Ausgabe 
4.1.1878
 
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Petersburg, 2 Januar. Osficiell wird aus Bogot vom 31. Decbr. berichtet: Meldungen vom 30. Decbr. zufolge rückten unsere Truppen des West-Detachnnents von der Front bis BabaKonak vor und richten ihren Vor­marsch fortdauernd gegen die türkischen Positionen Arabkonak und Schandernik, die der Feind besetzt halt. Am 29. Decbr. räumten die Türken Latikowo, wo selbst die Rusten eingezogen.

Petersburg, 2. Januar. Anläßlich der Commentare der ausländischen und der russischen Preffe über die englische Mediation führt ein Artikel der Agence Russe" aus: Die Mediation sei nicht wünsckensrverth und unannehm­bar; einmal, weil eine solche unmöglich sei, so lange einer der Kriegführenden fie überhaupt nicht verlange, und sodann, weil der Staat, der die Mediation ausüben wolle, seine Unparteilichkeit durch eine Jnterestelosigkett muffe darthnn können. Das sei nach den eigenen Erklärungen des britischen Cabinets nicht der Fall. Die Wichtigkeit dieser Interessen würde die Mediation zu einer ge­fährlichen Sache machen und den Uebergang von der Mediation zur Interven­tion erleichtern. Das besondere Recht der Kriegführenden werde nur über­troffen durch das höhere Recht Aller (?). Aber Rußland habe die Rechte Dritter sorgfältig respecttrt. Die Mediation würde, ohne Jemand zu nützen, den Krieg nur verlängern und die Sachlage verwickeln. Vom Gesichtspunkte des Rechtes, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Localisirung des Krieges sei eine Mediation nicht wünschensweith und unannehmbar. So denke zweifels­ohne ein großer Theil der englischen Politiker und des arbeitsamen englischen Volkes, die sich fragten, weßhalb England und Rußland sich gegenseitig und Anderen nichts Gutes erweisen sollten, anstatt sich zu erbittern und durch Eifer­süchteleien zu schaden. Ebenso dächten die russischen Politiker und die Mehr­heit des rustischen Volkes.

London, 2. Januar. Die Handelskammer von Bradford nahm ein­stimmig eine Resolution zu Gunsten der Neutralität an. Die Handelskammer in Leeds sprach sich mit allen gegen 3 Stimmen zn Gunsten einer absoluten Neutralität aus. Der Bischof von Manchester erklärte im Arbeiterclub von Rochedale: weder Konstantinopel im Besitze Rußlands, noch die Oeffnung der Dardanellen gefährde britische Jntereffen; er hoffe, das britische Volk werde stch laut gegen einen Krieg erklären.

Bordeaux, 2. Januar. Bei dem Empfange des Maires soll General Rochebouet geäußert haben: Die Affatre von Limoges sei nicht so ernst; die gegebenen Befehle seien lediglich eine Wiederholung derjenigen, die schon von seinen Vorgängern für den Fall von Unruhen gegeben worden, und rein defen­siver Natur gewesen. Der General habe hinzugefügt: Ich werde mich niemals aus diesem Wege fortreißen lasten; ich habe nicht mehr als Sie an einen Staatsstreich gedacht, weder für die Bonapartisten Sie wisten, wie ich von ihnen denke noch für Andere Sie wisten, wie ich, daß sie unmöglich sind. Niemals habe der Marschall oder sein Cabinet daran gedacht, einen Staatsstreich zu machen; im Gegentheil, das Cabinet rieth dem Marschall, ein Ministerium aus der Majorität des Landtags zu bilden.

Petersburg, 2. Jan. Eine officielle Meldung aus Bogot vom 31. Dec. bringt folgende Details über die Einnahme von Pirot: Nach Besetzung von Babina Glava und Erkämpfung des Pastes St. Nikolaus wurde ein starkes Detachement gegen das befestigte Lager von Budinpol, welches Pirot von Norden her deckt, gerichtet. Das Lager besteht aus mehreren Rethen von Befestigungen und liegt auf beiden Ufern der Nissava zwischen den Döfern Stanetschno, Nischar und Saepot. Da das Lager stark besetzt und von der Front aus bei­nahe unangreifbar war, so wurde entschieden, zuerst Ak Palanka und dann Pirot auzugreifen. Am 24. December begann der Angriff. Die rechte Colonne griff Äk Palanka an und nahm es ein, die linke Colonne führte an diesem Tage «ine Kanonade und demonstrative Angriffe gegen Budinpol aus, um die Auf­merksamkeit des Feindes abzulenken. Die gesammte Reserve blieb auf der Ba­bina Glava. Am 26. rückte die rechte Colonne von Ak Palanka aus gegen Pirot vor. Am 27. griff dieselbe die linke Flanke der türkischen Positionen an und besetzte am Nachmittage 4 Uhr Blatta und Belajewa, woselbst sie die Nach: lagerte. Bei dem ersten Schuß der rechten Colonne begann die linke den An­griff von der Front, nahm Stanetska und trat mit der rechten Colonne in Fühlung. Am 28. bei Morgendämmerung erneuerte sich der Kampf auf der ganzen Linie. Die rechte Colonne zog bereits um i 1 Uhr Morgens in Pirot ein und wurde durch die Bevölkerung, an deren Spitze sich die Geistlichkeit befand, empfangen. Die linke Colonne überwand den hartnäckigen Widerstand der Türken erst, nachdem letztere benachrichtigt wurden, daß die Stellung in ihrem Rücken genommen sei. Der Verlust der Serben übersteigt 50 Todte; gegen 150 Mann wurden verwundet. Die Türken, 6 Tabors stark, erlitten große Verluste. Die ganze Position war mit Leichen bedeckt. Die Serben erbeuteten 23 Geschütze.

Lokal-dtytij.

Gießen, 3. Januar. Ein gräßliches Unglück ereignete sich gestern in einem KalkstelnZruche auf der Bieber. Vvn einem Augenzeugen wird uns Folgendes berichtet: Seit einigen Tagen schon ward der Sturz einer größeren Felsmasse erwartet. Gestern Nachmittaa nun wurden nochmals 5 Minen gebohrt und abgebrannt, ohne daß das Gestein zusammenftürzte. Nach dem erfolgten Sprengen wurde ein Wagen in den Bruch geschoben und in diesem Moment löste sich der ca. 70 Fuß hoch hängende Fels los und richtete Tod und verderben an. Lin Fuhrmann wurde sofort zerquetscht, während ein anderer Arbeiter bis zur Mitte des Leibes von einem ca. 15 Cbm. haltenden Felsen festgebannt war. Drei lange qualvolle Stunden mußte der Aermste bet vollem Be­wußtsein jammern, biß durch rasch herbetgesch^ffke Hebwerkzeuge der Felsen gelüstet und der unglückliche halb zerschmetterte Mann heroorgezozen werden konnte. Den Be­sitzer des Bruches, Herr Briel, welcher neben dem Wagen stand, traf ein Felsstück so gewaltig, daß er gegen das Wagenrad geschleudert und derart verletzt wurde, daß er nach einer halben Stunde eine Leiche war. Ein dritter Arbeiter war wie durch ein Wunder gerettet worden feine gewaltige Felsmasse stürzte auch über ihn, aber zum Glück bildete sie eine Höhlung, unter welche derselbe zu liegen kam und nur am einen ®rme etwas blesstrt hervplMen wurde. Schauerlich soll eben noch das weiterhängende Ge­stein zu sehen sein. Der Mannschaft deS gegenüber befindlichen Bergwerks, welche An­gesichts her drohenden Todesgefahr, unerschrocken die Rettung der Verunglückten be sorgte, gebührt alles Lob und Anerkennung. Der Besitzer des Bruches hinterläßt eine Wittwe und drei Kinder.

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Handel und Verkehr,

Mainz, 2. Jqnuar, Weizen per März 21.85, Roggen per März 15.60, Hafer per März 15, Rübok per Mai 37 70.

London, 2. Januar. Getreidemarkt Schlußbericht. Englischer Weizen träge, fremder stetig, angekommene Ladungen fest. Andere (Setretbearten fest, aber ruhig. Zu­fuhren: Weizen 81000, Gerste 4800, Hafer 26400 Q- Gußregen.

Limburg, 2. Jan. (Fruchtbericht.) Rother Weizen Jt 19.30, Weißer Weizen Korn v* 13.35, Gerste JL 11.25, Hafer JL 7.20. (Durchschnitts-Preis pro Malter.)

Noch einer vom alten Schrot und Korn.

In demselben Geiste Der Unparteilichkeit und Wahrheit, wie wir dies von Wilhelm Zimmermann rühmen, hat dieGartenlaube" seit ihrem Bestehen mit ihren Geschichts­bildern zu wirken gestrebt, und es geschieht aus diesem gesinnungsvcrwandtschaftlichen Gefühl, daß wir dem Wackern deutschen Geschichtsreiniger als ein Zeichen wohlverdienter Aner- kennung seines Wirkens auf dem Felde der Wahrheitsforschung und des FreibeitSkampfes diesen Artikel widmen." Mit diesen Worten schloffen wir im Jahrgaiig 1869 unser»- Blattes eine Mittheilung über W Zimmermann als denGeschichtsschreiber der Wahrheit", welcher wir das Bildniß deffelben beigegeben hatten.

Acht Jahre sind seitdem vergangen; der alte Herr hat am 2. Januar dieses Jahres sein siebenzigstes Jahr überschritten, ohne daß Geist, Herz und Hand ihm zu schwach geworden wären, um noch ein großes Werk zu vollenden. Als die Arbeit der letzten sechs Jahre liegt vor uns seineJllustrirte Geschichte des deutschen Volkes"*) (verlegt und trefflich ausgestattet von Gustav Weise in Stuttgart), von welcher 1873 der erste, zwei Jahre später der zweite und jetzt der dritte Band erschienen ist. Die Charakteristik der Geschichtsbehandlung Zimmer- mann'S, auf die wir oben zurückgewiesen, findet in vollem Umfang auch auf diese neueste Leistung desselben Anwendung; auch in ihr herrscht von der ersten Seite des Buches bii rum Schluß­worte derselbe warme nationale Zug und dieselbe Schärfe des Urtheils der historischen Gerech- tigkeit, gleich unerbittlich nach oben wie nach unten, wie in den früheren Schriften des fleißigen Mannes, und so ist auch diese-, die ganze deutsche Geschichte bis zur Gründung des neuen deutschen Reiches umfassende Werk ein echtes Volksbuch, das die Weckung, Klärung und Stär­kung eines gesunden vaterländischen und Freiheitssinnes sich zum offenen Ziel aesetzt hat

Einen sehr hohen Werth legen wir seiner Darstellung der letzten fünfzig Jahre unserer Geschichte bei, die für Zimmermann eine selbstdurcklebte ist. Er war bereits als Privatgelehr« ter in Stuttgart thätig, als die Julirevolution ausbrach, arbeitete schon damals als ZeitungS- chreiber mit an der öffentlichen Meinung, verlor die 1847 angetretene Professur für Geschichte, deutsche Sprache und Literatur an der Stuttgarter Polytechnischen Schule in sFolge seiner Wirksamkeit in der Paulskirche und seines Verhaltens beim Rumpf-Parlament und in der würt- tembergischen Landesversammlung 1850 und ist erst seit 1864 al- Landpfarrer wieder im Staatsdienst. Er hat demnach selbst in der Arena gestanden, auf welcher Geschichte gemacht wird.

Wie klar der politische Blick dieses ehemaligen Zöglings de- Tübinger Stifts, stillen Gelehrten und Dorfpastors durch das Forschen in der Geschichte und die eigenen Erfahrungen im Volksleben geworden, dafür zeugt die folgende Stelle seiner Fortsetzung derDeutschen Geschichte" Wirth's (Band IV, S. 97), die im Jahre 1865 geschrieben ist:Zur Schöpfung eines lebenskräftigen deutschen Einheitsstaates, bei den ungeheuren von außen wie von innen vorliegenden Hindernissen, gehört eine eisenstarke, der Furcht wie der Verführung unnah­bare Seele und eine geniale Geisteskraft von ausnahm-wciser Größe, in einem Manne vereinigt. Ob das ein regierender Fürst, oder ein Minister eines deutschgesinnten Fürsten, oder ob es ein durch die Zeitverhältniffe und in Folge davon durch eine allgemeine nationale Bewegung emporgehobener und an die Leitung der deutschen Angelegenheiten gebrachter Mann des Volkes ist, darauf kommt es nicht an, obgleich ein großbegabter Fürst, wie der zweite Friedrich von Preußen, oder wie der erste Kaiser Joseph, ja sogar noch wie der zweite Joseph, die meiste Wahrscheinlichkeit glücklichen Erfolges für sich hätte, so, wie die Sachen in Deutschland und in Europa einmal liegen. Nur das eine ist gewiß: ein einziger Mann, die harmonische Einheit des Kopfes und Willens in gleicher Großheit an der Spitze der Leitung, gehört dazu, um die Schöpfung des deutschen Einheitsstaates in's Leben einzuführen. Wo dieser eine Mann, der Mann im vollen Sinne des Wortes, welcher dir zerstreuten Kräfte seine- Volkes zusammen^ aßt, auf das Eine hohe Ziel richtet und verwendet, rücksichtslos gegen alle Parteien, in einer Nation fehlt, da wird auch eines Volk-parlamenteS Sitzen und Tagen, wie das der Fürsten - und Ministercongresse, sich im Sande verlaufen."

Wenn wir bedenken, daß Zimmermann im Jahre 1865, wo man in ganz Deutschland mit lautem Grolle auf die oberste Leitung Preußens sah, Niemanden weniger, als den bekannten bestgehaßten Mann" vor Augen haben konnte, so müssen wir gestehen, daß der Mann, wie ihn die Zeit brauchte und wie er sich, als seine Zeit kam, erwies, nicht treffender gekennzeichnet werden konnte, als dies hier geschehen ist.

Mit demselben Scharfblicke, derselben Wahrheitstreue und Unerschrockenheit stellt er die von ihm selbst erlebte Zeit dar, und das ist ein Verdienst, das wir ihm nicht hoch genug an- chlagen können. Haben wir auch feinen Mangel an Geschichtswerken, welchebis auf die Ge­genwart" reichen, so fehlt es doch auch nicht an solchen, deren Verfasser einer jüngeren Generation angehören, denen das Herz nicht geschlagen hatte unter den Drangsalen, welche vor und nach der Julirevolution bis zu dem Sturm von Achtundvierzig zu erleben waren. Wer jetzt das Mannesalter betritt, war selbst in der traurigen Reaktionszeit der fünfziger Jahre noch ein Kind Allen diesen ist es schwer, ein wahres Bild von der Zeit zu gewinnen, wo Metter­nich und Rußland das politische Deutschland überwachten und der Gedanke anein deutsches Vaterland", eindeutsches Reich" als Hochverrath gegen die Souverainetät jedes einzelnen Bundesstaates verfolgt wurde. Selbst uns «eiteren, die wir noch die Polen von Ostrolenka umarmt und am Hambacher Feste mitgejubelt haben, wird eS nicht leicht, aus unserer jetzigen Lebensfreiheit mit einem großen und mächtigen Deutschland heraus uns zurückzudenken unter den Druck der Polizeistaaterei mit ihrer Censur, ihren Verboten, ihren obrigkeitlichen Beschränkungen auf Schritt und Tritt und gar all' den Widerwärtigkeiten, die Jeder zu erfahren hatte, der mit Paß, Wanderbuch und Heimathschein in'sAusland" kam, wie bekanntlich jedes jenseits der eigenen Heimathgrenzen liegende deutsche Land hieß. Und was Alle- ist unter so jämmerlichen Verhältnissen im Leben und Treiben des Staats und der Gemeinde, der Gesellschaft und des Einzelnen möglich gewesen! Das Schwerste hatten die kleinen Staaten, die zum Theil unter weisen und edlen Fürsten auf dem Wege der Bildung, deS Wohlstandes und freierer politischer Regung geräuschlos fortschritten, von den beiden Großstaaten des Bundes zu leiden, besonders seitJunker und Jesuiten" über Die letzten Folgen der Julirevolution gesiegt hatten.Von da an," sagt Zimmermann's AlterS- und Gesinnungsgenosse Droysen,gab daß preußische Cabinet seine Zustimmung zu allen reactionären Maßregeln^ welche Oesterreich auf dem Bundestage beantragte, zur Unterdrückung der Preßfreiheit, zur Lähmung der Volksvertretungen, zur Verfol­gung der liberalen Führer des Volks", und wie sehr es damit auch dem russischen Interesse diente, verräth die am Petersburger Hofe damals geläufige Tagesphrase:Wir weisen Preußen seine Rolle an."

Ja, was war da Alle- möglich! Rußland winkt, und Rotteck und Welcker verlieren ihre Lehrstühle. Pietisten und Ultramontane feiern Sieg auf Sieg. Der beschränkte Unter- thaneuverstand" wird in Preußen erfunden und in Hessen Sylvester Jordan vor den Augen der ganzen Welt in einem Nacheprozeß gefangen gehalten. Währenddeß läßt der Bischof Arnoldi in Trier den heiligen Rock anbeten und erhält den Stern des rothen Adlerorden- in demselben Jahre 1847, wo eine Lola Montez als Jungfrau von Orlean- des baierischen Liberali-mus gegen den Minister Abel auftrat und Heinrich Simon von Breslau als Sturmvogel des kom­menden Jahres auf die FragenAnnehmen oder Ablehnen?" die Antwort des preußischen Volks gab. Dann kommt als zweihundertjähriges Jubiläum des Westphälischen Friedens das Jahr 1848. Wie lebende Bilder führt Zimmermann uns die Hauptzüge dieser ersten großen nationalen Revolution Deutschlands vor, die Stürme in Wien, Berlin und Frankfurt nnd die Unthaten des Pöbels und der Reaktion bis zurRettung der Gesellschaft" durch die politische Ebbe und zu deren Ausläufen, der Bundesauferstehung und Flottenauction.

Mit denselben energischen Strichen, wie die Ereignisse von Achtundvierzig und deren Fo l- gen, malt er uns die aus den Schatten der Reaction, der Concordate und Conflicte in helleren Farben hervortretendLn nationalen Beweg urigen bis zu den Blut- und Eisenthaten, durch welche erst der Norddeutsche Bund gewonnen und zuletzt zum deutschen Reiche erweitert und erhoben worden ist.

Wir widerholen es, daß wir gerade die beiden letztenHauptstücke" deS Werks der jün­geren Generation an das Herz zu legen, weil durch sie die schwere Zeit ihrer Väter ihnen so warm und klar vorgeführt wird, wie wir Alten nur in den besten Stunden der Erinnerung sie uns wieder vor Augen zu stellen vermögen. Die jüngere Generation bedarf aber einer solchen Einführung in jene schwer» Zeit, damit die Märtyrer derselben von ihr gekannt, gerecht gewür­digt und nicht durch den Glanz neuer Ereignisse in den Schatten gestellt und mit Undank belohnt werden.....

Die Illustration, welche wir (in der Gartenlaube) als künstlerische Ausstattungsprobe des Werks aus dem dritten Bande desselben hier mittheilen, bezieht sich auf die R egieruugSzeit deS Kaisers Joseph des Zweiten, von dem es (S. 374) heißt:Er lege keinen Werth auf GeburtS- rechle, aus unverdiente Bevorzugungen; er achtete nur das Verdienst und sah im Menschen nur den Menschen.--Er ahndete jede Bedrückung, welche ein Beamter ausübte, auf das Strengste,

und man sah hochgeborne Verbrecher, welche sonst vor Strafe fast immer sicher geblieben waren, unter feiner Regierung in Ketten die Gaffen Wiens kthren." (Gartenlaube")

*) Jllustrirte Geschichte des deutschen Volke-" von Dr. Wilhelm Zimmermann' Derf. der Geschichte des Bauernkriege-, der Hohenstaufen ro., 3 Bände in größtem 80. mit it 480 Seiten Text, 61 Titelvollbildern und 367 Textillustrationen. Preis broschirt 30 JC. 50 in 3 Prachtbänden 38 Verlag von Gustav Weise in"Niuttgart.