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Gießen, 6. September. Kommenden Sonntag wird Herr Professor Engel- bard t aus München einen Vortrag hatten über „Ton-und Stimmbildung" für den «weck des Gesanges, der Deklamation und den deS öffentlichen Redens. Die seit einem lalben Jahre geradezu epochemachenden Vorträge desselben über diesen Gegenstand sind in Karlsruhe, Mannheim, Trier, Stuttgart, Tübingen, Heidelberg, Frankfurt a. d. O- v'it großem Interesse und Beifall ausgenommen worden. Sowohl von hervorragenden Autoritäten, Korporationen, wie auch einstimmig von der Presse wird hervorgehoben, daß die genannten Themata noch nirgends wissenschaftlich und mit solch' piäcisirten Grundsätzen behandelt und vorgetragen wurden, daß die von demselben ausgebildete Methode der Stimmbildung auf sehr ansprechende und verständliche Weise erläutert und deren Entwickelung wie praktischen Vortheile für „recht" und „schön" zu sprechen, au deklamiren und zu singen „meisterhaft" vorgeführt werden. Engelhardt ist rhetorisch öle künstlerisch als Sänger ausgebildet, machte jahrelange Studien bei den ersten Gesangs - Meistern in München, Wien und Paris, wie auch in theoretischer, d. h. phystologiich-anatomischer Beziehung an der Klinik zu München. Wir wollen deßhalb nicht versäumen, das kunstliebende Publikum, besonders die musikalische, resp. gesangliche oder deklamatorische Zwecke anstrebende Damenwelt, sowie die berufsmäßig mit vielem öffentlichen Sprechen befaßten Kreise auf diese im höchsten Grade interessanten, fesselnden und genußreichen Vorträge des Herrn Engelhardt — dem einzigen Ver- ireter dieser für das allgemeine Bedürfniß so höchst wichtigen Gebiets in Deutschland— aufmerksam zu machen.
--Auch das 2. Concert der amerikanischen Capelle in Wenzel's Garten war -echt gut besucht und ernteten die Künstler den wohlverdientesten Beifall. Wir können an§ füglich auf die bereits früher gebrachten Kritiken beschränken, wollen aber an einem Beispiel die Tüchtigkeit der Kapelle daran constatiren, daß dieselbe zwei Märsche, welche nerr Kapellmeister Krautze derselben kurz vor Beginn des gestrigen Concertes dedtcirte, ein „Gießener Corps-Lteder-Marsch" und „Mtlitär-Jubel-Marsch", ohne alle Probe vom Zlatte weg auf das Sauberste spielte. — In Gießen ist die Kapelle, wie man hier gewohnt, auf die Kosten gekommen, während ste z. B. in Darmstadt richtig heretn- gefallen ist. , —:
£tte raUsch es.
DaS reichhaltigste und billigste Familien-Journal! So dürfen wir mit vollem Recht die „Illustrirte Welt" (Stuttgart, Verlag von Eduard Hallberger) nennen, von welcher uns soeben das erste Heft des neuen, siebenundzwanzigsten Jahrgangs zugegangen ist.
Dasselbe bringt einen Reichthum an gediegener Unterhaltung und Belehrung durch den Text, eine Fülle von fesielnden, interessanten Bildern, daß man wohl sagen darf, dies Familienjournal gehört nicht nur zu den sorgfältigst geleiteten volksthümlichen Zeitschriften unserer Lage, sondern ist auch die inhaltreichste und billigste. Der neue Jahrgang beginnt mit einem aus der Tiefe des Lebens geschöpften vortrefflichen Roman: „Lebenswirren" von F. ß. JReimor. Diesem folgt ein Artikel, der uns über die Entstehung der gebräuchlichsten deutschen Wörter und Redensarten unterrichtet. Ein schönes Gedicht wendet sich an die poetischen Gemüther. — Nach diesem lesen wir eine geistreiche Kruninalgeschichte: „Die schöne Handschrift". Dann erhalten, wir den Anfang eines liebenswürdig und fesselnd geschriebenen, hvchinteresianten Romans: „Auf einsamem Felsenriä" von Weißenthurm der in Amerika spielt. Ein heiteres Gedicht unterbricht die Prosa, und nach diesem folgt ein außerordentlich intereflanter Artikel: „Cirkusgeheimnisse" von O. Corvin. Eine humoristische Novelle: „Mein Freund Kunkel", und eine Skizze aus der Aumenwelt schließt diesen Theil des Heftes, dem sich nun eine Fülle von gemeinnützigen Rezepten aufc allen Gebieten und Unterhaltendes, wie Schach, Räthsel, Rösselsprung re., anschließt. Mit dieser textlichen Ausstattung halten die vorzüglichen Bilder Schritt. Künstlerisch ausgeführte Holzschnitte, Genrebilder, Reisen in ferne Länder, Weltausstellungs-Illustrationen, Historisches, humoristische Skizzen in reicher Abwechslung bietet uns dies erste Heft, das uns gerechte Bewunderung abnöthigt, wie bei dem außerordentlich billigen Preis — das mit feinem reichen Inhalt einen ganzen Oktavband füllende Heft kostet nur 30 Pfennig! — so viel, so Gediegenes in so anziehender, schöner Ausstattung gegeben werden kann.
Wir empfehlen den neuen Jahrgang der „Jllustrirten Welt" allen unseren Lesern als vortreffliche Haus- und Familienlektüre auf's Wärmste.
Sctiifftoberleht, Mitgethetlt von dem Agenten üe« Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen.
Bremen, 4. September. Das Postbampfschiff Salier, Capt. I. Hesse, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 2. September wohlbehalten in Buenos Ayres angekommen.
Handel und Verkehr.
Limburg, 4. Sept. (Fruchtbericht.) Roth er Weizen 17.60, Weißer Weizen , ^orn x 11.05, Gerste X 9.90, Hafer X 6.50. (Durchschnitts - pro ^L^kfurt, 5. Sept. (Fruchtbericht.) Unser hiestzer Markc bleibt ruhig, das Hauptgeschäft dreht sich in Wetzen ab unserer Umgegend zu X 20—20.25; für Export sehr wenig genommen, da die seither exportirte Waare wegen aeringer Qualität beanstandet wurde. Prima ungarischer Weizen X 22, während Wetterauer ab Bahn die Route Frankfurt-Gießen zu 20.50 übrig bleibt- Roggen wenig im Verkehr je nach Qualität, X 13—16.50. In Gerste geht noch immer wenig um, da die Malz-Saison noch nicht begonnen hat. Wir taxiren X 18—19.50. Hafer ruhig und varttrt der Preis je nach Qualität von X 14—16. Am Mehlmarkt herrscht weitere Stille; die Bäckereien verhielten sich passiv, da sie behaupteten, daß Mehl im Verhältnitz zu den Körnerpreisen zu theuer sei. Futterstoffs kaum anzubringen. Reps und Rüböl ruhig.
Mehl Nr. 1 X 39.50, Nr. 2 x 35.50, Nr. 3 X 31.50, Nr. 4 x 27.50, Nr. 5 X 21.50. Roggenmehl °/i (Berliner Marke) X 21.50, do. II. (Berliner Marke) X 18.50, Wetzen, effect. hiesiger ab Bahnhof hier x 21.—, ab unserer Umgegend X 20—20.25, do. fremder je nach Qualität X 19-22.-, Roggen je nach Qualität X 13.50-^16.50, Gerste 13-19, Hafer X 14—16, Kohlsamen 29—30, Erbsen X 19—23, Wicken ^tnfen X 17—23, Rüböl, detail, X 72. Stimmung unsicher. Hauptsächlich gefragt war: — Dringend offerirt: unsere Landweizen, Mehl, Futterstoffe. (Die Preise verstehen sich sämmtltch per 200 Vfund Zollgewicht — 100 Kilo)
** Seit einigen Wochen ist ein neuer Artikel auf den Weltmarkt getreten, welcher geeignet scheint, bei unseren Hausfrauen das größte Aufsehen zu erregen und auch manchem braven Familienhaupte die Tage der großen Wäsche erträglicher zu machen. In England, welches uns schon so häufig mit praktischen Artikeln versorgte, wird eben eine Seife fabricirt, welche die Producte unserer heimischen Seifensiederei weit hinter sich läßt und welche bet großer Ersparniß an Zett und Arbeit das Kochen der Wäsche vollständig entbehrlich macht. Auch hier in Gießen angestellte Versuche haben sich ganz vorzüglich bewährt und können wir unfern praktischen Hausfrauen nur anrathen, eine Probe mit dieser neuen Seife zu veranstalten, um sich von der Vortreffltchkeit derselben zu überzeugen. Es kann hier nicht unsere Sache sein, eine Gebrauchsanweisung abzudrucken. Wir verweisen in dieser Beziehung die Consumenten an Herrn Emil Fischbach, welcher das Depot für unsere Stadt übernommen und bereitwilltgst jede weitere Erklärung geben wird.
Irischbäcker in Gießen.
Sonntag den 8. September. Ludwig Kroneberg in der Neustadt. Heinrich Faß am Kreuz. Konrad Haas, Wallthorftraße.
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zn Gießen. Gottesdienst.
Sonntag den 8. September:
Morgens: Pfarrvicar Schöner- (Feier des heiligen Abendmahls.) Nachmittags: Mitprediger Drescher-
(Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 8. bis 14. September besorgt Pfarrer Dr. Seel.
Ieitgeöotenes.
4 Pfd. I. Sorte Weißbrod 36 Pfg., do. II. „ „ 48 „
do. gutes Kornbrod 42 „
verkauft
5327)_____Carl Steinberger.
Äkeue englische
Kalt-Wasser-Waschseife
!! Säcke!!
5129
ä 50 Pfg. und höher
i ei Georg Grieb Schloßnasse.
Leonberger Hund, Moires Exemplar, ist pretswücdtg zu verlasen Näh eres in der Exp. d. Bl. (5331
Echrader'-
züglichste HauS-
Depot in Gießen bei
v mittel. Per Fl. 1 M.
Apotheker 3nl. Schrader,
(3844
W. Eigner, Kreuz.
D°i einem AankhNtSfaN <„ >jamtlte habe ich mich von bet roohl tätigen Wirksamkeit Ihrer Lrbrnsessen," überzeugt rc. :c.
Geißelhardt. Schultheiß «och.
Bissingen. Bei Allen, bit” ->hre -weiße LebenS-Essrnz" benützten, hat sie die trefflichsten Dienste geleistet. __ Prof. Hausch/
1enben Sie mir zwölf Flacons
SebenS-Essenz". DaS eine Fläsch- chen hat schon merkwürdige Sesseruna hervorgebracht. Tübingen. Krerfrau v. Tt. Andre;, a-b v. Tesstn.
^ist baS 60t:
welche bei großer Ersparniß an Zeit und Arbeir das Kochen der Wäsche vollständig entbehrlich wacht, ohne auch nur im Geringsten dieselbe anzugreifen, empfiehlt
1Emil fr'esehbach.
Von dem General-Ve'treter für Deutschland wurde mir der Alleinverkauf für hier und Um -eoenb übertragen. (5337
Gießen
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«. K. <■.
Samstag den 7. September, Abends V29 Uhr: Generalversammlung im Vereinslokal tPrinz Carl).
5335) Der Vorstand.


