Mo. 199. Mittwoch, den 29. August 18-1
Kießener MWiger
Anzeige- nn- Amtsdw für -en Kreis Gießen.
Erscheint ILglich mit Ausnahme deS MoutagS. ^xpeditionr Schulstraße, LU. B. Nr. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf.
Amtlicher HHeik.
B e k a n n t m a ch » n g.
Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung von. 30. Mai l. Js. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prü- sunaen in folgender Weise vorgenommen werden:
Montag den 17. September d. Js. nnd folgende Tage:
für diejenigen, welche in den Jahren 1858 und 1860 geboren sind;
Montag den 24. September d. Js. und folgende Tage:
für diejenigen, welche im Jahr 1859 geboren sind. ,
Die Prüfung beginnt an jedem Tag Morgens 8 Uhr dahier in der alten Kanzlei, Louisenplatz 2. - c oß ,
Zugleich machen wir aus die neue Prüfung- Ordnung zum einjährig-freiwilligen Dwnst, An!. 2. zu 8- 91 der Ers.-Ord. vom 28. September 1875 wiederholt aufmerksam und insbesondere auf §. 2, worin die hinsichtlich der einzelnen Prüfungsgegenstande gestellten Anforderungen enthalten sind.
Darmstadt, den 22. August 1877. , , ,
Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Frelwilllge.
Der Vorsitzende.
Spam er.
Gießen, am 27. August 1877.
Betreffend: Zeichenkursus für Volksschullehrer. ~
Die Großherroallchc KreiS-Schnl-Commisswn Siegen
an die Schulvorstände des Kreises.
Von, 26. September ab wird eine zehntägiger Zeichnenkursus für Volksschullehrer unter Leitung des Herrn Profeffvrs Kurnpa m Darmstadt abge- halten werden, an welchem drei Lehrer des hiesigen Kreises auf öffentliche Kosten theilnehmen können. Dieselben erhalten Ersatz ihrer Reisekosten und per Tag 4 Dia tn ^^rer und Schulverwalter Ihrer Gemeinden hiervon in Kenntniß setzen und Meldungen derselben innerhalb 8 Tagen an uns ein
senden, da später einlaufende Gesuche nicht mehr berücksichtigt werden können.
Dr. Boekmann.
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir vom 1. September l. I. an die Einrichtung getroffen haben, daß zur Entgegennahme von dringenden Anzeigen rc. auch nach Schluß der Büreaustunden, Mittags von 12 bis 2 und Abends von 6 bis präcis Uhr beständig em Pollzelosficiant auf dem Polizelöerwaltungsbüreau anwesend ist. ' , , u u
Der Nachtdienst beginnt in dem Rathhause auf dem Marktplatze Abends präcls V29 Uhr und endet Morgens präcis 7 Uhr.
Gießen, am 27. August 1877.
Großherzogliche Poltzeiverwaltnng Gießen.
Fresenius. __________________
Der orientalische Krieg.
Konstantinopel, 24. August. Ein Telegramm Suleiman Pascha's vom Dienstag theili über den türkischen Angriff auf die Befestigungen am Schipka-Paß Folgendes mit: Di- türkischen Truppen kämpfte» 14 stunden ungeschützt unter heftigem russischen Feuer aus schwerem und leichtem Geschütz, welches jedoch nur geringe Wirk.mg hatte. Mehreren Ausfallen der Ruffen wurde der heidenmüthigste Widerstand geleistet; letztere erlitten dabei große Verluste. Der Tag endete ohne entscheidendes Resultat.
Wien, 25. August. Das „Tageblatt" meldet aus Bukarest: In der Schlacht bei Eski-Djuma kämpften auf russischer Seite beide Divisionen des 13. Armee-Corps. Das 148. Regiment hatte türkisches Kreuzfeuer auszuhalten. — Aus Serajewo meldet dieselbe Zeitung: Das Journal „Bosna berichtet über neue Kampfe mit den Aufständischen. — Die bosnischen Begs erboten sich,'gemeinsam mit der muselmännischen Bevölkerung große Abtheiluu- gen gegen Serbien in's Feld zu stellen, falls letzteres den Krieg erkläre. Gegen Montenegro sind 7 Tabors in Marsch gesetzt.
Petersburg, 25. August. Officiell. Gorni-Studen, 24. Aug^, Mittags. Gestern früh griffen die Türken mit starken Streitkräften den Mipta- Pah sehr heftig von drei Seiten an. Unsere Truppen schlugen alle Angriffe zurück. Als erste Verstärkungen 'erschienen mit Kosaken-Pferden beritten ge-
Zleutschland.
Fokilischer Hheil.
schließen. Zu dem gleichen Schritte sind auch nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten die Vertreter Belgien-, Hollands und Schwedens bereits ermächtigt
worden.
Darmstadt, 25. August. Se. König!.
Hoheit der Großherzog haben bet dem Ober - Consistorium,
verleihen. ,
Darmstadt, 25. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben am 25. August geruht: Ä ,a _
Dem Provtnzialdirector der Provinz Starkenburg und Krcisrath des Kreises Darmstadt, Friedrich Küchler, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Philipps- ordens, dem Ministerial-Registrator bei dem Gesammtministerium, Eberhard Ihm, das Ritterkreuz 2. Klaffe des Philippsordens, dem Bürgermeister PHMPP Frieß zu Mölsheim, Kreises Worms, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste", dem Bürgermeister Reitz zu Södel, Kreises Friedberg, dem Bürgermeister Wilhelm Philippi II. zu Wohnbach, Kreises Friedberg, und dem Gemeindeeinnehmer Johannes Pfeffer zu Steinbach, Kreises Meßen, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste zu verleihen. , • ,
Darmstadt, 25. August. Se. Königl. Hoheit der Großberzog habe» mittelst allerhöchster Entschließung vom heutigen Tage zu verleihen geruht: dem Präsidenten des Oberappellations- und Caffationsgerichts Dr. Otto Zentgraf das Comthurkreuz 2. Klass- des Philippsordens; dem Landrichter des Landgerichts Seligenstadt, Friedrich Hill, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Phütpps- ordens; d-m Ministerial-Registrator und Protokollisten bei dem Ministerium der Justiz Philipp Feidel das Ritterkreuz 2. Klasse des Philippsordens und dem Landgerichts-Actuar bei dem Landgerichte Friedberg, Valentin Nau, das Ritterkreuz 2. Klasse des Philippsordens.
Darmstadt, 27. August. Der Großherzog ist heute im strengsten Inkognito nach dem Seebad- abgereist, wo gegenwärtig die Frau Großherzogin
allergnädigst geruht:
Am 25. August dem Mitglied und Rath
Geh. Ober-Consistorialrath Karl Melior, den Charakter als G-h-imerath zu
Hesterreich.
Pestb, 25. August. Die Diplomatie ist bestrebt, Griechenland von der Action abzuhalten. Die Aufregung ist groß. Vorläufig ist ein kriegerischer Schritt des -Königreichs unwahrscheinlich.
Arankreich.
Paris, 25. August. Der Direktor der „Assistance publigue“ bat 150,000 Frcs. angewiesen, um dieselben unter die hülfsbedürftigen Familien der zu den großen Manöver» einberufenen Pariser Reservisten zu vertheilen- Es geschieht dies aus Beschluß des Ministeriums und mit Rücksicht auf die bc-
teTOe'Berlin, 25. August. Der „ReichS-Anz." meldet: Di-kaiserliche Re gierunq erhielt von den Cabineten aller mit der Pforte in Beziehung stehende» Großmächten die Mtttheilung, daß ihre Vertreter in Konstantüwpel beauftrag! sind, sich den Vorstellungen wegen der grausamen Behandlung der gefangener und verwundeten Ruffen unter Berufung aus die Genfer Convention anzu-


