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* Zur allgemeinen politischen Lage.
England stößt in seinem Feldzug gegen Afghanistan auf größere Schwierigkeiten, als man Anfangs erwartet hatte, und verliert dadurch an Kraft, in Europa mit dem Nachdruck aufzutreten, dessen es bedürfte, um seinen Willen gegen den anderer Mächte mit Erfolg zur Geltung zu bringen. Der fernere Lauf der Dinge auf be£ Balkan-Halbinsel und die gesammte politische Lage hängt somit in erster Linie von dem Verhalten der Pforte ab. Alle Mächte wiederholen nämlich um die Wette, daß sie nichts lieber wünschten, als die Bestimmungen deS Berliner Friedens pünktlich ausgeführt zu sehen. Es fragt sich nur, ob die türkische Regierung im Stande ist oder den guten Willen bat, den von ihr übernommenen Verpflichtungen nachzukommen. Denn daß Rußland und Oesterreich nicht geneigt sein werden, ihre gegenwärtigen Stellungen aus- zugeben, bevor die Türkei ihre Pflichten erfüllt hat, versteht sich von selbst. Kaiser Alexander hat zudem in einer soeben in Moskau gehaltenen Rede die Räumung Abrianopels und Thraciens ausdrücklich von dem Abschluß des Separatfriedens abhängig gemacht, der an die Stelle des Vertrages von San Stefano zu treten bestimmt ist.
Es ist nun freilich vorauszusehen, daß die-Pforte ihren Verpflichtungen im nächsten Frühjahre ebenso wenig nachgekommen sein wird, wie heute. Der Abtretung der Montenegro zugesprochenen Districte setzen die in Aufstand begriffenen Albanesen den hartnäckigsten Widerstand entgegen. Griechenland wird sich mit der kleinen Grenzberichtigung, welche die Pforte ihm anbietet, nicht zufrieden geben, vielmehr aus seinem „Scheine" bestehen. An die Einführung wirklicher Reformen in den nominell unter türkischer Herrschaft verbliebenen Provinzen ist nicht zu denken, selbst auf die Herstellung geordneter Verhältniffe tu denselben kaum mehr zu hoffen. Und ein günstiger Abschluß der Separatverhandlungen zwischen Rußland und der Türkei steht wohl am weitesten im Felde. Die beiden Kaisermächte, welche das osmanische Reich in Europa auf der Landseite mit eisernen Armen umklammert halten, werden also nach Verlauf der im Berliner Frieden festgesetzten Fristen Grund genug haben, die Räumung des türkischen Gebiets hinauszuschieben, und der Pforte mit neuen Drohungen und Angriffen gegenüberzutreten.
Trotzdem macht sich immer allgemeiner die Ueberzeugung geltend, daß die weitere Entwickelung der Dinge ohne Störung des Weltfriedens vor sich gehen werde. Die Besorgniß, als ob die beiden Mächte, in deren Hand das Schicksal der Türkei liegt, über die Theilung der Brüte in Streit gerathen könnten, ist geschwunden, seitdem Oesterreich durch die Erklärungen des Grafen Andrasiy mit seinen Annexionsplänen offen hervorgetreten ist, also feinen Zweifel darüber läßt, daß es eine gebundene Marschroute verfolgt, die es gebieterisch auf eine freu"dschaftliche Vereinbarung mit Rußland hinweist. England aber, das durch den afghanischen Krieg hinreichend in Anspruch genommen ist, wird den russischen Compensations-Anerbietungen ein um so geneigteres Ohr leiben, da es einzusehen beginnt, daß die Hoffnung aus eine Stärkung der Türkei auf dem Wege der Reformen eitel ist. Die bevorstehende Rückkehr der Herzogin von Ediubnrah, der Tochter des Kaisers Alexander, welche bekanntlich seit dem Ausbruch des orientalischen Krieges im Ausland weilte, nach England, ist ein bedeutsames Symptom für den Umschwung, der sich in den Beziehungen beider Mächte zu einander neuerdings angebahnt hat. Fürst Bismarck, dem man das Hauplverdienst um die neueste Annäherung beider Gegner zuschreibt, wird gewiß auch fernerhin das ©einige thun, um Oel auf die erregten Wogen zu gießen. Und wenn es wahr sein sollte, daß die aus Anlaß des Attentats auf König Humbert vorgenommenen Untersuchungen die Existenz eines internationalen Com- plots herausgestellt haben, welches sich gegen das Leben aller Monarchen richtet, so wirb er für feine Vermittlungsthätigkeit den Boden trefflich geebnet finden. So dürfen wir denn wohl zuversichtlich hoffen, daß unser theurer Kaiser, der die Zügel der Regierung jetzt wieder in seine Hand genommen, die Freude haben wird, seine, wie er selbst soeben in seiner Antwort aus die Glückwunschadresie des Abgeordnetenhauses versichert, „der ruhigen Entwickelung des Vaterlandes gewidmeten Bestrebungen" auch auf dem Gebiete der auswärtigen 2lngelegem beiten mit Erfolg gekrönt zu seben^
Deutschland.
Darmstadt, 3. Drcbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beil. Nr. 30) enthält:
1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 2. August d. Js. siel die 8 Jahre alte Tochter des Peter Borgmann zu Nierstein in den Rhein und war, vom Strome fortgeriffen, bereits dem Ertrinken nahe, als Heinrich Lerch VIII. zu Nierstein aus seinem Hause herbeieilte, sich in seinen Kleidern ,n den an jener Stelle 3 bis 4 Meter tiefen Fluß stürzte und das Kind mit großer Anstrengung schwimmend wieder an das Ufer brachte.
Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Heinr. Lerch VIII. zu Nier- , ftein für diese mnthvolle, mit eigener Lebensgefahr vollbrachte That, neben Bewilligung einer Geldprämie, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" Aüergnädigst zu verleihen geruht.
2. Summarische Uebersicht der Rechnung Großherzoglicher Landes-Waisen- Anstalt zu Darmstadt für 1877.
er Hheit.
3. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Dieburg, die nachträgliche Erhebung einer Umlage für die israelitische Religions-Gemeinde Hergcrs- hausen, im Kreise Dieburg, für 1878/80 betreffend.
4. Uebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Cornrnunal-Bedürfnissen in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Heppenheim.
5. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Bensheim, Niederschlagung des 3. unb 4 Ziels ber Communal-Umlagen bet israelitischen Oemcinbe Seeheim pro 1878 betreffend
6. Ernennung in Beziehung auf ben Landtag.
7. Ordensverleihungen.
8. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
9. Namensveränderung.
10. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnxdigst geruht: am 1. Novbr. dem evang. Pfarrer Karl Wolf zu Wendelsheim die evang. Pfarrstelle zu Ostheim zu übertragen; am 6. Novbr. den Districtseinnehmer der Districtseinnebmerei Trais a. b. L. Karl Platz in bie Districtseinnehmerei Gießen II, ben Districtseinnehmer ber Districtseinnehmerei Altenstabt Heinrich Stroh in bie Districtseinnehmerei Trais a. b. L-, den Districtseinnehmer ber Districtseinnehmerei Reichelsheim Ernst Bütte! in die Districtseinnehmerei Vilbel zu versetzen; an bems. Tage ben Finanzaccessipen Heinrich Crecelius aus Laubach zum Districtseinnehmer ber Districtseinnehmerei Altenstabt, ben Finanzaccesflsten Heinrich Fix aus Bübingen zum Districtseinnehmer ber Districtseinnehmerei Reichelsheim zu ernennen.
Am 6. Novbr. würbe dm Schulamts-Aspiranten Johs. Loy aus Offstein bie britte Gemeinbe-Sckulstelle zu Klein-Krotzenburg, am 7. Novbr. bem Schulamts-Aspiranten Peter Mickler aus Urberach bie dritte Gemeinde-Schulstelle zu Hcuser.st mm, am 13. Novbr. dem Schullehrer Karl Kraußrnüller zu Ettingshausen bie Gen.einbe-Schulstelle zu Oppenrod, dem Schullehrer Johann Reitz zu Salz die erste Gememde-Schulstelle zu Freien-Steinau, am 23. Novbr. dem Schullehrer Georg Adam Meister zu Erbach die evang. Schulstelle zu Groß- Steinheim übertragen.
11. Cbarakterertheilung.
12. Dienstentsetzung. Am 20. Novbr. wurde der Schullehrer Heinrich Knobloch zu Wolfsheim seiner Stelle ensetzt.
13. Ruhestandsversetzungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 21. Octbr. ben Lanbgerichtsbiener bei bem Lanbge- richte Bad Nauheim Johannes Benner auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen.
Am 13. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gemeinbeschule zu Knoben- Schannenbach Martin Trautwein in ben Ruhestaub versetzt.
14. Concurrenzeröffnungen. Erlebigt sinb: eine Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Trebur mit einem Gehalt von mindestens 1000 «X unb höchstens 1400 «X; bie Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Merlau mit einem Gehalt von 900 «X; eine mit einem katb. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gememdeschule zu Bürstadt mit einem Gehalt von 1000 «X
15. Sterbefälle. Gestorben sind: am 22. August ber evang. Pfarrer Tröster zu Gambach; am 7. Novbr. der Gerichtsvollzieher Georg Engwann zu Nieder-Olm; am 8. Novbr. der Gerichtsvollzieher Philipp Jocob Müller zu Oppenheim; am 9. Novbr. der evang. Pfarrer Kirchenrath Schneider zu Ueberau; am 10. Novbr. ber Director dr Ober Rechnungskammer Geheimrath Julius Karl Wernher zu Darmstadt; am 12. Novbr. ber Psanbrneister Joh. Konrad Scheer zu Lauterbach; am 13. Novbr. ber evang. Pfarrer Friedrich Ludwig Ritter zu Planig.
Berlin, 4. December. Das Abgeordnetenhaus erledigte nach unerheblicher Debatte die zweite Lesung des Etats der landwirthschafrlichen und Gestüt-Verwaltung. Hierbei erklärte Minister Friedenthal auf eine Anfrage: die Ausführungsverordnungen betreffs des FisckereiwesenS seien bereits ergangen; es werde indeß nothwendig sein, dieselben demnächst einer'Revision zu unterziehen. Die Vorarbeiten bezüglich der Regulirung der Weichsel- und Nogat-Riederung seien eifrig gefördert; die Beseitigung technischer Schwierigkeiten stehe zu hoffen und werde demnächst eine technische Supcrrevision vorgenommen.
Nach Schluß der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses gingen dem Bureau des HauseS zwei Anträge des Centrums zu, einer von Windthorst (Meppen) auf Wiederherstellung der aufgehobenen Artikel 15, 16 und 18 der preußischen Verfassung, welche sich auf das Verhältniß des Staates zur Kirche bezogen, — und ein anderer von Schorlemer-Alst, welcher der neulichen Interpellation desselben auf Wiedereinführung der Zinsbeschränkungen entspricht.
Berlin, 4. December. Als em Curiosnm unter ben vielen ernsten Dingen ber Jetztzeit wollen wir hier erwähnen, baß bas Vermögen des verbotenen hiesigen „Vereins zur Wahrung ber Interessen der werkthätigen Bevölke. rung Berlins", zu besten Liquibator ber Polizeihauptmann v. Wolffsburg vom Polizeipräsidium bestellt ist, sich, wie uns mitgetheilt wirb, insgesammt auf ben Betrag von 14 Pfennigen beläuft.
— In Willmersbors bei Berlin hat biefer Tage ein Mitglied eines Ge- werkvcreins von ber Polizeibehörbe eine Ausweisungs-Orbre erhalten. Wes- h.ilb, ist noch nicht bekannt. Vor 3 Jahren soll ber Betreffend der Social- bemokratie angehört haben, seitdem jedoch nicht mehr. Wie man vernimmt, hat auf Ersuchen des Anwalts ber Gewerkoereine ber Minister bes Innern die Ausführung der Ordre einstweilen fistirt und Bericht eingefordert.
Berlin. Ueber das Leben des Reichskanzlers in Friedrichsrvh lief ein
Samstag, den 7. December
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Nr. 288.
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Anzeige- Md AmtsM für den Kreis Gieße«.
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Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS
Schulfiraße B. 18.
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