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Sonntag, den 26. August

1823.

Wo. 197.

Kietzener Wyciger

AnMt- uni AmtsM für itn Kreis Gießen.

Erscheint tSgttch mit Ausnahme bei Montagö. ExpIdMonr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Bemerkungen.

Jahr

Zahl der unterstützten Familien und einzelnen Personen.

Aufwand für Armenunterstützung.

vH.

mit welchen Beträgen.

Dr. Boekmann.

1867

1868 186g

1870

1871

1872

1873

1874 1875

1876

der des hat des hat,

unter Mitwirkung des Reichs-Justizamts einen gegen jene Verfälschung auszuarbeiten.

Dem preußischen Landtag soll in seiner auf Erwerbung zweier, in strategischer Beziehung strecken, Oberhausen-Arnheim und Deutz-

von dort, wie es heißt, zum Kurgebrauche nach Gastein zu reisen. In Frage der Verfälschung der Nahrungsmittel, welche die Aufmerksamkeit Publikums seit einiger Zeit in hervorragender Weise in Anspruch nimmt, der Reichskanzler insofern die Initiative ergriffen, als er den Director

Der kaiserliche Hof hat am 19. d. in der Feier der Verlobung der Prinzessin Elisabeth, zweiten Tochter des Prinzen Friedrich Karl, mit dem Erb- Großherzog Friedrich August von Oldenburg ein schönes Familienfest began­gen; das kronprinzliche Paar war zu demselben von seinem Badeausent- halte in Ostende zurückgekehrt.

Von unseren auswärtigen Beziehungen zeigten die zu Oesterreich eine besondere Vertraulichkeit: nicht nur, daß Kaiser Wilhelm dem Kronprinzen Rudolf, wie nachträglich bekannt geworden, bei Gelegenheit der Jschler Zusam­menkunft das zweite brandenburgische Ulanen - Regiment Nr. 11 verlieh, er feierte auch den Geburtstag des Kaisers Franz Joseph durch ein solennes Fest­diner. Gleichzeitig liefen günstige Nachrichten über den Verlauf der in Wien stattfindenden Unterhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrages ein. Das Verhältniß der deutschen Reichsregterung zu Rußland wird durch die Thatsache charakterisirt, daß die Klage der Pforte über die von den russi­schen Truppen angeblich begangenen Grausamkeiten in Berlin sehr ungünstig ausgenommen und der Vorschlag Englands, einen Collecttv-Protest gegen Ruß­land zu erlaffen, von der deutschen Regierung entschieden zurückgewiesen worden ist. Das deutsche Panzergeschwader ist, nachdem Contre-Admiral Bätsch vom Könige von Griechenland in Audienz empfangen worden, am 19. d. vom Piräus (Athen) nach der Insel ParoS in See gegangen.

Aus die Beziehungen der einzelnen deutschen Fürsten zu ihrem Haupte wirft die Abschieds-Audienz des bisherigen bayerischen Gesandten in Berlin, Freiherrn v. Per glas, ein erfreuliche- Licht. Der Kaiser sprach sich bei dieser Gele­genheit über das gute Einvernehmen zwischen Bayern und dem Reiche höchst befriedigt aus, erinnerte besonders an die Initiative des Königs Ludwig zur Wiederherstellung eines einigen Deutschland- durch die Ernennung des Könige von Preußen zum Deutschen Kaiser und gab der Erwartung Ausdruck, daß das bestehende Jntimitäts-Verhältniß nicht nur fortdauern, sondern je länger, desto schönere Früchte bringen werde.

Fürst 'Bismarck ist am 20. d. von Varzin in Berlin eingetroffen, um

Reichs-Gesundheits-Amtes, Geh.-Rath Dr. Struck, beauftragt Gesetz-Entwurf zur Abhülfe

Im Einzelnen ist noch Folgendes hierbei zu beobachten:

1. Bezüglich der einen Ortsarmenverband bildenden selbstständigen Gemarkungen, welche zu Ihrer Bürgermeisterei gehören, wollen Sie fich das nöthige Material durch Benehmen mit den Eigentümern der Gemarkungen oder bewi Stellvertretern beschaffen.

2. Unter den Aufwand für Armenunterstützung ist der ganze Betrag zu verzeichnen und allgemein in der Reichswährung anzugeben, der in dem betreffenden Jahre für Unterstützung von Armen und für Armenkrankenpfleze, auch in Gemeindehospitälern, in der Gemeinderechnung verausgabt worden ist, hat ein Ersatz solcher Aufwendungen, oder haben Erhebungen von Beiträgen zur Sicherung demnächstiger Krankenpflege von Krankengeldern und dergleichen stattgcfunden, die in der Gemeinderechnung verrechnet worden, so sind dieselben in Abzug zu bringen.

3. Unter die Zahl der Unterstützten ist die Zahl /der unterstützten Familien mit der Zahl der unterstützten einzelnen Personen einfach zusammen zu rechnen.

4. Durch die Bemerkungen sind zunächst erhebliche Abweichungen der einzelnen Jahre untereinander soweit möglich aufzuklären; insbesondere ist an­zuführen, wenn veränderte Einrichtungen in der Armenpflege, Errichtung von Armenhäusern, Hospitälern, Abweichungen von früheren Jahren erklärlich machen. Sodann ist hierbei zu erwähnen, wenn besondere in der Gemeinderechnung nicht erscheinende Fonds zur Bestreitung der Kosten der Armenpflege dienen und

nächsten Session ein Antrag besonders wichtigen Bahn- Gießen, durch den Staat zugehen. Die Einbringung dieses Anträge- würde beweisen, daß die Andeutung des Fürsten Bismarck, der Schwerpunkt der Eisenbahn-Politik müsse aus dem Reiche nach Preußen verlegt werden, falls die Ausführung des Reichs-Eisen- bahn-Projectes auf Schwierigkeiten stoße, ihrer Erfüllung entgegengeht.

Aus dem Gebiete des Culturkampses ist von einem bedenklichen Fortschreiten der ultramontanen Volksverdummung zu berichten. Nach Dittrichs- walde (Kreis Allenstein) sowohl wie nach Marpingen sind am Mariä-Himmel- sahrstage Lausende von Gläubigen zu den angeblichen Muttergottes-Erschetnun- gen gewallfahrtet, und in Differten (Kreis Saarlouis) will das abergläubische Volk in einem Glase Waffer, in welchem Marpinger Erde aufgelöst war, die Muttergottes in Begleitung von Engeln, Täubchen und Lämmchen gesehen haben I In Marpingen soll sogar die Königin-Mutter von Bayern, eine Schwester der Kaiserin von Oesterreich, eine Prinzessin von Thurn und Taxi- und andere Mitglieder des höchsten Adels zum Besuch anwesend gewesen sein! Die Kehr­seite des Bildes zeigt zahllose Kranke, welche sich durch die Beschwerden der Reise nach den ..Gnadenorten" Verschlimmerung ihreS Nebels, wohl gar den Tod zugezogen haben. Das Einzige, was diesmal von Maßregeln der Regie- rungs- und Gerichtsbehörden gegen das unwürdige Treiben der Ultramontanen zu melden ist, besteht in dem Erlaß eines Steckbriefes gegen den in Rom weilenden ehemaligen Erzbischof von Posen, Cardinal Ledochowsky I

Der König von Sachsen hat eine Reise durch sein Land gemacht, um sich mit den Bedürfnissen oer Bevölkerung durch eigene Anschauung bekannt

Amtlicher Iheit.

Gießen, am 22. August 1877.

Betreffend: Das Gesetz über den Unterstützungswohnsitz.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoalichen Bürgermeistereien des Kreises.

Großherzogliches Ministerium des Innern hat durch Verfügung vom 17. l. M. zu Nr. M. d. I. 12632 angeordnet, daß nähere Ermittelungen über die Zahl der von allen Gemeinden unterstützten Personen und den in dieser Hinsicht gemachten Aufwand auf eine Reihe von Jahren vor und nach dem Ter­mine der Gültigkeit des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz eintreten sollen, um die Wirkungen dieses Gesetzes kennen zu lernen.

Wir geben Ihnen daher auf, bezüglich jeder Ihrer Gemeinden und jeder zu Ihrer Bürgermeisterei gehörigen selbstständigen, einen eigenen Ortsarmen­verband bildenden Gemarkung je eine Uebersicht nach dem folgenden Schema binnen 3 Wochen an uns einzusenden.