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Donnerstag, den 26 ^lpril
No. 95
1887.
Kichcner Anzeiger
Anzeige- und Amlsdlutt für deu Kreis Sichen.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags» Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
politischer
H h e i t.
Die Reichstagsverbandlungen über Abänderung der Gewerbeordnung.
D. V. C. Die dreitägigen Verhandlungen des Reichstages über Abänderung der Gewerbeordnung haben zwar kein positives Ergebniß geliefert, da die verschiedenen in dieser Beziehung gestellten Anträge schließlich nur einer Commission zur Vorberathung überwiesen und damit für diese Session begraben wurden; sie sind darum aber keineswegs nutzlos gewesen, haben vielmehr nicht unwesentlich zur Klärung der ganzen Sachlage beigetragen.
Für's Erste ist das Bedürfniß einer Abänderung, wie sich dasselbe auch schon aus der Thatsache ergab, daß alle Parteien ohne Ausnahme Anträge zu einer solchen eingebracht hatten, allerseits anerkannt worden. Sodann hat sich such über die Richtung der vorzunehmenden Aenderungen im Lause der Debatten, im Ganzen und Großen wenigstens, eine erfreuliche Uebereinstimmung herausgestellt.
Den Anträgen der Centrumspartei traten alle Parteien mit gleicher Entschiedenheit entgegen. Man verkannre zwar nicht, daß die Herstellung von christlicher Zucht und Sitte, insonderheit die Einführung einer strengeren Sonntagsfeier, nothwendig sei, um unfern socialen Zuständen eine wünschenswerthere Gestalt zu geben, aber von der Seitens der Centrumspartei gepredigten, angeblich von Gott selbst geoffenbarten „christlich-socialen Weltordnung" wollte Niemand etwas wissen, — man merkte, daß hinter dem ganzen Schwall Don, Phrasen, soweit sich überhaupt etwas dabei denken lasse, nichts Anderes flecke, als die pure Reaction, die vollständige Um- und Rückkehr zu den hoffentlich für immer überwundenen Zuständen des Mittelalters mit seinem Zunftwesen und Zwangssystem. Man war vielmehr allgemein der Ueberzeugung, daß man auf der bei Schaffung der Gesetze von 1867 und 1869 unter Zustimmung aller Parteien beschrittenen Bahn verbleiben muffe, von den Principien der Gewerbefreiheit und Freizügigkeit, welche die Grundlagen dieser Gesetze bilden, nicht abgehen dürfe, daß es daher nur daraus ankomme, die Lücken und Mängel, welche sich mittlerweile herausgestellt, zu beseitigen. Selbst die Conservativen erklärten unumwunden, daß sie nur auf Grundlage der bestehenden Gesetzgebung weiter zu bauen wünschten.
Ebenso einstimmig zeigte sich der Reichstag den Anträgen der Social- Demokraten gegenüber. Man ließ es zwar nicht an der Anerkennung fehlen, daß ihr Entwurf eines „Arbeiterschutzgesetzes" Manches enthalte, worüber sich discutiren lasse, sprach überhaupt freudige Genugthuung darüber aus, daß man jetzt auch auf social-demokratischer Seite angefangen habe, bestimmte praktische Forderungen zu stellen, anstatt phantastischen Theorien nachzuhängen. Aber man verhehlte sich doch nicht, daß ihr Auftreten den Eindruck mache, als fei es ihnen nicht sowohl um Annahme einzelner ihrer Vorschläge zu thun, als vielmehr darum, ihren Entwurf in Bausch und Bogen verworfen zu sehen und durch dessen Ablehnung ein neues Agitationsmittel zur Verschärfung des Klassen- hafseö zu gewinnen.
Unter den reichssreundlichen Parteien befestigte sich dagegen offenbar die Ueberzeugung. daß es wohl möglich sei, sich auf den vorhandenen Grundlagen über gewiffe Verbefferungen zu einigen. Es traten zugleich bestimmte Punkte als solche hervor, die man zunächst in Angriff zu nehmen habe; man faßte vor Allem eine festere Gestaltung des Lehrlingswesens, eine bessere Regelung der Frauen- und Kinderarbeit und endlich die Einrichtung von gewerblichen Schiedsgerichten in's Auge. Nicht als ob über diese Fragen keine Meinungsverschiedenheit vorhanden gewesen wäre, aber man fühlte, daß dieselben keine eigentlichen Parteisragen mehr seien, sondern auS der praktischen Erfahrung heraus entschieden werden müßten und könnten.
Wenn sich endlich ziemlich allgemein die Ueberzeugung geltend machte, daß die Abhülse für die gegenwärtig vorhandenen Uebelstände weniger in gesetzlichen Maßregeln, als in der Thätigkeit des Handwerkerstandes selbst zu suchen sei, wenn zumal der Ruf nach Bildung fester gewerblicher Verbände von den verschiedensten Seiten her laut wurde, so sprach sich darin die richtige Ansicht aus, daß der gesunde Sinn des Volkes mit der Zeit von selbst dahin kommen werde, sich die mit seinen Bedürsnissen entsprechenden, zur Erhaltung und Förderung seines Organismus nothwendigen Orgäne durch Organisation des Gewerbestandes zu schaffen.
So glaubt mau denn auf eine befriedigendere Ordnung der Dinge in naher Zukunft hoffen zu dürfen. Man hat ohne Zweifel um so mehr Recht, eine solche in nicht zu ferner Zeit zu erwarten, da der Vertreter der Bundes- Regierungen zu der ganzen Angelegenheit in einer Weise Stellung nahm, welche den Anschauungen der Mehrheit des Hauses vollkommen entsprach. Der Reichskanzleramts-Präsident Hofmann erklärte nämlich, daß die Reichsregierung bie bestimmte Absicht habe, in der nächsten Session eine Vorlage über die Revision der Gewerbeordnung einzubringen, welche sich auf Lehrlingswesen, Frauen- und Kinderarbeit unb Schiedsgerichte beziehen werde. Auf die Gestaltung und das weitere Schicksal dieser Vorlage werden die jetzt im Reichstage gkführten Verhandlungen gewiß nicht ohne Einfluß fein.
Deutschland.
Berlin, 23. April. Die „Post" will erfahren haben, daß Fürst Prinz Reuß VII., früher deutscher Botschafter in Petersburg, jetzt zum deutschen Botschafter in Konstantinopel ernannt ist.
Berlin, 24. April. Der „Staats-Anz." meldet: Aus Grund der für den Fall des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen den Cabineten von Berlin und Petersburg getroffenen Abmachungen ist nunmehr die Vertretung der Jntereffen der russischen Untertanen an die deutsche Botschaft und die deutschen Consulate in der Türkei übergegangen. Die kaiserliche Regierung hat sich bereitwilligst dieser Aufgabe unterzogen und gerne damit dem zwischen Rußsand und Deutschland bestehenden freundschaftlichen Verhältnisse von Neuem Ausdruck gegeben.
— Der hiesige russische Botschafter v. Oubril begibt sich heute Mittag nach dem auswärtigen Amt, wahrscheinlich zu dem Zweck, die Circular-Depesche des Fürsten Gortschakoff mitzutheilen.
Wiesbaden, 24. April. Der Kaiser machte heute eine Spazierfahrt und nahm die Vorträge des Militär-Cabinets und des auswärtigen Amts entgegen. Das Diner findet bei dem Landgrafen von Heffen statt. Abends besucht der Kaiser das Theater und wird sodann einen vom Kriegerverein ihm dargebrachten Fackelzug entgegennehmen.
Hesterreich.
Wien, 23. April. Der russische Botschafter, Herr v. Novikoff, hatte heute eine längere Conferenz mit dem Grafen Andraffy. Man vermuthet, daß er demselben die Circular-Note des Fürsten Gortschakoff überreicht habe. — Erzherzog Albrecht ist gestern nach Essegg abgereist, wo die Division Szapary liegt. — Sobald die Ruffen über den Pruth gehen, werden, einem Gerücht zufolge, 20,000 Tscherkessen in Rumänien einfallen, um die Eisenbahnen zu zerstören.
Wien, 23. April. Die „Polit. Corresp." meldet aus Cattaro von heute: Der türkische Commandant von Albanien, Derwisch Pascha, ist nach Salonichi abgereist und bat Ali Saib Pascha an feiner Stelle das Commando übernommen. Die Montenegriner haben ihre Bewegungen begonnen. Vukotic hat Krstac besetzt und von Zubci her 800 Mann Verstärkung unter der Anführung von Vukatovic erhalten. .Die Türken machen Vorbereitungen zum Eindringen in den Duga-Paß. Die dritte Abtheilung der Montenegriner unter Pero Jokasco ist in Banjoni eingetroffen. Suleiman Pascha wartet dem Anscheine nach noch auf Zuzug aus Bosnien, um die Feindseligkeiten zu beginnen.
Irankreich.
Paris, 23. April. Den neuesten Nachrichten aus Kischeneff zufolge gehen heute einige vorgeschobene Corps über den Pruth, um die Eisenbahn zu schützen und Vorbereitungen für ein russisches Lager zu treffen.
England
London, 23. April. Der „Globe" meldet aus Konstantinopel vom 23. d. Mts.: „Die russische Botschaft reist aus gestrige Weisungen heute Abend ab; die Kriegserklärung folgt wahrscheinlich unmittelbar darauf. Die Börse war flau und geschäftslos."
— Aus Konstantinopel, 23. April, wird der „Agence Havas" gemeldet: „Der Angriff gegen den russischen Consul in Kars geschah durch Soldaten; der Consul verbarricadirte sich, wies den Angriff durch Flintenschüffe zurück und verwundete mehrere Soldaten. Der russische Consul von Erzerum eilte nach Kars, um eine Untersuchung anzustellen. Die Pforte Hal Nelidoff bereit- ihr Bedauern über den Zwischenfall in Kars ausgedrückt und eine strenge Untersuchung angeordnet."
London, 23. April. Im Unterlaufe erklärte Unter-Staatssecretär Bourke auf eine Anfrage Forster's, ein Telegramm Layard's melde, daß der rufsische Geschäftsträger v. Nelidoff angewiesen sei, die Beziehungen der Pforte zu suspendiren. Ein Telegramm des britischen General-Consuls Mansfield aus Bukarest meldet, daß eine kleine Abtheilung russischer Truppen heute in Bukarest angelangt sei.
Belgien.
Brüssel, 23. April, Abends. Der „Jndsp. belge" wird aus Pan- Heute gemeldet: Fürst Orloff erhielt Nachmittags das russische Rundschreiben und begab sich sofort zum Herzog Decazes, ihm daffelbe mitzutheilen. Die russische Kriegserklärung werde morgen erfolgen.
Rußland.
Petersburg, 23. April. Gestern besichtigte der Kaiser die Truppen des 9. Corps in Jmerinka und Birsula. Er sagte in einer Ansprache an die Officiere: Falls Ihr mit dem Feinde ziisammenstoßt, zeigt Euch brav, haltet den Ruhm Eurer Regimenter aufrecht. Ich hoffe, die jungen, noch nicht im Feuer gewesenen Truppen werden den alten nicht nachstehen, werden vielmehr


