Ausgabe 
6.12.1878
 
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1878

Freitag, den 6. December

Nr. 28S

Kichener HUyeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

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Darmstadt, 3. December. Das heute ausgegebene Großherzogliche 1 Regierungsblatt Nr. 26 enthält die Bekanntmachung Großherzoglichen Ministe- i rtums der Finanzen, den Sptelkartenstempel betreffend. 1

Darmstadt, 4. December. Der Gesetzgebungs-Ausschuß der zweiten l Kammer wird Samstag den 14. d. M- wieder zusammentreten, um zunächst die i Referate der einzelnen Mitglieder deflelben über die von ihnen begutachteten I Theile des Gesetzentwurfs, die Ausführung der deutschen Ctvilproceß-Ordnung i und der Cvncurs-Ordnung betreffend, entgegenzunehmen und dann in gemein­schaftlicher Berathung mit Großh. Ministerium der Justiz in dieser Materie i einzutreten, auf Grund deren dann der Bericht des Ausschußes und das Plenum j der Kammer sestgestellt werden wird. Voraussichtlich werden die Berathungen bei der Wichtigkeit des Gegenstandes und dem dadurch bedingten Umfange des den Ständen zugegangenen Gesetzentwurfs längere Zeit in Anspruch nehmen.

Wie demMzr. Journ." von wohlunterrichteter Seite aus Homburg mitgetheilt wird, hat der Kaiser der Großherzogl. Familie das Homburger Schloß zum Aufenthalt während der Reconvalescenz der hohen Kranken angeboten und sind die Befchle zur Instandsetzung der Räume im dortigen Schlöffe bereits ergangen. Bezüglich der Uebersiedelung der Großherzoglichen Familie verlautet eine be­stimmte Nachricht bis jetzt noch nicht.

Mainz, 2. December. Das hiesige Polizeiamt wurde heute Abend telegraphisch benachrichtigt, daß ein Viehtransport mit 160 Stück hier einlaufen würde, in dem die Rinderpest ausgebrochen sei, und daß sofort Maßregeln ge­troffen werden müßten. (8r- 3*3-)

Mainz, 3. December. Nachdem im Laufe dieses Jahres von dem Kriegsmtnistermm in Berlin bereits eine Million Mk. für Kasernen-Bauten bei ber hiesigen Garnisonsveiwaltung etngetroffen war, wurde kürzlich derselben Be­hörde von Berlin aus die Mittheilung gemacht, daß demnächst die zweite Mill, zu demselben Zwecke hier eintreffen werde. Es handelt sich dabei um die Er­satzbauten für die zu verkaufenden beiden Kavallerie-Kasernen (goldene Roß- und Löwenhof-Kaserne). Ein geeignetes Terrain für Erbauung der neuen Kasernen konnte bis jetzt nicht acquüirt werden.

ÄuS Hessen, 3. December. Aus dem den Ständen zugegangenen Budget entnehmen wir bezüglich einzelner Realschulen Heflens folgende nicht unintereffante Momente. In Darmstadt hat die Schülerzahl so zugenommen, daß bereits 1876 provisorisch drei neue Parallel Elasten errichtet werden mußten und daß demnächst vier weitere Parallel-Clasten in Aussicht zu nehmen sind, weil die Zahl der Schüler in den betr. Elasten sich dermalen bis zu 73 beläuft. Es sind daher an Stelle der 15 akademisch und 3 seminaristisch gebildeten ordentlichen Lehrer des letzten Budgets nunmehr 21 akademisch gebildete und 8 seminaristisch gebildete Lehrer vorgesehen. In Michelstadt soll nach Beendi­gung des Neubaues der Realschule die bereits seit mehreren Jahren daselbst bestehende Vorschule in dieses Gebäude ausgenommen und mit der Realschule vereinigt werden. In Gießen hat der Stadtvorstand die Verwandlung der dortigen Realschule in eine Realschule erster Ordnung beantragt. Die Regie­rung ist diesem Antrag günstig gestimmt und soll die bereits provisorisch durch geführte Einrichtung einer weiteren zweijährigen Oberklaste eine definitive und die Erhöhung der Durchschnitts-Gehalte des Directors und der akademisch ge­bildeten Lehrer von 4300 bezw. 2900 auf 5100 bezw. 3300 Mk. vorgesehen werden. O Journ.)

Berlin, 3 Dec. DerKreuzztg." wird geschrieben: Mit den Prmzen deS königlichen Hauses werden dem Vernehmen nach die Chefs des Militär und des geheimen Civil-Cabinets, General v. Albedyll und Wirkl. Geh. Rath v. Wilmowski Ihren Majestäten bis zur Station Groß Kreutz entgegenfahren. Unmittelbar nach der Ankunft Ihrer Majestäten auf dem Potsdamer Bahnhofe zu Berlin, woselbst das gesummte Staatsministerium Ihre Majestäten empfangen

wird, werden, wie es beißt, in den Königszimmern des Bahnhofes die zur Wiederaufnahme der Regterungsgeschäfte nöthigen Formalitäten in Gegenwart des seit dem 4. Juni mit der Führung derselben betraut gewesenen Kronprinzen ihre Erledigung finden, worauf Se. Majestät der Kaiser und König, Se. Kaffee - ltche und Königliche Hoheit der Kronprinz, der Vicepräsident des königlichen Staatsmintsteriums, Graf zu Stolberg, in Vertretung des Reichskanzlers, so­wie die Chefs des Militär- und Eivil-Cabinets die betreffende königllche Ca- binetsordre selbst unter-, beziehungsweise gegenzeichnen werden, durch welche, nach Verlauf von sechs Monaten Se. Majestät der Kaiser und König nach Seiner nunmehrigen Wiedergenesung die Führung der Regierungsgeschäste m deren ganzem Umfange wieder übernimmt. Die auf diesen Regterungsact be­zügliche amtliche Kundgebung, deren Erscheinen im Reichs- nnd Staats-Anzeiger noch im Laufe des 5. December entgcgenzusehen ist, wird sich vermuthlich in der Faffung ganz an die betreffende, am 5. Juni d. I. veröffentlichte Cabtnets- ordre anschließen. n r k n <

Berlin, 3. December. Die Residenz des Reiches hat ein Festgewand angelegt, um den Kaiser zu empfangen. Manche trübe Thatsache erinnert an den Ernst der Zeit, aber in solchen Momenten überwiegt das Gefühl der Freude und des Dankes gegen Gott, deffen Gnade dem geliebten Herrscher Kraft und Gesundheit wiedergegeben hat, daß er von Neuem in Stärke und Weisheit seines königlichen Amtes walte. Und wie der Kaiser frisch gekräftigt in seine Hauptstadt hetmkebrt, so ist uns aus den Sorgen der Vergangenheit von Neuem das Vertrauen in die Zukunft gewachsen. Der freudige Gruß wird zur er­neuten Huldigung und zum Gelöbniß, zu ihm zu stehen und, welche Gefahren auch die Zukunft noch bringen möge, standhaft und fest auszuharren in Treue und Hingebung für Kaiser und Vaterland.

Es stellt sich erst jetzt heraus, von welchem Umfange die Ausweisungs- , Maßregeln sind, welche auf Grund des § 28 getroffen wurden. Wenn auch , festzustehen scheint, daß der Minister des Innern die ausübenden Behörden cm- ; gewiesen hat, nur die wirklichen Führer der Socialdemokratie, zu treffen, so > scheint man doch, neueren Nachrichten zufolge, hier und da über diese E n- i schränkung hinausgegangen zu fein. Es sind Leute von der Ausweisung betroffen worden, die, wie der Dr. Stamm und der Versichernngs-Jnspector Schramm, eigentlich mehr als Dilettanten auf socialdemokratischem Gebiete hervorgetreten sind, und (um einen populären Ausdruck zu gebrauchen) mit dem Feuer gespielt haben. Aufsehen erregt es ferner, daß auch grauen die Schärfe des Gesetzes haben kosten müssen. So sind alle diePräsidentinnen" der Weiber-Versamm- lungen, die Hahn, die Stäqemann, die Canzius u. s. w. ausgewiesen worden. Der größere Theil der Verbannten begibt sich nicht in's Ausland, sondern nach Leipzig und vorzugsweise nach Cöln. Fritsche hat bestimmt erklärt, daß er bei Eröffnung der Reichstagssession rurückkehren und seinen Sitz im Hause einnehmen werde. In parlamentarischen Kreisen geht die Meinung dahin, daß man ihm keine Schwierigkeiten in den Weg legen könne. , ,

Das Exposä des Grafen Andrassy erfährt in Wien allgemein eine ab­fällige Beurteilung. Es enthält nach Wiener Avffaffung keinen neuen Gedanken. Die Argumentation hat durchaus keine Motive enthüllt, welche nicht schon durch die Officiösen verlautbar worden wären. Berichte aus Pesth bezeichnen den Eindruck als die Freunde enttäuschend und die Gegner nicht im Geringsten er­schütternd. Während und nach der Rede wurde nicht das leiseste Beifallszeichen wahrgenommen. An der nachfolgenden Debatte nahmen auffälliger Weise kein einziger Delegirter des Herrenhauses Theil.

In Frankreich hat man friedliche Anwandlungen. Herr Lamy schlug in seinem Bericht, den auch der Admiral Pothuan vertritt, unter allgemeiner Zustimmung vor, die französischen Häfen und See-Arsenale auf drei zu reductren, um alle Kräfte für Herstellung des Flottenmaterials bester concentriren zu

^""^Karlsruhe, 3. December. Zur Feier des Geburtstages der Groß,

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Bekanntmachung.

D-.8 Großherzogllche G-sammtmimst-rium läßt uns Abdrücke eines von der Kaiserlich Russischen Gesandtschaft am Großherzoglichen Hofe mit. ftetheilten Auszugs aus der E 17. April 1874 bestätigten Stempelgebührordnung für das Russische Reich zugehen, welche zur Kenntnißnahme des bethetligte r"b'

p ' M- Hornberger. ___

Bekanntmachung.

Nachdem lau/Mittheilung des Reichskanzleramts das Auftreten der Rinderpest in der Stadt St^lupönen.Provinz Dstpreußen, J°le 8 Rathenow, Kreis Lebus Reg.-Bezirk Frankfurt a. d. O. und an mehreren Orten des Oderbruches in demselben Regierungsbezr^. constatirt wor e st

die Märkte östlich der Weichsel gesperrt worden sind, ist eine verschärfte Controle der Viehmärkte zu Bischofsheim, Mainz und Greßen angeor ne Auch darf seit dem 1. l. M- Rindvieh aus Berlin nicht mehr ausgeführt werden.

Gießen, den 5. December 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. B o e k m a n n. _________________

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k hiermit Jedm N, wer es au6 ober meiner groi !t von meiner Fm Ipeciell ermächtig für Nichts hasik. December 1878. chev, Pfarrer. von 4-5 Z-mmm ten wirb per 3Jlfy ch Seltkrswe^, 11 fetten erbittet moi ). pofllaaeinb.

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1. Jtt. 1878. S

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