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Zur allgemeinen politischen Lage.

blattS bat folgenden Inhalt:

1 Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Ein-

- Der orientalische Krieg.

Braila, 22. Juni. Gegen 3000 Russen haben in der letzten Nacht von Galatz aus die Donau übersetzt; Kosaken, Pferde und Karren wurden auf Flößen, die mit Schutzvorrichtungen versehen waren, die Infanterie auf Barken übergeführt. Nach der Landung am türkischen Ufer schlugen die Truppen nicht die Richtung längs der Donau ein. sondern zogen sich Hutter den Bergen bei Marschin in's Innere des Landes, indem sie sich nach einem hartnäckigen Kampfe mit Baschi-Bozuks der Matschin beherrschenden Höhen bemächtigten. Der Kampf währte vom frühesten Morgen bis Mittag. Die Einnahme von Mat-

Rcichsregierung, nicht fehlen.

So würde sich denn die allgemeine politische Lage von Woche zu Woche heiterer gestalten, wenn der Horizont nicht im Westen noch einiger Maßen dunkel wäre. Trotz aller Ableugnungen von ultramontaner Seite wird es immer deutlicher, daß die Krisis, welche Frankreich gegenwärtig durch­macht, durch die Jntriguen des Vaticans hervorgerusen ist. und leider wissen wir nur zu gut, was Deutschland zu erwarten hat, wenn Frankreich seine Waffen demUnfehlbaren" zur Ausführung seiner Pläne zur Verfügung stellt. Deutschland läßt sich auch durch die gleißnerischen Friedensoersicherungen eines Mannes, wie Decazes, der in jedem Augenblick durch eine gegen die Curie gefügigere Persönlichkeit ersetzt werden kann, nickt in Sicherheit wiegen. Für die nächsten Monate kann Frankreich freilich noch nicht daran denken, sich den Segen des Papstes zu verdienen, da seine Regierung für's Erste mit der Be­kämpfung der ihr seindlicken republikanischen Elemente mehr als genug zu thun hat. Leider wird nur durch die Verlängerung der Krisis die Aussicht in die Zukunft nicht Heller.

Deutschland.

Darmstadt, 23. Juni. Die Nr. 32 des Großherzoglichen Regierungs-

chin steht bevor.

Konstantinopel, 22. Juni. DieAgence Havas" meldet: Die Pforte übergab heute den Vertretern der fremden Mächte eine Note, worin sie erllärt, daß die Schifffahrt auf dem Suez-Canal für neutrale Schiffe frei sei. Die Pforte werde aber Maßnahmen gegen feindliche Schiffe treffen. Von der Donau wurde gestern ein lebhaftes Bombardement zwischen Widdin und Kilafat gemeldet. Die Ruffen wurden gezwungen, die Insel gegenüber Pirgos zu räumen, die sodann von den Türken besetzt wurde. Depeschen aus Erzerum bestätigen, daß Mukhtar Pascha bei Delibaba steht.

Plojesti, 22. Juni. Der Czar empfing am Donnerstag^eine Deputa­tion altgläubiger Ruffen aus der Dobrudscha. Der Fürst von Serbien dejeu- uirte vorgestern bei dem Czaren und verabschiedete sich daraus. Der Großfürst tllexis ist hier eingetroffen. ,

Wien, 23. Juni. Meldungen desTageblatts"^ Ragusa, 21. Ium. t)te letzten Kämpfe haben den Montenegrinern über ein Siebentel ihrer Trup- )en gekostet. Die herzegowinischen Freischaaren wurden fast gänzlich aufgerieben. - Rustschuk, 21. Juni. Gestern Abend beschoß die Batterie Saib Pascha's 'cn Schiffspark bei Giurgewo, worauf die russische Batterie in Slobozia^mit Iranatwürfen erwiderte. Die Batterien von Tunahkaleh beschoffen nun iLlo- >ozia und brachten den Gegner zum Schweigen. Heute Morgen wollten ussische Boote auf der Moka-Jnsel landen, eines derselben wurde jedoch von )er ägyptischen Batterie in den Grund geschoffen und die anderen zum Rückzug

von Hessen, Großh. Hoheit, Johannes Dauch, zum

zezwungen.

DieNeue Fr. Pr." meldet aus Ragusa vom 22. d. Mts.: Die Vereinigung Suleiman Pascha's mit Ali Saib Pascha soll heute stattfinden.

.. .. ^vp^6Vttu, ------------------- ---------- ... Sestern standen beide Corps zwei Stunden von einander. Dem nämlichen

tbeilung der Landwehr Bataillons-Bezirke, resp. der Kreise in Aushebungs- und Blatte wird aus Bukarest vom 22. d. Mts. gemeldet: Bet Gheztt Haven mey- Musterungs-Bezirke betreffend. rere Recognoscirungen stattgefunden. Gestern überschritten 200 Ruffeni m

2. Bekanntmachung Großherzoglicher Provinzial - Direction Starkenburg, Barken die Donau bei Galatz. Bemerkenswerth war, daß das jenseittge Ufer die Wahl der Geschworenen in der Provinz Rheinhessen für das Jahr 1878von den Türken nicht besetzt war.

bctieffend. Paris, 23. Juni. DieAgence Havas" veröffentlicht ein Telegramm

3. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Offenbach, die für dasaus Braila vom 22. d. Mts., Abends, welches meldet, daß 6000 Russen die Jahr 1877 zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse der Gemeinde Heusen-Donau im Angesicht von Galatz überschritten haben. Dte Garnison von Mat­stamm zu erhebenden Umlagen betreffend. schin stellt sich weiter rückwärts aus. Der Brückenbau bei Braila ist ser g.

4 Uebersickt der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das DieFrance" will wissen, daß Admiral Prinz Joinvtlle zum Corn» Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-BedürfnissenMandanten des Mittelmeer-Geschwaders ernannt wurde.

in den Gemeinden des Kreises Erbach. Cettinje, 23. Juni. Nach sechstägigem unausgesetzten Kampfe und

5. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller-dem Verlust von 7000 Mann, sowie einer großen Menge von ging

gnädlgst geruht: am 3. Mai den Kammerdiener des höchstseligen Prinzen KarlSuleiman Pascha heute auf das linke Ufer der Zeta hinüber, um sich mit <L t

* ofofficianten zu ernennen,Saib Pascha bei Spuz zu vereinigen.____

Auf den Kriegsschauplätzen ist die Lage der Dinge während der letzten Woche im Ganzen und Großen unverändert geblieben. In Europa lassen die Russen mit dem Uebergange über die Donau noch immer auf sich warten. sNach neuesten Nachrichten ist der theilweise Uebergang der Nacht von 22. zum 23. bei Braila erfolgt. D- R.) Auch in Asien begnügen sie sich, nachdem sie bis in die Nähe von Erzerum vorgedrungen, mit der Cernirung von Kars. Für die Türken hat sich die militärische Situation sogar insofern etwas verbessert, als es ihnen liicht blos gelungen ist, ihre Monitors aus der Donau aus der gefährlichen Nähe der russischen Torpedos zu entfernen, sondern auch Njksic allem Widerstand der Montenegriner zum Trotz zu verproviantiren und dem in Armenien stehenden Mukhtar Pascha Verstärkungen zuzuführen.

Trotzdem hat alle Welt das Gefühl, daß die gegenwärtige verhaltmß- mäßige Stille nur die Stille vor dem L-turm ist und entscheidende Ereignisse unmittelbar bevorstehen. Auch in Konstantinopel hat sich die Stimmung in den leitenden Kreisen nicht gehoben; das furchtbare Elend, welches in Folge der Geldnoth unter der dortigen Bevölkerung herrscht, hat die Erbitterung gegen die an der Spitze der Regierung stehenden Persönlichkeiten vielmehr so gesteigert, daß man beim Eintreffen neuer Unglücksbotschaften das Schlimmste befürchten zu müssen glaubt. Die Gewitterwolken ziehen sich gegenwärtig um so drohender um die Pforte zusammen, da die gesammte griechische Bevölkerung des osmanischen Reichs nur mehr auf den Uebergang der Russen über die Donau wartet, um sich gegen die Regierung zu erheben.

Rußland thut mittlerweile Alles, was in seinen Kräften steht, um sich die Stimmung der europäischen Mächte günstig zu erhalten. Um Oesterreich zu beruhigen, veranlaßt es Serbien, sich trotz aller kriegerischen Gelüste ruhig zu verhalten an diesem Gebot der Nothwendigkeit dürfte auch die Reise des Fürsten Milan zum Kaiser Alexander nichts geändert haben. Konnte doch der Minister-Präsident Tisza noch vor einigen Tagen im ungarischen Unterhause erklären, daß die Beziehungen Oesterreichs zu den fremden Mächten gegen­wärtig herzlicher seien als je zuvor. Zugleich deutete seine Versicherung, es würde im Orient keine den Interessen der Monarchie widerstreitende Gestal­tung zu Stande kommen, auf seine Ueberzeugung hin, daß die dort bevor­stehenden Veränderungen das bisherige gute Verhältniß zu Rußland nicht trüben werden. Daß Oesterreich aber gerade im gegenwärtigen Augenblick nicht daran denken kann, die in dem Memorandum seiner Bischöfe ausgesprochenen Ge­danken auszuführen und sich der römischen Curie zu Liebe mit dem Deutschen Reich, der einzigen Macht, an welcher es bei Rußlands weiterem Vorgehen einen Rückhalt hat. in Conflict zu bringen, versteht sich von selbst. Der Drei­kaiserbund wird also gewiß, der von Kaiser Alexander noch jüngsthin ausge­sprochenen Erwartung entsprechend, die fernere Lokalisirung des Krieges erleichtern. Andererseits bestätigt es sich auch, daß England sich durch die vom Grafen Schuwaloff überbrachten Erklärungen in Bezug auf den Suezkanal, den persischen Meerbusen, selbst in Bezug auf Constantinopel und die Dardanellen, befriedigt fühlt. Maa daher auch in dem englischen Volke, wie sich bei

Verhandlungen über Die t»* Untrten i» w-.p* 3 6 3 > '*)

ei» gut Theil Gereiztheit gegen letztere M^i pecten . die englische Regierung denkt doch jetzt weniger als ie ^an, sich in den russisch-türkischen Krieg euv zunnschen. Die ttlbst beweist durch die zunehmende Kalte ihrer Be-

ziehmigen a" vem englischen Botschafter Layard, daß sie von England keine Unterstützung mehr erwartet. Dagegen steigt der Einfluß des durch den Prinzen Reuß in vorzüglicher Weise vertretenen Deutschen Reiches in Konstantinopel von Tag zu Tag. Schon jetzt haben die türkischen Staatsmänner Andeutungen fallen lassen, aus denen sich ergibt, daß sie sich vorkommenden Falls mit Der Bitte um Vermittlung an Den deutschen Botschafter wenden würden. . Rußland mag daher immerhin vorhaben, Die orientalische Frage diesmal gründlich zu lösen; nach den ersten entscheidenden Schlägen wird es an Friedensunterhand- lungen zwischen ihm und der Türkei, und zwar unter Vermittlung der deutschen

London, 23. Juni. Gestern bat ein Cabinetsrath stattgefunden. Später hatte Disraeli eine Audienz bei der Königin. Die Gerüchte, der Schatzkanzler werde am Montag im Unterhaus einen außerordentlichen Credit von 2 Mill. Pfund Sterling für allgemeine kriegerische Vorbereitungen bean­tragen, gewinnen,Reuter's Bureau" zufolge, an Conststenz.

Dänemark.

Kopenhagen, 23. Juni. DemDagstelegrafen" zufolge haben die Minister gegen jedes Vorstandsmitglied der vereinigten Linken, die das nach Schluß der Session erlassene Manifest unterzeichnet haben, einen privaten Proceß anhängig gemacht. In dem Manifeste würden die Minister des Bruches deS Grundgesetzes beschuldigt. Das deutsche KriegsschiffNiobe ist gestern abges eg eit.

am 17. Mai dem evang. Psarramts-Candidaten Georg Schlosser aus Darm- tadt die zweite evang. Pfarrstelle zu Gießen, im Dekanate Gießen, ^u über­tragen ; am 28. Mai den Johannes Brück aus Erfelden zum Kanzleidiener bei der Direction der Main-Neckar-Eisenbahn zu ernennen.

6 Charakterertheilungen.

7. Versetzung in den Ruhestand. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 22. Mai den bisher als Stations-Controleur zu Harburg verwendeten Zollinspector Kar! Mann von dieser Stelle abznbe- rusen und mit Vorbehalt demnächstiger Wiederanstellung im inländischen Dienste in den Ruhestand zu versetzen.

Hesterreich.

Wien, 22. Juni. Der in der heutigen Sitzung der ungarischen Regni- colar-Deputation vorgelegte Entwurf des zweiten Nuntiums hält bezüglich Der Quote Der Steuer-Restitutionen an den früheren Vorschlägen fest und beantragt Die Entsendung des Sub-Comitäs. Am Montag oder Dienstag wird das Nun- tium der österreichischen Deputation zugestellt.

Dem Vernehmen nach gab die Pforte die telegraphische Correspondenz in fremden Sprachen frei.

DiePresse" dementirt im Morgenblatte an leitender Stelle neuer­dings alle Gerüchte von für die nächste Zeit bevorstehenden Kriegs-Rüstungen und Mobilmachungen. Es stehe weder eine allgemeine noch partielle Mobil­machung unmittelbar bevor. Eventuell handle es sich um Verstärkung der Garnisonen an der Militärgrenze und in Dalmatien.

Irankreich.

Paris, 23. Juni. Einer verbreiteten Version zufolge hätte die Regie­rung den Zeitpunkt für die Neuwahlen auf den 16. September festgesetzt. Dem Vernehmen nach geht der Botschafter in Berlin, Vicomte de Gontaut- Biron. am 26. Juni zu mehrwöchentlichem Aufenthalt nach Ems.

ßngland