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Avril 1878.
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rtc Röthges bei pital von 6 bis , Kirchenbau inx hinaus Restec- hiesigen Kirckenoor- «ündlich anmelden.
Marz 1878. rgeroieister. " Wäscherin wird ßxo<d. d. Bltts. Mn weichere iucden, w rden in
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Mo. 8L. Mittwoch den 10. April 1878
Hiehener 'Anzeiger
Aijkige- uni Amtsblatt für btti Kreis Gießen.
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RedactionSbnrea«: Gartenstraße B. 165. Erscheint ILgNch mit Ausnahme des MontagS. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher H h e i l.
Gießen, am 4. April 4878.
Betreffend: Den im März 1878 vorzunehmenden Wiesengang.
Das Großherzogliche Krcisaml Gießen
an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir erinnern Diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, an die baldige Einsendung der Rechenschaftsberichte der Wiesenvorstande. Dr- Boekmann.
labak unversteuert in den Handel kommen rann. ^)as t, seyr 9 naru Ul des Vertrags, namentlich der Punkte, welche Bulgarien betreffen.
Fabrikanten, die überdies durch»daseigeneInterestMono Vom NheLn. (Nette Communalsteuern). Aus Barmen schreibt man:
überwachen Wenn die Fabr katsteuer » 'oll w - das M° ° h^°7dü E°n"mun^steuern pro 1878 die liebliche Höhe Von 520 p®t.
'S &am Ästchen' schlechte °u'3« $ffl- «reich.; wer also 6 Mark jährlich an den Staat zahlt, hat außerdem noch
scheu Mächte verletzen soll.
3) Behufs Wahrung dieser Jntereflen gestattet Rußland eine Modifikation
Solche Preise werden in der reichen transoceanischen Republik ganz gut ertragen. Für deutsche Verhältniffe aber würden solche Preise ganz unmöglich sein. Eine entsprechende Verringerung der Fabrikatsteuer würde jedoch letztere unfähig machen, den in Deutschland mit ihr verknüpften Zweck zu erreichen: dem Reiche bedeutende Mehreinnahmen zu verschaffen.
Man sieht, beide Systeme haben ihre Lichtseiten, aber noch mehr Schattenseiten, und wir halten es für gar nicht so unmöglich, daß man schließlich darauf zurückkommt, in Bezug auf den Tabak mit einer einfachen Erhöhung der Steuern und Zölle auf den Rohtabak und Tabakssabrikate vorlieb zu nehmen und daß man die andern zur Steuerreform nöthigen „reinen" Mehreinnahmen des Reiches durch Einführung noch anderer indirecter Steuern auf Luxusgegen- stände, z. B. auf Gold- und Silberwaaren, schaffen wird.
Deutschland.
Berlin, 6. April. Dem Reichstage wird demnächst die Vorlage wegen einer Enquete, betr. den Modus der Tabaksbesteuerung, zugehen. Nach Der Bundtsraths-Vorlage JoU die Enquete feststellen, ob das Tabaksmonopol oder die Tabakssteuer nach amerikanischem System einzuführen sei. Wie wir hören, wollte die ursprünglich vom Reichskanzler dem Bundesrathe gemachte Vorlage die Enquete nur auf das Tabaksmonopol ausdehnen. Es ist nachträglich diese Enquete auf die Fabrikatsteuer ausgedehnt worden, da der Reichskanzler sich überzeugen mußte, daß er für das Tabaksmonopol allein vom Reichstage die Genehmigung zu einer Enquete nicht erhalten würde. Dieser Vorgang beweist jedoch auf's Neue, daß der Reichskanzler nach wie vor der Erfüllung seines Zdeals, der Einführung des Tabaksmonopols, zustrebt.
Berlin. 6. April. Das „B. Tgbl." berichtet: Der hessische Abgeordnete Frhr. Nordeck zu Rabenau, einer der Intimen des Reichskanzlers, hatte gestern im Reichstag aus Anlaß seiner Verlobung mit der verwittweten Frau Gräfin Betbusy-Huc, einer Cousine des gleichnamigen Abgeordneten, von allen Seiten des Hauseö die herzlichsten Glückwünsche entgegenzunehmen. Herr zu Rabenau, ein angehender Sechsziger, gehört zu den reichsten Grund-Befltzern des Großberzogthums Heffen.
Berlin, 8. April. Bratiano hatte gestern Nachmittag eine längere Unterredung mit dem Fürsten Bismarck. Bratiano gedenkt nächsten Mittwoch Abend wieder abzureisen und über Wien nach Bukarest zurückzukehren.
— Der „Reichs-Anz." meldet: Die Genesung Sr. Maj. des Kaisers schreitet in erwünschter Weise fort; Se. Maj. hat heute die regelmäßigen Vorträge entgegengenommen.
Berlin, 8. April. Aus St. Petersburg erhält das „Berl. Montags- Blatt" von derselben zuverlässigen Seite, welcher es seiner Zeit die ersten und richtigen Nachrichten über die Friedenspräliminarien zu danken hatte, folgende Mittheilung von höchster politischer Tragweite:
Weder hat England bis jetzt erklärt, es müffe zur Wahrung ferner Interessen türkisches Gebiet besetzen, noch hat Gortschakoff erklärt, nach Salisbury's Note könne selbst ein Congreß die Streitfragen nicht mehr lösen. Es gewinnt vielmehr hier die Ansicht immer mehr Boden, daß in den nächsten Tagen ein Kurier von hier ein Handschreiben des Kaisers Alexander an den Kaiser Wilhelm überbringen dürfte, mit dem Ersuchen an den Letztern, daß durch seine Vermittlung eine Vereinbarung über die Orientfrage zwischen den europäischen Mächten zu Stande kommen möge. . Diese Vereinbarung soll auf einer Grundlage stattfinden, welche mir wie i folgt skizzirt wird:
। 1) Rußland gestattet die Vorlegung des ganzen Friedensvertrages auf
einer Conferenz.
, 2) Rußland willigt in die Abänderung der Punkte, welche die Pariser
> Traktatmächte für nothwendig halten; da der Vertrag von San Ste
fano wohl das Maximum der russischen Forderungen der Türkei g-gen- - über enthält, aber durchaus nicht die Jntereffen der übrigen europät-
Käufer^h? Monopols bestehen in staatswirthschaft- '
licher Beziehung in den großen Anfangsausgaben, die seine Einführung nothwendig machen. Ein paar Hundert Millionen kostet die an die Tabaks- sabrikanten zu zahlende Entschädigung; große Summen sind erforderlich , um die nöthigen Fabrikgebäude, Maschinen, Geräthe anzuschaffen, die Fabrikation zu oraamfiren; und außerdem gehört noch ein großes Betriebskapital dazu. Weit bedeutender sind die volkswirtschaftlichen Schattenseiten: Hunderttausende werden durch das Monopol ihres ,e‘
raubt. Die Entschädigung in Geld wiegt das nicht auf, was die Tabaks sabrikanten dadurch verloren. Voll entschädigt würden sie nur dann, wenn sie sich zugleich einem andern, für sie ebenso rentabeln Erwerbszweig widmen, konnten. Das ist aber für die große Mehrzahl nicht gut möglich, namentl ch wurden die kleinen Fabrikanten, die Arbeiter und Verkäufer in einer Person sind und wohl nichts weiter als das Tabaksgeschäft erlernt haben, schwerlich in einer andern Branche Ersatz finden. Und wenn dies gelänge, so würde der weitere volks- wirthschasiliche Nachtheil damit verknüpft sein, daß sie in diesen andern Bran chen die Concurrenz vermehrten und dieselben benachteiligten. Im Uebrigen würden auch die Lohnarbeiter der Tabaksfabrikation geschädigt werden da der Staat aus Erspamißrücksichten nur an einer geringen Anzahl von Orttn fabrtciren lasten könnte, und die Lohnarbeiter sich mit Familien, Hab und Gut nach diesen auf eigene Kosten zu begeben hätten, um Arbeit zu finden
Die Fabrikatsteuer, wie sie in Amerika mit großem Erfolge elnge- führt »st, besteht darin, daß der Staat nicht den Rohtabak, sondern lediglich das Fabrikat, aber sehr hoch, besteuert. Die Lichtseiten derselben bestehen in Folgendem: Sie bringt dem Staate eine ebenso reiche Einnahme wie das Monopol, ohne daß diese Einrichtung irgend welche Anfaugsaus gaben nothwendig machte und ohne daß die Privatindustrie aufgehoben oder benachtheiligt würde. Dabei find die Verwaltungskosten ganz geringfügiger Natur. Bet diesem System fällt sonach sowohl der staatswirthschast- liche als auch der volkswirthschaftliche Nachtheil des Monopols hinweg. Die Schattenseiten bestehen in der sich nothwendig machenden überaus strengen Controlirung der Production und der Fabrikation und des ungemein hohen Preises des Fabrikats. Der Staat muß genau controliren und Buch darüber führen, wie viel jeder einzelne Tabaksbauer erntet, wohin und an wen er seinen Rohtabak verkauft. Er hat dann die so gewonnenen Resultate zu vergleichen mit den Warenlagern der Fabrikanten und auch über das daselbst vorgefundene Rohmaterial und Fabrikat Aufsicht und Buch zu fuhren und diese Lager allmonatlich zu untersuchen, so daß keine Cigarre, kein Pfund Rauchtabak unversteuert in den Handel kommen kann. Das ist sehr genant für die
Monopol oder Fabrikatsteuer.
Wie bekannt, hat sich die Reichsregierung die Aufgabe gestellt, zu untersuchen, welches von den beiden Systemen der einträglichen Tabaksbesteuerung das Monopol oder die Fabrikatsteuer, für deutsche Verhältniffe am Zweckmäßigsten wäre, und, auf Grund der angestellten Ermittelungen, dem nächsten Reichstage eine Vorlage entweder behufs Einführung des Monopols oder einer hohen Fabrikatsteuer zu unterbreiten. Ein Endurtheil hat sich sonach bis dahin zu vertagen. Allein, beide Besteuerungsarten sind jetzt schon hinlänglich bekannt, um sich heute schon eine Ansicht über die vorliegende Frage bilden oder wenigstens, um Vortheile und Nachtheile beider in den Hauptsachen an s Licht
Beim Monopol, wo der Staat der einzige Tabaksfabrikant ist, bestehen die Hauptvortheile in den sichern großen und stetig wachsenden Einnahmen des Fiscus, — da der Staat doch, außer der auf das Fabrikat aelegten Steuer, auch den Unternehmergewinn aus dem ganzen nationalen Tabaksconsum einsteckt und der TabakSconsum nächweislich in fortwährendem Anwachsen begriffen ist -, ferner darin, daß die Fabrikatpreise in Folge des großen Gewinns nur mäßig erhöht zu weiden brauchen, daß nur gutes Fabrikat erzeugt wird, Surrogatfabrikate unmöglich werden und der Tabaks bau er im Staate einen sichern, gut und pünktlich zahlenden


