mit Einbegriff Rußlands, haben die Einladung angenommen. Rußland gibt als Conferenzsitz einem Orte in einem politisch unbetheiligten Lande den Vor- zug. Die Aeußerung Rußlands gibt zu Bedenken keinen Anlaß. Die Verständigung über den Conserenzort wird, nachdem die Conserenz angenommen, kaum Schwierigkeiten bieten. Oesterreich hatte Wien vorgeschlagen, weil es nut der Aufforderung zur Conserenz selbst sofort den Ort bezeichnen wollte, wo die Bevollmächtigten gern gesehene Gäste seien.
London, 7. Februar. Die „Times" glaubt, die russische Besetzung Konstantinopels habe nur einen dem Einzug der deutschen Armee in Paris analogen Charakter; sie warnt vor Aufregung und Alarm und setzt das größie Vertrauen in die friedlichen Versicherungen der Rede des deutschen Kaisers. — „Daily Telegraph" und „Morning Post" publiciren geharnischte Artikel, und fordern Geuugthuung für die gekränkte Ehre Englands. — Heute ist Cablnets- rath und werden heute Abend wichtige Erklärungen der Regierung im Parlamente erwartet.
Wien, 7. Februar. Das hiesige „Telegr.-Corresp.-Bureau" meldet aus Rom vom Heutigen: Der Zustand des Papstes hat sich während der letzten Nacht sehr verschlimmert; derselbe empfing bereits die Sterbesacramente. Der Cardinal-Vicar wurde in den Vatican berufen. Der Eintritt in die Appartements des Papstes, sowie der Austritt der im Vatican befindlichen Personen aus dem Palaste ist verboten. Die Cardinäle sind telegraphisch nach Rom berufen. In den Kirchen der Stadt ist das Allerheiligste ausgesetzt.
*Rom, 7. Februar, 4 Uhr 35 Min. Nachm. Die Cardinäle wurden aus dem Vatican um 3 Uhr Nachmittags heimgeschickt, um die Vorbereitungen zum Conclaoe zu treffen. Principe Chigi ist als Marschall des Conclaoes in den Vatican berufen.
Nom, 7. Februar, 6 Uhr 40 Min. Nachm. Ich erfahre von einem um 6t/4 Uhr Abends aus dem Vatican zurückgekehrten Cardinal, daß der Papst erst um 5 Uhr 47 Min. gestorben sei. (Die Nachricht, daß der Tod schon um 3 Uhr erfolgt sei, wird daher entstanden sein, daß, wie in vorstehendem Telegramm gemeldet, die Cardinäle um jene Zeit aus dem Vatican entlaffen worden waren.)
London, 7. Febr. „Times" äußert sich bei Besprechung der Thronrede zur Eröffnung des deutschen Reichstags folgendermaßen: Dieselbe bekunde bezüglich der orientalischen Frage den festen Entschlutz desjenigen Monarchen, dessen Macht bei jedem europäischen Conflict jetzt selbst die Macht Rußlands übertreffe und der bei den schwebenden Unterhandlungen ein sehr bedeutendes, wenn nicht entscheidendes Gewicht in die Wagschale zu werfen vermöge. Demnach könne mit Befriedigung bemerkt werden, daß der deutsche Kaiser keiner extremen Anschauung Vorschub leiste. Da der Kaiser wahrscheinlich bessere Mittel habe als irgend Jemand anders in Europa, den Character des schließlichen Frtedensprogrammes Rußlands zu kennen und auch zu beurtheilen, ob solches für die europäischen Mächte annehmbar sein dürfte, so seien die sried- lichen Versicherungen deffelben eine solide Thatsache, worauf man bauen könne. Wenn Rußland nach einer Stellung in Osteuropa trachten sollte, durch welche die Jntereffen Oesterreichs und Deutschland geschädigt werden könnten, so würde ein Wort des Kaisers genügen, um Rußland Mäßigung aufzuerlegen.
— „Morning-Post" meldet: Ein Theil der liberalen Parlamentsmitglieder beabsichtige, Hartington zu veranlaffen, er möge dahin wirken, daß das Amendement Forster nicht znr Abstimmung gelange. — Der Correspondent der „Daily News" in Adrianopel hatte am 28. v. M. eine Unterredung mit Server Pascha, wobei letzterer erklärte, die Türkei sei durch das Versprechen englischer Unterstützung irregeleitet und ermuntert worden, den Kampf fortzu- setzen; namentlich hätten Beaconsfield und Layard die Pforte in jenem falschen Glauben bestärkt; er (Server) werde den Beweis dafür durch zu veröffentlichende Documente liefern. Schließlich erklärte Server, er acceptire nun die russische Politik nnd Allianz. — Die Nachricht von der Ernennung Lowther's zum Generalsecretär für Irland wird amtlich als unbegründet bezeichnet. — Der vom deutschen Botschafter Grafen Münster zu Ehren des Kronprinzen von Oesterreich gegebene Ball nahm den glänzendsten Verlauf; der Prinz und die Prinzessin von Wales, sowie andere fürstliche Personen des diplomatischen Corps und die Elite der Aristokratie waren anwesend.
Berlin, 7. Februar. Hinsichtlich des Gerüchtes von dem Einmarsch der Ruffen in Konstantinopel liegt bis jetzt in hiesigen diplomatischen und sonstigen Kreisen keinerlei Bestätigung vor.
Petersburg, 7. Febr. Auf die hierher gerichtete Anfrage, ob und wann der von Londoner Blättern gemeldete Einzug der russischen Truppen in Konstantinopel erfolgt sei, kann nur erwidert werden: der Einzug erfolgte nicht, die betreffende Zeitungsnachricht ist erdichtet.
Wien, 7. Februar. Das „Fremdenblatt" äußert sich über die deutsche Thronrede dahin: dieselbe biete keinen Anhaltspunkt dafür, daß die deutsche Politik aus ihrer seitherigen Reserve herauszutreten gedenke. — Die „Deutsche Zeitung" erblickt in dem Hinweis der Thronrede auf die Konstantinopler Con- ferenz die Mahnung an das Petersburger Cabinet, nüchtern und maßvoll zu den Friedensverhandlungen zu schreiten; die Thronrede vtndictre den Mächten das Recht, die von der Conserenz aufgestellten Bedingungen wieder zu Ehren zu bringen. — In der „Preffe" heißt es: die Darlegung des politischen Standpunktes in der Thronrede wirke frappirend durch Einfachheit und Ob- jectivität. Man könne daraus mit Bestimmtheit ersehen, daß Deutschland an den Grundsätzen der Konstantinopler Conferenz festzuhalten gedenke. Das Blatt spricht sodann die Ueberzeugung aus, der Einfluß Deutschlands werde sich im Sinne einer mäßigenden und vermittelnden Politik geltend machen. (Versvätet eingetroffen.)
London, 7. Febr., Abends 8 Uhr 30 Min. Nach äußerst lebhafter Debatte willigte das Unterhaus ohne Abstimmung in die Zurückziehung von Forsters Amendement ein.
* London, 7. Februar. Der Schatzkanzler bestätigte im Unterhause auf Grund einer amtlichen Depesche Layard's die Nachricht von dem fortgesetzten Borrücken der Ruffen auf Konstantinopel, der Serben auf Salonichi. Die Regierung forderte Rußland durch Loftus zu einer Erklärung aus und erinnerte an das Versprechen des Czaren, Konstantinopel nur im Nothfall zu besetzen Eine später verlesene Depesche Gortschakoff's leugnet den Weitermarsch des russischen Heeres, behauptet, der Vormarsch und die Feindseligkeiten seien aller- warts eingestellt. Forster bat Angesichts der geänderten Sachlage um Erlaub- niß zurZuruckziehung seines Antrages auf Ablehnung der Crebitforderung.
Wien, 7. Februar. Die „Polit. Corresp." enthält nachstehende Meldungen: Aus Athen. Es bestätigt sich, daß die Gesandten der Mächte der
Regierung gerathen haben, die griechische Armee aus Theffalien zurückzuziehen, indem sie für die Sicherheit der Christen zu garantiren erklärten. Die Regierung wirb die Kammer um ihre Ansicht befragen. Dermalen stehen 18,000 Mann reguläre Truppen und Milizen Griechenlands jenseits der Grenze. Ein Theil der mobilen Nrtionalgarde marschirt nach Athen, dem Piräus und Me- gara. Nach dem Bekanntwerden der Landung von türkischen Truppen m Volo fillirtc die Regierung den Abmarsch von Freiwilligen, da sie derselben zum Schutze von Athen bedarf. Der türkische Gesandte hat seine Abreiie verschoben. Aus Bukarest. Der Senat soll in seiner gestrigen geheimen Sitzung eine Commission eingesetzt haben zur Abfaffung eines Protestes an die Garantie- machte gegen die Retrocesston Bessarabiens.
. London, 7-, Febr. Dem „Standard" zufolge ist in den Waffenstill- standöbedlngungen die Bildung einer neutralen Zone verabredet worden, wobei Buyuk Tschekmedje für die Russen, Kutschuk Tschekmedje für die Türken die Demarkationslinie bilden soll.
London, 7. Februar, Abends 6 Uhr 15 Min. Auf Befragen Harting- ton s erklärte L>chatzkanzler Northcote: Es bestätige sich, daß die Russen bis auf eine Entfernung von 30 englischen Meilen von Konstantinopel vorgerückt seien und die Türken gezwungen hätten, sich zurückzuziehen. Es möge dieS vielleicht dem Waffenstillstand entsprechend sein, obschon die Türken Ueber- raschung vorgäben. Die englische Regierung habe heute in Petersburg Aufklärungen verlangt unter Hindeutung auf das Versprechen des Kaisers von Rußland, daß er Konstantinopel nur im äußersten Nothfalle besetzen wolle. Forster zog fern Amendement zurück. Schatzkanzler Nothcote verliest hierauf ein so eben emgegangenes Telegramm Gortschakoff's an den hiesigen russischen Botschafter Lchuwaloff, wonach die russischen Befehlshaber überall den Befehl hätten, die Feindseligkeiten einzustellen; die in England kursirenden Gerüchte von dem Vorrücken der Russen seien total unbegründet. — Im Hause und außerhalb desselben herrscht große Aufregung.
Lokal-Notiz.
für lH7®‘C^iu6 ?u8r«o9i3?.)nfc6aft8beridit b'8 6inn Stamm
Erläuterung der Abweichungen der vorgesehenen Beträge von den wirklichen • Ergebnissen.
Ord.-Nr. Einnahme.
104 Diäten und Gebühren.
115
121
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123
125
Die Mehrausgabe unter dieser Rubrik ist hauptsächlich durch die Kosten für geometrische Aufnahme zum Stadtbauplan entstanden.
Zurückzuzahlende Kapitalien.
hierunter waren vorgesehen 31142 .x 42 A es sind aber abgetragen worden 57713 , 84 ,, also mehr abgetragen .......26571 42 a
Zur besseren Uebersicht darüber, daß die Voranschlagsbestimmungen hinsichtlich der Schuldentilgung für das abgelaufene Jshr 1876 «Ungehalten worden sind, wird folgende Nachweisung geliefert. Es kommen hierbei folgende Betrage in Betracht:
a) der Erlös für Erbbegräbnisse 1311 — a
b) die zurückempfangenen Kapitalien, Rubr. 41 . . . 38428 , 57
°) die neu aufgenommenen Kapitalien Rubr. 42 . . 138700 „ — „
d) der Erlös für verkaufte Güter, Rubr. 43 ... . 15780 36
e) das von der Kirche in Leihgestern etngezahlte Ab
lösungskapital, für den zu oem Einkommen der
hiesigen Schule zu leistenden jährlichen Beitrag mit 100 „ — ,, 0 die zur Schuldentilgung vorgesehenen .... 27113 , 85 „
3728 Jü
2.
922
3.
4067
46
1200
5.
9977
29
6.
16994
63
7.
57713
24
Zusammen durch Kapttalaufnahme rc. zu decken
69614
63039
1331
76
08
66
32 H
28 „
8.
9.
10.
. .. Zusammen . . . .
und diese wurden auf Grund des Voranschlags zur Deckung folgender Ausgaben verwendet, nämlich:
1. der Kosten für Herstellungen im Innern der alten Realschule
der Kosten für Arbeiten am Aeußern der Stadtkirche...... . . .
zur Bestreitung der Kosten für Einfriedigung des Turnplatzes der Kosten für Herstellungen an den Gossen in den Neuenbäuen.....
zur Bestreitung der Kosten für Arbeiten der Quellwasserleitung der Kosten für den Ankauf von Grundstücken ............
zur Bezahlung weiterer Kosten der neuen Realschule...........
zu den Straßenbaukosten zu den Kosten der Parzellenoemessung . zur Abtragung von Passiokapttalien der Stadt..........
verglichen so erscheinen als aus den Ueberschüssen bestritten
Erbauung von Schulhäusern.
221433 JC. 7b
,228589 JL 32
7155 JL 54-H
Vorgesehen waren unter dieser Rubrik:
a. für die innere Einrichtung und Ausstattung der neuen Realschule .................... 8000 je
b. für den Neubau eines Mäochenschulgebäudes 25000 „
, Zusammen 33uuo
Die wegen des Neubaues einer höheren Mädchenschule geführten Verhandlungen waren in 1876 noch nicht zu Ende geführt worden und ist dies der Grund, daß von den vorgesehenen 25000 jl Eredit nichts verwendet worden ist. Dagegen sind, die Kosten für die noch in 1876 ausgesührten Arbeiten an der neuen Realschule einschließlich des Aufwands für die innere Ausstattung derselben mit zusammen 69614 76 H verausgabt worden.
Erbauung von Straßen, Brücken und Wegen.
Vorgesehener Betrag nach dem Voranschlag verwendet wurden laut Rechnung ....
also weniger 33628 37 a
W-ntgerauSnabk hauptsächlich dadurch entstand-»'ist, daß die" Dorur !^ «E'bauung einer Brücke über ble Wie,eck in der verläng-rt-u Reichen- sand-Bahnhossftraße sowie di- Auffüllung der Straß- daselbst durch die t>on ben dortigen Grundbesitzern bei Abtretung ihres Geländes erhobenen Schwierigkeiten nicht zur Ausführung kommen konnten.
96727 JL 45 A 63099 „ 08 ,,
Beitrag zu den Kosten des UniversitätSgebäudeS.
. Auszahlung» des von der Stadt zu leistenden Beitrags zu den Koste« des UmoelsiiatSgebaudes mit 20982 85 ist von der Inangriffnahme der 1 % oem rubricirten Bau abhängig gemacht worden uno da dieselbe
in 1876 nicht erfolgte ist die Auszahlung des Beitrags unterblieben.
Kosten der Parzellenvermeffung.
Von dem vorgesehenen Betrag für die Parzellenoermesiunq, sind für die ".Lau^c Jahres 1876 davon ausgeführten Arbeiten 1168 34 A weniger
nothig geworden.


