Wien, 6. SeptLr. Meldungen der „Polit. Corresp." Konstantinopel. 6. d. Ununterbrochen ziehen türkische Truppen in der Richtung gegen Novi- bazar und Mitrovitza; zu welchem Zwecke, ist nicht bekannt. Die Unterzeichnung der Convention mit Oesterreich hat neuerdings bedeutende Chancen. Die britische Flotte erhielt Ordre, bei Prinkipo zu bleiben. — Athen, 6. d. Das griechische Cabinet hat eine neue Circulardepesche über die Haltung der Pforte vorbereitet und wartet das Resultat des von Conduriotis bei der Pforte ge- thanen Schrittes ab, um ein Mediationsgesuch an die Mächte zu richten.
New-Orleans, 6. Septbr. Gestern kamen hier 86 Todesfälle und 201 neue Fälle von Erkrankungen vor, in Vicksburg 43 Todesfälle und 180 Erkrankungen, in Memphis 89 Todesfälle. Die Epidemie steigt mit erschrecken- dertHestigkeit in den neu von ihr ergriffenen Orten. Auf den verzweifelten Noth- schrei kommt Unterstützung von allen Seiten.
Rom, 6. Septbr. Der „Avvenire" hält die Nachricht von einer Einladung Frankreichs und Italiens zur Occupation Thessaliens für unbegründet. — Die Congregation der Cardinäle discutirt gegenwärtig die Resultate der Kissinger Besprechungen.
London, 6. Septbr. Nachrichten aus Blackburne vom 5. d. zufolge haben die drei größten Baumwollspinnereien angezeigt, daß sie in 14 Tagen ihre Etablissements schließen werden. Drei andere würden kurze Arbeitszeit etnführen. — Den neuesten Schätzungen zufolge soll die Zahl der Opfer des Schiffszusammenstoßes auf der Themse gegen 700 betragen; Taucher sahen Hunderte von Leichen im Wrack liegen. — „Reuters Bureau" meldet aus Konstantinopel: Der Ministerrath beschloß, Griechenland zu antworten: die Pforte könne keine Delegirten zur Grenzregulirungs - Commission senden und müffe die Antworten der Großmächte auf das letzte Memorandum abwarten, ehe sie Entscheidung treffen könne.
Konstantinopel, 5. September. Die Pforte hat die Prüfung der Layard'schen Vorschläge, betreffend die in Asien auszuführenden Reformen, beendigt und wird demnächst antworten. — Hiesige politische Kreise bestätigen, daß Griechenland der Pforte angezeigt hat, es werde die Signatarmächte des Berliner Vertrages anrufen, wenn die Pforte bis morgen wegen Bildung einer Grenzberichtigungs-Commission nicht antworte.
Rom, 5. September. Die „Italic" meint, daß die von englischen Blättern Frankreich und Italien mit Bezug auf Griechenland zugeschriebenen Absichten imaginär seien und bemerkt, da der Berliner Vertrag ein Collectivwerk ist, so erheische seine Ausführung eine gemeinsame Action. Uebrigens wäre jeder Schritt für den Augenblick verfrüht. Wenn Griechenland sich ofsiciell an die Signatarmächte des Berliner Vertrages gewendet haben werde, was es noch nicht gethan habe, so würden diese Mächte in der Lage sein, ihre Entscheidung zu treffen. Bis jetzt könne ihre Haltung logischer Weise nur eine abwartende sein.
Paris, 6. September. Nach einem Telegramm des Gouverneurs von Neucaledonien an den Marineminister ist die vollständige Unterwerfung der Aufständischen zwar noch nicht durchgeführt, indeß ist dieselbe innerhalb eines verhältnißmäßig kurzen Zeitraums zu erwarten. Neue Unfälle sind, abgesehen von der Tödtung von 3 und der Verwundung von 2 Colonisten, nicht weiter vorgekommen.
— Das Amtsblatt bringt die amtliche Veröffentlichung des Berliner Vertrages. — Bei der gestern stattgehabten Eröffnung des socialistischen Arbeitcr- Congresses wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen; die Congreß-Delegirten protestirten hiergegen und beabsichtigen, die Angelegenheit durch eine Civilklage zur gerichtlichen Entscheidung zu bringen.
Paris, 6. Septbr. Unter den verhafteten Theilnehmern des Socia- listen-Congresses befindet sich der „Ag. Havas" zufolge ein Deutscher, Namens Hirsch, Correspondent eines in Leipzig erscheinenden socialistischen Blattes. Auch Haussuchungen sind vorgenommen und zahlreiche Papiere in Beschlag genommen worden.
Konstantinopel, 4. Septbr. Der Verlauf des gegen Sul. Pascha geführten Prozesses läßt ein freisprechendes Urtheil vorhersehen. Von der Pforte wurde eine Commission zur Erwägung der in Armenien einzusührenden Reformen eingesetzt.
Wien, 7. Septbr. Nach den Meldungen verschiedener Blätter fanden in den letzten Tagen Konferenzen des ungarischen Goldrente-Consorttums wegen der Modalitäten der Einlösung der am 1. August 1879 fälligen zweiten Serie der ungarischen Schatzscheine statt. Der ungarische Finanzminister Szell, der Dtrector der ungarischen Eredttbank Wentnger und Baron Hansemann wohnten den Conferenzen bei. Von den Titres der am 1. December 1878 fälligen ersten Emission ist der größte Theil bereits aufgekaust und der für die noch nicht zurückgekauften Stücke entfallende Betrag schon vor einiger Zeit in Paris und London hinterlegt worden.
Rom, 6. Septbr., Abends. „Italia" zufolge werden sowohl deutscherseits, wie auch Seitens der Kurie Anstrengungen gemacht, um die schwebenden Verbandlungen zu einem günstigen Resultate zu führen, doch wolle, nach einem im Vatican cursirenden Gerücht, Fürst Bismarck erst die Stimmung des neuen Reichstages erkunden, bevor er ein Uebereinkommen mit dem Papst abschließe.
Lokal-Rott z.
Gießen, 7. Sevtember. Tagesordnung für die Stadtoerordneten-Sttzung am Montag den 9. September 1878, «achmittagS 4 Uhr r
t. Die Abbör der Löber'schen Stiftsrechnung vom Jahre 1877/78.
2- Voranschlag für die sachlichen Bedürfnisse der städtischen Schulen pro 1879. 3. Die Erweiterung deS Friedhofs betr.
4. Die Röhrenleitung an der Frankfurter Straße.
5. Die Erkrankung detz Heinrich Becker von Rödged.
6. Die Aufräumung der Flutbaräben in der Gemarkung Gießen, Neuftädterfeld.
7. Gesuch deS Bäckermeisters Martin Lenz um Erneuerung deS Pachtvertrags wegen deS HolzlagerplatzeS.
8. Gesuch wegen Ueberlafiung des SaaleS im alten Rathhause.
9. Bcmgesuch deS Georg Emil Möhl dahier.
10. Desgleichen der Hartmann Eulers Erben dahier.
11. Desgleichen deS Heinrich Adami dahier.
Gießen, 7. September. Wir erhielten folgendes Schreiben zur VeröffeMlichung, welchem wir umsomehr Aufnahme gewähren, als wir fragt Artikel aus der Darm st Z tg." in unserem Blatte reproductrten:
Die Darmstädter Zeitung bringt in einer Nummer, die ich im Augenblick nicht näher bezeichnen kann,
einen Artikel aus Gießen vom 22. August d. I. über die neuesten Berufungen an die Ludoviciana. Ich beehre mich dem Artikelfchreiber folgendes zu stiller Erwägung anheimzustellen. 1) Eine unterlegene Partei hintennach mit Steinen zu bewerfen verräth eine untheologische, würdelose Gestnnung. Der Artikel- schreiber kann wissen, daß Weiffenbach infolge der ihm widerfahrenen völlig unverdienten Behandlung ernstlich erkrankt und noch nicht wieder hergestellt ist. Er ist im Augenblick wehrlos. 2) Es ist rathsam nicht jetzt schon zu triumphiren, sondern die Erfolge der neuen Berufungen abzuwarten. Jede Berufung wird mit Hoffnungen begrüßt, viele täuschen. 3) Ich glaube nicht, daß der Artikelschreiber der autorisirte Interpret der staatsbehördlichen Maßnahmen ist. Wäre er es, so wäre die Freiheit der Wissenschaft für die Theologie in Gießen ein leeres Wort. 4) Es ist ein gefährliches Vergnügen todte Genialitäten aus dem Grabe hervorzuzerren und ste als Gespenster umgehn zu laffen. Hüte stch der Artikelschreiber, daß nicht einmal lebende Genialitäten ihm entgegentreten. — In weitere Verhandlungen mich einzulassen bin ich nicht gewillt; ich weiß mich bester zu beschäftigen.
Profeffor Dr. Hesse*
Vermischtes.
Rodheim, 6. September. Der Besuch unserer Tropfsteinhöhle ist bis beute ein überraschend großer. Nicht bloS die nächste Umgebung, Gießen und Wetzlar, auch Marburg. Weilburg, sogar Wiesbaden und Frankfurt u. s. w. macht den wunderlichm Gebilden vieler Jahrhunderte die gebührende Aufwartung. Zählen doch die täglichen Besucher öfter schon nach Hunderten. ES ist dies gewiß schon Renommee genug für unser erst nothdürftig erschlossenes Naturwunder. Die Schwi?rtaketten, welche jetzt nofi mit dem Befahren der Höhle verknüpft find, sollen in aller Kürze beseitigt werden. Daß dies in der richtigen Weise geschehen wird, dafür bürgt die Thatsache, daß hohe Königliche Regierung, wie wir vernehmen, stch der Sache angenommen hat. Za otesem Zwecke bat auch der Herr Ober-Prästdent von Wurmb gestern der Höhle einen Besuch abgeftattet. Dem gewiß gerechten Wunsche Ihres Correspondenten von gestern würde hiernach Genüge geschehen. Auch besten Vermuthen, daß der Berg noch weiter zerrissen und mit Tropfstetngebilden geziert ist, haben wir von allem Anfang an getheilt. Weiter können wir versichern, daß Rodhelm sein eignes Jntereste wird in Zukunst zu wahren rotff en, indem es auch im Uebrigen den Besuch so leicht und bequem als nur möglich zu machen bestrebt ist.
Eingesandt.
Zur Landtagswahl.
Mit besonderer Befriedigung lesen wer den Vorschlag zur Wahl des Herrn Handelskammerpräfidenten M- Hornberger; wir sind weit entfernt, dm Werth und die Nothwendigkeit juristisch gebildeter Abgeordneten zu bestreiten ober zu schmälern, aber wir sind der Meinung, daß eine vollkommm hinreichende Vertretung in dieser Richtung bereits statt hat und daß Gteßm ganz besonders berufen ist, einen mit Handel, Wandel und Gewerbe vertrauten Mann zu wählen, den eS In feinen Mauern finden mutz.__
Alle» Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medici« und elpu
Kosten durch die Heilnahrung:
REVÄLESCIERE
Scir 31 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheit«' fpcise widerstanden und bewährt sich dieselbe bet Erwachsenen und Kindern ohne Mrkxcitz und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schlttmhavr, Athem-. Blasen» und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulich!^ Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwmlch Blutaufstcigen, Ohrenbrausrn, Uebelkett und Erbrechen selbst während der Schwanaerxbeß, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie alS Rabruiu für Säuglinge schon von der Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Ausruf aus 80,000 Ceruficaten über Genesungen, die aller Medtcin widerstanden, worunter Lertificri» von Profesior Dr. Wurz er, Medlcinalrath Dr. Angelstein, Dr. Sboreland, Dr. Campbell, P» ftssor Dr. Dsds, Dr. Ute, Gräfin Castlestuart, Marquise de Brshan, und vielen anderen hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.
Abgekürzter Au-zug au« 80,000 Eerttficate«.
Eertificat des Medicinalraths Dr. Wurz er Bonn, 10. Juli 1852. Revaleeeifcre I>t Barry ersetzt in vielen Fällen alle Arzneien. Sie wird mit dem größten Nutzen angewandt ae allen Verstopfungen, Durchfällen und Rühren, in Krankheiten der Urinwege, Rierenkrankheiten « bei Steinbeschwerden, entzündlichen oder krankhaften Reizungen der Harnröhre, bet krankhaf« Zusammenziehungen in den Nieren und in der Blase, Blasen - Hämorrhoiden k. — Mit t-» ausgezeichnetsten Erfolge bedient man sich auch dieses wirklich unschätzbaren Mittels nicht bei Hal«- und Brustkrankheitv^ sondern auch bei der Lungen» und Luftröbrenschwtndsuckt.
L. S. Rud. W urzar, Medicinalrath und Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaft«»
Nr. 62476. Dem ließen Gott und Ihnen sei Dank. Die Kevaleeciere bat m'ü 18jähriaeS Leiden im Magen und in den Nerven, verbuudm mit allgemeiner Schwäch« v* nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt. I. Eomparet, Pfarrer, Saint« Romaine des Iles
Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren igenieße ich die köstlch Reval escifere und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, di« mich währoei langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ich mich j'tz> der vollkommensten Gesundheit. Leroy, Pfarrer.
Nr. 64210. Marquise von Brshan von 7jähriger Leberkrankheit, Schlaflosigkeit, Ztttm an den Gliedern. Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 75877. Florian Köller, K. K. MUttärverwalter, Großwardein, von Lungm- Luftröhren-Katarrh, Kopfschwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handeltzlehranst-d in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Rervenzerrüttung.
Nr. 65715. Fräulein de Montlouit, von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und ib magerung.
Nr. 75928. Baron Sigmo von Ivjähriger Lähmung an Händen und Füßen ,e.
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