London, 6. October. Meldungen des
Reuter'schen Bureaus
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Totleben telegraphirte, daß er
Die Bevölkerung und die Geist--
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brudscha soll mit Rumänien provisorisch durch eine Schiffbrücke verbunden werden.
Wien, 5. October. Officiell. Ein Bericht des Obercommandtrenden, Baron Philippovic, constatirt, daß die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Bosniens, auch die mohamedanijche, die Niederwerfung des Aufstandes mit unzweideutigen Versicherungen der Ergebenheit und der Treue ausnimmt. — In einem Handschreiben an Baron Philippovic anläßlich der Besetzung von Wiste- grad dankt der Kaiser neuerdings dem thatkräftigen Führer, allen Commandan-
Glückwünschen für den Kaiser und Dank für die Besetzung Bosniens. Pesth, 4. October. C
— Die „Agence Havas" meldet aus Belgrad: Der hiesige diplomatische Vertreter Rußlands, Persiani, soll verlautbart haben, die Besetzung Rumeliens durch russische Truppen werde so lange dauern, wie die österreichische Besetzung
Telegraphische Depeschen.
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~ r f ~ _ Bosniens und der Herzegowina; Rußland werde gegen die Einverleibung dieser
Bukarest, 5. October. Kammersitzung. Der Minister des Auswärtigen!Provinzen in Oesterreich Widerspruch erheben.
Cogalniceanu, ersuchte die Kammer, über den Vorgang zur Durchführung deS Berliner Vertrags schlüssig zu werden und zu diesem Zwecke eine Commission einzusetzen. Er gab der Kammer zu erwägen, daß mehrere Mächte die Unabhängigkeit Rumäniens anerkannt, mehrere andere Mächte dagegen dieselbe nicht anerkannt hätten, weil ihnen die Haltung der Kammern unbekannt sei. Bagdano will, daß Rumänien nichts annehme und nichts gebe. Majorescu glaubt, daß vorher die Verfassungsmäßigkeit und Competenz der Kammern in Erwägung zu ziehen seien. Cogalniceanu wendet ein, daß Europa auf der raschen Durch-
Petersburgs 5. October. General
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am 2. October in Adrianopel eingetroffen sei.
11^^ ntnen ihm an vielen Orten entgegen und baten ihn, dem Kaiser für einen internationalen Charakter annehmen sollte, eine jede der interessirten Mit- {Sy 5.cJ.r.c;unfl daiuen. Ueberall herrschte außerordentlicher Enthusiasmus. telmeer-Mächte berufen würde, daran theilzunehmen. Die Pforte soll formelle Die Städte waren beflaggt und illuminirt. Die Türken bewiesen den Behör- Zusicherungen in diesem Sinne ertheilt haben.
den Vertrauen durch Ablieferung der Waffen. Viele bulgarische Familien ' *
folgten von Konstantinopel den abziehenden Ruffen. Das Land ist ruhig.
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ten und den braven Truppen und spricht die Hoffnung aus, daß von heute eine führung des Berliner Vertrages bestehe und die Haltung des Landes kennen Aera des Friedens, der Versöhnung und des Wohlstandes für die occupirten lernen wolle. Bratiano dringt in die Kammer, irgend eine Entscheidung zu Länder beginnen möge. treffen. Jonescu ist mit der Ernennung einer Commission einverstanden, ver-
Wien, 4. October, Abends. (Amtliche Meldung.) F.-M.-L. Jovanovic langt aber, daß die Regierung die Verantwortung für den einzubringenden meldet aus Trebinje: zur Feier des kaiserlichen Namensfestes wurde im Lager Gesetzentwurf übernehme. Bratiano erwidert, die Botschaft beweise, daß die bei Trebinje Feldmeffe gelesen, welcher der Kaimakam, sowie die Notablen der Regierung von keiner Verantwortlichkeit zurückwetche. Beide Kammern werden mohamedamschen, griechischen und katholischen Bevölkerung beiwohnten. Aehn- heute Abend eine geheime Sitzung halten.
ltche Feierlichkeiten fanden in Mostar und Stolac statt; an letzterem Ort war r&rtotfitnnitth
das Fort illuminirt. Deputationen sämmtlicher Confessionen überbrachten Glück- gultujilUuno.
wünsche für das Wohl des Kaisers. — Woiwode Vukotic ist behufs Einleitung . Athen, 5. October. Die Nationalversammlung von Kreta, die Zuge- der Repatriirung der im montenegrinischen Dienste gestandenen herzegowinischen ständniffe Mukhtar Paschas für werthlos erachtend, wies ihre Vertreter in
Bataillone aus Anttvari hier etngetroffen. — Der Prinz von Württemberg Konstantinopel an, die Verhandlungen mit der Pforte abzubrechen und übermeldet aus Ltvno: nachdem ein solennes Hochamt gehalten, erschien eine Depu- sandte den Consuln der Machte in Canea einen Protest, worin sie die Fort-
tation der Bevölkerung aller Confessionen unter Anführung des Muteffarifs, setzung der Verhandlungen mit Mukhtar Pascha ablehnt.
um ihre Glückwünsche für den Kaiser und ihre loyalen Gefühle auszudrücken. Türkei
— General Btenerth meldet aus Tuzla: in der katholischen und der griechischen giuncie
Kirche fand feierlicher Gottesdienst statt, woran die christliche Bevölkerung theil- Konstantinopel, 5. October. Layard ist nach dem Golf von Artakt nahm. Während des katholischen Gottesdienstes war auch der Mufti mit einigen abgereist.
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angesehenen Mohamedanern außerhalb der Kirche anwesend; ein großer Thetl Untmlid»
der Stadt war festlich beleuchtet. — Aus Cracanica wird gemeldet: die Vor-
stände der serbischen Gemeinde erschienen bei dem Etappen-Commaudanten mit Rew'Nvrk, 4. October. Nach einer weiteren Depesche aus Jamaica . verbrannten die Aufständischen in Santa Cruz mehrere Pflanzungen und er-
Der Kaiser ist heute in Goedoelloe eingetroffen, mordeten die Besitzer. Der Gouverneur von St. Thomas ist eingetroffen; der- Mittags überreichte Tisza das Entlaffungsgesuch des Gesammtcabinets. Die selbe hat jedoch nur 50 Soldaten zu seiner Disposition. Auf der Pflanzung Entscheidung über daffelbe dürfte kaum vor dem Eintreffen Andrasty's erfolgen. Anashope fand ein Zusammenstoß statt, bei welchem die Neger geschlagen wurden Tisza wird dem Kaiser die Männer nennen, die bezüglich der Lage zu Rathe und etwa 200 Todte verloren. Englische und französische Schiffe werden zu ziehen wären. erwartet.
Pesth, 5. October. Der „Pesther Lloyd" meldet über die Audienz Washington, 5. October. Die Regierung erhielt die amtliche An- Szlavy's: Der Kaiser eröffnete Szlavy zunächst, er habe die Demission des zeige von dem Ausstande in Santa Cruz, Die Aufrührer zerstörten Frederiksstäd Cabinets Tisza angenommen und forderte alsdann Szlavy auf, ein neues Ca- mit dem amerikanischen Vtce-Consulat. Zwei amerikanische Kriegsschiffe sind binet zu bilden. Szlavy erwiderte, seine geschwächte Gesundheit gestatte ihm nach Santa Cruz beordert. Auch englische und französische Kreuzer werden nicht, die ehrende Mission anzunehmen. Der Kaiser bedauerte, Szlavy aus so daselbst erwartet gewichtigen Gründen nicht an der Spitze der Regierung zu sehen und ersuchte ihn um die Mittheilung seiner Ansichten über die Lage. Szlavy bemerkte, unter den gegenwärtigen Umständen bleibe kaum etwas Anderes übrig, als daß das Ministerium Tisza auch ohne den Finanzminister die Geschäfte bis zum Zusammen- ________, ^V1VVV1. , vvv uuö
tritt des Reichstages fortführe und der Finanzreffort vorläufig interimistisch von Konstantinopel, 4. Octbr.: Vom Sultan sind dem'^ britischen Botschafter Layard einem Mitgliede des Cabinets geleitet werde. Das gegenwärtige Cabinet hinsichtlich der Annahme des englischen Reformprojects für die asiatische Türkei werde ehestens in die Lage kommen, die von ihm acceptirte und unterstützte zusagende Versicherungen gegeben worden. Auch an die Königin Victoria schrieb Politik des Grafen Andraffy im Parlamente zu verthetdigen und Aufklärung der Sultan, daß er die englischerseits vorgeschlagenen Institutionen einführen über die brennendste Frage, was nach der Pacisication mit Bosnien zu geschehen lasten werde. — 5. Octbr.: Die Pforte soll an die Großmächte ein Circular habe, zu geben. Fände seine Rechtfertigung der bisherigen Politik den Beifall gerichtet haben mit dem Ersuchen, Oesterreich aufzuforbern, daß es sein Verdes Reichstages, dann könne zu einer Reconstruction des Cabinets geschritten halten mit den Erklärungen seiner Delegirten auf dem Berliner Congreste in werde. Bleibe die Regierung in der Minorität, dann sei allerdings die Bildung Einklang bringe. Das Circular enthalte ferner die Forderung, Oesterreich solle eines Cabinets nothwendig, aber auch unter wesentlich günstigeren Umständen möglich, seine Truppen bis zur Entscheidung der Mächte zurückhalten, widrigenfalls die Pforte das Vorgehen Oesterreichs als Verletzung des internationalenRechtes betrachte.
Pesth, 6. October. Das Amtsblatt publicirt ein Handschreiben des Paris, 5. October. Das „Journal des D6bats" meldet: Ein Tele- Kaisers vom 3. d., laut welchem die Demission des seitherigen Finanzmintsters gramm Midhat Paschas aus Canea stellt in Abrede, daß er der britischen Szell unter Anerkennung seiner eifrigen treuen Dienste angenommen und der- Regierung den Gedanken einer Abtretung Kretas an Griechenland etnge- selbe zugleich aufgefordert wird, die Geschäfte bis zur anderweitigen kaiserliche» geben habe. Entschleßuug provisorisch weiterzuführen. Ferner wird eine kaiserliche E.it-
schließung publicirt, wonach das Entlastungsgesuch des ungarischen Gesammt- * ö Cabinets angenommen wird, mit der Verfügung, daß die seitherigen Mmtster
London, 5. October. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel ihre Wirksamkeit bis zur Ernennung ihrer Nachfolger fortzusetzen haben.
von heute : Nachrichten zufolge, welche dem Kriegsministertum zugegangen sind, Zwornik, 6. October. Anläßlich des kiiserlichen Namensfestes hatten soll der türkische Bevollmächtigte, welcher von der Pforte den Befehl hatte, auch hier die Vorstände der christlichen und der türkischen Gemeinde Gratu» Podgoritza den Montenegrinern zu übergeben, mit seiner aus 136 Mann, Ossi- lationen und Huldigungen dargebracht. In Zwornik wurden 48, in Srebrenica eieren und Soldaten, bestehenden Escorte von den Albanesen niedergemacht 8 Geschütze vorgefunden. An letzterem Orte, wo die österreichischen Truppen worden sein. gut empfangen wurden, hatten sich die Einwohner dem Durchgänge der Im
Die Firma Potter, Wilson & Comp. in Glasgow, deren einer Thetl- surgenten thatsächlich widersetzt und mit denselben Schüste gewechselt. Türkische Haber Director der „City of Glasgow Bank" war, hat ihre Zahlungen einge- Flüchtlinge in Serbien bitten um Bewilligung zur Rückkehr nach Bosnien; es stellt. Die Passiva sind noch unbekannt. — Eine Schiffbau-Firma in Clyde sind diesbezüglich Verhandlungen im Gange.
hat ebenfalls ihre Zahlungen eingestellt. —^Die Passiva werden auf 50,000 L. Cettinje, 6. October. Kolaschin ergab sich am 4. d. Die türkische angegeben. Besatzung marschtrte nach Mitrovitza ab.
London, 5. October. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Simla Belgrad, 6. October. Zur Begrüßung des morgen in Semlin ein- vom 4. d.: Allgemein verlautet, daß die britische Streitmacht von Peshawer treffenden Erzherzogs Joseph entsendet der Fürst den Kriegsminister und einen nach Tamrud vorrückt, um Ali-Musjid anzugreifen. Der Emir von Afghani- Flügeladjutanten.
stan zieht Truppen bei Ali-Musjid und Kandahar zusammen und bedroht Rom, 6. October. „(Sortiere d'Jtalia" kann angeblich bestätigen, daß Ouettah; bei Kohut wird Kriegsmaterial angesammelt. Zwischen den Khyber- England bei einigen Mächten Schritte hinsichtlich der Abtretung Kretas an Stämmen und Afghanistan herrscht große Feindseligkeit. — „Standard" mel Griechenland gethan habe. Midhat Pascha sei diesem Plane stets günstig ge- L - irx drohen die Khyber-Stämme anzugreifelr, weil diese die stimmt gewesen. Auch in hiesigen diplomatischen Kreisen soll man von dem be-
britische Mission hatten passiren lasten; man erwartet, daß in diesem Falle die ztichneten Schritte Englands Kenntniß haben.
letzteren durch britische Truppen unterstützt werden würden. Afghanische Trup- Wien, 7. October. Die heutigen Morgenblätter melden: Der Kaiser Pen mit Artillerie occupiren einige kleinere Päste. — „Times" äußert: Die genehmigte das in den letzten Tagen erneuerte Demisstonsgesuch des öfter- Situation sei ernst, aber erheische nicht den sofortigen Krieg ohne hinlängliche reichischen Ministeriums. Der Kaiser wird mehrere hervorragende österreichi- Vorbereitung. Wenn Schir Ali inzwischen Abbitte leiste, dürfte er der Zück- sche Parlaments-Mitglieder zu sich bescheiden, um deren Ansichten über die Lagt ttgung entgehen. zu hören.
Paris, 6. Octbr. Der „Moniteur" schreibt: Die Verhandlungen in Landon und Paris bezüglich der egyptischen Angelegenheit feffeln die Aufmerksamkeit Italiens. Dem Vernehmen nach sind bei der Pforte vertrauliche schritte gethan, welche dabin zielen, daß, im Falle die Verwaltung Egyptens


