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Don hier abgereist. Heute Nachmittag sind ferner von hier abgereist Se. Kai­serliche Hoheit der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen. Se. König!. Hoheit der Großherzog von Mecklenburg - Schwerin, Ihre König!. Hoheiten die Primen Wilhelm, Karl. Friedrich Karl und Albrecht von Preußen.

Mainz, 26. September. A.s Redner für dir öffentlichen Versamm- lunge» des vom 28. bis 30. September zu Mainz tagenden Altkatholiken- Congresses sind außer Herrn Bischof Dr. Reinkens zu erwarten die Herren Professor Dr. Berchtold und Professor Dr. Friedrich aus München, Professor Helmes aus Celle, Professor Dr. Huber aus München, Professor Dr. Keller, Gymnasial-Director aus Benshrim, Aovocat Anwalt Lützcler aus Düsseldorf, Professor Dr. Michelis auö Freiburg und Appellationsgerichtörath Dr. Petri aus Wiesbaden. Für den Schluß-Gottesdienst, der Sonntag den 30. Septem 6er, Vormittags 10 Uhr, im Kursürstl. Schlosse abgehalten wird, hat Herr Bischof Reinkens die Predigt übernommen; 6<i der Eröffnungsfeier, Freitag den 28. September, Vormittags 9 Uhr, in der eoang. Johanniskirche, wird Herr Pfarrer Dr. Mosler aus Boppard predigen.

Berlin, 25. September. Da wir in letzter Zit mehrfach von blutigen Händeln zwischen deutschen und französischen Matrosen zu hören bekamen, muß uns ein Beispiel internationaler Höflichkeit zwischen Deutschen und Franzose i doppelt willkommen sein. Die in San Francisco erscheinendeKaliforma Staatszeilung" vom 30. August er. schreibt: Als Sonntag Abend eine deutsche Milltärkompagnie mit dem Oaklandboote vom Picnic zurückkehrte, befand sich auch eine französische Milltärkompagnie an Bord, welche das Boot vor der deutschen Kompagnie verließ und sich am Eingang der Ferry anfstellte. Als die deutsche Kompagnie anmarschirt kam, spielte das Musikorps der französischen Kompagniedie Wacht am Rhein" und die Mannschaft präsentirte das Gewehr. Als die deutsche Kompagnie ein Stück weiter marschirt war, mach e sie Hali und begrüßte mit den Klängen der Marseillaise die französische Kompagn e, welche nn ihr vorbeimarschlrte.

Berlin, 26. September. Bezüglich der Zusammenkunft des deutschen mit dem österreichischen Reichskanzler in Salzburg schreibt dieProo.-Corresp." . Durch die längeren vertraulichen Besprechungen der beiden Staatsmänner ist deren volles herzliches Einverständniß über die leitenden Gesichtspunkte der gemeinsamen Politik hinsichtlich der wichtigsten schwebenden Fragen von Neuem bestätigt und befestigt worden. Dasselbe Organ theilt mit, daß der Landtag voraussichtlich in der letzten Woche des Octobers einberufen werde, der Tag sei indeß noch nicht festgestellt. Der Bundesrath werde in der z Veiten Woche Ides October zur neuen Session einberufen.

Dresden, 26. September. Dlk Wahl Liebknecht's für die zweite Stände- kammer wird voraussichtlich als nicht gültig bezeichnet werden, da derselbe noch nicht zwei Jahre sächsischer Staatsbürger ist.

Stuttgart, 25. September. DerSchwäb. Merknr" meldet, daß der berühmte Kliniker, Geh. Rath Professor Wunderlich, ein geborener Württem­berger, heute in Leipzig verstorben sei.

Karlsruhe, 25. September. Kaiser Wilhelm hat Abends halb 7 Uhr unsere Stadt auf dem Wege nach Baden-Baden passtrt. Der Kronprinz mit seinem Sohne Wilhelm ist hier geblieben.

Bremen, 25. September. Nach einem der geographischen Gesellschaft zugegaugenen Telegramm ist der DampferFrazer", welcher am 24. Juli von Bremerhaven aus mit Maaren nach der Mündung des Jenissei (Sibirien) expedirt worden war und 3 Wochen lang, blö zum 14. September, am Jenissei verweilte, gestern nach Hammerfest glücklich zurückgekehrt.

Hesterreich.

Wien, 25. September. DasTageblatt" meldet aus Belgrad: Die serbische Regierung hat gestern eine Note an die Pforte abgesandt, wovon Ab­schriften den hiesigen Vertretern der Mächte übergeben werden sollen. Die Note verlangt unter der Versicherung, daß Serbien nie an einen Bruch des Friedens gedacht habe, die Entfernung der an der Grenze angehäuften türki­schen Truppen.

Pesth, 25. September. Der Minister-Präsident erwiderte in Bezug auf die Meeting Deputation in der Orient-Frage: Er werde die Petition als ein Zeichen der herrschenden Strömung in Berücksichtigung ziehen. Ein gemein­sames Ziel sei Wahrung der Interessen der Monarchie, die Wahl des richtigen Moments und der richtigen Mittel. Dies fei auch Pflicht der verantwortlichen Regierung.

Krankreich.

Paris, 25. September. Der Marschall Mac Mabon feierte gestern seinen Namenstag auf dem Schloß Laforet im engeren Familienkreise und wird morgen früh in Paris eintreffeu. Der Herzog v. Decazes ist gestern nach Lagrave gereist, um seine Familie nach Paris zurückzugeleiten. Gr6oy wird am Donnerstag in Paris erwartet, um die Leitung der Wahlbeweguna zu übernehmen.

Abends. Das Cornitö der Reckten hat jetzt ebenfalls ein Wahl- Manifest erlassen; in demselben werden die Gefahren des Radicalismus und der Revolution dargelegt; die Rechte erklärt, sie wolle mit dem Lande Ord- nung, Freiheit, Sicherheit und die Fortschritte, welche der Friede bringe, und fordert schließlich die Wähler auf, dem Apell des Marschall-Präsidenten zu entsprechen.

Paris, 25. September. Der Ministerrath stellte heute definitiv die letzten Regierungs-Candidaturen für die bevorstehenden Wahlen fest.

England

London, 25. September. Die Morgenblätter enthalten einen Brief Gladstone's, worin dieser die Behauptung, er habe den Griechen angerathen an deni Kriege gegen die Türkei Theil zii nehmen, formell widerlegt.

Von den Urtheilen der englischen Presse über das Manifest des Marschalls Mac Mahon ist eine Aeußerung der bonapartistisch gesinntenMorning Post" vo.1 besonderem Interesse. Das Blatt gelangte nämlich zu der Folgerung, daß die Sprache des Manifestes die Mnthmaßung rechtfertigen würde, es würde beabsichtigt, Gewaltthäligkeiten zu provoziren, um einen Staatsstreich zu recht fertigen. Es steht ein großes Ereigniß in Frankreich bevor schließt das Blatt.

Türkei.

Konstantinopel, 25. -September. Ziver Bey wurde angewiesen, die russischen Mönche aus dem Kloster auf dem Berge Anthos zu vertreiben und

daselbst wieder griechische Mönche einzusetzen. Das englische Panzerschiff Raleigh" ist nach Salonichi, das PanzerschiffSultan" nach Malta abge­gangen. Suleima i Pascha meldet vom 24. d., daß das Geschütz- und Ge­wehr-Feuer auf der ganzen Lmie sortrauere.

Amerika.

Washington, 24. September. Die nach Westen und Norden hin gelegenen ob.ren Etagen des Patentamtes sind niedergebrannt. 50,000 bis 75,000 Modelle (einschließlich der zurückzewiesenen), darunter viele hochwichtige, sind vernichtet; die in den unteren Etagen befindlichen Documente, Zeichnungen und Urkunden sind gerettet, ebenso die Acten und Schriftstücke der in diesen Etagen befindlichen Bureaus des Ministeriums des Innern ; letztere Documente sind indeß vollständig durcheinandergeworfen. Durch die Feuersbrunst ist eine empfindliche Geschäftsstörung verursacht; die entstandenen Verluste sind groß und unersetzlich.

Der orientalische Krieg.

Petersburg, 24. September. Amtlich wird aus Gorni-Studen vom 24. d. berichtet: General Tatrtscheff meldet (über einen bereits mügetheilten Krmpf): 20,000 Türken mit 40 Geschützen griffen am 21. d. die von 12 Ba­taillonen besetzten russischen Positionen an; der erste Angriff richtete sich gegen die rechte Flanke, wo General Gorschkoff commandirte. Major Dombrowsky vom Regiment Kunk ließ die Türken auf 30 Schritte herankommen, griff dann mit dem Bajonnet an und schlug dieselben mit Verlust von 200 Todten in die Flucht. Der zweite Angriff auf der linken Flanke ward vom Regiment Wiatka abgeschlagen. Der letzte Angriff im Centrum mißlang ebenfalls. Abends 8 Uhr traten die Türken den Rückzug an. Am 22. d. wurde türk.scherseits durch einen Parlrmeniär die Erlaubniß erbeten, die Todten beerdigen zu dürfen; unter den Augen der Russen wurden sodann 800 begraben. Der Gesammt- verlust der Türken wird auf 2000 angegeben, darunter 20 Officiere und 300 Mannschaften verwundet. Die Russen hatten an Verwundeten 6 Officiere und 60 Mannschaften.

Konstantinopel, 24 September. Ein von Donnerstag datirtes Tele­gramm des Gvuverneu s von Plewna bestätigt, daß Osman Pascha fortwäh­rend die Angriffe der Russen zurückschlägt. Die russischen Truppen, welche am D'knstig eine der türkischen Redonten angriffen, wurden abgewiesen mit einem Verlust von 1000 Todten. Die Russen setzen die Beschießung der Stadt Plewna fort. Der Commandant von Philippopel berichtet unterm 21. d., daß in der Umgebung von Carlowa aufgetauchte bulgarische Banden, bei wel­chen sich auch einige Kosaken befanden, geschlagen und zerstreut worden sind.

Ibrahim Pascha meldet aus Philippopel vom 23. Sept.: Da auf­ständische Bulgaren sich in dem Kloster Tourriau festsetzten, sich bei Carlowa auch Kosaken zeigten, so sandte ich 11 Compagnien und 3 Schwadronen zur Recognoscirung aus. Die Aufständischen wurden aus Tourriau vertrieben und bis Osmasouyou verfolgt.

Konstantinopel, 24 September, Abends. Chefket Pascha telegra- phirt vom 24. d.: Von Hakki Pascha, welcher in Karadagh zur Deckung der Rückmgslinie steht, wird gemeldet, daß die Division Jfzi Pascha's, in der Stärke von 20 Bataillonen Infanterie, einem Regiment Kavallerie und zwei Batterien mit einem Proviant-Zug in Plewna eingetroffen fei. Die Arbeiten zur Wiederherstellung des Telegraphen schreiten rasch fort. Ein Telegramm Suleiman Pascha's meldet vom 23. d.: Zwei Compagnien Infanterie und 200 Tscherkessen sind recognoscirend bis zwei Stunden von Gabrowa vorge­drungen und haben mehrere Dörfer an der Jantra nach Vertreibung der Russen niedergebrannt. Die Türken fahren fort, das Bombardement aus die russischen Befestigungen im Schipka-Paß zu unterhalten; di, Russen erwidern dasselbe nicht. Auf den Vorposten ertönt ununterbrochen das Gewehrfeuer.

Wien, 24. September. DiePresse" meldet aus Tiflis: Am 20. d. griffen irreguläre türkische Reiter die russischen Pikets bei Gulidische an, wur­den aber zurückgewiesen. Am Nachmittag erneuerten die Türken den Angriff bei Chaltalu mit Kavallerie und Infanterie und wurden wiederum zurückge» wiesen. Hierauf versuchten die Türken bei Tocharuhtfchi den rechten Flügel Tergukasoff's zurückzudrängen, wurden aber gezwungen, sich mit großen Ver­lusten zurückzuziehen.

Wien, 25. September. DieWiener Abendpost" constatirt mehrfache Niederlagen russischer Abteilungen durch Chefket Pascha im Westen von Plewna, wonach eine Verstärkung Osman's, sowie dessen Versorgung mit Lebens­mitteln und Munition stattgefunden hat; die übrigen Blätter erklären den Ent­satz Plewnas gleichwerthig mit einem Sieg der Türken. DiePresse" erfährt aus Aistowa: Ein Beamter mit Namen Lewkowitz entdeckte vielfache Unter« schleife an Kriegs-Vorräthen. Auf Befehl des Großfürsten Nikolaus wurden vier Beamte erschossen, die anderen Schuldigen einem Kriegsgerichte übergeben.

Wien, 25. September. DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest vom 24 d. : Eine Abteilung türkischer Truppen hat einen natürlich festen und durch die Geschütze Silistrias gedeckten Punkt auf rumänischem Boden gegenüber Sil'stria besetzt. Die Türken beabsichtigen eventuell die Bahnlinie Galatz-Bukareft zu unterbrechen und befestigen die Brücke, welche das türkische Ufer bei Silistiia mit der Insel Salgan verbindet. Von den in Bjela ein­getroffenen drei Divisionen Garde-Infanterie sind zwei gegen Plewna, eine an die Jantra dirigirt, während fast die gesarnmte Garde-Kavallerie nach Timowa beordert wurde. Seit zwei Tagen fällt anhaltend Regen, wodurch die Opera­tionen behindert werden.

DiePresse" meldet aus T'flis vom 24. d. : Nach dem letzten, für die Türken ungünstigen Gefechte bei Chalfalu zogen sich dieselben über die russische Grenze in das Gouvernement Bajasid zurück und haben aus türkischem Gebiete ein 20 Werst von der Grenze entferntes Lager bezogen. Genera! Tschernajeff hat das Hauptquartier krankheitshalber verlassen und befindet sich gegenwärtig im Bade Borzow.

Konstantinopel, 25. September. Die schlechte Witterung verzögert die Fortsetzung der Operationen bei Bjela. Beide Armeen behaupten ihre Positionen. Nachdem es Chefket Pascha gelungen ist, Verstärkungen nach Plewna zu bringen, errichtet er nunmehr ein befestigtes Lager bei Orhanie.

Petersburg, 25. September, Abends. Aus Karafal, 25. Septbr., wird amtlich gemeldet: Die türkische Artillerie beschoß am 21. d. die russische Ltellung bei Mukhaestate, ohne irgend welchen Schaden zu verursachen. Gleich­zeitig beschossen türkische Monitors die Küstenpunkte von Moltakwa bis zun, Fort Nikolajeffski.

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