Theil genommen und mindestens zwei Geburten selbstständig gehoben hat; 5) ein kurzer Lebenslauf und im Fall der Candidat bereits promovirt ist, ein vom Dekan der medicinischen Facultät beglaubigtes Exemplar seines Doctor« biplom«. Die Prüfung zerfällt in die anatomische, physiologische, anthologisch- anatomtsche, chirurgische, ophthalmiatrlsche, medictnische, gynäkologische Prüfung.
Bremen, 31. Äugust. Die vom Reichskanzler-Amt ernannte Commission behufs Prüfung der amerikanischen Tabakfabrikatsteuer, bestehend aus den Herren Oberfinanzrath Schomer, Oberzollrath Pieg, bayerischer Finanzrath Mayr und Fabrikant Ermeler, wird sich, wie die „Wes. Ztg." aus sicherer Quelle vernimmt, am Sonntag mit dem Norddeutschen Lloyd-Dampfer „Main" von Bremerhaven nach New-Dork etnschtffen.
Briefkasten.
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Telegraphische Depeschen.
Wagner'- telegr. Torrespoudeur-Bnrea«.
Darmstadt, 2. Septbr. Die Sedanfeter wurde Hierselbst gestern durch Freudenseuer eingelettet. Heute Vormittag fand eine große allgemeine Schulfeier und Festgottesdienst statt. Am Nachmittag bewegte sich ein imposanter Festzug nach dem Platz vor dem Zeughause, woselbst der Grundstein zu dem Landeskrieger-Denkmal gelegt wurde. Fürst Isenburg-Büdingen, als Präsident des Landes-Comitös, und Oberbürgermeisterei Ohly, Namens des Local-Comit6s hielten die Ansprachen. Feuerwerk und gesellige Vereinigung im Saalbau werden die Feier beschließen. Die Stadt ist festlich geschmückt.
Berlin, 2. September. Zur Feier des Sedantages fanden hier am Vormittage in allen Schulen Festacte und in mehreren Kirchen von zahlreichen Andächtigen besuchte Gottesdienste statt. Turner und Kriegervereine hielten festliche Aufzüge. In vielen Localen sind festliche Vereinigungen arrangirt. Die Straßen sind reich beflaggt, viele Schaufenster mit Büsten und Btldnisien des Kaisers und Kronprinzen geschmückt, die meisten Geschäfte geschloffen. In allen Theatern werden Festvorstellungen gegeben, zu einer Illumination ausgedehnte Vorbereitungen getroffen.
r^ew-Orleans, 2. September. Am gelben Fieber sind hier gestern 88, in Memphis 81, in Vicksburg 27 Personen gestorben. Auch Aerzte erlagen der Epidemie. Man fürchtet, daß letztere, welche sich auch zwischen Memphis und Louisville ausbreitete, in Betreff der Sterblichkeit ihren höchsten Punkt noch nicht erreicht hat. In den betroffenen Districten herrscht allgemeine Ent- muthtgung. Tausende von Personen leben von der öffentlichen Mildthätigkett.
Konstantinopel, 2. September. Die Regierung bringt zur Kennt- niß, daß sich ein gewisser Achmed Pascha aus Kozan, welcher seit einiger Zeit hier lebte, kürzlich nach Kozan begeben, 150 bis 200 Abenteurer um sich ge- schaart und sich an deren Spitze gesetzt habe. Er habe hierauf Unruhen heroor- zurufen und sich der Gewalt zu bemächtigen gesucht. Die Einwohner hätten Widerstand geleistet und sei es zu einem Zusammenstöße gekommen. Um weitere Ruhestörungen von vornherein zu verhindern, habe die Regierung einige Bataillone abgesandt.
Berlin, 2. September. Der „Reichsanzeiger" enthält eine von Graf Stolberg als Stellvertreter des Reichskanzlers erlaffene Bekanntmachung, wonach die Eröffnung des Reichstages am nächsten Montag Nachmittags 2 Uhr im weißen Saale stattfindet.
Rom, 2. September. Die „Jtalie" schreibt: Das jüngst in Umlauf gewesene Gerücht, wonach einige italienische Freiwillige von Ancona nach Bosnien abgefahren wären, ist von dem Präfecten von Ancona auf eine Anfrage der Regierung als absolut falsch erklärt worden. — Das Ministerium hat der Botschaft in Wien und der Gesandtschaft in Konstantinopel aus's Dringendste anempfohlen, schleunige Erkundigungen in Betreff der Ermordung des General- Consuls in Serajewo, Ferrods, einzuholen.
London, 2. September. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 31. August: Der Sultan hat am Dienstag an den Kaiser von Rußland eme Mltthellung über die Gewaltthaten telegraphirt, denen die Muselmänner seitens der Bulgaren ausgesetzt seien, und dringend Befehle des Kaisers zur Abhülfe erbeten. Der Kaiser antwortete auf diese Mittheilung des Sultans am Freitag: Er bedauere, wenn Gewaltthaten vorgekommen seien, halte aber die Berichte für übertrieben, da die russischen Generale und Commiffäre die strengsten Befehle hätten, alle gewaltthättgen Handlungen zu verhindern und zu bestrafen.
Berlin, 2. Septbr. Die „Nat.-Ztg." meldet: Herr v. Stauffenberg hat das Central-Wahlcomit^ ermächtigt, der national-liberalen Partei zu erklären, daß er die Berliner Retchstags-Candtdatur dankend ablehne.
Pofen, 2. septbr. Der volkswirthschaftliche Congreß nahm nach einer eingehenden Berathung den folgenden Antrag seines Referenten Braun (Berlin) an: 1) daß Enqueten für volkswirthschaftliche Fragen nur von Nutzen seien, wenn sie Thatfachen ermitteln, welche die osficielle Statistik und sonstige Mittel nicht feststellen; 2) daß die Frage wegen Ergreifung gesetzgeberischer Maß- regeln mdeß nur nach dem Interesse der Gesammtheit beantwortet werden könne; 3) daß cs zu falschen Schlußfolgerungen führe, die aus Enqueten hervorgegangenen Vorschriften ausschließlich und unmittelbar für die Gesetzgebung zu benutzen. ' ö
,... Eisenach, 2. Septbr. Die Stadt Vacha (zwischen Eisenach und Hersfeld) ist heute Nacht zum mehr als vierten Theil abgebrannt.
2. Septr. Von der Bevölkerung von Port Giffon (Mississippi), flohen 1200 Personen aus Furcht vor dem gelben Fieber. Es biteben 555 im Orte zurück. Davon sind bisher nur etwa 100 von der Krank- helt verschont geblieben ; 400 liegen krank darnieder, die übrigen sind gestorben. Man lll eifrig bemüht, den Unglücklichen Hülfe und Nahrungsmittel zuzuführen, w. ra -ff 2 September. Die „Presse" meldet: An der heutigen Börse ,bk Eredltanstalt für eine Eisenbahn
m N°tü (nach einer andern Version von Brood nach Serajervo)
die Ge dbeschaffung, sowie, daß dieselbe die bevorstehende Emmisston von Staats- bahn-Pnoritätcn übernehmen werde.
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Stadt Alles das zu gewinnen, was in den größten Städten nur tm Bereiche btr conccrtirtnben Kunst, Ruf und Bedeutung gewinnend, auftaucht. Ein neuer Beleg d«, für ist die Berufung der Kilmore'schen Capelle, die nur mit außer-gewöhnlichen Opfern bewerkstelligt werden konnte. Wie dankbar das Publikum diesem Bestreben entgegenkommt, bewies der Besuch des ersten Concerte« am vorigen Samstag Abend bei dem im Saal wie auf den Gallerten auch fein Plätzchen mehr übrig geblieben war Freilich war das Unternehmen für ein Gartenfest und nicht für den Saal berechnet und es bedurfte einer großen Umsicht, die Verlegung rasch so zu tnsceniren, daß bei dem gewaltigen Andrange doch dem Publikum möglichst gedient wurde. Das Concert. Programm wickelte sich, soweit es die obengenannte Capelle betrifft, in der vorae- schriebenen Weise ab. Das Orchester ist blos aus Bläsern (Militär-Orchester) zusammen, gesetzt, und es bezeichnet einen ganz außergewöhnlichen Standpunkt eines solchen, wenn Werke, wie die „Leonoren-Ouverture* von Beethoven und die .ungarische Rhapsodie No. 2“ von Lizst in so glanzvoller Weise auSgeführt werden konnten, wie die« hier der Fall war. Die Klangwirkung dieses Orchesters ist eine ungemein imposante, und trotz all der Fülle waren die Abschaitirungen doch so fein gegeben, daß man die 86- wesenheit deS Streichquartetts kaum vermißte. An Exaktheit in Ausführung der Figuren wie rhytmischer Präciston leistete die Capelle Mustergilttges. DaS Publikum nahm jede einzelne Nummer mit lebhaftem Beifall auf und zeichnete die trefflichen Solisten der Capelle (Saxophon, Flöte, P-fton) mit besonderer Wärme aus. Obgleich die Capelle als „amerikanische" proclamirt wird, bilden doch ächt deutsche Künstler da- Haupt-Contingent derselben, wag indeß die Eigenartigkeit derselben kein-SwegS beein trächttgt.
--Die gtstrige Feier des Jahn- und Sedanfestes nahm in jeder Beziehung den schönsten Verlauf. Wir werden unseren geschätzlen Lesern in nächster Nummer ausführlicher berichten, da uns noch nicht alle« Material zur Verfügung steht.
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Lokal-Notiz.
Handel und Verkehr.
„ . Gießen, 3. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Bfl. JLl 12—1.25. Hühnereier, per Stück 5—6 4, Käse, per Stück 5—8 4, Käsematte o-r Stüdt 3 4, Erbsen, 1 Liter 20 4, Linsen, 1 Liter 30 4, Tauben, da« «6 A bühner, per Stück JL —.70, Hahnen, per St. JC. —.60, Enten, per Stück 1.60 ?Aart??ee' 55°- Ochsenfleisch 70 — 72 4 per Pfd., Kuh- und Rindfleisch
„0—60 4, Schweinefleisch 64—68 4, Kalbfleisch 50-60 4, Hammelfleisch 60—70 3
Frankfurt, 2. L>ept. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Äa getrieben waren ca. 360 Ochsen, 200 Kühe und Rinder, 230 Kälber und 300 Hämmel stellten Heb: O^fen 1. Qual. JL 70-72, 2. Qual. JL 66-68, Kühe und Rinder 1. Qual. JL 63-65, 2. Qual. JL 58-60, Kälber 1. Qual. JL 62-64, 2. Qual JL 60, Hämmel 1. Qual. JL 63—65. 2. Qual. JL 58—60
^?EPt. (Fruchtbericht.) Die unerquickliche Situation an unsere- Getreidemarkte hält noch immer an und werden besonders Weizen und Roggen ab Äu ^ringer Qualität bemängelt. Für Eroort wurde wenig g--
ban^elt, da Versender auf Schwierigkeiten stoßen. Am Mehlmarkte ruhig. Futterstone flau. Wetterauer Weizen wegen geringer Qualität kaum anzubringen. Wir notiren h-ut-:
Mehl Nr. 1 JL 39.50, Nr. 2 JL 35.50, Nr 3 JL 31.50 9>r 4 JL 27 50 »r 5
21.50. do. IL (berliner Marte) 18.5», IBeijcn, effect. hiesiger ab Bahnhof hier JL 21—, ab unserer Umgegend JL 20—20.25, (S?rrrt7ai/eriq C 19-22.—, Roggen je nach Qualität v* 13—16.5'),
"iß 13Qr 9' 14^1c6,', Kohlsamen JL 29, Erbsen Jt 19—23, Wickm
l6; ®!n^en ** 17fT33' ^lböl, detail, JL 72. Stimmung unsicher. Hauxt- «Sl? rl' Oual. Weizen. Dringend offerstrt: unsere Landweizen.^ (£t<
ffrene verstehen sich sümmtlich per 200 Pfund Zollgewicht = 100 Kilo )
nnm Extraet. Empfohlen wird eine von vielen Familien (aut
teTum ^8 bd TifAafnnh?U[tU8 ° “n0enommenc Gebrauchsweise des Extra--
bequem und so beliebig verwenden zu können, wie Salz urb S nnmJ Fleisch-Extract, so wie etz vertopft im Handel oorfomait tü
Hmrflff0 nnb IÖ^ s.elbst in heißen Flüssigkeiten nur langsam und nach längeren
m cniekn um bd4 ro5ö«nb bc8 Eflens eine schnellere Beimischung
ftent liJ hftfn5*,c??A(R 5 un Exlrmt in 1% bis 2 Theilen heißem Wasser und ffiauna Hnuj? T aT9fcLt ,n einem passenden Fläschchen auf oen Tisch. Durch Hinzu- em 6er .Hopfen davon (nach vorhergehendem Umschütteln) werden Suppea, Saucen Ragout« rc, augenblicklich kräftiger und wohlschmeckender.
mit Kork e?tc* ^kbig'sche« Fleisch-Extract, wenn auch nur tot
Verderben mt.^aptcr bedeckt, auch lange Zeit aufbewahrt, niemals den
Lerderden auSgesetzt ist^weil es ganz frei von Fett, E'meiß und Leimstoff (Gelatine).
OeffeiitlicheAu 5270) Johann =nhob hat heute r ;:tr gerichtsbekannte lmangeinknt abzesch hW in der Geriä imen werden kann. Ttwaige unbekannt^ rigesordert, ihre El i sis Arrangement so September l. A. t >n|i tofylfr btßitqi werben würde.
Iießen, am 30. Au Großh. Landgeri I. B. d.
Langermann, \
:’’3) Für den Hess '■■"’im Verband ist mi - -tunber b. I. ab ein Hför Kohlen- rc. Best Hlbi enthalt u. A. - und Frankiurt : Mm der MainÄese • -p, wie der für den!
Jur AushebuN) -'"aris vom 25. Jun . Dagegen bleibt sl ^eiMigennördlichvo dn Ausnahme !vorläufig > I?™ Taris ist durch mm Preise m
W um 31. August Königlich? Di _____der Main-West
Vermischtes.
Kirch-Göns. Vorige Woche verunglückte das etwa 3 Jahre alte Kind eines hiesigen Bürgers, indem es sich während de« Spielens in einem unbewachtm Auaen- blick über eine auf dem Hofe stehende mit nur einigen Zoll Visier gefüllte Waschbüste beugte, wodurch es das Gleichgewicht verlor, mit dem Kopf in die Bütte stürzte und ertrank.
— Jesus TodeStag war der 3. April 33 unserer Z-itrechaung, ein Freitag. Aus diesen Tag fiel eine Mondfinftemiß, wie die Bibel andeutet. Die Astronomen Latier- beck. Bruhns u. a weisen wissenschaftlich nach, daß die Bibel bezüglich der Mond- finsterniß Recht hat.
— (Ein eigentbümlicher Handel.) Ja einem Dorfe bei Part« ist ein Einwohner auf einen nicht unglücklichen Gedanken gekommen Er gründete nämlich einen eigenthümlichen Handel, der die Ueberfchrift führt: »Verkauf aller Arten von Wild für Jäger, die auf der Jagd nicht glücklich waren.* Dieser Handel soll sebr einträglich sein.
Paris, 29. August. Gestern erschoß sich in der Notre-Dame-Kirche eine sehr hübsche junge Dame von 25 Jahren. Dieselbe hatte vorher in der Morgue, wo die unbekannte Leiche hingebracht wurde, ein Schreiben abgegeben, worin sie ankündigte daß sie sich ums Leben bringen werde, und bat, daß man ihre Leiche nicht auf brutale Weise behandeln möge.
— (Eine außerordentliche Erfindung.) Die „Saturday Review" erklärte einst daß der größte Wohltbäter des Menschengeschlechts der sein würde, welcher die Menschen in den Stand setzen konnte, eine unbegrenzte Quantttät Wein zu trinken, ohne berauscht zu werden. Ein solcher Mann ist gefunden worden. Dr. Bell erfand das Telephon aber dessen Wunder erblassen vor dem »Telegastrograph*. Dies ist eine elektrische Maschine, durch welche der Gaumen gekitzelt und durch irgend einen Woblzeschmack angenehm berührt werden kann und zwar für irgend welche Zeitdauer, ohne Furcht vor Magenüberladung oder Berauschung. Nachdem Suppe oder Fische oder Wein in einen mit einer mächtigen Batterie in Verbindung gebrachten Behälter gelegt worden kann der Wohlgeschmack der köstlichen Speisen längs eine« Telegrapbendrahte« auf Meilen hin und in den Mund einer unbegrenzten Anzahl von Bonvivant« geleitet werden. Letztere haben nur den Draht in den Mund zu stecken, um den Genuß be« Essend und Trinken« zu verspüren. Sie mögen sich berauschen oder Übereffert aber sobald die Berührung gelöst ist, verschwinden die üblen Wirkungen und nichts' bleibt zurück al« ein »angenehmer Frohsinn*. Der Erfinder hält indeß den modaa operandi vollkommen geheim und will erst seine Erfindung vervollständigen, ehe er sie der Welt überaibt.___________________________________________
Sehl (Teber lebt. Mttgetheilt von dem Agenten be« Norddeutschen Llovd W. Dietz in Gießen.
Newy ort, 30. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Da« Postdampsichiff Donau, Capt. R. Busstus, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welche« am 18. August oon Bremen und am 20. August von Southampton abgegangen war, ist am 29. b. M 11 Uhr Abend« wohlbehalten hier angekommen.
Baltimore, 30. Aug. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Braunschweig, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 14. b. M. von Bremen abgegangen war, ist am 29. b. M. wohlbehalten hier angekommen
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