1878.
(Eichener Anzeiger
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von Worten zu Thaten übergehen zu können. Sie Regierung läßt sich ndch des Z. ll-s. der bet Steuerzahler diesen Ausfall durch
durch alle derartigen Ausschreitungen von ihrer bisherigen besonnenen Haltung f @t€Uern w decken. Der Steuerzahler hat also die Aussicht ,
nicht abbrtngen und sieht in ihnen mehr ein Ventil zur Beschwichtigung der S z Schutzzölle den doppelten Betrag derselbenaufbring z
Leidenschaften als eine wirkliche Gefahr für die Ruhe des Landes. Wiederetnfuy ^»bderherftellung von Schutzzöllen kann sich nur Der begeistern,
^ords B eaeonsfield und S V __.£.«.!»■« aiiatc» iiUm melcker entweder hofft, daß er der allein Begünstigte sem wird, im Uebrigen
welcher entweder hofft, daß er
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Zweitetz Blatt Sonntag, den 4. August
6 Die vertraulichen Verhandlungen zwischen Rom und Berlin dauern noch fort. Thaisache ist wenigstens, daß der Papst das Schreiben oes Deutschen Kronprinzen mit einem neuen Schreiben beantwortet hat, ip welchem . er allgemeine Grundlagen zur Herstellung eines Modus vivendi ausstellt und . Vorschläge über die Form weiterer Verhandlungen macht. Eventuell soll der päpstliche Nuntius in München nach Kissingen gehen, um dort mit dem Fürsten Bismarck persönlich zu verhandeln, welche Verhandlungen denn auch stattgesun« den haben In neuester Zett scheint sich besonders von Bayern aus ein höherer Einfluß zur Herbeiführung eines Ausgleichs geltend zu machen, fotl Ret e des Ministerpräsidenten von Pfretzschner nach Kstsingen, der sich angeblich dorthin begeben hatte, um dem Reichskanzler die Glückwünsche des Königs Ludwig zu seinen Erfolgen auf dem Congreß zu überbringen, mit jenen Be- mühungen in Verbindung stehen! Der Umstand, daß die Abhaltung der dies^ jährigen Generalversammlung der katholischen Vergne Deutschlands trotz aller , Anstrengungen der ultramontanen Heißsporne aus Rücksicht auf die schwebenden
Unterhandlungen definitiv aufgegeben ist, spricht allerdings dafür, baß man in - Rom gegenwärtig wirklich mildere Satten aufspannt. Zu dieser scheinbaren Versöhn
lichkeit der Curie stimmt es indeß schlecht, daß diei offictösenOrgane derselben m Italien den Fürsten Bismarck in perfidester Weise angreffen, indem sie ihn als den eigentlichen Urheber der Attentate auf Kaiser Wilhelm bezeichnen. Mittlerweile hat die preußische Regierung durch ihre Zustimmung zu der Ueber- iragung der Seelsorge an einen verhetratheten altkatholtschen Geistlichen. dm Domherrn Suscynskt in Königsberg, zu erkennen gegeben, daß sie die A tratho- liken auch nach der Aufhebung des Cölibatszwangs noch als Katholiken
Wochenübersicht.
Die vom 20. bis 22. Juli in ganz Deutschland abgehaltenen Sammlungen zur „Wilhelms-Spende" haben sich einer seh,^zahlreichen Bethetligung zu erfreuen gehabt und selbst in den katholischen Landestheilen, ttotzdem daß die ultramontane Preffe ihr Möglichstes gethan hatte, um einen günstigen Erfolg zu Hintertreiben, ein befriedigendes Resultat geliefert. Aus Anlaß bei dem Untergänge des „Großen Kurfürsten" Seitens der englischen Behörden und Bevölkerung bewiesenen thätigen Theilnahme richtete b« etn
Dankschreiben an die Königin Victoria. Gleichzeitig beschloß die Admiralität, aus Grund der durch die Havarie-Commission geführten ^""^rs"chung, die Einleitung einer förmlichen Anklage gegen den Geschwader-Chef, die Comman- danten und die betheiligten Officiere. , „ .
Der Wahlkampf, der diesmal heftiger war als ;e zuvor, ist jetzt glücklicher Weise beendet. Ueber das Gesammtresultat der Wahlen liegt im gegenwärtigen Augenblick noch keine sichere Nachricht vor.
Der Sohn des ehemaligen Königs von Hannover, Prinz Ernst August, bat es wirklich nicht über sich gewinnen können, sich mit Preu^n auszu ohnen, sich vielmehr gedrungen gefühlt, unter dem 11. Juli an alle Großmächte, sowie an die deutschen Fürsten und steten Städte einen Protest zu richten, worin er erklärt, daß er alle Rechte und Titel seines Vaters aufrecht erhalte, aber für die Dauer der thatsächltchen Hinderniffe, welche der Ausübung dieser Rechte in Bezug auf Hannover zur Zeit entgegenstehen, nur den Titel eines! Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg angenommen habe. Die preußische Negierung kann also die beschlagnahmten 16 Millionen Thaler bis auf Weiteres noch
Deutschland.
Berlin. Ueber „Schutzzölle und Handelsverträge" finden wir in der „Kieler Ztg." folgende populär gehaltene Auseinandersetzung auS der Feder des
Sch^tzzoll^und Freihandel sind Gegensätze, die an sich mit lder.politischen Partetstellung nichts zu thun haben. Schutzzollner und Freihändler sind allen Fraktionen des Reichstages. Dadurch, daß Jemand sich als proclaLirt, beweist er also noch durchaus nicht, daß er zu d n Libe^ en gehöw Die Frage über Schutzzölle ist jetzt nur in Verbindung mit den Steuer- und Monopol-Projecten eine politisch bedenkliche geworden, indem durch Nachgiebigkeit gegen die Privatintereffen schutzzöllnerischer Industriellen Stimmung ür die Steuer- und Monopol Projekte gemacht wird. Der Sturm gegen! d. bisher stetig entwickelte Politik des Zollvereins, durch welche Deutschlands politische Einigung erst möglich wurde, ist ja schon während der letzten Retchs- tagssession losgebrochen. Die Schutzzöllner scheuen sich schon nicht mehr, die Wiederherstellung von Zöllen auf Rohstoffe und Lebensmittel M verlangen. Mag ein zeitweiser Zollschutz für eine lebensfähige und gesunde Industrie ver- theidigt werden können (wie ja der Zollvereinstarif sich auch in her Welle ettt^ ! wickelt hat, daß eine allmälige Verminderung der Zolle für nichtige Industriezweige stattgefunden hat), eine Rückkehr zu früheren Zuständen wurde jed-nfalls - in hohem Grade auch wirthschaftlich bedenklich sein..Die^En^in Ver^ aber jetzt eine weitergehende finanzielle und politische B^eutung .n bindung mit den Steuer-Projecten. Wenn sich bi«al8aC^ scheinlich den fchutzzöllnerifchen Bestrebungen zuneigt di Absch uffe dn^H-a deisverträge auf der bisherigen Basis verzögert, Enqueten im Sinne ver Schutzzoll-Agitationen über die Eisen- und Textil-Jndustrie, über den Tab k, ^stellen läßt, (o muß nackt der Wirkung gefragt werden welche das Verlaffen der guten Zollvereins-Tradition für die Steuerzahler haben wurde. Was dem Einen recht ist, ist dem Anderen billig. Werden erst für den eüten Industrie, artikel die aufgehobenen Schutzzölle wieder eingefuhri, so kann es ur alle ver langt werden. Werden die Maschinen geschützt, d. h. theuerer, so wird l-de Industrie, die sich der Maschine bedient, d. h. ,° ziemlich alle, iheur r p odu- ^ren al o zu ihrer Eoncumnzfähigkeit auch Schutzzoll verlangen, wiewir ,a K chon in den Forderungen " der Schutzzöllner sehen Das Ende-bmß ch, daß alle Bedürfnisie iheurer werden und kein and««^"dMieselbst ; SÄw. WÄÄSI:
Preis? der Bedürfnisie auch keinen Vortheil bringen) theurer producirt s
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anerkennt. @ ber berüchtigte Redactmr des „Bayer. Vater!.", ist wegen 1 Beleidigung des Kaisers vom Münchener Schwurgericht zu 3 Monaten Gefäng- mß veMlheckt^worden.^ den Reeurs einiger franMschen
römisch-kaiholischen Geistlichen gegen die ihnen Seitens des Genfer Staats- rathes verweigerte Ausübung gottesdienstlicher Handlungen tm Canion Gens sür begründet erklärt und damit dem Culturkampf von Neuem Nahrung gegeben.
Für Oesterreich-Ungarn war der endlich erfolgte Einmarsch der Truppen in Bosnien das Ereigniß, welches die öffentlichet Ausmerksamke t am meisten beschäsiigie. Der Erste, welcher die österreichische Fahne auf türkischem Gebiete auspflanzte, war der 26jährtge Erzherzog Johann Salvator, derselbe, desien Name früher stets genannt wurde, wenn «°n «iner österreichisch n Seeundogenitur die Rede war. Beifall findet übrigens der Schritt der Regie- rung noch immer nicht, weder bei den Deutschen, noch bei den Ungarn.
In verschiedenen Städten Italiens haben sich die Kundgebungen der Radicalen zu Gunsten des noch „unbefreiten Italiens wiederholt. Auch der alte Garibaldi hat es nicht Unterlasten können, denselben seinen Bestall zuzu-
lasten, durch ihre scharfen Aeußerungen über ihre Gegner aber der Opposition im Parlament einen neuen Anstoß gegeben. De,^Führer der Opposition im Unterhause nannte die Politik der Regierung, ebenso wie früher Gladstone, geradezu eine „wahnsinnige" und warf ihr vor, daß sie den Zusammenstoß zwischen Rußland und England durch die Convention vom 4. Juni um 100 Jahre beschleunigt habe. Trotzdem ist das Ministerium der B lltgung seines Verfahrens Seitens der Majorität in beiden Häusern sicyer. Durch die Ernennung des Schwiegersohnes der Königin, Marquis von Lorne, zum Gouverneur von Canada hat es seine Stellung noch mehr befestigt.
Die Stimmung der Franzosen betrchs des Berliner Friedens ist, seitdem sich Gambetta durch den Prinzen von Wales zu einer günstigeren Ansicht über denselben hat bekehren lasten, eine ruhigere geworden. Auch d e rasche Beendigung des Streiks tm Nord-Departement hat zur Beruhigung der Bevölkerung beigetragen. Der Parteikampf zwischen Liberalen und Klerikalen dauert aber noch immer fort. Während der Erzbischof von Paris seiner^Heerde in einem Hirtenbriefe den Peterspfennig dringend an s Herz legte, erließ der Unterrichtsminister ein Rundschreiben, in welchem er Geldsammlungen m den Schulen zu kirchlichen Zwecken verbot, sowie die Mißbräuche, die bisher mit der Verbreitung klerikaler Schriften bet den Pretsverthetlungen getrieben
^cutbot, dem früheren Eldorado der Jesuiten, hat der neue liberale Präsident Veintemilla das bisherige Concordat mit dem Da^an aufgehoben und die Beziehungen zur römischen Kirche auf die alten Staatsgesetze zurückgefübrt. -- -------- ---
Redactton»b«re<wr Gartenflraße B. 165. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
HxpeditionSbureaur Schulstraße B. 18. ______
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