Ausgabe 
26.1.1877
 
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Freitag, den 26. Januar

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Herald" inUmlauf gefefet «rben 1858 in ^^D.r S

feien. Jene Gerüchte seien schon früher in deutschen und englischen Blättern starke Truppen.M ff «iforte linb Serbien wird in unterrichteten

aedruckt aewesen, ehe die franrösische Preste davon Notiz genommen hatte- Fr,edeus-Aofchluß zwischen der Psorie uno öerei

Weit entfernt davon, die von Deutschland in Konstantinopel befolgte Politik Kreisen ols imwahr bezechne^ polnischen Bevölkerung

anzugrelfen, habe sie, die«gence Havas", vielmehr darauf hingewiesen, daß Warschau, 1»- Januar, unter 9,egge, f iw

feie von fremden Blättern verbreiteten Gerüchte auf einem Jrrthum beruhen müßten Am 10. d. Mts. fei bei der Wiedergabe eine« Telegramms der Morning Post", welches die Versicherung enthielt, daß Deutschland die Pforte -eimllch zum WrderKnd ermuthige, ausdrücklich hinzugesügt worden, daß diese Depesche mit um so größerer Vorsicht ausgenommen werden müsse, als die Be­richte der eigenen Berichterstatter jener englischen Ansicht über die Haltung des

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS ErpedMonr Schulstraße, Lit. 8. Nr. 18.

Pkstls vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen Vierteljährlich 2 Mart b0 Pf.

Pari», 22. Januar. Die«gence Havas" beantwortet heute die Be­merkungen de« deutschenReichs-Anz." über ihre Haltung in der orientalischen Frage dahin, daß die Muthmaßungen über die Haltung des Frhrn. v. Weicher

Pctrrsbura, 23. Januar. Die weitere Recrutirung des Jahrganges 1858 in Pole» und Rußland ist bevorstehend. Au« Süd-Rußland werden * m------- ------Der dtrecke

Deutschland.

Darmstadt, 23. Januar. Auf einen Antrag- der Abgg. Jöckel und Ellenberger, die Verlegung der Haltestellen Mittel-Gründau und Ranstadt in die Nähe der Staatsstraße und Einrichtung von Güter-Expeditionen daselbst betreffend, hat die zweite Kammer in ihrer letzten Session auf Antrag ihres Finanz-AuSschusses beschlossen, die Großh. Regierung zu ersuchen, mit den bei der Verlegung genannter Haltestellen betheiligten Gemeinden und etwaigen son­stigen Interessenten wegen Ausbringung der erforderlichen Mittel in Verhand­lung zu treten. Die erste Kammer ist diesem Beschlüsse nicht beigetreten, ersucht dagegen die Großh. Regierung, die Gemeinden Ranstadt und Mittel-Gründau, unter Anberaumung einer nicht zu langen Frist, zu einer Erklärung darüber au^ufordern, ob sie, vielleicht auch unter Anrheilnahme anderer betheiligter Gemeinden und Jntereffenten, ordentliche Zufuhrwege zu den jetzigen Haltestellen Herstellen wollen, wenn dieselben auch zu Güterstationen eingerichtet werden, und, falls eine zustimmende Erklärung hierüber erfolgt, den Ständen baldmög­lichst über die vom Staate auszuwendenden Kosten Vorlage zu machen. Dir Abg. Tdeobald hat Namens des Finanz-Ausschusses zweiter Kammer über die betr. Eommunication des andern Hauses Bericht erstattet, woraus hervorgehd daß der Finanz-Ausschuß beantragt, den früheren Beschluß fallen zu lassen und dem Bkschluffe der ersten Kammer beizutreten, da auch nach deren Beschluß Unterhandlungen mit den Gemeinden stattzufinden haben, den Gemeinden also Gelegenheit gegeben sein wird, sich über die von ihnen zu bringenden Opfer zu erklären, auch das Resultat der Unterhandlungen mit der der desiderrrken Vorlage zur Cognition der Stände gelangen wird und die Stände dann erst definitive Beschlüsse zu fassen haben. ,

Darmstadt, 24. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnäligst geruht: am 15. Januar den Kreisassessor bei dem Kreisamte Darmstadt, Dr. Hermann Momberger, zum Kreisassessor bei dem KreiSamte Offenbach, den Kreisassessor bei dem Krcisamte Alzey, Gustav v. Zangen, zum Kreisassessor bei dem Kreisamte Darmstadt, den Kreisassessor bei dem Kreis­amte Oppenheim, Tr. Wilhelm Zeller, zum Kreisassessor bei dem Kreisamte Alzey und den Kreisassessor Ferdinand Fuhr zum Kreisassessor bei dem Kreis­

amte Oppenheim zu ernennen. '

Berlin, 22. Januar. Die schon heute Mittag telegraphisch bezeichne- 5 ten Symptome von möglichen Friedensverhandlungen zwischen der Türkei und Sirbien werden von mehreren Seiten sigualisirt. Aus dem Umstande, daß der < strbische Agent Marinowitsch vor seiner Abreise von Petersburg Aehnliches an­gedeutet haben soll, wollte man schließen, daß Rußland gegen einen solchen . Separatfrieden nichts einzuwenden habe; doch bedarf Letzteres der Bestätigung. Serbien soll übrigens Vorkehrungen für alle Fälle treffen.

Stuttgart, 24. Januar. Die Stände-Versammlung ist auf den 6. Februar einberufen.

Hesterreich.

Wie», 21. Januar. DieRevolution" in Liechtenstein hat gesiegt. Wie aus Feldkirch gemeldet wird, hat der regierende Fürst von Liechtenhein ang-ortnet, daß das Gesetz über die Einführung der Goldwährung vorläufig nicht durchgeführt, sondern einstweilen die bisherige Silberwährung beibehalten werte. Nach einer weiteren Mittheilung hätten auch die Vertreter der oberen Landschaft abgedankt, welche den Anlaß zur Einführung der Goldwährung ge­geben. Damit endete ganzunblutig" die liechtensteinischeRevolution."

Wien, 23. Januar. Das russische Kriegs-Ministerium hat bei der Maschinenfabrik in Abo sechs Dampfschaluppeu bestellt, Mitte Mai in Kron­stadt abzuliefern. Auch ist die Ausrüstung schwimmender Batterreen vor den russischen Poutushäfeu angeordnet. Das fünfte und sechste Sappeur-Bataillon, zwei combinirte Pontonnier-Bataillone der Südarmee, haben mit dem Brucken­material Cantonnements am Pruth bezogen.

Pesth, 21. Januar. Gestern fand hier eine Straßen-Demonstratwn statt bei Empfang der Deputation, die zu Kosiuth reist. Die Volksmasteu wurden durch die Polizei gewaltsam zurückgedrängt.

Troppau, 19. Januar. Gestern fand auf der Mährisch-Schlesischen Centralbahn zwischen Domstadtl und Großwasfer eine Feljeurutfchung statt. Niemand ist verunglückt. Die Passagiere des Zuges Nr. 12 mußten »msteigen.

Nmnöreich.

Glauben finden. f .

An der Börse hat man die Nachrichten aus Konstantinopel sehr ruhig ausgenommen; die kleine Baisse am Samstag ist heute schon wieder ausge­glichen. Wir haben heute zum ersten Mal in diesem Winter 1° Kälte.

Sfofittt.

Rout, 24. Januar. Deputirten-Kammer. Bei der Berathung der Vorlage gegen die Mißbräuche des Klerus hielt der Justizminister Mauzln, eine Rede, in welcher et erklärte, im Namen der Regierung die Tagesordnung Laporta's anzunehmen. Er wäre auch nicht abgeneigt, jene Tagesordnung an­zunehmen, in welcher Cairoli, Bertani und Musst ihr Vertrauen zu dem gegen­wärtigen Ministerium und seiner Festigkeit, die Staalsrechte gegen die Aus­schreitungen der klerikalen Partei zu schützen, aussprechen. Der Munster verspricht eine Vorlage wegen der Regelung und der Nutznießung des Kirchen- Vermögens, ivnsorm den durch Art. 18 des Garantie-Gesetzes gemachten Reserven, und schließt daran eine freimüthige bestimmte Erklärung der mehr­seitig kundgegebeneu Wünsche nach der Aufhebung oder Äenderung der Garantie- Gesetze. Der Minister betrachtet dieses Gesitz als ein der katholischen Welt gegebenes feierliches, unantastbares Unterpfand für die vollständige Unabhängig­keit des Papstes in der Ausübung der geistlichen Gewalt. Tie Stabilität dieses Gesetzes müsse für Italien eine Frage der Ehre und der Loyalität gegen­über Europa fei,,; welche politische Partei auch regiere, er fet entschlossen, das Gesetz zu achten und in dieser Hiiisicht keine Illusion unter den politischen i Frenndeu des Ministeriums auskvmmen zu lassen. Tie Tagesordnung Lapor­ta's (Eingehen in die Specialdeba»te) wurde mit großer Majorität genehmigt, i Ter Papst wurde am Sonntag von einer Ohnmacht befallen und . verließ nicht in Folge desten am Montag seine Appartements. Gestern früh wollte jedoch der Papst absolut Audienz ertheilen, was später einen nenen Ohnmachts-Anfall verursachte. Der Papst empfing indesten gestern einige Per­sonen und gab auch heute Anordnungen für weitere Empfänge.

, Nutzlaad.

Frhrn. v. Wertber geradezu widersprächen. ,

Paris, 22. Januar. Die heutigen Blätter bringen folgende Mltihei- lung:Auf die Nachricht von dem Tode der Prinzessin Karl begab sich unser Botschafter, Vicomte de Gontaut-Biron, zum Kaiser und zur Kaiserin von Deutschland, um ihnen das Beileid des Marschalls Mac Mahon zu bezeigen. Der Kaiier und die Kaiserin zeigten sich bei diesem Beweise der Theilnahme sebr gerührt. Dieser Austausch von Herzlichkeit bildet einen Gegensatz zu dem Feldzuge, den die deutsche Presse gegen Frankreich unternimmt." Lo d.e Mit- tyeilung, neben der mehrere Organe der französischen Republik fvitfahren, der deutschen Negierung kriegerische Absichten vorzuwerfen.

Berliner Blätter machen die Franzosen verantwortlich für die Agita­tion gegen Deutschland, welche seit 14 Tagen in der europäischen Presse statt- gifunden bat, und die hiesigen Zeituug-.n finden es leicht, nachzuwkisen, daß auch die Presse anderer Länder sich dabei beteiligt habe. .Sie bezeichnen daher die Berliner Abwehrartikel als übertrieben, oerathen darüber, wie z. B. heute die Röpubliaue Fran^aise", in Helle Entrüstung, und so kommen wir unver­sehens wieder, wie in den vorigen Jahren, in eine zänkische Preßpolemik zw-.- scheu Tcuttchen und Franzosen. Gambetta's Blatt lamentirt über die Verpro- viantiruug von Metz, und dieN. A. Ztg." bettagt sich , daß die Pariser Negierun g bedrohlich viel Getreide einführe; es wäre gewiß zweckmäßig, wenn man beid-erfeits mit diesen Verdächtigungen aufhörte. Auf - Mischer Lette liegt kein anderes Interesse vor, als das des Protestes gegen tie ausgestreuten Ver­leumdungen. Was die Franzosen angeht, so kann man hier leicht-genug nach­weisen, daß viele von ihnen aufrid)itfle SMotgmffe treten ^riff^

lust hegen, und daß ihre Regierung bemüht ist, alle Schwierigkeiten im Verkehr mit Deutschland zu vermeiden. Aber wenn sie auch wirkliches Mißtrauen hegen, 0 ist es doch höchst unpolitisch, dasselbe ohne genügende Grundlagen zu äußern und jedesmal den Chorus zu machen, wenn in irgend einer Ecke der Wett eme Verdächtigung gegen die Politik des Reiches ausgesprochen wird, je sie fcö8 unterlassen, desto leichter werden sie mit ihren friedliebenden Erklärungen