finden. Dorthin reiste man am 21. Nov-, und es wurde nun ein Schauspiel aufge? führt, wie es betrübender nicht gedacht werden kann. Die unglückliche Frau, welche fich geweigert hatte, den Gnadenort zu besuchen, wurde von den betont Personen, die sie begleiteten, ihrem Ehemann und einer Einwohnerin von Abbach und von dem am Wallfahrtsorte beschäfttgten Tagelöhner Gerstl mit Gewalt und unter schweren Miß Handlungen in die dort befindliche hölzerne Capelle gebracht. Vor dem Altar sollte nun der Teufel auS der Frau ausgetrteben und ihre Flnger, welche in Folge mehrjähriger Krankheit krampfhaft eingezogen waren, ausgestreckl und damit ein Wunder vollzogen werden, das den Ruf Meltenbuchs hell strahlen lasse über den Marpingens. Unter den gräßlichsten Schmerzen und beispiellosen Hülkerufen wurden der Frau nun von dem Taglöhner Gerstl die Finger der linken Hand ausgestreckt, während der Ehemann die Gemarterte hielt. Die Finger sind allerdings gestreckt und gerade, aber ge^ brachen in den Gelenken. Ungeachtet der qualvollen Leiden wurde nun, da der Teufel noch nicht gewichen war, die arme Frau unter erneuten körperlichen Mißhandlunaen en den Gnadenbrunnen geschleppt, und da sie sich weigerte, von dem schmutzigen Waste' zu trinken, wurde ihr durch den Tagelöhner Geisil mit einem Stücke Holz der Mund aufgespretzt und ihr dann von dem Wasser eingegosfen. Heber und über mit Blut be deckt, wurde sie wiederholt in die Capelle geschleppt. Man wollte sie zwingen zu beten. Nachdem sie dies zu thun sich geweigert, schlug und stieß man sie erneut, bis sie ein rettender Engel in Gestalt eines Poltzeibeamten, des Gemetndedieners von Metten, autz den Krallen der Unmenschen befreite. Während des Vorfalles war eine große Menschenmenge anwesend und betete für die vom Teufel Besessene. Man hat schließlich doch die Sache in Abbach zur Anzeige gebracht und die Untersuchung ist bereits etngeleitet. Die Mißhandelte befindet sich in ärztlicher Psteoe.
Literarisches.
Die hervorragendsten Männer, deren Namen überall hoch in Ansehen stehen, haben der unterhaltendsten und lehrreichsten Zeitschrift, der deutschen Revue ihre besondere Theilnahme zuoewandt- So veröffentlicht Berthold Auerbach in derselben seine neueste Novelle: „2>ie feindlichen Schwestern", Wöhler, der berühmte Chemiker, wird ans Liebig's Briefen hoch interessante Mittheilunrien bringen, Heinrich Brugsch schreibt über die Mysterien in Altäuypten, Emanuel Geibel giebt zwei Episteln von Horaz und so könnten wir noch eine Reihe bedeutungsvolle- Beiträge nennen, die in der Deutschen Revue über daS gesammte nationale Leben der Gegenwart, berausgegeben von Richard Fleischer, Verlag von C. Habel, (Lüderitz) Berlin, veröffentlicht werden-
Das Januarheft beginnt der Reichstagsabgeordnete v. Schulte mit parlamentarischen Wünschen. Es ist zu erwarten, daß nach der Rückkehr Bismarcks für den deutschen Parlamentarismus diese wohl berechtigten Wünsche in Erfüllung
gehen, in Oesterreich besteht bereits das, waS Schulte für Deutschland dringend nöthig hält, nämlich parlamentarische Ausschüsse. Laspeyres berichtet über d'e Erträge der Aktiengesellschaften während und nach den Schwindeljahren 1871— 73. Cinbgraf veröffentlicht einen höchst beachtenswetthen A tikel über daS Kunstgewerbe. Birnbaum schreibt Über die Landwirthschafl und d'e Steuerreform. Gareis zeigt, daß der socialdemokratische Staat mit dem Feudalstaat gleichbedeutend ist. S ine Abhandlung mögen alle Gegner und Freunde der Socialdemokratie lesen, letztere würden gewiß von ihren J'ealen bald geheilt werden. Bretz lau vertherdigt Maria Stuart; er weist nach, daß sie unschuldig hingerichtet worden ist. Kirchhoff schildert die großen Verdienste von Humboldt, Ritter und Peschel um die neuere Erdkunde. Carriere schreibt über die Denknothwendigkeit. Seitz tritt für die Schuljugend ein, er hält im Interesse der Gesundheit eine Verbesserung der Schuleinrichtungen für nöthig und zeigt die Krankheiten, welche durch die oft mangelnde Rücksicht aur bte geistige und körperliche Entwickelung der Jugend in den Schulen entstehen. Der bekannte Geologe Peters wirft einen Blick auf den Stand der Geologie in -Mitteleuropa und führt u rs hierdurch tiefer in diesen Zweig der Raturwissenschast ein. Reber, der Münchener Galeriedirector, veröffentlicht einen sehr anerkennenswerthen Artikel über die deutsche Renaissance. Naumann sch ldert dieEmwirkungen der deutschen romantischen Tonschule auf Frankreich und warnt die deutschen Romantiker vor einem Ueberflüieln der Franzosen. Strodtrnann giebt eine treffliche Charakteristik von Fr. Dingelstedt.
Im Feuilleton wird jetzt in jedem Hefte eine abgeschloffene Novelle veröffentlicht- Vincenti eröffnet den Reigen mit Lady Mischoöl Diese G-schichle, die im Orient spielt, ist tief ergreifend und hoch poettsch. Sie ist ein wahres Musterftück und wenn dieser Novelle die von Berthold Auerbach folgt, so können wir auf eine höchst werthoolle Unterhaltunzslektüre in der Deutschen R-oue rechnen. Nach Lady Mischoöl richtet Jacob von Falke, der derübrnte Kunstgelehrte, ein Wort in Sachen der deutschen Kunstindustrie an die Nation. Möge es beherzigt w.rden, denn es enthält dieser Artikel viel Wahrheit und wird zur Klärung dieser wichtigen Frage beitragen. Darauf schließt sich Jensen's schöner Roman „Um den Kriserstuhl" an und den Schluß bildet Karl Gutzkow's Abhandlung „Zur Gymnasialreform; * Gutzkow tritt dem „Amerikanismus" entgegen und bekämpft die falsche« Ansichten von du BoiS Reymond-
Dieser Inhalt zeigt, wie wichtig und nützlich die Deutsche Revue für das Volk ist, sie darf in keiner gebildeten Familie fehlen und wenn wir unsere Leser auf diese vortreffliche Monatsschrift Hinweisen, so geschieht es im Interesse der nationalen Bildung und weil wir kein so reichhaltiges, unterhaltendes und belehrendes Journal wie die Deutsche Revue kennen; sie ist die hervorragendste und fruchtbringendste Erscheinung in der modernen Zeitschriften-Literatur.
Allgemeiner Anzeiger.
Die Glas- und Porzellanwaaren-Handhing rott (■* Pli. PUltttutttt, JVettstmll !>. 9$, empfiehlt ihr reichhaltig assortirtes Lager in feinem und ordinärem Porzellan, in Glas- und <lr y s tallgcgen ständen, sowie in Thon- und Biscuit-Figuren, Marmorwaareil etc. und bietet überhaupt in allen dahin einschlagenden GcbraUCllS- | und Luxus-Artikeln stets das Neueste und Geschmackvollste. (812
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