Ausgabe 
28.3.1877
 
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gültige- unb Amlshlstl sir den Kreis Gießen.

Erscheint taßfid) mit ÄnünaLiue dcä GxpedMsn: Schulftiea-ße., Lii. B. Nr. 18.

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Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im II Quartal 1877 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.

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Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Eremplare zu liefern. Die Aedaction.

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Darmstadt, 24. März. Die Beerdigung des Prinzen Carl fand heute Morgen in der von dem Programm festgesetzten Weise statt. Dem von 6 Pferden gezogenen Leichenwagen folgten außer den Prinzen des Großherzog­lichen Hauses von fürstlichen Personen: Prinz Friedrich Carl von Preußen, als Vertreter des deutschen Kaisers, Prinz Carl von Baden, der Landgraf von Hessen, der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt, Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen, ferner General der Cavallerie v. d. Tann, als Vertreter des Königö und Gras v. Pappenheim als Vertreter der Königin-Mutter von Bayern, der königl. preußische Gesandte Fürst v. Lynar, der königl. sächsische Gesandte Frhr. v. Fabrice, der königl. württembergische Gesandte Frhr. v. Soden, der öster­reichische Gesandte Frhr. v. Pfusterschmidt, die russische Gesandtschaft, der eng­lische General Sir Seymour, sowie alle Standesherren und Vertreter klei­nerer Höfe.

Darmstadt, 25. März. Die Nr. 14 des Großherzoglichen Regierungs­blatts hat folgenden Inhalt:

1. Uebersicht ^>er von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Lauterbach.

2. Uebersicht der für das Jahr 1877 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Mainz.

3. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Dieburg.

4. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den israelitischen Religions - Gemeinden des Kreises Oppenheim.

5. Bekanntmachung Großherzoglicher Direktion der polytechnischen Schule, die Eröffnung der Vorlesungen und Uebungen des Sommes-Semesters 1877 an der Großherzoglichen polytechnischen Schule betreffend.

6. Ordensverleihung.

7. Ernennung in Beziehung aus den Landtag.

8. Ertheilung von Erfindungspatenten.

9. Charakterertheilungen.

10. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die Gemeinde-Schulstelle zu Einartshausen mit einem Gehalt von 685 71 ; dem Herrn Grafen Max

zu Solms-Rödelheim steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die Ge- meinde-Schulstelle zu Winterkasten mit einem Gehalt von 771 43^; das

Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach zu; die Gemeinde-Schulstelle zu Klein-Steinheim mit einem Gehalt von 771 Jl. 42 H; die dritte Gemeinde-Schulstelle zu Schaafheim mit einem Gehalt von 685 JL 71 H.

Offenbach, 25. März. Wie wir bereits mittheilten, werden auf Ver­anlassung des deutschen Reichskanzler-Amtes Erhebunaen über die Wander-Lager und Wander-Auctionen angestellt. Auch hier in Offenbach hat bereits unter Vorsitz des Großh. Bürgermeisters unter Zuziehung Sachverständiger und nicht dabei Jnteressirten eine Enquete stattgefunden.

Wie es den Anschein hat, dürfte das Reichskanzler-Amt in Folge der aus vielen Städten Deutschlands, welche von der Plage sog. Wander-Lagsr und Wander-Auctionen heimgcsucht werden, den einlaufenden Petitionen und Nothschreie um Hülfe gegen die Nachtheile für jeden ehrlichen Geschäftsbetrieb doch nicht mehr länger seine Beihülfe versagen können und scheint Willens zu sein, diese schon seit einer Reihe von Jahren bestehenden Offerten Frage einer näheren Prüfung zu würdigen.

Andererseits wurde auch schon in der ersten Sitzung des jetzt tagenden Reichstages Interpellationen von Seiten der Abgg. Richter (Meißen), Sturm u. A. in Betreff Aenderung der Gewerbe-Ordnung, im Besonderen aber wegen den Wander-Lagern gestellt, wie bisher aber immer aus Inopportunitäts- Gründen von Seiten der Reichs-Regierung sowohl als schwacher Majorität der Reichsboten, wegen Eingriffe in die Gewerbe-Ordnung abgelehnt. Es dürften somit doch noch bei ruhiger Erwägung aller von den Petenten und Interpellan­ten angeführten Gründen an maßgebender Stelle andere Ansichten Platz ge­griffen haben und an Stelle des beliebten Festhaltens an der (grauen) Theorie die Erfahrung und Praxis ein gewichtiges Moment bei der Gesetzgebung in die Wagschale werfen zu sollen.

Berlin, 24. März. Der Mißerfolg der Reise Jgnatieff's nach London ist hauptsächlich der plötzlichen Wendung Rußlands bezüglich der Abrüstungs- Frage und dadurch von Neuem entstandenen Mißtrauen Englands zuzuschreiben. Trotzdem ist eine friedliche Ordnung nach weiteren Verhandlungen der Groß­mächte nicht aussichtslos.

Berlin, 24. März. Sitzung des Reichstags. Der Regierungs-Com- missär Michaelis theilt bei Berathung des Gesetzes über die Etats-Verlänge­rung mit, daß sich aus dem Antheile des Norddeutschen Bundes an der fran­zösischen Kriegs-Contribulion 20 Mill. Rest-Bestände ergeben hätten, welche innerhalb 14 Tagen unter die Staaten des vormaligen Norddeutschen Bundes vertheilt werden würden. Außerdem stünden in Aussicht weitere 13 Mill., über welche noch kein Beschluß gefaßt sei. Das Gesetz über die Etats-Verlänge­rung wird genehmigt. Zu der dritten Lesung des Gesetzes über den Sitz des Reichs-Gerichts beantragten wiederum Gneist und Löwe, anstatt Leipzig zu setzen Berlin. Gneist begründet den Antrag, indem er vorzugsweise Gewicht legt auf die Einheitlichkeit der obersten Reichsbehörden. Hänel tritt für Leipzig ein: er will die Angelegenheit nicht als eine große Principien-Frage aufgestellt wissen. Der Antrag Gueist-Löwe wird abgelehnt und werden alle Paragraphen unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung mit großer Majorität an­genommen; ebenso das ganze Gesetz. Die Wahl Tettau's (5. Wahlkreis Königsberg) wird für gültig erklärt und schließlich der Reichstag bis zum 10. April vertagt. e

Johannisberg, 22. März. Der hiesige (gesperrte) Caplan hat gestern, als zur Vorfeier des kaiserlichen Geburtstages die Glocken der hiesigen Kirche geläutet werden sollten, dieses zu verhindern gesucht, indem er die Glockenseile in die Höhe ziehen ließ, bemerkend, daß die Glocken Eigenthum des Fürsten Metternich seien und zu dem gedachten Zweck nicht benutzt werden dürften. (Rh. K.)

Hesterreich.

Wie«, 24. März. DiePolit. Corresp." meldet aus Kischenew vom 19. d. Mts.: Der Geheimerath Ascharumow ist hier eingetroffen. Es sind dreitägige Conferenzen mit dem Stabschef des bessarabischen Armee-Corps in Aussicht genommen. Seit sechs Wochen ist die Artillerie beträchtlich verstärkt worden. Die Feld-Artillerie weist 505 Geschütze auf, die Gebirgs-Artillerie 76 Geschütze, der Belagerungspark 350 Stück. 14 Batterieen berittener Ar­tillerie werden nächstens erwartet. Ungeheure Massen Geschützmunition sind in Chotin, Bjelzi, Akerman, Odessa und am Pruth aufgehäuft. Der Train be­steht gegenwärtig aus 14,600 Fuhrwerken. Diese Tage werden 70 Lokomotiven und 860 Waggons anlangen. Eitler Meldung aus Tiflis vom 10. d. Mts. zufolge soll die kaukasische Armee um 6 Brigaden Infanterie verstärkt werden. General Melikow soll am 1. April 150,000 Combattanten befehligen. Im Kaukasus sind viele Pferde für Persien gekauft worden.

Wien, 25. März. Heute Mittag empfing der hier angekommene Ge­neral Jgnatieff im Hotel den Besuch des Grasen Ändraffy, welcher eine Stunde