Ausgabe 
28.10.1877 Zweites Blatt
 
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bittet man das

Vorstand.

Marpingens allmählig abnimmt, dauert der Unfug in Dietrichswalde, der den Zweck hat, die Hoffnung auf Wiederherstellung desunglücklichen, geknechteten" Polens zu beleben, mit ungeschwächter Kraft fort. Von staatlicher Sette ist ein Schreiben des Cultusministers bekannt geworden, in welchem derselbe die Beschwerden der rheinischen und westfälischen Ultramontanen über seine Anord­nungen in Bezug auf das Volksschulwesen als-durchaus ungerechtfertigt zurück­weist. Wie sehr dies Schreiben die ultramont. Agitatoren erbittert hat, zeigt die freche Antwort des mit dem ominösen Namen von Droste-Vischering geschmückten Adreffaten, welcher nunmehr in seinem heiligen Eifer mit einer natürlich ebenso fruchtlosen Beschwerde bei dem Landtage droht. Gegen dasSchwarze Blatt", eines der perfidesten Organe der Caplanspreffe, ist eine Anklage wegen Friedensstörung erhoben worden.

In Hamburg hat in Gegenwart des Großherzogs von Mecklenburg und des Senats die feierliche Enthüllung des Kriegerdenkmals stattgefunden. Die Ergänzungswahlen zum badischen Landtag haben das günstige Resultat ergeben, daß sich unter 29 Gewählten 26 National-Liberale und nur 3 Ultra­montane befinden. Nachdem bei den Landtagswahlen in Gera sowohl wie in einem Wahlkreise des Königreichs Sachsen die Candidaten der social-demokra­tischen Partei den Sieg davon getragen haben, ist der Zusammentritt des ersten autisocialistischen Arbeitercongresses in Gera eine um so erfreulichere Erscheinung. Auch die Bildungsvereine Rheinlands und Westfalens, welche am 21. d. in Köln ihren Verbandstag hielten und sich auf demselben mit den Fragen der Volksbibliotheken und der Vereinsvorträge be­schäftigten, zeugten von einer erfolgreichen Thätigkeit.

Die Schweizer haben am 21. d. eine allgemeine Volksabstimmung über drei für die inneren Verhältniffe deö Landes wichtige Gesetze vorgenommen und dabei das Fabrikgesetz angenommen, das Stimmrechts- und das Militärsteuer- Gesetz dagegen verworfen.

In Oesterreich-Ungarn concentrirte sich das politische Jntereffe vor­zugsweise aus den Besuch des italienischen Kammer-Präsidenten Crispi. Der­selbe trat in Wien sowohl wie in Pesth zunächst mit den Mitgliedern der Volksvertretung in Verbindung und wurde besonders von den ungarischen Ab­geordneten gefeiert. Der Reichstags-Präsident Ghiczh gab zu seinen Ehren ein

d für Damen 30 H I und Herrn Daniel haben.

»rets vierteljährlich « 5S«rf 20 Pf. mit Bnngerlohn. Durch die Post bergen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

1822-

OffcheinL taU LuSaahme bei MoutagS.

Schulstraße, Ltt. B. Nr. 18.

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Iw-it-s Blatt. Sonntag, den 28. October

Zn dem Budget des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen für das Jahr 1877 sind vorgesehen: .

1. 5 Stipendien ä 100 JL an junge angehende Landwirthe, welche eine der Ackerbanschulen zu Alsfeld oder Friedberg oder einen Diesen.

2. ©S^t^n^Mun^ßeute, welche den Obstbaumwärter-CursuS an irgend einer Anstalt besuchen, unter der Bedingung, daß diese nach Beendigung des Cursus ihren Wohnsitz im Großherzogthurn Hessen behalten 400 <74. y

Etwaige Bewerber um eine dieser Bewilligungen haben sich innerhalb 4 Wochen bei dem Unterzeichneten zu melden und werden die Herrn Burger meister des Kreises ersucht, dieser Bekanntmachung in ihren Gemeinden thnnlichste Verbreitung zu geben.

Gießen, am 18. October 1877. ,

Der Direktor des landwirtbschaftüchen Bezirks-Vereins Gießen.

Dr. B o e k M a n n.

großes Diner. L

Die innere Lage Frankreichs ist durch das Ergebniß der Deputrrten- Wahlen durchaus nicht günstiger geworden, scheint sich vielmehr zu einer per­manenten Krisis gestalten zu wollen. Während der Marschall Mac Mahon erklärt, daß er niemals mit Mitgliedern der Linken regieren werde, drohen diese damit, die Minister sofort nach dem Zusammentritt der Kammern m Anklage­zustand versetzen zu wollen. Die gemäßigten Glieder des linken Centrums haben ihrerseits alle Anerbietungen des Elys^e zurückgewiesen. An Versöhnung ist also nicht zu denken, im Gegenteil eine nur erbittertere Fortsetzung . deS bisherigen Kampfes zwischen der Regierung dermoralischen Ordnung" und den Republikanern vorherzusehen. Daß sich die Gerüchte über einen bevor­stehenden Staatsstreich, als den einzigen Ausweg aus der allgemeinen Ver­wirrung, erhalten, ist unter den obwaltenden Verhältniffen nur zu begreiflich.

Während der Ausfall der französischen Wahlen auf den Vatican einen geradezu betäubenden Eindruck gemacht hat, fühlt sich das italieni jd? e If dadurch wie von einem Alp befreit und machte sowohl in Turin und Mailand wie in Neapel bedeutsame Demonstrationen zu Gunsten der französischen Republikaner. Bei dem allgemeinen Jntereffe, welches die Vorgänge in Frank­reich in Anspruch nahmen, blieben die Verhandlungen des katholischen Congresses in Bergamo, der sich vorzugsweise mit der Organisation der Arbeitervereine und der Preffe beschäftigte, fast ganz unbeachtet.

Aus Spanien kommt die ächt spanische Botschaft, daß der Or.svor- fieber, welcher seinem Pfarrer geholfen hatte, protestantischen Eltern ein Kind zu entreißen und daffelbe in der katholischen Kirche zu taufen, von der Regie­rung blos einen Tadel empfangen hat von einer Bestrafung des fanatischen . Pfaffen ist dagegen gar keine Rede. .

Aus England ist wieder von einer Ministerrede zu berichten: der Gene-

Unser Kaiser ist von seinem Herbstaufenthalt in Baden-Baden neu gekräftigt wieder in Berlin eingetroffen. Der Besuch, den er auf der Rück reife der ehemaligen freien Reichsstadt am Main abgestaltet, gestaltete sich zu einem Triumphzug, wie er seit der siegreichen Heimkehr im Jahre 1871 kaum i feines Gleichen gehabt hat, und wurde für die Bewohner Frankfurts selbst zu 1 einem Versöhnungsfeste, das alle trüben Erinnernngen aus dem Jahre 1866 ' zum Schweigen brachte. Der Kronprinz feierte seinen Geburtstag am 18. d. zu Potsdam im Kreise seiner Familie und wurde bei dieser Gelegenheit durch zahlreiche Glückwünsche ans allen Theileu Europas, besonders Deutsch­lands, erfreut. Sein ältester Sohn, Prinz Wilhelm, begab sich nach Bonn, um an der dortigen Universität feine Studien fortzufetzen.

Der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Hohenlohe, welcher feit längerer Zeit auf Urlaub in Deutschland war, hatte kürzlich eine längere Audienz bei dem Kaiser, sollte aber demnächst nach Paris jurucffeljun. deutsche Panzergeschwader ist auf seiner Heimfahrt aus dem Mittelmeer an der englischen Küste von dem Chef der Admiralität, General Stosch, inspi- cirt worden und am 21. d. in Wilhelmshaven eingetroffen.

Von der Thätigkeit des Bundesrathes verlautet noch immer nichts Näheres. Dagegen hat die mit der Ausarbeitung eines Civilgesetzbuches für das Deutsche Reich betraute Commission am 20. d. ihre Arbeiten vollendet und ihre Sitzungen geschloffen.

Für Preußen war die am 21. b. erfolgte Eröffnung des Landtages das wichtigste Tagesereigniß. Die von dem Finanzminister Camphaufen ver­lesene Thronrede bestätigte im Ganzen und Großen, was schon vorher über die Aufgaben der bevorstehenden Session bekannt geworden war. Die weitere Aus­dehnung der Verwaltungsreform ist bis auf eine Novelle zur ©tafcteorbnung für diejenigen Provinzen, in welchen die neue Kreis- und Provinzial Ordnung chon zur Einführung gelangt ist, sistirt. Trotzdem bleibt in den angekundigten Vorlagen, unter welchen außer dem Haushaltsetat eine Staatsanleihe zur Aus­führung von Staatsbauten, eine Wegeordnung, das Communa steuergesetz , das Gesetz über den höheren Verwaltungsdienst und das Organisationsgesetz zur Ausführung der neuen deutschen Gerichtsverfassung eine besondere ^rtmibnuiig verdienen, Stoff genug zur Arbeit übrig. Der bisherige Munster des Innern, Graf Eulenburg, welcher einen fechsmonatlichen Urlaub zur Wiederher stellnug feiner Gesundheit erhalten hat, wohnte der Eröffnung des Lauotages nicht mehr bei, gedachte stch vielmehr schon dieser Tage nach der französischen Schweiz zu begeben. Ueberhaupt wird der Bestand des Ministeriums allgemein als im Fluß begriffen angesehen. Endgültig dürste über dessen Zusammen, seßnug aber erst »ach der Rückkehr des Fürsten Bismarck ent ch,eben wer­den, welcher die weitere Veiwaltung der Geschäfte seinerseits bekannllich von der kaiserlichen Zustimmung zu seinen Refviinpläneu abhängig gemacht hat und Männer zu Collegeu wünscht, welche Lust und Kraft haben, in voller Uebereui- stimmung mit ihm an der Lösung der vorliegenden Aufgaben der inneren Politik milzuwirken. Mittlerweile hat der landwirthschaftliche Minister Frieden­thal die Führung der Geschäfte im Ministerium des Innern übernommen- Allgemeinen Beifall, selbst unter feinen politischen Gegnern, hat die Ernennung eine« der hervorragendsten Führer der national-liberalen Partei, des Abg. Wehrenpsennig, zum vortragenden Rath im Handelsministerium, wo er das Deceiiiat über das technische Unterrichtswcsen übernehme» soll, g-funden.

Vom Gebiete des Enlturkampf es ist zu berichten, daß d,e Ultramon­tanen ihre Drohung mit einem allgemeinen Schulstrike schon auszufuhren be- binnen: die katholische Geistlichkeit Creselds hat wenigstens aus Auslaß der Umwandlung der dortigen confessionellen Volksschulen in paritätische Anstalten öffentlich erklärt, daß sie den schulplanmäßigen Religionsunterricht fernerhin nicht mehr ertheilen werde. Eine Verhandlung vor dem Trierer Zuchtpolizei- aericht über den Muttergottesfchwindel in Reipeldingen warf em grelles Licht auf die plumpe Jnscenirung derartigerWunder", sowie auf die Macht dev krassen Aberglaubens unter der katholischen Bevölkerung, Wahrend der Besuch

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