Ausgabe 
7.2.1878
 
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97 EinquartirungSgelder.

Das hiesiae Reatment und das Landwehrbataillon zahlen für die ständig bei den hiesigen Einwohnern einquarttrte Mannschaft das reglementmäßige Seroies während die Stadt mit den Quartteraebern ein Uebereinkommen ge­troffen hat, nach welchem denselben aus der Stadtkasse eine höhere Vergütung geleistet wird. Dieser Umstand bildet den Grund der Mehrausgabe unter dieser Rubrik (Scbluß folgt.)

Vermischtes.

(Amerikanische Kirchenlieder.) Bekanntlich legen manche kleinere religiöse Gemeinden im Westen der Vereinigten Staaten Werth darauf, recht sangbare Melo­dien zu ihren Kirchenliedern zu wählen und es ist gar nicht selten, daß sehr profanen Weisen der fromme Text untergelegt wird. Das stört die Erbauung des Iankees nicht, tzer Eindruck auf den Fremden aber ist zu Zeiten ein äußerst heiterer. So meldet der Germanische Piontr", welcher in dem fast nur von Bewohnern deutscher Abstammung bevölkerten Hermannsville, Texas, erscheint, daß ein ,Grünhorn" (Nmeingewanderter) aus der Lamm-Kapelle hinausgeworfen worden, weil er die gottesdienstlichen Handlungen durch Lachen gestört habe. Die Anhänger der betreffenden Secte sangen nämlich nach der Melodie des Fattnitzamarsches:

Vorwärts mit frischem Muth, Das Lamm sei das Panter, Vorwärts mit frischem Muth, ZionS Lust winkt mir, Vorwärts mit frischem Muth Bal Sebub unterliegt, Vorwärts mit frischem Muth, Die Lammesunschuld siegt!

Daffelbe Blatt macht allen Ernstes auf eine neue fchöne Hymne aufmerksam, die nach der Ltndenauweise gesungen wird:

Wir gehn nach Kanaan,

Dort dürfen wir uns nahn, Dort grast das Lamm so rein Vergnügt auf grünem Plan, Und fleußt in süßer Ruh' Des Lammes Manna zu, Drum geh nach Kanaan, Wer immer gehen kann.

Niemanden hat noch die Anschaffung vonDr. Airys Naturheilmetbode gereut. Den Werth dieses medicintschen, verständlich geschriebenen Werkes bezeugen raufende der anerkennend­sten Dankschreiben. Vor einiger Zeit erschien denn auch bereits die 100. Auflage und sind bisher nachweisbar über 600,000 Exemplare verkauft. Als treuester Rathgeber sollte das Werk nicht nur bei eintretenden Krankheitsfällen, sondern auch überhaupt in jedem Hause als nützlichste Lektüre zur Hand liegen, denn zahlreiche Dankschreiben geheilter Personen sprechen für den Werth der Heilmethode. Das 544 Seiten starke, illustrirte Buch wird gegen Einsendung von 1 Jl. (am bequemsten in Briefmarken) direct verschickt von Richters Verlags-Anstalt in Leipzig. Auch ist es in den meisten Buchhandlungen zu haben.

Theer-Capseln als Heilmittel. Es wird in jüngster Zeit gar viel über Theer ge­schrieben, von berufener und unberufener Seite geurtheilt und, gestehen wtr's, nicht immer aus lauteren Motiven; es dürfte daher wohl an der Zeit sein, zu sehen, was denn unsere deutschen Gelehrten in dieser Beziehung sagen.

So schreibt Professor Dr. Lebert in Breslau in seinem Handbuch der practischen Me- dicin, Tübingen 1871, vierte Auflage, Bv. I, Artikel Bronchitis Chronica Seite 1045 u f. von Anwendung der Balsamica sprechend:

Diejenigen, welchen ich den Vorzug gebe, sind vor Allem der längere Zeit fort- gesetzte Gebrauch von Theerwasser aqua picea in der Dosis von 1 bis 2 Schop­pen täglich rc."

sowie ferner bet Bronchitis der Greise S. 1074:

Das Theerwasser aqua picea kann, da es der Kranke viele Monate trinken muß rc."

Professor Dr. E. Seitz in Gießen in seiner Bearbeitung des berühmten Niemeyer'schen Buches, 9. Auflage, Berlin 1874, Band 1, Abth. I, Artikel Hyperämie und Katarrh der Luft­röhre und Bronchtalschleimhaut S. 85 schreibt:

Wirksamer sind die zu dem Zwecke empfohlenen oelig harzigen u. balsamischen Mittel für deren fecretionsbeschränkende und zugleich expectorirende Wirkung hin- reichende Erfahrung bürgen rc."

Theer gehört vorzugsweise zu dieser Classe der medicintschen Mittel.

Daß zwischen Theerwasser und Theercapseln es sich nur um eine andere neuere Form handelt, bedarf keiner langen Auseinandersetzung; als Capsel wird der Theer in der angenehm­sten Form geboten, geschmack- und geruchlos, genau dofirt und höchst haltbar, während bei der alten Anwendung als Wasser große Quantitäten des so unangenehm schmeckenden Mittels ge­nommen werden mußten, um dem Organismus den Theer in dem nöthigen Quantum zuzu­führen.

Ueberdies schreiben Professor Dr. Waldenburg und Dr. C. E. Simon in Berlin in ihrem Handbuch der allgemeinen und speciellen Arzneiverordnungslehre. Berlin 1877, S. 555 über innerliche Anwendung des Theers in Pillen- und Capselform rc., daß letztere zu 0,3 bis 0,5 bis 1,5" zwei bis drei Mal täglich"

zu verabfolgen seien.

Die Analyse der Guyot'schcn Theercapseln, deren nicht geringster Vortheil darin besteht, daß die denkbarst beste Qualität von reinem norwegischen Theer verwandt ist, ergibt bet einem Gewicht von 0,39 einen Gehalt von 0,122 dieses Theeres p. Capsel und sollen 23 derselben bet jeder Mahlzeit genommen werden.

Man sieht, auch die deutschen Gelehrten halten die Anwendung des Theers in gleichem Verhältnis für ersprießlich und Jedermann wird sich darüber nun ein Urtheil bilden können.

Daß das Sprichwort: Ne quid nimis (Nichts über's Maß) auch hier am Platze und ein richtiges Maaß- und Zielhalten daher unerläßlich ist, versteht sich von selbst; die angegebenen Formeln zeigen den Weg, und wem dies nicht genügend erscheint, erhole sich des competenten Rathes; dann wird ein Mittel, welches schon so lange im Dienste der Wissenschaft steht, erst wirklich populär.

Die Reclame allein thut's wahrlich nicht. Dr. med. M.

Handel und Verkehr.

Mainz, 5. Februar. Wetzen per März 21.10, p. Mat 21., Roggen per März 15.20, per Mat 15.05, Hafer oer März 14 80, Rüböl per Mat 36 55

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769) Mit Gegenwärtigem erlaube ich mir ergebenst die Auf- Cb merksamkeit des geehrten hiesigen Publikums mit Folgendem in An- Q

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Der Vorstand.

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verbunden und der Preis des Looses auf 3 0 Pfennige festgesetzt.

Anmeldungen erbitten wir bis zum 10. März an Herrn Kaufmann Julius Moe hl er, Ernst-Ludwigsstraße 11, hier zu richten, von welchem auch die Programme und Anmeldebogen zu bezieben sind.

Außer auswärtigen Ausstellern werden von Darmstadt und Bestungen nur Mitglieder des Vereins zugelassen.

Loose sind zu bezieben durch Heinrich Elbert, 25 Ernst-Ludwigsstr. 25,

755) Die Mitglieder des akademischen Gesang-Vereins werden höflichst ersucht, sich zu der heute, Donnerstag den 7. Februar ftattfindenden Probe zahlreich einzufinden, um nähere Mittheilungen über die bevorstehende Festlichkeit entgegen zu nehmen. Die Liste zur Einzeichnung wird offen liegen. Das Comite.

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spruch zu nehmen und von meinem temporären Hiersein zu benach­richtigen.

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3. Uoget- nnö Mtüget-Ausstellung

und werden diesmal Aussteller aus dem ganzen Großherzogthum zugelaffen.

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