Ausgabe 
7.2.1878
 
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1829.

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37,3 ProM.

Sfienten entgegn.

Ü. Ricker.

Äauimann iucht noch Tages BMMtzung. ^Ptb. b. SBlttB unter

Jen von Stammholz on Brennholz über- ___________H. tfetf. erkauf von getragenen Hemden, Weißzeug, Stlbet, außer Cours i CJtlflemälben, Ar.ti- «fing, Zinn, Roßhaaren ei

ö Rothenberger, euenweg 193, afthaus jnm Löwen". siger tüchtiger -auS- dauernde Steilung. bei der C;yMon.

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Ko. »T. Donnerstag, den 7. Februar 1878.

AieKener MllMger

Anzeige- md MsM für den Kreis Siche«.

' -----------------7n -p- t " Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Revaetionsbureaitr ^rtenstraße 8. 165. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Expeditionsbnreanr Schulstraße L. 18. - --

Amtlicher Theil.

Gießen, am 1. Februar 1878.

Betreffend: Das Ersatzgeschäft für 1878 ,

Das Großhcrzogliche Krcisamt Gieße»

an die Großberzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Wir fordern Sie auf, Nunmehr mit Aufstellung der Stammrollen sofort zu beginnen und dieselben mit denjenigen für 1876 und 1877 una-fäumt an uns einzusendcn.

vr. Bo ermann.

ianBMnmpaMn " x.

politisch

* Gießen, 6. Februar.

Eine von Oesterreich an Rußland gerichtete Note bezüglich des Frtedensschlusies im Orient wirbelte in diesen Tagen eine Menge unnö- rhigen Staub auf. Diese Note war durchaus kein Ultimatum Oester­reichs an Rußland, sondern sie stellte nur eine energische Mahnung der österreichischen Regierung an die russische dar, indem Oesterreich-Ungarn seine Interessen bei einer Neuordnung der Dinge im Orient in entsprechender Weise respectirt sehen will. Rußland ist dieser Forderung Oesterreichs bereitwilligst entgegengekowmen, was auch seine guten Gründe hatte. Denn Rußland muß jetzt unter allen Umständen dafür Sorge tragen, daß keine feindseligen Gesin­nungen gegen seine Actionen im Orient emporwachsen. Oesterreich fühlt sich durch die entsprechenden Erklärungen Rußlands beschwichtigt und somit ist dieser russisch-österreichische Zwischenfall erledigt.

England gegenüber hat auch Rußland ganz ähnliche Erklärungen wie bezüglich der österreichischen Mahnung abgegeben und wenn sich die neue Botschaft vom Abschlusie des Waffenstillstandes bestätigt, so glaubt man kaum, daß ein russisch-englischer Cor flict entstehen wird. Im englischen Parla­ment wird jedoch bezüglich der Creditforderung der Regierung mit allen Mitteln weiter gekämpst.

In dem Augenblicke, in welchem sich die neue Kunde von einem Ab­schlüsse des Waffenstillstandes zwischen Rußland und der Türkei verbreitete, kommt auch die Nachricht aus Athen, daß die griechische Regierung beschloffen habe, gegen die Türken loszuschlagen. Zwölftausend Mann reguläre griechische Truppen haben den Befehl erhalten, Epirus, Theffalien und Thrazien zu be­setzen, angeblich um die Ruhe und Ordnung dort ausrechtzuerhalten. Außer­dem ist die gesammte männliche Bevölkerung Griechenlands zur Nationalgarde einberufen worden und die Kretenser haben mit den Griechen gemeinsame Sache gemacht. Dieser Einfall der Griechen in die Türkei kann ein unseliger Schwa­benstreich für Griechenland werden, denn da die Türkei wegen des Waffenstill­standes mit Rußland keine Truppen mehr gegen dasselbe braucht, so kann die Pforte immerhin 30,000 bis 40,000 Mann gegen Griechenland sammeln, welches genügen dürste, um den Griechen die Eroberungslust zu verleiden.

Die französische Deputirtenkammer kann ihre Budgetberathun- gen ohne parlamentarische Katzbalgereien nicht zu Ende führen. Was in dem deutschen Parlament der Eulturkampf bedeutet, das stellt in Frankreich in viel größerem Maßstabe der Parteikamps dar. Fortwährend müffen die Monarchisten von den Republikanern gemaßregelt werden und deshalb schäumen jene immer von Neuem von einer wahren Bescrkerwuth über. Der weiland Vicekatser Rouher, der Hohepriester der Bonapartisten, hatte sogar die Dreistigkeit, den Republikanern in der Deputirtenkammer vorzuwersen, daß ihre Unklugheit am Verluste Elsaß-Lothringens Schuld sei, woraus die Republikaner den Schluß der Sitzung beantragten, um Rouher den Mund zu stopfen.

Der Deutsche Reichstag wird heute Mittag 2 Uhr vom Minister Camphausen als Stellvertreter des Kaisers eröffnet.

Am 1. Februar hat der Kaiser Wilhelm auch den neuernannten außer­ordentlichen und bevollmächtigten Botschafter Frankreichs, den Grafen von Saint- Vallter, in feierlicher Audienz empfangen und dessen Beglaubigungs-Schreiben entgegengenommen. Man schmeichelt sich in Paris mit der Hoffnung, daß der Graf von Satnt-Vallier der Mann sein werde, der das Zeug habe, die Be­ziehungen Deutschlands zu Frankreich besser zu gestalten, als es seinem Vor­gänger, dem Grafen von Gontaut-Btron, gelungen war.

Die Vermuthungen über das Schicksal der dem Bundesrathe unter­breiteten Vorlage der Reichsregierung, die Stellvertretung des Reichskanzlers betreffend, gehen sehr auseinander. Bestimmtes über die Stellung der Bundes­regierungen zu derselben, abgesehen von Preußen, ist noch nicht bekannt. Es beißt, daß einzelne Mitglieder des Bundesrathes die Absicht einer Abänderung des Entwurfs in der Richtung zu erkennen gegeben hätten, daß statt der sacul- lativen und nur auf den Fall der Behinderung des Reichskanzlers berechneten Stellvertretung feste constttutionelle Einrichtungen treten würden. Wir wiffen nicht, ob diese Absichten ernstlich vorhanden sind, noch weniger, ob sie zu einem positiven Resultate führen werden in Sachen der Kanzlerfrage.

er Hheil.

Deutschland.

Darmßade, 5. Februar. Ausweislich des von dem Abg. Conradi er­statteten Berichts des Gesetzgebungs-Ausschufles der zweiten Kammer befürwortet dieser Ausschuß die Annahme des von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurfs über das Civildiener-Wittwen-Jnstitut, wonach einige neu entstandene und einige bereits bestehende Stellen in die gesetzliche Classification ausgenommen, und weiter der 1861 eingesetzte Ausschuß für Angelegenheiten des Wtttwen-Jnstituts aufgehoben werden soll. Nur hat der Ausschuß die schließlich auch von der Regierung zurückgezogene Einreihung der Stelle des Vorstandes des hiesigen Polizei-Amts in die dritte Classe als zu hoch'beanstandet und beantragt, den landständijchen Archivar aus der sechsten in die fünfte Claffe zu versetzen.

(Fr. Journ.)

Unter den Fürstlichkeiten, welche ihr Erscheinen bei den Ende dieses Monats bevorstehenden Hochzeits-Festlichkeiten am Berliner Hofe zugesagt haben, befindet sich auch Se. König!. Hoheit unser Großherzog.

Se. Großh. Hoheit Prinz Alexander hat am Freitag den Kasser!.- Majestätrn in Berlin einen Besuch abgestattet.

Der Entwurf des hessischen Ausführungs-Gesetzes zum Gertchtsver-- fassungs-Gesetze des Deutschen Reichs ist dem Vernehmen nach im Großh. Justizministerium ausgearbeilet und wird demnächst der Beschlußfaffung des Großh- Gesammtministeriums unterbreitet werden. (Darmst. Ztg.)

Die Regierung hat die Interpellation des Abg. Schröder, ob die Regierung gedenke, die Dotation des Bischofs von Mainz einschließlich des bischöflichen Titels fernerhin, bei der rechtlich unbestrittenen Vacanz des bischöf­lichen Stuhles, auszuzahlen, mit Ja beantwortet. Die Auffaffung der Regie­rung läuft darauf hinaus, daß die Zahlung nicht an den Bischof, sondern an das Domkapitel geleistet werde. Demgemäß ist auch die andere Interpellation !Schröder's:Kann das bischöfliche Ordinariat die von ihm zu Lebzeiten des Bischofs geübten Functionen, insbesondere solche der oberen Aufsicht und Ge­nehmigung, jetzt noch mit gleicher rechtlicher Wirkung dem Staat gegenüber ausüben, auch ohne daß ein vom Staat als solcher anerkannter Bisthumsver- weser vorhanden ist?" im bejahenden Sinne beantwortet worden. Der unbe­schränkten Function des Ordinariats auch ohne den Bischof steht also nichts im Wege. Die erste Kammer soll, wie verlautet, gegen Ende kommenden Monats auf kurze Dauer zusammentreten.

Berlin, 4. Febr. DieNordd. Allgem. Ztg." enthält einen Brief eines bestunterrichteten Wiener Correspondenten, welcher den jüngsten österreich-rus­sischen Notenwechsel bespricht, dessen befriedigendes Ergebniß hervorhebt und dann bemerkt: Damit ist die alte Concordanz wiederhergestellt, und dem In­teresse des Friedens ist die durch die nun beendete klare Auseinandersetzung mehr und besser gedient, als wenn die eingetretene Verstimmung latent geblieben wäre.

Berlin, 4. Febr. Das Abgeordnetenhaus berieth über den vom Herren­haus in abgeänderter Form zurückgelangten Gesetzentwurf über die Errichtung der Oberlandes- und Landgerichte. Windthorst (Meppen) sprach sein Bedauern aus, daß man von der Durchberathung des Ausführungsgesetzes zum Gerichts­verfassungsgesetze Abstand genommen habe, und beantragte, dieselbe als ersten Gegenstand aus die Tagesordnung zu setzen. Seitens des Justizmintsters wurde erwtedert, daß er definitive Beschlüsse hinsichtlich der Erledigung des Ausfüh- rungsgesetzes nicht mitgetheilt habe. Die Zeitungsnachricht, er habe geäußert, es liege ihm nichts an dem Zustandekommen dieses Gesetzes, sei unwahr. Die Erledigung sei sehr wünschenswerih; ob dies jedoch möglich, sei nach der be­kannten Lage der Verhältnisse höchst zweifelhaft. Die Justizcommission des Herrenhauses habe in letzter Zeit sehr anstrengend gearbeitet; ob sie dies noch in der nächsten Zeit werde thun können, sei fraglich, da verschiedene ihrer Mit­glieder zugleich Mitglieder des Reichstages seien. Miquel äußerte das dringende Verlangen nach Erledigung des fraglichen Gesetzes, deßhalb sei die Durchbe­rathung desselben in der Justizcommission des Herrenhauses und ein nachheriges kurzes Tagen beider Kammern wünschenswerth. Der Justizminister bemerkte hierauf, daß die bisherigen Berathungen des Hauses resp. der Commission keineswegs verloren seien. Lasker schlug vor, das Haus möge nach Ostern wieder zusammentreten und dann die Justizgesetze erledigen. Windthorst zog seinen Antrag zurück, in der Erwartung, daß die Regierung in Erwägung