Mittwoch, den 9.
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Gießen, am 5. October 1878.
wollen von der Occupation Bosniens nichts wissen. Die 60 Mill. Gulden, welche für diese Occupation bewilligt worden, reichen nicht aus, wertere Geld-
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Der iRtalfäult bfi WHtm In tlnjtlnn geben, sowie auch m mtastütz«.
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S$St®attfeIh Redaclionsburean: l Schulstraße v. 18.
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(bei Söhne utt o. M.
Keutfchland.
Berlin, 6. October. (Fachmännische Antwort auf die Rede des Ministers v. Stosch im deutschen Reichstage). Unter diesem Titel veröffentlicht das October-Hest der „Deutschen Revue" aus der Feder eines „vormaligen Seeofficiers" einen Artikel, in welchem die Behauptungen, die der Marineminister v. Stosch bet der Beantwortung der bekannten Interpellation im Reichstage aufgestellt und die ihre Spitze hauptsächlich gegen einen Artikel „Fachmännische Beleuchtung" im September-Hefte der genannten Zeitschrift richteten, fachmännisch widerlegt, resp. richtig gestellt werden.
Berlin, 6. Octbr. Von verschiedenen Seiten geht dem „Berl. Tagebl." die Mittheilung zu, daß die national-liberale Fraktion fest entschloffen sei, stch
Die ungarische Ministerkrlfis.
Die Ereignisse in Bosnien und die an den österreichischen Kaiserstaat her- mtretenden großen Creditbedürfnisse sür den Krieg haben die P°l"ion Andrassy s si erschüttert, daß es zunächst natürlich erscheinen muß, wenn das Münster um Lisza, die Stütze Andrassy's, unhaltbar geworden ist. In Erk-nntniß dieser Umstände hat sich der österreichische Kaiser nach Pcsth begeben und die De- »Won des gesammten ungarischen Cabinets entgegengcnommen, ohne indeh lernte einen Entschluß gefaßt zu haben. Man vermuthet, daß der K-'ser die Bildung einer parlamentarischen Regierung aus den bisherigen Parteien versieben wird. Jedenfalls ist die Krisis eine hochinteressante, weil sie vielleicht jüt die gesammte staatsrechtliche Stellung Ungarns maßgebend fern wird.
Hebet die Ursachen, welche zunächst den Finanzmmister Szell und dann
e-,' „neuIri -littet für die Organisation und die Verwaltung werden nothwendig sein. Gegen solche weitere Geldbewilligung weiden die Ungarn in ihren Dele- Jitjji- zationen energisch opponiren. Die Minister fühlen sich nun gegenüber der er- ;TH£— I httterten Votksmeinung nicht gewachsen, die Verantwortlichkeit weiter zu
übernehmen und drängen die österreichische Regierung wenigstens zu einem
Tagen bitter darüber, daß die Besetzung Bosniens förmlich als -ine kroatische Angelegenheit behandelt wird. Die Verwaltungs-Beamten, die der Feldzeug, meister Philippovtc für Bosnien bestimmt, sollen durchgehends Kroaten sein nach Sprach- und politischer Anschauung. Phtlippovic will ein Groß-Kroatien, wie es der Überzeugteste Panslavist nur wollen, und der großmächtigste Magyar nur fürchten kann. Eine solch- Politik kann natürlicher Weise den Ungarn nicht behagen: man kann stch auch nicht wundern, daß st- für solche Pläne zur Stärkung der slavischen Macht nicht gern ihr gutes Geld hergeben wollen. Das widerstrebt auch dem Magyar Tisza, der bisher Andrassy immer zu unterstützen suchte, und jeden der übrigen ungarischen Minister. Sie wollen vor der nahen Eröffnung des Reichstages abtreten, um sich vor der erregten öffentlichen Stimmung in Ungarn nicht ein scharfes Mißtrauensvotum auszuladen.
Die Frage ist: wird der Kaiser die ungarischen Minister gehen lassen, werden zum Zweck- eines beruhigenden Ausgleiches Ungarn Conc-sfion-n zuge- ichert werden, oder wer wird eventuell an ihrer Stelle bas Ministerium über« nehmen? Die österreichische Regierung wird sicher seine Annexions-Politik für Bosnien nicht ändern; wahrscheinlich wird es dazu kommen, daß das gemeinsame österretchisckie Ministerium ein Occupations - Budget entwirft , daß die ungarische Regierung dasselbe annimmt als äußerste Concession der Ungarn und , — die österreichische Militärpartei dann lustig weiterwirthschastet. Aus der > ganzen Affaire und dem, was mit derselben zusammenhängt, geht hervor, daß in Oesterreich außerordentlich viele Einzelinteressen von Völkerschaften sich reiben und sehr gefährlich auf einander zu platzen drohen.
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llmann, Garlfeld.
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h auch gute Erfolge erwirkte. Er muß nun erkennen, daß seine Anstrengungen eK. | vrrgeblich waren und zwar in Folge der Occupation, die nichts blos von den j ■ Ungarn, sondern auch von der Hälfte der cisletthanischen Bevölkerung verur«
V theellt worden ist. n;f 2
Weiter ist es bekannt und Wiener Blätter beschwerten stch in den letzten
Bekanntmachung. k it
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D-Mch.»l-»-r»».ch- «.» M-E 3 X « * per 1» Ma,ramm.
Gt-ß-n, den 7. October 1878. ’ Großherzogliches Kreisamt Gießen.
p ' vr. B o e k m a n n.
---------------;----Pveis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
zn Mfche oor welcher Ackerbau rtigem Eintrit ge- n EM d. T
an wohne iiiz inr
Kirchenplatz.
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eiche sich den» h widmen * nterricht erhalt ich, d.
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Lt duWUL 'Ach,.
Betreffend: Die Uebergabe der Güter von Eltern an ihre Kinder. ,
Das Großhcrzogltche Kreisamt Gießen
an die Grostherzoalichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir machen Sie noch besonders darauf aufmerksam daß diejenigen welche «« Sinb« u
,M, ein- Dispensation nicht mehr nöthig haben. (Sieh- G-s-tz vom 25^ September 1878, Regierungsblatt Seite 125.)
Dr. Boekmann. ________________ __ _____
■ Bekanntmach l n g.
Winter - A-kerbaufchnle des landwirthfchaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen betreffend.
Der Unterricht an der Ackerbauschule zu Friedberg beginnt am 4. Novemberdüses 2^'s 'n ständigen Lehrern° und dem Veretns-
z-ribildungsfächer sowie besonders auf die verschiedenen Zweige der Naturkunde: und Landw rthsch ftsl h^.^ z st ,,^c gelegener
Wiesenbautechntker unterrichten noch mehrere Hulfslehrer so daß jedes Fach Auisickt eines Lehrers Wiederholungs- und Arbeitsstunden
«er, sowie durch zahlreiche Lehrmittel unterstützt. Jeden Abend von 7 b9 Uhr find n «nt-r Aufsicht eines ^rrs^i-oery 9 weichet und wird das Verhalten der Schüler in und außerha b der Schule ftjen9E. fn ob», wenn sie die nöthigen Borde in einer Volksschule erreichbaren Kenntnisse besitzen. Di- neu Aufiun-hm-nden r-ten n die t » l 9 haben. Das Schulgeld
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Bekanntmachung.
1»-M- s ? &s y,w" ää-ä* ''
p ' Fresenius._______
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Ausgleich Ungarns. Dem Finanzminister Szell wird nachgerühmt, daß er 3^' Ls nicht nur der erste ungarische Finanzverwalter gewesen ist, welcher die ' Äefferung der Finanzen ernstlich erstrebte, sondern bei diesen Bemühungen
"Ruo «tü- u«b-r die Ursachen, w-iche zunächst °-n Jinanzmm,1-1 n>.
U8 fldammtc Ministerium zum Rücktritte drängten, verlautete Verschiedenes. iipkfllCÖ i rh-ils wollte man den Abschied mit der kurz vorher stattg-suudeiien großen Slolksversammlung zu Pcsth in Beziehung bringen, auf welcher die heMIutig-n «81“,a*1 Ragyaren in der leidenschaftlichsten Weise Anschuldigungen gegen die öster- i«5Üt- «ichische Regierung und den Reichskanzler Andrassy kundgegeben haben. th-ils w man den Beweggrund des Entlassungsgesuches in den finanziellen ^chwie- nb, Mll- I« A nigkeiten, welch- für Oesterreich-Ungarn in der Occupation Bosniens erwachstn. gz jil Neides wird wohl zusammengebören und richtig sein. Die Ungarn, seit Be- - h« bl • ■1? Pflran des russisch. türkischen Krieges ganz enragtrte Turk-nfr-und- wollten und


