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15. Äoftenbecreturen.

1<>. Gesuch deS Franz Nolte um Bauerlaubntß.

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^aia-ruye. habe ,ebn fftnSpr in M,

1«. Gesuch deS Bauunternehmers Krausgrill um ErlaubNiß zur Errichtung einer Einfriedigung.

19. Die Octroi-Erheberstätte am Seltersthor.

20. Die Holzpreistadife für die Communal-Walvungen.

Gießen, 8. October. Der Schwurgerichtshof sprach gestern den Louis Schäfer von Bleidenrod, von der auf Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, gerichteten Anklage nachdem die Geschworenen einNichtschuldig" erklärt hatten frei.

Dagegen verurteilte derselbe Nachmittags, den Wilhelm Gilbrt von @inart§= Haus en, wer.en Urkundenfälschung in eine Gefänanißstrafe von 6 Monaten.

Vermischte s.

Von Berlin wird die Ausgabe einer ganzen Menge verschiedenartiger Geld-Falsifikate gemeldet, besonders sind es Zweimarkstücke, welche int Umlauf angehalten werden. Also Vorsicht!

Ein Hofmustkns. Vor der Hülfs-Criminaldeputation des Berliner Stadtgerichts stand der Drehorgelspieler Fistel mit seiner Ehehälfte und einem Arbeiter Neumann unter der Anklage der Beleivlgung von Polizeibeamten und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Der Angeklagte war eines schönen Tages von einem Hofe der Gitschinerstraße, auf welchem er ohne Berechtigung musicirte, von einem Schutzmann heruntergewiesen worden, gerieth aber darob so in Zorn, daß er den Schutzmann am Kragen packte und mit Hülfe seiner Frau und des hinzugekommencn Neumann einen mächtigen Straßenauflauf provocirte.

Fistel (mit theatralischer Grandezza am Schluß seiner Vertheidigung): Sehn Se, Herr Jerichtshof, so war es und nich anders. Was die Schutzleute sagen, is Allens falsch; sie haben unS an den Kragen gepackt und denn sind wir janz ruhig mit in die Wache gegangen.

Präs.: Lassen Sie die Zeugen hercinkommen.

Schutzmann Fischer bestätigt die Anklage im vollen Umfange und fügt hinzu, daß er von dem Angeklagten Ftstel und anderenStrolchen" hart bedrängt worden sei.

Präs : Bitte, unterlassen Sie solche Redewendungen.

Angeklagter Fistel (wüthend auf die Bank schlagend): Wat hat er jesagt? Strolche hat er jesagt? Det wirb ja immer besser! Det lasse ick mir nich jefallen und werde augenblicklich bet Lakai verlassen.

Präs-: Angeklagter, bleiben Sie hier und verhalten Sie sich ruhig, sonst muß ich Sie htnausfüdren lassen.

Angekl.: Immer zu! Det wird ja immer doller! Ick bin ein freier Mann und spiele meinen Leierkasten,^ aberStrolch" schimpfen von 'nem Constablcr un rausschmcißen von 'nem königlichen Gerichtshof, det lasse ick mir nich und wenn Sie mir hundertmal inspunnen! tEr fuchtelt wüthend mit den Händen umher.)

Thränenstrom stößt sie laute Wehklagen aus:Is et denn blos möglich, daß so 'n UngereLtia- kett e^lstirt Jiebt s denn gar keenen Herrjott mehr im Himmel. Die Leute nehme ick Alle nich v r1?.» m'r? vvv Nee, et ls jar nich zu jlooben ; lck

passiren " n bie I^setzt und nu muß mir uff meine ollen Dage noch so was

Literarisches.

1R7q cÄt?amiIi^nfaJc,ntlcr des Lahrer Hinkenden Boten für

5. - Lahr I H. Geiger. Der Kalender für 1879 zeichnet sich wieder durch seinen echt volksthümlichen Ton und eine große Reihe von belehrenden und erheiternden Er- zahlungen und Anekdoten aus; ein Kalender zu dem Meister wie Friede. Boden- 1 e.;tz Stof egg er, Ludw. Anzengruber betgesteuert haben, bedarf keiner weiteren Empfehlung, er empfiehlt sich selbst am besten. Darum wollen wir nur noch erwähnen, daß die Haupterzählung .Der Kanzleirath" (aus der Feder des Hauptmit- w?rden oerdtent.^^^ ®*uf*er volkSthümlicher DarftellungSkunst genannt zu

Mit dem 1. October erscheint die Jllustrirte Frauen-Zettung nunmehr in vierzehntagiger Ausgabe, das Modenblatt mit dem Unterhaltungsblatte zugleich hf rab^nrcnte? uQi? tUnter^Itung86Iatt acht Tage früher erhalten, als bisher. Bet dieser Gelegenheit hat auch das äußere Gewand des Blattes eine Verschöne- 'ung erfahren, indem jede Nummer in einem eleganten Umschläge ousgegeben wird, ein großes Portratt tragt; der Abonnementspreis von vierteljährlich 2 jl 50 JJ trotz dieser Erweiterung nicht erhöht worden. Wettere Mitthetlungen über u des Inhaltes der Unterhaltungs-Nummer, das bekanntlich mit ber Übereinstimmende Modenblatt bleibt mit seinen Beigaben unverändert, Erhalt das Probeheft, welches von jeder Buchhandlung zu erhalten ist. Auck ntmnv :bc Postanstalt Bestellunoen auf dieJllustrirte Frauen-Zettung" an.

Die wird nur mit Mühe beruhigt.

Nach Schluß der Beweisaufnahme wird Fistel wieder hereingeführt.

- cm i ,?cr Gerichtshof verurtheilt sämmtliche Angeklagte und' zwar den Fistel zu

6 Monaten Gefangmß, die Frau Fistel und den Neumann zu je 2 Monaten Gefänaniß. Außer- dem hat der Gerichtshof beschlossen, den Fistel wegen ungebührlichen Betragens vor Gericht sofort drei Tage in Haft zu nehmen.

Fistel (vergnügt mit dem Kopfe nickend): Warum denn nich jleich sechs Dage? O Deutschland, Deutschland, wo bist du jeblieben!

Präs.: Lassen Sie jetzt jede unpassenve Bemerkung.

,, kea^eJ!;r/iu Frau): Nun adje, Mutter' Hier bast 'n Schlüssel zu't Haus und hier den Schlüssel zu de Dühre.

Präs. : Beeilen Sie sich gefälligst, wir können hier nicht länger warten.

Angekl. (im Fortgehen): Ach Jott, Sie haben woll Hunger? Na, ick ooch!

Präi. >zu dem Gerichtsboten): Führen Sie den Mann hinaus!

Angekl.: Rühren Sie mir nich an, sonst können Se was erleben! Ick lasse mir nich rausschmeißen und wenn Se sich uff'n Kopp stellen!

Der Angeklagte wehrte sich so standhaft, daß vier Gerichtsboten hinzuspringen und den Wüthenden gewaltsam entfernen. Vom Corridor her hört man denselben noch mächtig lärmen vnd toben.

Inzwischen sinkt Frau Fistel wimmernd und schluchzend zusammen. Unter fortgesetztem

Handel und Verkehr.

wa1!n Octbr. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Psb.

bis Sv Hühnereier, per Stück 6-7 Käse, per Stück 5-8 Käsematte, per Mck ^-bsm, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 22 Tauben, bas Paar 60 \ H^uer, per SMck JL -.70, Hahnen, per St. JL..80, Enten, per Stück JL 1.50, -^^osteln, 100 Kilo JL. 6.. Ochsenfletsch 70 72 per Pfd., Kuh- und Rindfleisch >2-62 4, Schweinefleisch 66-68 Kalbfleisch 56-60^, HammeMsch 60-70T.

Bekanntmachung.

Donnerstag den 10. October,

Vormittags 9J/2 Uhr, sollen in dem Büreau der unterzeichneten Garntsonverwaltung von den sogenannten Wallstücken hinter der Zeughaus-Ca- serne, die Verpachtung des seitwärts hinter dem Wohnhausedes hiesigen Uni­versitäts-Stallmeisters belegenen Garten« stücks auf unbestimmte Zeit ein Garten­stück im Licttationswege erfolgen.

Die bezüglichen Bedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer der Garnison- Verwaltung Nahrungsberg zur Einsicht offen. (5994

Gießen, den 1. October 1878.

Großh. Garnison-Verwaltung.

Oeffentliche Aufforderung.

5769) Zur Erbschaft der am dritten Juni l. I. dahier verstorbenen Wittwe des Oberförsters Friedrich Kalkhos von AltMiedermus, Karoline, geborne Gelhaar, sind nach dem Gesetz Her­mine Keitz, geb. Gelhaar u. Her­mann Gelhaar gerufen. Da beide mit unbekanntem Aufenthaltsort in Amerika abwesend sind, so werden die­selben oder ihre etwaigen Leibeserben hiermit aufgesordert, über Antretung der Erbschaft binnen einer Frist von zwei Monaten dahier sich zu erklären, als sonst Verzicht unterstellt und solche den hier anwesenden Erben überlasten werden wird.

Gießen, den 17. September 1878. Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Bötticher, Gebhardt, Stadtrichter.________Stadtg.-Asteffor.

Verpachtung

Triebvierteln bei der Stadt

_ , Gießen.

Freitag den 11. October d. Z.,

t n von Nachmittags 2 Uhr an, folkn 69 lethfällig gewordene Trieb- Ferteln, eine Wiese am Wismarer Weg, ein Acker auf der Hohleiche und ein dgl. in der Schwarzlach anderweit ver­pachtet werden.

Zusammenkunft am Naffauerhof.

Gießen, den 8. October 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.

6146) 81. Bramm.

6128) Stets vorräthia:

Feinst marinirte Häringe, per Stück 12 Pfg., bei Ohr* Wallenfels*

Arbeitsverweigerung

Aepfetversteigerung.

Donnerstag den 10. d. MtS.,

Vormittags 9 Uhr, sollen die diesjährigen Gemeinde-Aepfel versteigert werden.

Der Anfang ist bei der Walkmühle. Lauter, am 6. October 1878.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lauter. 6102)Feldmann.

= WePkl g Garten.

Heute Mittwoch Abend: Haas im Topf. Kartoffellrlös.

Gefchäftskalender mit breitem

Felde,

Comptoirkalender,

Miniaturkalender,

Kleine Taschenkalender 6131) bet Willi. Klee* erhalten Rabatt.

Freitag den 11. Octbr. d. I., Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathhause in Langgöns nachfolgend verzeichnete Arbeiten öffent­lich in Accord vergeben werden: -jH,. H Wetßbinderarbeit, veranschl. zu 30 20 Maurerarbeit, 3

Schreinerarbeit, 7

Schlofferarbett, 4 80

Dachdeckerarbett, 130

Spenglerarbeit, 155 92

Anfertigung eines eichenen Bohlen­

belags, veranschl. zu 45 Langgöns, den 5. October 1878.

Großherzogl. Bürgermeisterei Langgöns. 6112) Brücke!

Ausverkauf

von Porceltan- und Glaswaaren.

6077) Sämmtliche Waaren des Wilhelm Balser dahier werden von heute an in deffen Laden am Kirchenplatz zu bedeutend herabgesetzten Preisen verkauft.

Gießen, den 6. October 1878.

M. Pilger, Maffeverwalter.

AeUgevoteues.

6132) Auf dem Gräfl. Hofgute Utphe in der Wetterau bet Hungen, sind Brama- putras (graue) Hühner und Hahnen rc. zu verkaufen.__________________

Frische Schellfische

treffen heute ein (6143

Emil Fischbach.

Die Delikatessenhandlung von

Carl Schwaab

empfiehlt:

ächte Veroneser Salami, Leberwurst mit Trüffeln, Leberwurst mit Sardellen, Braunschweiger geräuch. Leber­wurst,

Gothaer Zungenwurst,

süsse Kieler Bückinge zum Roh­essen,

Lachsforellen ditto. (6138

Gute ".welschen

sind zu verkaufen. (6114

__Walltborfiroße A. 77.

6075) Ofenschirme und -Vorlagen, Ver­dampfschalen, bronctrte und rohe Kohlev- kasten, Cokesfüller, Feuerungsgerätüe bet ________________________E. PLftor.

Militär-ilandschuhe

empfi,blt in qroß?r Auswahl

Wilh. Wirfig, Schulstraße Nr. 17, 5948) neben Friseur Gerhardt.

Zum Rebssock Ecke der Neuen Baue u. Sonnenstraße.

Von heute an verzapfe Aktien-Er- portbier im GlaS.

6H7)_________E Klein.

6104) Von der im vorigen Jahre mit vielem Beifall aufaenommenm Kartoffelsorte liefere sich auch diefin Herbst wieder per 200 Pfund 4 6 franco ins Haus. Be­stellungen erbitte ich gefälligst per Postkarte zu macken

L. Thon, Poststation Londorf. Honigtopfe? Steirrgutwaare, zu außergewöhn-. lich billigem Preise, in großem Vor- rathe, bei (5689

Heinrich Zimmer, Lich.

6036) Prima Ahorn - Laub­sägenholz, Vorlagen und Blau­bogen empfiehlt billig

Ernst Balser, Mäusburg.

I Hof-Apotheker Boxberger'S

Hühneraugen-Pflaster fertig aestrtchen, beseitigt stcherSchmerz und Hühnerauge, per Etui 50 tn Gießen in r,er Hirschapotheke. (5154

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in jeder Farbe u. Quali- T tat, das Pfd. von 3 Mk. J an, empfiehlt (5968 Y Julius Schulze.

Lahrer Hinkende Bote, Deutscher Neichsbote, Landkalender, Hausfreund, (5534

Gustav-Adolph-Kalender,

bei "Wilhelm Klee. Wieberverkäufer erhalten hohen Rabatt. 4331) Stets frische

Butter und Eier empfiehlt zum Wochen-^arktsprctse, bei größeren Quantitäten billiger,

W. Heuser, vorm. Kr. Pieler. 6064) Einige gebrauchte Oefen, versch. Größe, werden billig verkauft bei __________________Martin Scheel.

Selbstgekelterten

Traubenmost

Per Schoppen 35 Pfg. 6111) bei C. Roth, Neuenbäuen. Ein Wohnhaus mit Garten in dec Nähe des Main-Weser-Bahnhofes zu verkaufen durch (5186

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6054) Mein Lager tn wollenen Strick- rc. Garnen in großer Aus­wahl, sowie wollene Frauen-, Herren- und Kinderstrümpfe zu billigsten Preisen bringe in empfehlende Erinnerung

llobert SIM, Marktstraße D. 23.