Ausgabe 
4.8.1878 Zweites Blatt
 
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der bisherige Zustand bleibt, oder wer berechnet, daß er durch seine Produc­tion größeren Vortheil hat, als ihm Nachtheil durch die allgemeine Vertheue rung zugefügt wird. Für die Gesammtheit des Volkes kann es nicht zweifeihafl sein, daß es unter der Wiederherstellung der Schutzzölle schwer zu leiden haben würde. Es ist nun einleuchtend, daß die Regierung, welche Mehrbeträge von Steuern zu erhalten wünscht, an sich auch kein Jnteresie für Schutzzölle haben kann, welche ja die Zolleinnahmen vermindern. Wenn dennoch die Hinneigung zu den Schutzzöllnern ersichtlich ist, so kann dies nur daraus erklärt werden, daß für die Gewährung von Schutzzöllen als Ersatz die Zustimmung zu anderen ergiebigen Steuern erwartet wird. Deshalb hat also die Schutzzollfrage im gegenwärtigen Augenblick eine politische Bedeutung, deshalb muß von liberaler Sette gegen eine schutzzöllnerische Wirthschaftspolitik Front gemacht werden. Einzelne Abänderungen in dem Zolltarif werden, je nach den veränderten Um­ständen des Handels und der Industrie, in jeder Zession vorkommen können. -Aber ein Verlassen der bisher segensreich wirkenden stetigen Handelspolitik, eine Umkehr in die entgegengesetzte Bahn, ja schon ein unsicheres Schwanken, wie es in den letzten Jahren vielfach stattgefunden hat, hindert die Besierung der aus verschiedenen Ursachen jetzt bedrückten wirthschafilichen Lage.

Erwiederung.

Auf die in Nr. 172 desGießener Anzeigers" enthaltene Kritik der Darlegung über die voraussichtliche Wirkung der Wiedereinführung von Eisenzöllen diene zur Erwiederung:

Dieser Artikel sollte beweisen, daß eine Wiedereinführung von Eisenzöllen nicht eine Benachtheiligung der Eonsumenten, sondern eine Neubelebung der nationalen Arbeit mit sich bringen und auf diese Weise zum allgemeinen Besten dienen würde. Der Schreiber der uns vor­liegenden Kritik scheint diese Absicht nicht erkannt zu haben, wenigstens geht er nirgends auf die Sache ein, er zieht vielmehr einige Ziffern hervor, welche demungerechten" Flugblattschreiber in der Feder stecken geblieben sein sollen, und demonstrirt nun an diesen Ziffern die wunder­barsten Dinge.

Zunächst sei bemerkt, daß die Ausfuhrzahlen nicht verschwiegen wurden, um den Leser über etwas im Unklaren zu lassen, sondern lediglich deßhalb, weil sie nicht direet zu dem vor­liegenden Thema gehörten. Dem Schreiber des Flugblattartikels war es nicht um eine Abhand-^ lung über Freihandel und Schutzzoll überhaupt, sondern, wie bereits angegeben, um die erwähnte speclelle Frage zu thun. Er legte sich deßhalb selbst die Beschränkung auf, von einem näheren Eingehen auf Ausfuhr und Einfuhr abzusehen, obwohl ihm die betreffenden Zahlen sogar als weiterer Beweis für den rapiden Rückgang der Consumtionskraft unseres Volkes gedient hätten. Der Schreiber des Flugblattes sieht in diesen Zahlen nämlich etwas Anderes, als der Herr Kritiker, er ist alsFachmann" gewöhnt, nicht nur mitGentnern", sondern auch mitMark" zu rechnen, die in vorliegendem Falle zeigen, wie das Mark der deutschen Industrie in diesem unnatürlichen Wettstreite dahinschwinbet.

Die deutsche Eisenindustrie exportirt von wenigen Ausnahmen und Zufälligkeiten (russisch-türkischer Krieg) abgesehen nicht nur ohne Nutzen, sondern mit positivem Schaden; sie ist zu diesem Export verurtheilt, weil der eigene heimische Markt durch Beseitigung der Zoll­schranken bei fortbcstehenden Zöllen des Auslandes der Ueberproduction desselben preisgcgeben wurde, sie muß wetterarbeiten, wenn sie nicht mit beschleunigter Geschwindigkeit dem vollständigen Ruin entgegeneilen will und ist also auf den Export ä tout prix angewiesen. Im Ernste wird Wohl Niemand behaupten, daß eine Industrie, welche sich auf dem eigenen heimischen Markte nicht erhalten kann, mit Nutzen zu exportiren im Stande sein könne. Auf das Exportircn, auf das Verkaufen allein kommt es nicht an, sondern auf das Verdienen.

Einen wirklich nutzenbringenden Export sehen auch wir als sehr Wünschenswerth an, aber wir gehören nicht zu denEnthusiasten des Exportes, welche in dem Steigen und Fallen der alljährlich die Grenze passirenden Massen einen verläßlichen Thermometer finden, an welchem der Lohn unserer Volksarbeit und der Grad des Volkswohlstandes jederzeit ohne Weiteres abge­lesen werden kann, und welche ferner meinen, man brauche nur das Quecksilber des Thermometers steigen zu machen, so steige auch die Temperatur, man brauche nur die Ausfuhr zu beleben,' so erhöhe sich auch der Werth der Volksarbeit."

Was bedeutet denn zunehmende Ausfuhr bei abnehmender Einfuhr und gleichzeitig abnehmender eigener Production? Nichts anderes, als erschreckenden Niedergang der inländischen Consumtion.' Ein Fachmann wenigstens erschrickt über solche Dinge, weiler es mit der heimischen Industrie wohl meint und deren Bedürfnisse kennt"; unfern Herren Theore­tikern dagegen kommt die Sache gar nocherfreulich" vor I

Hebung der Consumtionskraft des Volkes erklärten wir alS notwendige Direetive für eine gesunde deutsche Handels- und Wirthschaftspolitik. Davon spricht die Entgegnung mit keiner Silbe; sie behandelt überhaupt diese so hochwichtige brennende Frage mit staunenswerther Ober­flächlichkeit. Jede sachgemäße Kritik kann nur willkommen sein, wir bitten aber, in Zukunft nicht mit Den trügerischen Zahlen einer unvollkommenen Statistik und Theorie Beweise zu führen, sondern aus dem Born des praktischen Lebens zu schöpfen, wie es der klügere Nachbar thut!

Der Kritiker deutet auf ein in der Nähe gelegenes Werk, von dem er als Fachmann hätte willen sollen, daß dessen Produetionsfähtgkett die genannten Zahlen bet Weitem nicht erreicht, auo? dürfte Wetzlar nicht in Norddeutschland zu suchen fein er hätte ferner als Praktiker sich herausrechnen müssen, daß den von uns genannten Hohöfen etwa der sechste Theil der Production zufällt, die er ihnen zumuthet.

Zu diesen irrigen Voraussetzungen kommen dann noch einige Begriffsunklarheiten. Der Verfasier des Flugblattartikels will nicht allein die gegenwärtige Differenz zwischen der Eisen- Ein- und Ausfuhr von den deutschen Werken gedeckt haben, sondern womöglich die ganze Ein­fuhr oder doch wenigstens den größten Theil derselben; er will außerdem die Consumtionskraft des eigenen Landes durch Förderung der nationalen Arbeit heben und schließlich Antheil nehmen an dem Exporte in diejenigen Länder, die den eigenen Bedarf nicht decken.

Wir dürfen keine Schutzzölle einführen, sagt unser Kritiker, da wir unS auf diese Weise das Ausland verschließen, welches sich gegen unsere Einfuhr zu schützen suchen wird." Und wie liegen die Sachen heute? Werfen wir nur einen Blick auf die Zolltarife Der verschiedenen hier in Frage kommenden Nachbarländer! Daß das Europäische England keine Eisenzölle erhebt, kann für unS natürlich nicht maßgebend sein. Diese Behauptung näher zu begründen, Unterlasten wir, da sie von keinem Sachverständigen bestritten werden wird. Wir setzen in dem folgenden Auszug aus den Zolltarifen unserer wichtigsten Nachbarländer bei Deutschland, welches bekanntlich keine Eisenzölle mehr erhebt, in die 2. Columne diejenigen Sätze, welche von dem Centralverbande deutscher Industrieller für den autonomen Tarif empfohlen wurden, und bemerken noch, daß Frankreich bei feinem bedeutenden Zollschutz noch Ausfuhrprämien bezahlt.

Zollsätze in Mark pro (kentner.

Deutschland

Oester, reich.

e,so

2,50

3,50

3,50

3,50

2,50

4,00

8,00

Frank reich.

0,80

2,40

2,40

2,40

2,40 2,40

Bel­gien.

0,20

0,40

0,40

0,40

0,40

0,40

0,40 1,60

Ruß- land.

0,49

3,47

gegen­wärtig

veranschl. autonomer Tarif.

Roheisen .........

Geschmiedetes und gewalztes Eisen in Stäben .......

Radkranzeisen

Pflugschaareneisen......

Winkel- T- und U-Slfen .... Eisenbahnschienen......

Eisen- und Stahlbleche ....

Weißblech.........

u. f. w.

1 1 1 1 1 1 1 |

0,30

1,00

1,00

1,00

1,00

1,00

2,00

3,00

4,97

3,47

4,94

3,47

4,94

3,47

3,97

1,98

3,60

3,00

4,47

4,97

12,37

6,00

5,20

Angesichts dieser Zahlen schreibt unser Herr Kritiker, wir dürften uns in Deutsch» laud nicht schützen, damit an! das Ausland die Grenzen nicht verfchlöffe!

DaS einseitige Vorgehen Deutschlands in Beziehung auf Beseitigung seiner Eisenzölle können wir nicht ..Freihanoel" nennen; nach unseren Begriffen ist Freihandel ohne Gegen­seitigkeit eine Protektion deS Auslandes, die für dieses einem Schutzzölle vollständig -leichkommt.

Damit genug für heute! Der Ernst der Sache schließt es auS, dem Verfasser auf Daß Gebiet der schlecht angebrachten Witze zu folgen.

Lokal-Notiz.

Gießen, 3. August. (Sitzung der Stadtverordneten am 1. August.) Der erste Punkt der Tages-Ordnung behandelte dteRegultrung der Gehalte der Volks- schullehrer bet der Stadt Gießen. Mit dem 1. Januar 1879 tritt daS Gesetz vom 9. März d. I. in Wirksamkeit und einigte sich die Stadtverordneten-Verfammlung über die Anträge der Schuldeputation in dieser Sache. Nach diesen Anträgen erhalten vom nächsten Jahre an:

I. Seminaristisch gebildete Lehrer r ». vom ersten bis incl. vierten Jahr 1200 je. b. vom fünfen bis tncl. achten Jahr 1400 je c. vom neunten bis incl. zwölften Jahr 1700.x d. vom dreizehnten bis tncl. sechszehnten Jahr 2000 e vom siebenzehnten bis tncl. vierundzwanztgsten Jahr 2200 jl f. vom sünfundzwanzigsten an aufwärts 2400 II. Akademisch gebildete Lehrer: a. vom 1.4. Jahre 1800 JL b. vom 5.-8. Jahre 2100 JL C. vom 9.12. Jahre 2400 je d. vom 13.16. Jahre 2700 JL e. vom 17.-20. Jahre 3000 f. vom 21.-24.

Jahre 3300 g. vom 24. Jahre 3600 WaS die Wohnungsvergütung betrifft, so sollen erhalten: 1) die unvcrheiratheten Lehrer 200 JL 2) die verheiratheten oder verwtttweten seminaristisch gebildeten Lehrer 360 3) die verheiratheten oder verwittweten akademisch gebildeten Lehrer 400 je. III. Lehrerinnen wenn sie akademisch gebildet sind: &. vom 1.-4. Jahre 1200 JL b. vom 5.-8. Jahre 1300 at c. vom 9.-12. Jahre 1400 JL d. vom 13.-16. Jahre 1500 JL e. vom 17.20. und folgende Jahre 1600 IV. Lehrerinnen für das höhere Lehrfach: a. vom 1. bis 4. Jahre 1200^ b. vom 5.-8. Jahre 1350 JL c. vom 9.-12. Jahre 1500 d vom 1316. Jahre 1700 JL e. vom 17. Jahre 1900 Alle Lehrerinnen erhalten an Wohnungsvergütung 200 V. Die Schulverwalter, seminaristischer Bildung und Schulverwalterinnen: 1) wenn sie die Definttorial-Prüfung noch nicht bestanden haben, tm 1. und 2. Jahre 800 jl und nach Ablauf jeden weiteren Jahres, Zulage 160 bis zum Maximum von 1400 .2) wenn sie die Definitortal-Prüfung bestanden

haben: im 1. und 2. Jahre 900, in den folgenden Jahren noch je 150 Jt bis zum Maximum von 1500 jl Die unverheiratheten Verwalter und die Verwalterinnen er­halten 200 Wohnungsvergütung, ein verhetratheter oder verwittweter Verwalter 300 JL Akademisch gebildete Schulverwalter erhalten im 1. und 2. Jahre 1200 Jt, mit Ablauf von 2 Jahren immer 200 j*. mehr bis zu 1800 je An Wohnungsvergütung 200 JL für den unverheiratheten und 360 JL für den verheiratheten oder verwittweten Lehrer. Bezüglich der als Mitprediger fungirenden Lehrer bleibt es bei dem Beschluß der Stadtverordneten vorn 9. Juni 1877 und dem Beschluß vom 3. Mai 1877 wonach die Summe von 200 f[. für kirchliche Funktionen mit in den Gehalt eingerechnet werden. Herr M. Rosenthal will das städt. Gäßchen am Lenz'schen Felsenkeller erwerben. Die Bau-Deputation beantragt hierüber vorerst noch keinen Beschluß zu fasten und beschließt die Versammlung demgemäß. Die Bewohner der Schteßgärten richteten eine Eingabe an die Stadtverordneten, worin sie um Anlage der Straßen re. ansuchen. ES wird beschlossen vorerst einen Plan unfertigen zu lasten, wonach zu ersehen wäre, ob die Stadt schon jetzt hierzu verpflichtet sei. Herr Beigeordnete Heß machte der Versammlung die Mitthetlung, daß am 30. Juli nach Wegräumung von Schlamm re. und Herunterbrechen einer Basaltschicht bet den Versuchsarbeiten der Quellwasserleitung eine neue Quelle mit einer Wastermenge von 14 Cbkf. pro Minute zu Tage getreten sei- In einem längeren Schreiben der Gasfabrtk an die Stadtverordneten wird die Ausdehnung des Röhrennetzes rc. in den verschiedenen Stadttheilen besprochen und bestimmt, welche neue Straßen mit Gasleitung versehen werden sollen. Es sind dieses fast alle neuen Straßen mit Ausnahme des Hamm und der Schießgärten. Hier seien technische Schwierigkeiten vorhanden, welche nicht, refp. nur mit sehr großen Kosten zu überwinden seien. Die Versammlung erklärte sich mit den Ausführungen der GaS- fabrtk einverstanden und will nach Ablauf des bestehenden Vertrags, welches im Jahre 1886 erfolgt, in weitere Verhandlungen eintreten. Bei dieser Gelegenheit wird die Mangelhaftigkeit der Reparatur des Straßenpflasters durch die Gasfabrtk besprochen und gewünscht, daß für die Folge solche vermieden werde. Den Bewohnern des Nahrungsberg und der Schiffenbergerstraße werden je eine Petroleum-Laterne am Fabrikgebäude der Herren Koch & Patz und eine am Bahnübergang an der Schiffen­bergerstraße zugestanden und sollen hierfür je 50 JL Vergütung für Petroleum und Bedienung angewiesen werden. Zu dem Transport-Wagen für die Leichen von Ver­unglückten soll ein weiterer Korb angeschafft werden und wurde mit dessen Anfertigung Herr E. May betraut. Herr Ehr. Lony wandte sich beschwerdeführend an Großh. Ministerium, weil ihm nach den bestehenden Bauvorschriften das Bauen in seinem Garten von den Stadtverordneten nicht gestattet worden war. Ein Rescript Großh. Ministeriums, sowie ein Gutachten des hiesigen KreiSbauamts führt nun aus, daß man sehr wohl die Bauerlaubniß ertheilen könne, wenn dem Bauenden aufgetragen werde, daß er den Schoorgraben auf seine Kosten überbrücken lasse. Das hiesige Kreisbauamt verlangt außerdem in feinem Gutachten, daß der Artikel 3 der Bauordnung an höchster Stelle einer Interpretation unterzogen werde, damit den Stadtverordneten eine sichere Handhabe geboten werde. ES seien Baugesuche auf Grund des Art. 3 verweigert worben, welche man ganz gut hätte erlauben können u. s. w. Die Versammlung tritt den Ausführungen Großh. Ministeriums bei, beschließt jedoch, fpeciel das Lony'sche Bauwesen anlangenb, dasselbe an den Bau-Ausschuß zurückzuverweisen. Genehmigt wurden verschiedeneKostendecreturen, sowie ein Baugesuch des Herrn W. Seuling. Zur Reinhaltung von städt. Uebergängen rc. wirb für bie Dauer bieses Jahres Ehr. Wagner I. beibehalten.

V e r m i s ch t e S.

Ein Vielgereister. Das Criminalgericht zuLonbon läßt unter bem 13. v. MtS. ben continentalen Behörben folgende Note zugehen:Charles Martin alias Mar­tin Charles, alias John Grey, alias Jules Hardy, alias George Gree rc., recte Jean Henry Fidröt, ein höchst gefährlicher Verbrecher, welcher schon irn Jahre 1863 in Havre ju zehn Jahren Zwangsarbeit verurtheilt wurde, allein vorn Bagno in Toulon ent­wichen war und mittelst eines kleinen Bootes die englische Küste erreicht hatte, sich hierauf nach Liverpol wendete, sich daselbst anfiedelte (zu jener Zeit bestand noch kein Auslieferungsoertrag) während des amerikanischen Krieges Waffen und Munition an die Consöderirten ve, sendete, später selbst nach Amerika ging, dort die gefährlichsten Fälfcherbanden bildete, bald aber sich wieder nach dem Continente wendete, hier mehr­fach bestraft wurde und am 5. Juli 1870 auS der österreichischen Strafanstalt Stein, wo er zur Verbüßung von drei Jahren schweren Kerker bettnirt gewesen, entsprungen war, hatte sich seit ungefähr zwei Jahren wleber in London wohl verborgen aufgehalten, war aber schließlich sein eigener Verräther geworden. Frdröt richtete nämlich von London anonymes Schreiben an ben französischen Finanzminister, worin er diesem die v ?< unfl wachte, baß eine Fälscherbande, bestehend au8 Engländern, Amerikanern !rc Deutschen, den Plan gefaßt halte, stanzöstsche Bons de Trfesor mittelst corrosioer AemItalien zu fälschen. Dieses Schreiben erregte die Aufmerksamkeit der französischen Behörde und bald wurden achtzehn gefälschte Bons entdeckt, deren Werth von 26,610 Sr?nc8/rcUf ,ien Betrag von 259,560 Francs gefälscht war. Die Fälschung ist mittelst ötejer Chemikalien durch AuSbeizung der wirklichen Werthangabe und Etnpressung des falschen höheren Betrages so täuschend hergestellt, daß eine Entdeckung noch in längerer * Jr! "f°lgt oder beinahe unmöglich gewesen wäre, wenn das erwähnte Schreiben veS Frorst nicht darauf hingewiefen hätte. Frördt wurde hierauf im Monate Januar laufenden JahreS in London festgenommen, an die französische Regierung abgeliefert und von dieser am 12. v. M zu lebenslänglicher schwerer Arbettsstrafe verurtheilt. Als Frorst das Unheil bekanntgemacht erhielt, rief er auS, daß er wohl kaum eine schwerere Strafe erhalten haben würde, wenn er den Herrn Finanzminister ermordet batte. Hoffentlich werden diesmal größere Vorsichtsmaßregeln getroffen, damit diesem bow.'t gefährlichen Verbrecher, genanntdie Geißel der Banken" ein Ausbrechen nicht ermöglicht wird.

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