesten übt diese Beschäftigung doch das s. g. Augenmaß, es bildet den Schönheits- und Formenflnn, es erleichtert ein genaueres Arbeiten und dem Gelehrten wird es durch die ausführlichste Er­klärung oft nicht gelingen, ein Ding so klar zu machen, als dies durch die flüchtig hingeworsene Skizze eines geübten Zeichners geschieht! Im Haus, Hof und Garten findet der und die zeichenkünstlerisch Geübte die mannichfaltigste Gelegenheit, seine Fertigkeit practisch auszuüben und nicht ohne guten Grund ist man bestrebt, auch in unseren Mädchenschulen einen gründlichen Zeichen­unterricht zu pflegen! Einerseits soll hierdurch das ästhetische Gefühl der Mädchen gebildet, andrerseits sollen dieselben dadurch geschickter für ihren künftigen Beruf gemacht werden. Das Abonnement auf das Modejournal allein genügt nicht mehr für die künftige Hausfrau, es muß mit Verständniß am Schnittmuster wie am Zierrath abgeändert werden können. Der ge­schickte Bekletdungskünstler, dessen Talent nur ein Einsichtsloser nicht gebührend zu schätzen versteht, betreibt einen Theil der practischen Jngenieurkunst!

Die Zeichnung, das Bild, ist die Gedankenmittheilung, die einem jeden Gebildeten aller Zungen verständliche Sprache! Minde­stens die Elemente dieser Darstellungskunst sich anzueignen ist in der Jetztzeit geradezu unentbehrlich für den strebsamen Handwerker. Mit welchem Eifer unsre kunstgeübten und formgewandten, westlichen Nachbarn gerade den Zeichen­unterricht betreiben, soll hier nur noch flüchtig erinnert werden. Verdanken doch die in der jüngsten Zeit von mehreren einsichtsvollen deutschen Regierungen getroffenen Einrichtungen zur Hebung des Zeichenunterrichts zunächst ihre Ent­stehung dem bekannten Mahnworte, welches ein Berufener von der Welt­ausstellung zu Philadelphia aus gesprochen; aber auch der Schutz, dessen sich jetzt das geistige Eigenthum durch Reichsgesetze zu erfreuen hat, mahnt nicht minder den Arbeiter, wie den Kunsthandwerker, seine höchstmögliche wissenschaft­liche und künstlerische Ausbildung anzustreben.

Mögen daher die Hoffnungen, die an die Reorganisation auch unserer Handwerker-Zeichenschule geknüpft werden, in Erfüllung gehen, zum Besten des einzelnen Theilnehmers und zum Segen des ganzen Gewerbestandes!

0. ß.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Aachener und Münchener Jener-Versichcrungs- Gesellschast.

228) Nachdem Herr K. Volp in Lieh die Agentur für obige Gesellschaft wegen anderwetter Geschäfte niedergelegt hat, ist solche dem Herrn Sekretär August Gros daselbst übertragen worden, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wirv.

Darmstadt, am 7. Januar 1878.

Dr. Heyer, General-Agent.

Bezugnehmend auf obige Bekanntmachung empfehle ich mich zur Ver­mittlung von Versicherungen und bin zu jeder sonstigen Auskunft in Feuerversicherungs-Angelegenheiten gerne bereit.

Sekretär A. Gros zu Lich.

Geschäfts - Eröffnung.

166) Einem geehrten Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich am 10. Januar Marktstraße 23 im Hause des Herrn L. Süst eine

Colonial- & Kurzwaarcn - Handlung

eröffne.

Es wird mein Bestreben sein, durch gute Waare und reelle Bedienung mir das Vertrauen des geschätzten Publikums zu erwerben und zu erhalten. Achtungsvoll

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Gewerbverein.

233) Bezugnehmend auf unsere Veröffentlichung im Anzeiger vom 30. December v. I., betr.die Umgestaltung und Erweiterung der Handwerterschule^ machen wir auf den im heutigen Blatte, auf unseren Wunsch verfaßten Artikel von der Hand eines unserer Ausschuß-Mitglieder aufmerksam.

Der Vorstand der Localsection des Gewerbvereins: Dr. H. v. Ritgen.

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72) Andreas Euler.