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Lampencylinder. E. Tollman in Taunton, Masiachussets, hat sich eine Einrich- tunq von Lampencylindern patentiren lasten, durch welche es ermöglicht wird, eine Lampe anzu­zünden ohne den Cylinder abzunehmen. Es erhält dazu der Cvlinder in der dem oberen Docht- endc entsprechenden Höhe eine Oeffnung, welche für gewöhnlich durch einen kleinen Deckel verschlossen wird; der Deckel sitzt an einem Arm, der um einen am Cylmder befestigten Stift drehbar ist und schwach federt, so daß er den Deckel dicht in die Cyltnderoffnung eindrückt.

Düngerschwindel. Neuerdings wird von England aus ein ganz großartiger Schwindel mit künstlichen Düngemitteln getrieben, welche letztere sehr oft sogar den Pflanzen schädliche Stoffe enthalten. Würden diese Düngemittel etwas taugen, so behielte England, das doch auf einer hohen Stufe rationeller Landwirthschaft steht und künstliche Düngemittel in erstaun­lichen Mengen verwendet, dieselben gewiß für sich. Schon die Ausfuhr künstlicher Düngemittel, von England betrieben, legt Zeugniß ab von der Werthlosigkeit derselben. Unter anderem wird Rohammoniak, ein Nebenproduet der Leuchtgasfabrikation, in den Handel gebracht, das etwa zur Hälfte aus schwefelsaurem Ammoniak, schwefelsaurem Eisenoxydul Schwefeleisen und Eisenoxydu! besteht; dazu kommen noch 3 bis 4, ja bis 6 Procent Nhodan-Ammonium, ein direktes furcht­bares Gift für die Pflanzen, die auf der Stelle zerfressen, zerstört und vernichtet werden. Die­ses grünliche, pulverförmige Rohammoniak kann man leicht einer Prüfung unterziehen, man rührt einen Theil des Düngemittels mit Wasser an und läßt dieses sich setzen; hierauf fügt man et­was Eisenchlorid hinzu, worauf das Wasser eine tiefblutrothe Färbung annimmt, ein Zeichen, daß schädliche Stoffe enthalten sind. An den Prüfungsstationen wird daher gewöhnlich bei jedem untersuchten Düngemittel ausdrücklich beigefügt, wie viele Proeente Rhodangehalt in demselben aufgefunden worden sind. So der Phönix. Wir erinnern darandaß hier das Vereins­wesen Jedem, der sich darum kümmern will, bestens entgegenkommt; in allen Gegenden Deutsch­lands gibt cs landwirthschaftliche Vereine, welche sich mit Prüfung von Samen und Düngemitteln abgeben und damit den Landwirth genügend schützen.

Burfitts patentirte Composition gegen Kesselstein. Die Direetion des polytechnischen Centralvereins in Würzburg hat dieses Mittel in dem Betriebsdampfkessel per mechanischen Werkstätte der k. Kreis Gcwerbschule in Würzburg versuchsweise anwenden lasten. Nach dem vorliegenden Berichte hat sich ebenso wie früher sowohl fester Kesselstein als Schlamm gefunden. Nach einem Gutachten von Prof. Hilger in Erlangen steht fest, daß in der Com­position Burfitt's weder eine neue Substanz, noch ein neueS Princip vorliegt. Die Anwendung fett-, leim-, gerbstoff- und schleimhaltiger vegetabilischer und thierischer Substanzen zur Verhü­tung des Anhaftens der Kestelsteinmassen an den Kesselwandungen ist schon längst bekannt, und zwar bekannt'als nicht geeignet, auf die Dauer einen Kesselsteineinsatz zu verhindern. Ja, wir wissen sogar, daß fetthaltige Substanzen Nachtheile insofern bringen können, als dieselben die Kesselwände bedenklich angreifen. Hilger hat ferner in der Nähe von Erlangen beobachtet, daß nach Anwendung dieses Mittels das Innere des Kessels überall in bedenklichem Maße verschmiert war und daß der gebildete Kesselstein mit der größten Hartnäckigkeit an den Kesselwandungen festsaß, so daß er nur mit Mühe entfernt werden konnte. Sehr richtig bemerkt Prof. Nies, daß das Burfitt'sche Mittel nicht neu ist, keine Wirkung hat und aus Substanzen besteht, welche die Wirkungslosigkeit vollkommen erklären.

Sehirfeberlcht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd <5. W. Dietz in Gießen.

Southampton, 29. Aug. Das Pastdampfschiff Neckar, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 18. August von Newyork abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Poft und Ladung 11 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Neckar überbringt 218 Passagiere und volle Ladung.

Literarisches.

Jllustrirte Frauen-Zeitung. Die jüngst erschienene Moden-Nummer (31) dieses Blattes (Preis vierteljährlich 2 <A 50 H) trägt vor Allem der Reise-Saison Rechnung. Sie bringt eine größere Auswahl von einfachen sowie eleganten Kostümen, speciell Promenaden- und Reise-Garderoben, neben einer Anzahl Phantasie-Arbeiten der mannigfachsten Art. Die folgende Unterhaltungs-Nummer (32) führt zum Eingang die NovelleEin Mädchenräthsel" von I. von Düringsfeld weiter. Hermann Kindt giebt darauf, im Anschluß an ein, hier zum ersten Mal reprodueirtes Portrait der Königin Marie Antoinette, eine scharfumriffene Silhouette dieser unglücklichen Frau. Hierauf folgt eine geistvolle Charakteristik des rumänische« Volksstammes in Siebenbürgen und der Bukowina von Wilhelm Goldbaum in Wien, begleitet von dem, durch L. Heil land gezeichneten Bilde eines originellen Vertreters dieserinteressanten Völker­schaft". Von hier führt uns Wort und Bild weiter nach dem KönigSstuhl auf Stubbenkammer, dessen oft beschriebener Schönheit Fr. Lampert neue Reize abzulauschen versteht. Ein stim­mungsvolles Bild P. Burmeister's tritt seiner Schilderung ergänzend zur Seite. Die Schil­derungen der Verlobungsgebräucheam goldenen Horn" von Nuredin Aga finden in dieser Nummer ihren Abschluß. Ein kurzer Artikel über die zweckmäßigste Art, das Zimmer-Aquarium zu bevölkern, wirthschaftliche Belehrungen über die Spenden des Septembers, die Briefmappe und endlich die Gedenktage berühmter Frauen für die zweite Hälfte des August bilden mit den, der Kostümgeschichte angehörenden Abbildungen einiger Kopfbedeckungen burgundischer Frauen im 15. Jahrhundert nach Ä. von Heiden's Zeichnungen den Beschluß der reichhaltigen Nummer.

Gültige Privat Banknoten.

Die beschränkenden Bestimmungen des § 43 des Reichs-Bankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Reichsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen' bezüglich nachstehender Privat-Nolenbanken als nicht anwendbar erklärt worden uni es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutschland, auch außerhalb des­jenigen Staates, welcher denselben die Befugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zur Zahlung gebraucht werden: 1. Badische Bank in Mannheim. 2. Bayerische Noten­bank in München. 3. Bremerbank in Bremen. 4. Breslauer Bank in Breslau. 5. Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. 6. Kölnische Privatbank in Cöln. 7. Danziger Privatbank in Danzig. 8. Frankfurter Bank in Frankfurt am Main. 9. Hannoversche Bank in Hannover. 10. Leipziger Cassenverein in Leipzig. 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck. 12. Magdeburger Privatbank in Magdeburg. 13. Posener Privatbank in Posen. 14. Sächsische Bank in Dresden. 15. Bank für Sttddeutschland in Darmstadt. 16. Württemberger Notenbank in Stuttgart. Die Verwendung der Noten anderer deutscher Prioat-Notenbanken oder Corporationrn zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landesgebietes, für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.

Seitens der Nntionalbank für das Großherzogthum Luxemburg sind neuerdings auf ReichSwährung lautende Banknoten in Abschnitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegeben worden. Die Verwendung dieser Banknoten zu Zahlungen innerhalb des Reichsgebiets ist nach $ U des Bankgesetzes vom 14. März 1875 ver­boten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 500 Mk., im Falle gewerbsmäßiger $cr? Wendung daneben mit Gefänrmiß bis zu einem Jahre bestrafr. ____

Die Annoncen-Expedition ^h^^ietrich (So* in Cassel über­nimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d.Casseler Tagespost") ________________ _________

Besondere Bekanntmachungen EdictalbekAnntmachung.

Nachdem Konrad Metzger von Birklar dv'ch Verfügung Großherzogl. Hofgerichts der Provinz Oberhessen vom 25. Juni 1877 wfaen verschwenderischen Lebenswandels unter Curatel gestellt worben ist und dem­gemäß beute Christian Schmidt II und Kaspar Knorr von Birklar zu Curatoren über denselben bestellt worden sind, wird dies mit dem Bemerken bekannt gemacht, dach Rechtsgeschäfte gültig nur mit den l Curatoren abgeschlossen werden können.

Lich, den 15. August 1877. (4723

Großherzogliches Landgericht Lich.

_________Weyer.__________

Deffknttiche Bekanntmachung.

Andreas Stuckart Wittwe Katha­rina geb. Keck von Lich wurde wegen Geistesschwäche unter Curatel gestellt und Peter Joseph Rau dahier für sie als C»'.rator verpflichtet. Indem man dieß unter dem Anfügen zur öffentlichen Kennt- niß bringt, daß Rechtsgeschäfte mit ihr nur unter Zustimmung des Letzteren gültig ab- geschlossen werden können, werden zugleich alle Diejenigen, welche Forderungen an Andreas Stuckart Eheleute zu bilden haben, aufgefordert, solche

binnen 14 Tagen

bei Vermeidung der Ntchtberücksichtigung bei Ordnung der Vermögensverhältnisse dahier anzumelden.

Lich, den 24. August 1877.

Großherzogliches Landgericht Lich.

4848)__________Weyer._____________

Bekanntmachung.

In der Concurssache über das Vermögen der Wittwe des Ackermanns Conrad

e u 6 n e r, Elisabeth geb. Fisch er und deren Kinder zu Anzefahr ertheilt das unterzeichnete Amtsgericht nachstehendes Äusschluß-Erkenntniß:

Auf den Antrag des Condradictor werden hiermit diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen in dem heutigen Liquidations­termin nicht angemeldet haben, der Andro­hung gemäß von der Masse ausgeschlossen.

Kirchhain, am 13. August 1877.

Königliches Amtsgericht. Hellbach.

1850) vdt. Bezzenberger.

Versteigerungen.

Obst-Versteigerung.

4819) Das Frühobst bei der Stadt Gießen von den Aepsel- und Birn­bäumen an dem Krofdorfer und Wiesecker Weg, auf dem Berg im ehemals Oswald'-

Kltgemsiner Anzeiger.

schen Garten, in den Anlagen vor dem Friedhof und im ehemals Ebel'schen Garten am Asterweg soll

Freitag den 31. August 1877,

Nachmittags 2 Uhr, versteigert werden. Zusammenkunft am Krofdorferweg.

Gießen, den 28. August 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________A. Bramm._________ Mobiliar-Versteigerung.

Freitag den 31. d. Monats, Nachmittags 2 Uhr, lasse ich 10 bis 12 vollständige Betten, zwei Sophas, 4 Kleiderschränke, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, 1 Glasschrank, 1 Eis­schrank, 8 Commoden, 8 Waschtiche, 8 Nacht­tische, verschiedene Tische, mehrere Dutzend Stühle, diverse Spiegel, Rouleaux und 15 Lampen, vollständige Waschservice, 20 St. Blumenkübel rc. u. Hausgeräthe, versteigern.

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