Ausgabe 
29.4.1877 Zweites Blatt
 
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Mißtrauens. Abg. v. Maltzahn erklärt sich gegen solche academische Vorträge über die Orientfrage und constatirt die Dankbarkeit des gesammten Vaterlandes gegenüber der Hallung der Reichs-Regierung in der Orient Frage. Hierauf Schluß der General-Discussion. In der Special-Discussion über den Etat des auswärtigen Amtes betonte Lasker das vollste Vertrauen aller Parteien zu der Politik des Reichskanzlers. In der Rede Moltke's habe er auch nicht eine bedingte Drohung gefunden, dieselbe bekunde vielmehr die eminente Friedens- Politik Deutschlands; ebenso beruhigend sei für ihn die Sprache Bismarck's gewesen. Deutschland werde seiner Friedens-Mission stets eingedenk bleiben, man wisie dieselbe durch Bismarck hinreichend repräsentirt. Abg. Windtborst (Meppen) /heilt die Ansicht Jörg's, daß dem Ueberwuchern des Panslsvismus gewehrt werden muffe. Moltke dankt Lasker, daß derselbe seine neuliche Rede bester erklärte, als er selbst es vielleicht hätte thun können. Wenn er gesagt habe, daß beträchtliche Theile der französischen Armee sehr nahe an der deutschen Grenze ständen, so habe er dem hinzuzufügen, daß im Gegensätze dazu deutsche Regimenter gleichmäßig durch das ganze Reich vertheilt wären, und wenn er gesagt habe, daß früher oder später deutscher Seits eine ausgleichende Maß­regel eintreten müsse, so habe er sie doch nur als solche bezeichnen wollen, die keinen offensiven, aggressiven Charakter trage. Moltke schließt mit den Worten: Eingangs meiner Rede sagte ich, daß ich unsere Politik so verstehe, daß dieselbe nothwendiger Weise eine friedliche sein muß, ohne daß man deßhaib auf jede Actionsfreiheit verzichten würde." (Lebhafter Beifall ) Bei der zweiten Etats- Lesung wurde die gestrichene, von Graf Bethusy-Huc wieder beantragte Er­höhung des Gehaltes des Londoner Botschafters um 30,000 Mk. vom Abg. Richter (Hagen) bekämpft und mittelst Hammelsprungs mit 139 Stimmen gegen 138 abgelehnt. Der Antrag des Abg. v. Schorlemer-Alst, die in zweiter Lesung genehmigte Gehalts-Erhöhung für den Botschafter in Petersburg bei der dritten Lesung zu streichen, wird abgelehnt. Der Militär-Etat wurde nach un­erheblicher Debatte nach den Beschlüsten zweiter Lesung genehmigt, desgleichen der Etat des Justizministers. Der Lrtaats-Secretär Friedberg erklärte sodann auf die Anfrage des Abg. Windthorst: Die Regierung werde in voller Loyalität das Gesetz über das Reichsgericht ausführen, auf ein würdiges Gerichts-Gebäude in Leipzig Bedacht nehmen. Die übrigen einzelnen Etats wurden, unter von den Abgg. Rickert, Bender, Richter, Wehrenpfennig geführten Debatten allge­meinen finanz-politischen Characters, unverändert genehmigt. Gegenüber dem Abg. Majnnke, der bei der Berathung des Post-Etats nochmals die Entziehung des Post-Debits in Elsaß-Lothringen für mehrere klerikale Blätter zur Sprache brachte, wies der Bundes-Commistär die bezügliche Berechtigung der Postbehörden nach. Das Etatsgesetz, wonach die Einnahmen und Ausgaben mit 540,536,915 M. balanciren, wird gleichfalls genehmigt. Der vom Abg. Richter beantragte Gesetz-Entwurf, betreffend den Jnvaliden-Fonds und das Gesetz über die Marine-, Post- und Lelegraphen-Anleihe werden nach den Beschlüssen der zweiten Lesung genehmigt.

Vermischtes.

Ein unverschämter Druckfehler. Ein Componist hatte zu einer Musikauf­führung ein Lied vierstimmig drucken lassen und darüber gesetzt:Sanft, langsam und mit Nachdruck." Das Lied wurde in der Druckerei erst spät fertig und der Componist empfing die abgezogenen Exemplare, kurz bevor das Lied sollte gesungen werden. Nichts Böses ahnend, vertheilte er sogleich das in Partitur gedruckte Lied. Schon als er das Zeichen zum Anfang gegeben, hörte er ein unterdrücktes Lachen, welches später, während das Lied gesungen wurde, so zunahm, daß das Tonstück durchaus verunglückte. Die Schuld an dem ganzen Unglücke war ein Buchstabe, ein umgekehrtesn". Der Setzer hatte nämlich gesetzt:Saust, langsam und mit Nachdruck."

Frau:Als ich Deine Braut war, hoffte ich, Du würdest in der Ehe Deine Trunksucht ablegen; bis jetzt aber hat es nicht den geringsten Anschein. Willst Du denn ewig die rothe Nase behalten? Mann:Ja! Ein schlechter Kerl, der seine Farbe wechselt!"

Schiffebericht Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Llood E. W. Dietz in Gießen.

Southampton, 25. April. Das Postdampfschiff Neckar, Capt. W. Willi,erod vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 14. April von Newyork abgegangen war, ist heute 12 Uhr Mittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 3 Uhr Nachm. die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Neckar überbringt 239 Passagiere und volle Ladung.

Allen Kranken Kraft und ovne weeOicin

und ohne Kosten durcb die Heilnahrung:

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Seit 30 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheit-, speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bet Erwachsenen und Kindern ohne Webtcin und ohne Kosten bet allen Magen-, Nerven-. Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen«, chle^mda^t-, Athem-. Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht. Asthma, >?usten, Unverdaul'chkeit, Verstopfung, Diarrhöen. Schlaflosigkeit, Schwäche, Hömor- ho ben, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und x brechen se bst während der Schwange schalt, Diabetes, Mlancholie, Abmageruna. lth.umttismas, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von er Geburt an selbst der Ammenmilch oorzuzieben. Ein Auszug aus 80,000 Certi, naten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certificate vom Lrofeffor Dr. Wur,er, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Shoreland, Dr. Campbell, llrosissor Dr. D6dö, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart. Marquise de Brshan, und vielen inberen hochge rellten Personen, wird franco auf Verlangen e'nge'audt.

Abgekürzter AuSzug auS 80,000 Certificatcn.

Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Die Reval «eifere hat meine 18jährigen Leiben im Magen unb in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich befestigt.

I. Comparet, Pfarrer, Sainte Romaine des Ilea.

Nr. 89211. Oroaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die köstliche Revalescibre und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, er­freue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundbeit- Leroy, Pfarrer.

Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergeftellt.

62845. Pfarrer Boilet von Ecrainoille. Von Asthma mit häufige« Erstickungen völlig hcrgestellt.

80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden berßestellt.

Nr. 64210. Marquise von Bröhan von 7jähriger Leberkrankheit, Schlaflosigkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.

Nr. 75877. Florian Köller, K. K. Militäiverwalter, Großwardein, von Lun-en- und Luftrobren-Katarrh., Kopfschwtndel und Brustbeklemmung.

Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.

Nr. 65715. Fräulein de Montlouis, von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.

Nr. 75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Hände» und Füßen rc.

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Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

2392) Die steuerpflichtigen Einwobner werden darauf aufmerksam gemacht, daß das dritte Ziel der Staatssteuer im Monat Mai an den festgesetzten Zahltagen an die Großherzogliche Districts-Einnehmerei Gießen I B. 80 zu bezahlen ist.

Gießen, den 27. April 1877.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm.

Vergebung von Bauarbeiten.

Nachbezeichnete zur Erbauung eines Univerfitätsgebäudes dahier auszusührende Arbeiten:

1) Maurerarbeit, einschließlich Material-Lieferung, veranschlagt zu ..........

2) Steinhauerarbeit..........

3) Zimmerarbeit ..........

4) Dachdeckerarbeit..........

5) Schreinerarbeit..........u

6) Schlofferarbeit ..........

7) Glaserarbeit...........

8j Weißbinderarbeit..........

9) Spenglerarbeit ..........

sollen im Submisstonswege vergeben werden.

131095,47

85232,13

31703,59

6935,68

26590,87

12748,35

8*41,12

14128,81

1775,15

Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen.

Die Eröffnung der versiegelt, portofrei und unter bezüglicher Aufschrift bei uns einzureichenden Offerten (worin die Gebote in Procenten der Vor­anschlagssumme auszudrücken) wird

Samstag den S. Mai, Vormittags 10 Uhr, in unserem Bureau in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten statt­finden. Später einlaufende Offerten bleiben unberücksichtigt.

Gießen, am 19. April 1877.

2258)

Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel.

Main-Wkser-Bahn.

2401) Es soll die Anlieferung der zur Herstellung von Stützmauern und Steinbanketts erforderlichen Mauersteine und zwar:

400 Kbm Bekleidungssteine von Sandstein,

650 gewöhnliche Mauersteine von Basalt-, Quarzit-, Sand­oder Kalkstein in Größen nicht unter i/2 Kubiksuß und

700 wie vor in Größen von %i/2 Knbikfuß, in Quantitäten von mindestens 200 Kbm. franco Bahnwagen einer Station der Main-Weser-Bahn im Wege öffentlicher Submisston vergeben werden.

Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift: Submission aus Lieferung von Mauersteinen" bis zum Submissions-Termin am

Mittwoch den 9. Mai d. I., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs-Inspektion zu Frankfurt a. M. einzureichen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen und Offerten-Formulare in Empfang genommen werden können.

Frankfurt a. M., den 23. April 1877.

Königliche Betriebs-Jnspection H der Main-Weser-Bahn.

Heyl.

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