kraft sei somit
wegen Revision
Kesterretch
Wien,
26. October.
einer neuerlichen Audienz beim
sailles zurück mit dem Gefühle der ihr gewordenen Insulte. Ich habe euch hier nicht ihre Entschlüfle mitzutheilen, aber Haber Vertrauen, sie wird verstehen, die einzige Autorität, vor welchem sich in diesem Lande Hoch und Niedrig beugen müssen, die Autorität Frankreichs zur vollen Geltung zu bringen.
Paris, 26. October. Das Journal „Fran^ais" erklärt abermals die Nachricht für unbegründet, daß die Bildung eines Ministeriums der Linken be- absichtigt werde.
— General Grant wird sich nach einem sechswöchentlichen Aufenthalt in Frankreich nunmehr nach Spanien begeben. In Liffabon wird ihn eine amerikanische Fregatte erwarten, auf der er sich nach dem mittelländischen Meere einzuschiffen beabsichtigt.
Paris, 27. October. Das Gerücht, die Ausstellung von 1878 werde wegen angeblich rückständiger Arbeiten aufgeschoben, ist, der „Agence Havas" zufolge, unbegründet. Die Arbeiten seien schon so weit vorgeschritten, baß die Aussteller bereits jetzt schon von den angewiesenen Plätzen Gebrauch machen könnten.
sei im Reichstage Gegenstand eingehender Discussion gewesen. Eine formelle Mittheilung sei nicht für nothwendig erachtet worden ; er sei jedoch gern bereit, eine solche folgen zu lassen. Der Minister wendet sich hierauf gegen die Angriffe wegen angeblich nicht erfüllter Zusagen in der Frage der Verwaltungs- Reform, speciell in Betreff der Städte Ordnung; er erinnert an das Scheitern der letzteren in der vorjährigen Session und fragt, ob jetzt eine günstigere Stimmung für den Standpunkt der Regierung vorhanden sei. Mit Fürst Bismarck bestehe hinsichtlich der schwebenden Fragen der inneren Politik auf Seiten der Minister Uebereinstimmung. Der Minister schließt mit den Worten : Möglich, daß wir nach Ihrer Meinung den Geschäften nicht mehr gewachsen sind; geben Sie uns das zu erkennen! Wir werden uns dann bemühen, andere Männer anstatt unser an unsere Stelle zu bringen. Hänel tritt für die Resolution der Fortschritts-Partei ein, indem er daraus beharrt, daß eine Wandlung in der inneren Politik der Regierung eingetreten sei. Minister Friedenthal tritt den Aeußerungen Hänel's entgegen und constatirt nochmals, daß keine Wandlungen emgetreten seien; es werde sich zeigen, daß Sinn und Geist der Reform unverändert sortbestehe. v. Manteuffel erachtet im Gegensatz zu den Rednern der Fortschritts-Partei das Deurlaubungs- und Stellvertretungs-Ver' hältniß für ganz correct. Es müßten erst Thatsachen abgewartet werden, welche eine Wandlung der inneren Politik bewiesen. Seine Partei wolle keinen Stillstand, aber auch keine Revision der Verwaltungs-Reform. Nach v. Manteuffels Rede wird die Debatte vertagt. Es folgen persönliche Bemerkungen. Sybel bedauert, daß Virchow ihn im Laufe der Debatte mit Bezug aus die Angelegenheit des Dr. Konitzer angegriffen habe, Der deutsche Verein habe den Letzteren für einen ehrenwerlhen Mann gehalten, sich aber darin getäuscht. Der Vorstand des deutschen Vereins habe niemals einen Beamten denuncirt. So-
Vermischtes.
Königsberg. (Verbot des Fatinitzamarsches.) Der bekannte, im Laufe der Zett allerdings über alle Maßen abgedroschene „Fatinitzr-Marsch" (.Vorwärts mit frischem Muth, Lieb' ist mein Panter") war von den hiesigen Mustkcorps bei Märschen, Paraden rc. so unendlich häufig gespielt worden, daß schließlich Beschwerden darüder einltefen und der Marsch denn nun seiner ewigen Wiederkehr wegen durch einen kürzlich ergangenen Corpsbefehl den Mtlitär-MusikcorpS verboten worden ist.
Offenbach, 22 Oct. Wie schon in dem Bericht über den 8. Hess. Feuerwehrtag bemerkt wurde, wendet auch unsere Regierung in neuerer Zett ihre Aufmerksamkeit auf das Feuerlöschwesen, das in unserem Lande leider nicht auf gleicher Stufe mit anderen Ländern steht. Zwar haben sich in mehreren Orten in der Nähe unserer Stadt in den letzten Jahren freiwillige Feuerwehren gebildet, aber in der großen Mehrzahl der Orte unseres Kreises reichen die getroffenen Vorkehrungen gegen Feuersbrünste nicht aus. In Anbetracht dieser Verhältnisse wurde auf dem Delegirtentag der Hess. Feuerwehren 1876 von dem Vertreter unserer Feuerwehr, Herrn M. Weil, der Antrag gestellt, die Regierung zu ersuchen, KretSfeuerinspectoren zu ernennen. Nachdem nun die Regierung sich von der Zweckmäßigkeit dieser Maßregel überzeugt hat, wurde den Feuerwehren anheimgegeben, sich zur Ernennung solcher Jnspecloren an die betr. KreiS- ämter zu wenden, und es ist deshalb dieser Tage eine entsprechende Eingabe unserer Feuerwehr an das hiesige Kreisamt abgegeben worden. Wir hoffen, daß unser Kreis- ausschuß sich in Kürze sich genehmigend mit dieser Angelegenheit beschäftigen wird, damit auch bet uns eine Einrichtung ins Leben trete, die in Bayern, Württemberg u. a. Ländern schon vieles Gute geschaffen bat.
Darmstadt. (Bestellung von Nistkästen) Der Thierschutz-Verein für daS Groß- herzogthum Hessen macht bekannt, daß er auch in diesem Jahre wieder eine größere Anzahl von Nistkästen für Höhlenbrüter (Staare, Bachstelzen, Meisen, Rotschwänzchen, Fliegenschnäpper rc.) aus den renommirtesten Fabriken kommen zu lasten, und dieselben zum Selbstkostenpreis abzugeben beabsichtigt. Bestellungen solcher Nistkästen wolle man recht bald beim Bureau (Darmstadt, Hofstollstraße 6) einreichen. Nähere Auskunft wird jederzeit gern daselbst ertheilt.
Frankfurt, 23. Oct. Dem Vernehmen nach hat Freiherr Wilhelm o. Rothschild aus Anlaß der Vermählungsfeier seiner Tochter Adelheid mit Fretherrn Edmund o. Rothschild in Paris der israelitischen Religions-Gesellschaft dahier die Summe von 300,000 zur Errichtung eines Schulgebäudes überwiesen.
Der orientalische Krieg.
Konstanopel, 25. October. (Amtliche Meldung über bereits ausführlich dsrgestellte Kämpfe.) Am 24. October griffen die Rusten mit mehr als 20,000 Mann von verschiedenen Seiten her Jovanschiftik und Umgebung an. Nach mehreren Stunden währendem erbitterten Kampfe erhielten die Türken Verstärkungen und wiesen ihre Gegner mit Verlust von 800 Mann zurück; der türkische Verlust beziffert sich auf 200 Mann. — Am 24. Oct. griffen die Rusten Telis (Telisch) auf der Straße Plewna-Sofia an, wurden aber geschlagen und zurückgewiesen; jedoch gelang es den Kosaken, den Telegraphen zu unterbrechen. — An demselben Tage machten über 6000 Ruffen einen Angriff auf die Türken vor Rustschuk auf der Seite von Pyrgos, wurden jedoch mit 450 Mann Verlust abgewiesen.
Petersburg, 25. October. Officielle Meldung aus Tuchenitza vom heutigen Tage: Gestern nach einem verzweifelten zehnstündigen Kampfe besetzte General Gurko mit einem ihm anvertrauten Detachement, dem auch ein Theil der Garde beigegeben war, eine starke türkische Position zwischen Gorni Dubniak und Telisch, setzte sich aus der von Plewna nach Sofia führenden Chauffee fest und befestigt nun die so eroberte Position mit neuen Werken. Achmek Ewist- Pascha, sein Stabs-Chef, viele andere türkische Offiziere, 3000 Soldaten und ein ganzes Cavallerie-Regiment wurden gefangen, vier Geschütze, viele Gewehre und Patronen erbeutet. Unsere Verluste sind noch unbekannt, aber jedenfalls beträchtlich. — Bei der Armee des Großfürsten-Thranfolgers ist bei einer gestern ausgeführten Recoguoscirung Fürst Sergei Maximiltanowitsch gefallen.
Bukarest, 26. October. Weiterer officieller Mittheilung über den Kampf der Ruffen unter General Gurko zufolge steckten die Türken zweimal die Parlamentärflagge auf, schosten aber dann auf die Rusten.
Konstantinopel, 26. October. Ein Telegramm Mukhtar Pascha's berichtet: Am Mittwoch wurden drei russische Reiter-Regimenter mit Artillerie, die von Kara-Urghen nach Zewin marschirten, durch Mukhtar's Truppen geschlagen und zogen sich gegen Milleduz zurück, worauf die Türken in das Lager von Guedisour zurückkehrten. — Chefket Pascha meldet telegraphisch: Der russische Verlust in dem letzten Gefecht bei Telisch betrug 1000 Todte und Verwundete; die Türken hatten 50 Mann Verlust. Es sind Dispositionen getroffen, um die auf der Straße von Orkhanie nach Plewna stehende russische Kavallerie, welche Telisch besetzt hält, zu vertreiben. — Die „Agence Haoas" berichtet: Mehemed, der Sohn Schamyl's, welcher am Aladja-Dagh cernirt war, ist mit einem Detachement Tscherkeffen bei Horenduze, südlich von Kars, eingetroffen. Das Bombardement von Rustschuk dauert fort. — Suleiman Pascha hat in den letzten Tagen die Truppen in der Dobrudscha inspicirt.
Konstantinopel, 26. October. Einem officiellem Telegramme aus Erzerum von heute zufolge hat Ismail Hakki Pascha seine Verbindung mit Mukhtar Pascha vollzogen, ohne russischen Truppen zu begegnen.
Rußland.
Petersburg, 26. October. Die „Agence Russe" meldet, daß die Leiche des Prinzen Sergius von Leuchtenberz in der Kirche der Petersburger Festung an der Seite seiner Mutter beigesetzt werde. Daffelbe Organ weist die Annahme zurück, daß die islamitische Bewegung in Indien gefahrdrohende Verhältnisse für Englands annehme, erblickt aber darin eine Verdammung der türkenfreundlichen Politik Englands, welches für die Muselmänner immer die nichtmohamedanische, die christliche Eroberung repräsentirende Macht bleibe. Rußland allein könne im Orient England gefährlich oder nützlich sein.
Frankreich.
Paris, 25. October. Gambetta hob in einer Rede zu Chinon hervor, daß ohne den maßlosen Druck der Regierung nicht 330, sondern beinahe lauter Republikaner gewählt worden wären, griff aufis Heftigste die Bonapartisten an und drückte sein Bedauern darüber aus, daß Vertreter der alten monarchischen Parteien, Männer von Rechtlichkeit und Ehre, die einst selbst gegen den Cäsartsmus gekämpft, aus Leidenschaft oder Groll sich mit den Leuten des Kaiserreichs vereinen konnten. Gambetta schloß: Die Majorität kehrt nach Ver
dünn habe ich seit zwei Jahren nichts mehr mit der Leitung der Vereins- Geschäfte zu thun, bin also mit der Affaire Konitzer's völlig unbetheiligk. Ich habe mich allerdings im Gespräch mit dem Fürsten Bismarck vor drei Jahren gegen die Kreis- und Provinzial-Ordnung für die Rheinlande ausgesprochen, feit dieser Zeit aber nicht wieder eine Einwirkung darauf haben können. Vor drei Wochen hat mich Fürst Bismarck rufen lasten und mir erklärt, er werde für alle Provinzen, natürlich mit den erforderlichen Modificationen, die Aus dehnung der Verwaltungs-Reform in's Werk setzen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß die Verhandlungen über den Handels-Vertrag mit Oesterreich am letzten Montag in Wien ihr Ende gefunden haben. Dieselbe kann den Stimmen der Wiener und Pesther Zeitungen darin nur beipflichten, daß dieser Ausgang, von beiden Seiten bedauert, zur Zeit unabwendbar gewesen sei. Bei dem gemeinsamen Wunsche der Verständigung und dem aufrichtigen Bestreben, dem maßgebenden Standpunkte des anderen Theiles möglichst entgegenzukommen, hätten sich doch im Fortgang der Verhandlungen die wirthschaftlichen und sachlichen Interessen für beide Theile als zu verschieden herausgestellt, und diese Verschiedenheit als zu gewichtig, als daß eine befriedigende Einigung gegenüber der großen Verantwortlichkeit beider Regierungen schon jetzt innerhalb der gegebenen Grenze erreichbar gewesen wäre. Die „N. Allg. Ztg." theilt unbedingt und vollständig die Zuversicht, daß die vertrauensvolle Freundschaft, welche in den politischen Beziehungen beider Reiche mit jedem Jahre fester sich bewährt und gedeihlicher sich bethätigt habe, durch den Verlauf und Ausgang dieser nicht politischen Verhandlung in keiner Weise berührt oder gar gemindert werden wird.
Dresden, 26. October. In der Thronrede, mit welcher der König heute den Landtag eröffnete, wird hervorgehoben, daß die Beziehungen der sächsischen Regierung zur Reichsregierung den bisherigen Charakter gegenseitigen Vertrauens bewahrt haben. Es heißt sodann weiter: Nachdem die Gesetzgebung der letzten Jahre auf fast allen Gebieten des Staatslebens neue Organisationen geschaffen, erscheine es dringend wünschenswerth, der Bevölkerung die Zeit zu lasten, um sich vollständig in die neuen Ordnungen einzuleben, ehe weitere um- saffende Aufgaben in Angriff genommen würden. Die Mitwirkung des Landtages werde namentlich zur Durchführung der Reichsgerichts-Verfassung in Anspruch genommen werden. Der König bedauert, daß die Hoffnung auf das Eintreten eines erfreulichen Aufschwunges in Handel und Gewerbe sich im ver- flostenen Jahre nur in geringem Maße erfüllt hätte. Es könne daher nicht überraschen, daß die laufenden Staats-Einnahmen den Erwartungen des Voranschlages nicht entsprochen haben. Eine höhere Inanspruchnahme der Steuer- unerläßlich. — Die Thronrede kündigt einen Gesetz-Entwurf des Einkommensteuer-Gesetzes an.
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Die „Polit- Corresp." schreibt: Nach einer uns aus London unterm 26. ds. zugehenden Mittheilung hätte Layard in Folge einer neuerlichen Audienz beim Sultan die Anfrage an Derby gerichtet, ob das britische Cabinet geneigt sei, auf speciellen Wunsch des Sultans der Einleitung unmittelbarer Friedens-Verhandlungen Vorschub zu leisten. Derby soll in Folge dieser Eröffnung unverzüglich die maßgebenden russischen Kreise sondiren haben lasten und im Falle eines günstigen Resultates dieses Schrittes die Vermittlung Englands zugesagt haben. In England hoffe man diesmal Rußland zu Friedens- Verhandlungen geneigt zu finden. Die Correspondenz glaubt bezüglich der vollen Richtigkeit dieser Mittheilung, wiewohl sie aus bester Quelle stamme, doch alle Vorbehalte machen zu müssen.
Wien, 26. October. Wegen Spionage im Wiener Arsenale wurde heute vom Gericht Nachtnebel zu vier und Zeller zu zwei Jahren schwerem Kerker verurtheilt; dagegen Götz von der Anschuldigung der Spionage freigesprochen, jedoch wegen Falschmeldung und verbotener Rückkehr zu drei Monate strengem Arrest verurtheilt.
28ie», 27. October. Der Verwaltungs-Gerichtshof hat die Beschwerde der Südbahn-Gesellschaft gegen das Handels-Ministerium wegen Uebertragung der Concesston der Local-Bahn Wien-Aspang und der Flügel-Bahn Aspang- Wiener-Neustadt an die Soci^tö Belge verworfen.
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