Der orientalische Krieg.
Petersburg, 22. October Aus Gorni-Stuben, 21. d., wird über die Einzelheiten des am 19. d. um eine türkische Redoute bei Plewna ausgefochtenen Kampfes amtlich Folgendes berichtet: Mittags um 12J/2 Uhr verließen vier rumänische Bataillone die vierte Parallele, um die Redoute anzugreifcn, mußten sich aber, da ihnen starkes Gewehrfeuer entgegengesetzt wurde, zurückziehen. Am Abend, 6% Uhr, erneuerte der Führer der vierten rumänischen Division den Angriff gegen die Redoute- Drei voranstürmende Bataillone sprängen in den Graben und verweilten daselbst eine Stunde, sich vergeblich bemühend, die Redoute zu erstürmen. Dieser längere Aufenthalt der bezeichneten Truppen gab Veranlaflung zu der verfrühten Nachricht, daß die Redoute genommen wäre. Schließlich mußten sich die Rumänen mit Verlust von 2 Ofi- ciercn und 200 Soldaten tobt, sowie 20 Osficieren und 707 Soldaten verwundet zurückziehen. Unter den Verwundeten befindet sich der Commandant des siebenten Linien-Regiments. Die Verluste der Türken dürften auch bedeutend sein, da die zur Redoute hineilenden türkischen Reserven durch die rumänischen Batterien von der Flanke und dem Rücken stark beschoffen wurden.
Konstantinopel, 22. October. Baker führte eine Recognoscirung aus, ohne bis Popkoi hin aus Ruffen zu stoßen. Jenseits Popkoi entdeckte er russische Batterien, welche Feuer gaben. Nachdem Baker constatirt hatte, daß die Brücken über den Lom-Fluß intact seien, kehrte derselbe nach dem türkischen Lager zurück.
Konstantinopel, 22. October. Laut Meldung hiesiger Journale sollen sich einige bei dem Treffen von Aladsa-Dagh entkommene Bataillone mit der Armee Mukhtar Paschals vereinigt haben. Die bei Medschidje stehenden russischen Truppen setzen ihre Recognoscirungen fort, die sich in Piviraki, Ba« zardschik, Girlikasch und Silistria ausdehnen. Suleiman Pascha befindet sich in Rustschuk.
— Das amtliche Blatt stellt den früheren Berichten über die Ergebung der 32 Bataillone bei Karadja-Dagh jetzt die Version gegenüber, daß diese nur 300 Mann starken Bataillone sich nicht ergaben, sondern sich, weil sie vereint nicht hätten durchbrechen können, zerstreut in der Umgegend befunden, in der Hoffnung, daß sie sich Mukhtar Pascha wieder anschließen könnten, der bald Revanche nehmen werde, nachdem ihm große Verstärkungen von hier, von Datum und Erzerum zugegangen seien.
Petersburg, 23. October. Der „Golos" meldet vom 21. Octbr.: Unsere Truppen fahren fort, täglich Reste der zerstreuten Armee Mukhtar Paschals einzufangen. Das russische Hauptquartier befindet sich in Großtikma. Der Verlust der Ruffen war am 17. Octobr.: 7 Officiere und 223 Soldaten tobt, 41 Officiere unb 1079 Solbaten verwunbet, 8 Officiere unb 64 Solba- ten contusionirt.
al. M o tiz.
Gießen, 23. Oct. Seine Königliche Hoheit Groß- »og werden sich Montag den 2V. ds, MtS. nach Oberen begeben; und wird hier ein officieller Gmpfang vorbereitet. Am Abend JMTejbcn Tages treffen Seine König- !tchs-HLH^it in Jütefeifc, wo ebenfalls Empfang stattffndet, ein und gedenken einige Tage dortfelbst zu verweilen und der Jagd obzuliegen._____________________________________
Vermischtes.
Darmstadt, 22. Oct- Nachstehendes Schreiben ist an die einzelnen Truppen- theile der Heff. Division ergangen: „Alle Berichte, welche schriftlich wie mündlich zu meiner Kenntniß gekommen sind, mit Bezug auf Unterbringung, Verpflegung und sonstige Leistungen für die Truppen der Großh. Division, sowie für die der combinirten Caoalleriedivision gelegentlich der soeben im Großherzogthum stattgehabtcn größeren Uebungen, sprechen sich nur voll der Anerkennung des freundlichen Entgegenkommens und der Bereitwilligkeit aus, deren die Truppen sich in allen in Anspruch genommenen Kreisen und Gemeinden, sowohl Seitens der Großh. Behörden als der Bewohner des Landes zu erfreuen hatten, v. Wichmann, Generalllieutenant und Dioisions - Com- mandenr."
Dqrwstad t, 22. Oct. DemBernehmen nach erhalten diejenigen Metzger, welche bei jüngster Revision unverfälschte Wurst eingeliefert, darüber gesundheitspolizeiamtliche Certisicate ausgestellt und werden solche in ihren Schauläden zur Ansicht der Kunden aushangen; in denjenigen Läden, wo solche Dokumente nicht sichtbar, wirdtzalso — ge- bindemittelt! Da muß doch endlich die Stärkemehlwurst ein Ende nehmen.
Mainz, 20. Oct. Während heute früh ein Herr Papiergeld zählte, zündete er sich eine Cigarre an. Ein bei ihm sitzender 3jähriger Knabe probirte, als der Papa den Rücken wandte, gleichfalls ein Zündhölzchen und zündete damit die Reichsbanknotm im Betrage von 1500 JL an. Als der Papa gleich darauf wtederkehrte, zeigte der Kleiye eine ungeheure Freude an dem Feuerchen, der Vater aber einen noch größeren Schrecken, denn es war von den 1500 JL nur noch ein bischen Asche übrig.
Darmstadt, 22. Oct. Der Gesundheitszustand im Landeszuchthaus zu Rockenberg scheint immer noch nicht ganz befriedigend resp. auf dem früheren Stande zu sein, wenigstens wurde dieser Tage ein Transport Sträflinge von der dortigen Verwaltung nicht angenommen und mußte von der Gendarmerie wieder hierher verbracht werden.
— Der schottische Astronom Piazzi Smith läßt sich in einem Schreiben en „Nsture" folgender Maßen als Prophet eines bevorstehenden harten Winters vernehmen: „Ich habe jüngst die Beobachtungen an unseren Bodenthermometern berechnet und eine neue Uebersicht der von 1837 bis zum letzten Jahre an ihnen erhaltenen Resultate entworfen und erhielt dabei ein Ergebniß. welches das bestätigt, zu welchem ich schon 1870 gelangte, dabei aber eine nähere Beziehung zu dem unmittelbar bevorstehenden Wetter zeigt. Die Hauptzüge der Schlüsse aus den Beobachtungen der letzten 39 Jahre sind mit Abzug der mehr der Regel entsprechenden Wirkungen gewöhnlicher Winter und Sommer folgende: 1) Zwischen 1837 'und 1876 haben drei große Wärmewellen von außen her pnsern Theil der Erde berührt, nämlich in 1846/47, 1858/59, 1868/69, und die nächste Berührung dieser Art ist für 1879/80 zu erwarten, wenn nicht eine völlige Aenderung des Wltterungsganges eintritt. 2) Die Kälteperioden sind nicht in der Mitte zwischen den „Kämmen" dieser Wärmewellen, sondern liegen nahe bei denselben, etwa um die Zeit eines Jahres früher oder später. Die nächste Kältewelle ist also Ende dieses Jahres in erwarten "
a r m ft ei b t- Die diesjährige IV. Generalversammlung des Thierschutz-Der- einS für das Großherzogthum Hessen tttrb am 24. October in Groß-Gerau im Gast. hauS zur „Krone", Nachmittags 4 Uhr, (nicht 3 Uhr wie anfänglich bestimmt war) abgehalten werden, und sind zum Besuch derselben alle Mitglieder unb Freunde des Vereins höflichst eingeladen. Die Tagesordnung wird folgende Gegenstände umfassen: 1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Bericht über die Thätigkeit des Bureau's.
3) Ifechnungsablage pro 1876.
4) Kassenbericht und Berathung des Budgets pro 1878.
5) vertheilung von Prämien und Ehrendiplomen.
6) Ernennung von Ehrenmitgliedern.
7) Berathung etwa gestellt werdender Anträge.
$0lf6f4uU °rtrfla Mehrer Oswald von Darmstadt: Thierschutz und
Aus dem Großherzogthum Hessen, 18. Oct. Eine von den ultramontanen Organen unter die Rubrik „Culturkampf" classificirte Scelenjägerei hat ihren
AuSgang vor den Gerichten gefunden. Ein katholischer Pfarrer eines Ortes im südlichen Odenwalde, den seine ehemaligen Commilitionen noch immer mit seinem ehemaligen Cereoisnamen „der wilde HanseS" zu nennen belieben, hatte sich oorgesept, hie drei unehelichen Kinder einer protestantischen Frau, welche schließlich einen katholischen Mann heirathete und starb, seiner alleinseligmachenden Kirche zu erwerben. Bei dem ältesten Knaben gelang der Fang, bei dem Zweitältesten «ar die Vormunoschafls- dehorde aufmerksam geworden und wirkte entgegen. Bald darauf aber verschwano der selbe, ward von einem Orte zum andern und schließlich zu Leuten gebracht, die dem katholischen Pfarrer blind ergeben waren und denen dieser aufs strengste die Verheimlichung des Knaben gegen Jedermann anempfahl. Der Pfarrer that dann zufällig an dem Tage, an welchem der Knabe die confessionelle Mündigkeit erlangte (14 Jahre all wird), eine Reise und ließ ihn vor Zeugen sagen, daß er katholisch leben und sterben wolle — beförderte ihn dann persönlich außerhalb der hessischen Grenzen in die sog. Rettungsamtalt Silz in der baierischen Pmlz. Endlich kam die Vormundschaftsbehöide hinter das Treiben, das Gericht schritt ein und die beiden Leute, zu denen der Herr Pfarrer den Knaben gesteckt hatte, beschworen schließlich, daß sie denselben weder gesehen noch daß er bei ihnen gewesen sei, während der Knabe selbst bereits das Gegen- theil bezeugt und die ganze Entsührungskomöde enthüllt hatte. Die beiden Opfer derselben, zwei über 60 Jahre alte, bis dahin sehr gut beleumundete Eheleute, denen die ultramontanen Organe allerlei Schwächen wie Trunkenheit und Schwerhörigkeit als Trostgründe für die Geschworenen andichteten, sind nun vor dem Schwurgericht zu Darmstadt wegen Meineids zu je 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden und der Herr Pfarrer wird demnächst in der auf die Bestimmungen des Art. 235 (.Wer eine minderjährige Person durch List, Drohung oder Gewalt ihren Eltern oder ihrem Vor- munde entzieht, wird mit Gefängniß bestraft') des Reichsstrafgesetzes begründeten Anklage vor dem Bezirksgericht erscheinen.
— Die großartige Bankunterschlagung in Bamberg hat eine Deroute Hervorrufen, und in alfth Kreisen herrscht ein gewisses Bangen, da man bis heute die Tragweite dieses Falles noch gar nicht zu übersehen vermag. Das Deficit, das vom Finanzminister v. Berr selbst auf 2,400,000 je. angegeben wurde, soll diese Summe noch übersteigen, und es werden eine ganze Reihe von Firmen genannt, die mit großen Verlusten von 50;, 80. und 100-Tausenden von Mark betheiligt sind. Noch eine Stunde vor seinem Selbstmorde hat der Oberbeamte einer Bankfirma für 42,000 Gulden Wechsel auf ein Züricher Haus verkauft und mehrere Stunden später kam die telegraphische Nachricht aus Zürich, daß die betreffende Firma ihre Insolvenz mit einer Verschuldung von 600,000 Frcs. angezeigt habe.
Darmstadt, 18. Oct. Die Gesundheitsoerhältnisse in den 14 größeren Gemeinden unseres Landes waren im verflossenen September, insoweit hieraus au« der Sterblichkeit des Monats Schluß gezogen werden kann, äußerst günstig. Eine bedeutende Abnahme der Todesfälle an Diarrhoe und Brechdurchfällen, sowie an akuten ent zündlichen Erkrankungen der Athmungsorgane bewirkten, daß der September geringste L-terblichkeit von allen bis jetzt verlaufenen Monaten des Jahres aufzuweisen hat. Mit Ausschluß der Todtgebornen verstorben im Ganzen 366 Personen oder 21.4 pro Mille und Jahr auf je 1000 Einwohner. Im August betrug die absolute Zahl der Sterbfälle 442, die relative 25.8 und im März, mit der bis jetzt größten Sterblichkeit der üerflofftnen Monate 544 bezw. 31.8. An der Gesammtsterblichkeit im September par- ticipiit das Säuglingsalter mit 118 Todesfällen, gegen 182 im August, die Kindersterblichkeit überhaupt mit 163 Todesfällen gegen 255 im Vormonat. In ProcentiN ausgedrückt ist, im Vergleich zum August, die Sterblichkeit der Kinder im 1. Lebensjahre von 41.2 auf 32.1 pCt., die Kindersterblichkeit im Allgemeinen von 57.7 auf 44.5 pCt. gesunken. Dagegen hotten die höheren Altersklassen im September 203, im August 187 Todesfälle oder für ersteren Monat 55 5, für letzteren 42.3 pCt der Gesammtsterb- lichkeit. FO7 Me ei"ze!nen Gemeinden ergeben sich in aufsteigender Reihenfolge pro Jahr auf 1000 Einwohner Todesfälle: Gießen 12.3, Bensheim 13.1, Friedberg 13.6, Lampertheim 14.7, Bessungen 15.0, Kastel 15 2, Offenbach 19.2, Darmstadt 20.9, Alzey 22 6, Mainz 23.4, Worms 26.0, Pfungstadt 28.2, Bingen 29.5, Heppenheim 48.3. Was die Todesursachen anbelangt, so verstorben an Infektionskrankheiten 40 Personen gegen 43 im August. Masern veranlaßten 8 Todesfälle und diese ausschließlich in Mainz (August 6, wovon 3 in Darmstadt), Scharlach 3 (2) 2 in Mainz, 1 in Heppenheim, Croup unb Diphtherstis 8 (6), 3 in Worms, je 2 in Mainz und Offenbach, 1 in Heppenheim, Keuchhusten 5 (11), Darmstadt 3, je 1 in Worms und Alzey, Unterleibstyphus 10 (9), 4 in Mainz, 2 in Offenbach, je 1 in Darmstadt, Worms, Gießen und Pfungstadt, Ruhr 3 (5), 2 in Bessungen, 1 in Darmstadt, Kindbettfieber 2 (2), 1 in Darmstadt, 1 in Kastel, andere Infektionskrankheiten 1 in Gießen. Von den vorherrschenden sonstigen Krankheiten stehen diejenigen der Respirationsorgane nach dec Zahl der Todesfälle in erster Linie. Lungenschwindsucht nahm in 58 (August 64) Fällen, akute entzündliche Krankheiten der Athmungsorgane in 23 (31) Fällen, Darmkatarrh und Brechdurchfall, deren sehr wesentlich vermindertes Auftreten die geringere Kindersterblichkeit zur Folge hatte, in 46 (96) Fällen einen tödtlichen Ausgang. Krankheiten der Athmungsorgane absorbirten hiernach im August 21.5, im September 22.1 pCt. der Gesammtsterblichkeit, diejenigen der Verdauungsorgane 21.7 bezw. 12.6 Procent. Schlagfluß veranlaßte in letzterem Monat 11, und andere bekannte Krankheiten 154 Todesfälle. Verunglückung war in 12, Selbstmord in 8 Fällen Todesursache, unbekannt blieb die letztere in 14 Fällen.
Die Entwickelung des deutschen Postwesens seit 1868.
Es flieht keinen Zweig unserer Staatsverwaltung, auf welchem das Auge des Volks- wirthes mit größerer Befriedigung ruhen könnte, als das Postwesen. Besonders seit der lieber; nähme der Generaldireetion durch den jetzigen Eeneralpostmeister, also seit Ende des vorigen Jahrzehntes, hat das deutsche Postwesen einen Aufschwung genommen, welcher gleichmäßig Zeugniß ablegt von der großartigen Entwickelung unseres Handejs und Verkehrs, wie von der einsichtigen Fürsorge, mit der die Postverwaltung die Interessen desselben zu fördern bestrebt gewesen ist. Es ist für eine staatliche Behörde nicht immer eine ganz leichte Aufgabe, allen Wünschen des Publikums in ausreichender Weise Rechnung zu tragen, da nicht selten finanzielle Bedenken sich dem entgegenstellen. Um so größer ist deßhalb daS Verdienst unseres Generalpost. meisters, der es verstanden hat, den Wünschen des Publikums und den Anforderungen der Staatskasse in gleicher Weise gerecht zu werden.
Während noch im Jähre 1868 die Postverwaltung mit Deficits zu kämpfen hatte, hat sie besonders seit 1870 von Jahr zu Jahr steigende Ueberschüffe ergeben, die im Jahre 1872 sogar den Betrag von 14 Mill ,4L erreichten. Und dabei wurden in dieser Zeit die einheitliche Brieftaxe, Postkarten, Postanweisungen und der neue Packetportotarif eingeführt, lauter Maß- regeln, welche, indem sie ven Portotarif herabsetzten, an sich finanzielle Einbußen erwarten ließen. Die Folge dieser Portoermaßlgungen, die außerordentliche Zunahme deS Postverkehrs, hat jedoch bald alle finanziellen Befürchtungen verschwinden lassen.
Die Beförderung von Briefen, Packeten, Zeitungen, Anweisungen re. ist von 489 Mill. Stück iix Jahre 1868 auf ca. 980 Mill. Stück im Jahre 1875 gestiegen, also um mehr als 100 pCt. Zwar sind inzwischen Elsaß-Lothrinaen und Baden dem deutschen Postgebiete hinzu» getreten, indessen auch wenn man dies berücksichtigt, ist die Zunahme des Postverkehrs eine ganz exorbitante gewesen, da im Jahre 1868 16, im Jahre 1875 dagegen 27 Stücke auf den Kopf der Bevölkerung des Postgebietes zu rechnen waren. Der Geldverkehr ist seit 1868 von 6 auf 15 Milliarden JL. gestiegen und repräsentirt gegenwärtig also gerade das Dreifache der Summe, welche wir seinerzeit von Frankreich als Kriegskostenentschädigung erhielten. Was den Vergleich mit den anderen Eulturländern anbetrifft, so sind uns hinsichtlich der Ausdehnung des Postver» kehrö nur England und die Vereinigten Staaten überlegen, was sich aus den unvergleichlich weiteren Handelsbeziehungen dieser Länder erklärt. In England kamen im Jahre 1875 nicht weniger als 31 Briese auf den Kopf der Bevölkerung, in den Vereinigten ätaahn gegen 20. Unter dm übrigen Großstaaten steht Deutschland mit 14 obenan, ihm folgen Oesterreich-Ungarn mit 11, Frankreich mit 10.
Ebenso ausgezeichnet wie durch den Umfang des Verkehrs, ist das deutsche Postwesen durch die Sparsamkeit und treffliche Organisation 'her Verwaltung. Dies zeigt sich besonders darin, daß die Zahl der Postbeamten in viel geringerem Verhältniß zugenommen hat, als der Verkehr, nämlich nur von 43,000 auf 55,000 und daß dagegen die Postanstalten und Postan« nahmestellm und ebenso die Funktionen der Postbeamten fortgesetzt vermehrt und erweitert werden. Die Verdienste der deutschen Postverwaltung und ihres Leiters um den internationalen Postver- kehr sind im Jnlande und AuSlande zu allgemein bekannt und anerkannt, als daß es nöthig toäxe, hierüber Mehreres zu erwähnm. sD. V^-E.)
Handel und Vermehr.
Grün berg, 20. Oct. Weizen JL 12.15, Korn JL 9 05, Gerste JL 8.65, Hafer 7.34, Erbsen «X 8.96, Linsen JL 16.80, Samen 16.80, Kartoffeln JL 2.88. (Alle- per 50 Kilo oder 1 Ctr )


