Erzerum vom 19. August, welche die bereits mitgetheilte Meldung Mukhtar Pascha's ergänzt: Gestern griffen die Russen Mukhtar Pascha in der Nähe von Kars an. Die Russen rückten vom frühen Morgen an gegen die ottoma- manischen Stellungen auf dem Hügel Zegni zwischen Kars und Am; es gelang den Russen jedoch nicht, die Höhen zu nehmen, die türkische Infanterie und Kavallerie hielt sich ausgezeichnet und schlug schließlich die Kosaken und russischen Bataillone in die Flucht. Der Kamps dauerte acht Stunden; die Ruffen zogen sich in der Richtung auf Banduban zurück; die Verluste waren aus beiden Seiten schwer; die Russen waren 30,000 Mann und 90 Kanonen stark." Der Berichterstatter des „Temps" wohnte dem Kampfe bei. — Aus Korsu vom 21. August wird^dem „Temps" gemeldet: „Der russische Gesandte in Athen beantragte ein L-chutz- und Trutzbündniß. Griechenland stellte als Bedingung im Falle des Sieges die vollständige Einverleibung der Provinzen Salonichi, Thessalien, Janina und der thracischen Inseln; der russische Gesandte entgegnete, Rußland könne im Voraus über solche Bedingungen nicht verhandeln, ohne die Slavenfreunde des Reiches zu verletzen. Die Verhandlungen wurden hiernach unterbrochen, dann aber wieder ausgenommen; Griechenland blieb aber bisher bei seinen ersten Bedingungen."
Wien, 22. August. Einem Telegramm der „Polit. Corresp." aus Bukarest von heute zufolge ist die russisch > rumänische Convention unter sehr günstigen Bedingungen für Rumänien definitiv abgeschlossen worden. Die Nachricht von der Besetzung Küstendsches durch die Türken ist falsch. Küstendsche wurde von den Russen sehr stark befestigt und mit schweren Festungs-Geschützen armirt. In der Dobrudscha treffen zahlreiche Verstärkungen für das Corps Zimmermann ein. Die telegraphische Verbindung mit Tschernawoda ist unterbrochen. Bei Tusla unweit Tschernawoda lagern 5000 Mann Aegypter. — Die Russen treffen in ganz Rumänien Vorkehrungen für einen Winterseldzug, schließen große Lieferungs - Contracte ab und errichten Magazine in Turn- Severin, Simnitza und Turn-Magurelli.
Konstantinopel, 22. August. Der Sultan empfing heute den armenischen Patriarchen und überreichte demselben den Osmanie-Orden 1. Klaffe. — Ein Telegramm Suleiman Pascha's vom Montag meldet: Ungefähr hundert Kosaken, welche fünfzig Kasanlyk occupirende Tscherkeffey angriffen, wurden gegen Khaskoi zurückgeworfen. — Ein Telegramm des Commandanten von Rustschuk signalisirt ein den Türken günstiges Gefecht bei Kadikoi. — Osman Pascha telegraphirt, daß er die Ruffen in einem Gefecht bei Plewna geschlagen habe. — Ein Telegramm des Commandanten von Janina vom Dienstag meldet die Niederlage von 60 griechischen Räubern an der Grenze.
Petersburg, 22. August. Amtlich wird aus Gorni-Studen vom 21. d. gemeldet: Heute früh griffen 40 Bataillone unter der Führung Suleiman Pascha's den Schipka-Paß an, wurden jedoch wiederholt zurückgeschlagen. Der Kampf dauert fort ungeachtet der bereits eingebrochenen Dunkelheit. — Gleichzeitig sind die Türken von Lowtscha her gegen Selwi vorgerückt; Mittags begann bei unserer Avantgarde in der Stellung bei Selwi das Gewehrfeuer; der Ausgang dieses Gefechtes ist noch nicht bekannt.
Wien, 23. August. Trotz russischer Ableugnung ist die Vereinigung Mehemed AU's mit Suleiman Thatsache. Hierüber ist eine amtliche Meldung Seitens des österreichischen Militär-Bevollmächtigten in Wien eingetroffen. Die Stellung bei Plewna ist zu einer passageren Festung eingerichtet und mit schwerem Geschütz armirt. — Baschi-Bozuks kaperten bei Rahowa ein mit Waffen beladenes rumänisches Schiff. Die Bemannung desselben ist theils gefangen genommen worden, theils in's Wasser gesprungen und ertrunken.
Petersburg, 23. August. Telegramme des Ober-Commandirenden aus Gorni-Studen vom 22. d. Erstes Telegramm: 10 Uhr Vormittags. Der Kampf bei Schipka am 21. d. begann früh Morgens und dauerte bis spät in die Nacht. Das Resultat desselben ist noch unbekannt. Bis zum Eintritt der Nacht wurden alle Angriffe der Türken zurückgewiesen. — Zweites Telegramm: 3j/4 Uhr Nachmittags. Der Kamps bei Schipka wüthet von gestern früh ununterbrochen bis diesen Augenblick fort. Die Stürme werden erneuert, einer nach dem andern mit frischen Truppen. Bis jetzt sind alle Stürme durch un= sere Braven mit großen Verlusten auf türkischer Seite zurückgeschlagen worden
Lokal-Notiz.
Gießen, 23. August. Durch die Aufforderung des Vorstandes des Frankfurter ThierschutzveretnS veranlaßt, hat sich hier noch dem Muster ähnlicher Knabenvereine in andern Städten ein aus Schülern der hiesigen Knabenschule bestehender Verein rum Schutze der Vögel gebildet. Durch die Beitrittserklärung verpflichtet sich jeder keine Vogel |u fangen, keine Vogelnester zu zerstören, keine Eier auszuheben, aber auch solche Knaben, welche sich derartiges zu Schulden kommen lassen, durch den Vorstand des Vereins zu warnen oder wiederholten Falles zur Anzeige zu bringen: desgleichen Personen, welche Singvögel überhaupt, andere in zu kleinen Käfigen gefangen halten: leder verspricht in den kalten Wintertagen nach Möglichkeit Futter für die Vöglein zu
Beitrittserklärungen von Knaben werden entgegen genommen und nähere Erläuterungen von dem Vorstände gegeben; zu erfragen im Schulhause in der Schulstraße.
Gießen, 24. August. Heber die Schriftstellerin Elise Polko, welche unsere Stadt so freundlich kritifirte, lesen wir in den .Briefen deutscher Bettelpatrioten an LoutS Bonaparte" von Bernhard Becker, Braunschweig 1873 pag. 391: Die Schriftstellerin Elise Polko aus Preußisch-Minden schreibt unterm 6. Oktober 1868 cn den französischen Kaiser, daß sie als Schwester des im Dienste der Wissenschaft in Afrika umgekommenen Eduard Vogel gern das Andenken ihres Bruders verewigen mochte und mit dem Plan umgehe, ein Kapital zusammenzubringen, dessen Interessen kühnen Forschungsreisenden zu Hülfe kommen könnten. — Sie wird auf höfliche Weise abgewiesen.
erwischtes.
in Odenwald, 21. Aug. Auch bei unS entsprach die lMtgen. Roggen gab es zwar eine bedeutende Raufen;
Aus drH^di^Mhs
Errtteonicht dn-HehetzKln MwMi
Zerfror-"-
Hierauf bettelt sie am 15. November 1869 nochmals, aber jetzt nicht aus Pietät gegen das Andenken ihres Bruders, sondern aus schriftstellerischer Jndustrte-Rttterlich- keit. Sle giebt nämlich an, daß sie eine Biographie der Kaiserin Josephine mit der Königin Hortense verfassen und zu diesem Zwecke Arenenberg und Malmaison besuchen will. Sie ersucht, um diese Reise machen zu können, den französischen Kaiser um 1000 Franken. — Ihr wird die Bitte wieder abgeschlagen, aber jetzt nicht wieder auf höfliche aß?i<fr;T.
r-^iOXX Ä unterrichttter Seite geht un5 die Mittheilung zu, daß bei der AnMfiNhelt-Seiner Maiestat des Kaisers in Darmstadt, 23. f. Mts-, von Seiten des Landesverbands hessischer Kriegervereine eine großartige Ovation beabsichtigt wird. Aus allen Ährtten unseres Landes werden sich Oie Kriegervereine an dem genannten Tage in Darmstadt einfinden und von Sr. Majestät in Parade besichtigt werden. , ^?^?ieM»tgltedcr der Vereine, welche dem Landesverband angehören, sind bis letzk auf bsr MMtMeser-Bahn und auf der Bebra-Frankfurter Bahn erhebliche Fahrt- ermaß«tzu»Bn erEtz (frei. Rückfahrt). Bezüglich der Main-Neckar-Bahn hat das die gleiche Ermäßigung bewilligt, dieselbe jedoch von dem EinoMyLiiM ber^bMiltgten Staatsregierungen abhängig gemacht.
L' Hrvtr^Mitkag nach 1 Uhr brach in einem Fabriklokale vor dem Wallthor FeUei<>aus,-wuVdCljiddKidürch rasche Hülfe bald aelöscht.
Irischbäcker in Gießen.
Sonntag, den 26. August. Louis Keil in den Neuen-Bäuen. Emil Sauer auf dem Seltersweg. Wtlh. Lang in der Neustadt.
zahl, aber das Regenwetter war der Entwickelung der Körner hinderlich. Spelz lieferte "S* dif ordere Anzahl von Haufen, auch ist der Ausdrusch im Allgemeinen ein guter, flflMn die Korner sind nicht mehlreich genug. Die Entwickelung der Gerste war schon auf dem Halme nicht oieloersprechend, weßhalb diese Getreideart nicht noch Quantität “nb Oualuat befriedigen konnte. Der Hafer entspricht beiden Anforderungen in ooll- ltem Maße, er liefert darum unter allen Getreidearten den besten Ertrag.
— (Staatlicher Schutz für Bräutigams.) Ein Circular des türkischen Ministers des Innern singt tu väterlicher Weise für die Herzensangelegenheiten der jungen Musel- fn<?rler,«DRC^C gegenwärtig im Felde stehen. Diese« Circular bringt nämlich die ar solche Bestimmung m Erinnerung, daß eS den mit den gedachten BaterlandSvertbei- r*C°crIobt.cn Mädchen nicht gestattet ist, bevor ihre Bräutigame heimgekehrt sind, A^rathen. Die betreffenden Behörden werden angewiesen, die ? ^!?Eung dieses Gesetzes streng zu überwachen. Wahrscheinlich erstreckt sich aber doL bie Fürsorge des Gesetzes nicht so weit, auch den Bräuten Derjenigen, welche im Felde fallen, bis zu der«r Heimkehr die Heirath mit Anderen zu untersagen.
— Eine schnippische Postbeamtin. Dieser Tage, erzählt die „Times", betrat ein ^t/rer Herr von vornehmem Aussehen ein Postbureau in London und ersuchte eine der dortselbft angeftelltenlungen Damen um eine Auskunst über die bet der Versenduna eines Packets nach dem Auslande zu erfüllenden Formalitäten. Das Fräulein bcanb wortete die in einem höflichen Tone formulirte Frage sehr trocken, was den fremden Herrn veranlaßte, die Dame darauf aufmerksam zu machen, daß es sich für Jemanden der im Staatsdienste steht, nicht schickt, mit den Parteien unhöflich zu ictn -__"
^4" zu sein, wäre Luxus", lautete die Antwort der immer liebenswürdiger werdenden Postbeamtin.--Auf diese Grobheit hin erkundigte ft h
der Fremde nach dem Namen der Dame, die sich, wie zu erwarten war, weigerte den- selben zu nennen. — „So werde ich Ihnen meinen Namen sagen" sagte der Herr — "Der tnteresstrt mich sehr wenig", entgegnete das impertinente Mädchen. — <Vh glaube, daß Sie im Jrrthum sind, Miß", sprach der Fremde mit der größten Rahe, „denn mein Name ist John Mahner, und ich bin, wie Sie nun wissen, Post-General- D.rector. — Tags daraus wurde die schnippische Poftbeamtin aus dem Dienste entlassen.
. . - Aul der Dr-Sb-n-r V°g-lwi-s- trug sich in ber Sch-ubud- ,Dt- Litbling-
des Sultans- tolgenbe römische Scene zu: Ein- Frau In bäuerlicher Tracht, wie sich spater ergab, eine, Einwohnerin bes benachbarten Potschappel, unterhieli sich familiär mit ben „mgnbdaugigcn- Har-niSbamen unb traktirtc bieselben mit Bier. Beim Ser. ausgehen würbe sie von einem Besucher gefragt, wie sie bazu komm-, so spenbadel gegen die „Sultaninnen» zu sein. „I-, erwiebertc sie verstohlen lächclnb, ’i sein ja meine Dechter." ' " ' 1
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Sonntag, den 26. August. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Pfarrer Schlosser.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 26. August bis 1. Sept, besorgt Pfarrvicar Schöner.
Allen Kranken Kraft und Gefundtzeit otzne Medicin und ohne Kosten durck die Heilnahrung:
Uevalesciere
Seit 30 Jahren hat feine Krankheit dieser angenehmen Gesundheit-, speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bet Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kssten bei allen Magen-, Nerven-. Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Alhem-, Blasen- und Snerenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaultchkeit. Verstopfung, Dtarrhvm, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteiaen, Ohrenbrousen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabekes, Melancholie. Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von f'cr Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug aus 80,000 Certi- ncaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certificate vom Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. Dädä, Dr. Ure, Gräfin Castlcftuart, Marquise de Bröhan, und vielen anderen hochgestellten Personen, wird franco aus Verlanaen eingesandt.
Abgekürzter Au-zug auS 80,000 Certificaten.
Nr. 62476. Dem heben Gott und Ihnen sei Dank. Die Beveleeoibre hat meine 18jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt.
I. Comparet, Pfarrer, Sainte Romaine dee Dea.
Nr. 89211. Oroaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die köstliche Revaleecifere und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundheit. Leroy, Pfarrer.
Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergestellt.
62845. Pfarrer Sollet von Ecrainoille. Bon Asthma mit häufigen Erstickungen völlig hergestellt.
80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden hergestellt.
Nr. 64210. Marquise von Brähan von 7 jähriger Leberkrankheit, Schlaflofigkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 75877. Florian Köller, K. K. Militärverwalter, Großwardein, von Lungen- und Luftröbren-Katarrh., Kopsschwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.
Nr. 65715. Fräulein de Montlouis, von Unverdaultchkeit, Schk-aflosigkeit und Äbmagerunq.
Nr. 75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.
Die Revaleacikre ist viermal so nahrhaft als Fleisch und erspatt bei Erwachsmen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speffen.
Preise der Revalesdfere «/, Pfd. 1 JL 80 4, 1 Pfd. 3 JL 50 4, 2 Pfd. 5 JL 70 12 Pfd. 28 50 H.
Revalescikre Chocolatde 12 Taffen 1 80 H, 24 Taffen 2 50 4, 48 Taffe«
5 vM 70 u. f. w.
Revfcleaeifere Büouitea 1 Pfd. 3 JL 50 2 Pfd. 5 70
Zu beziehen durch Du Barry u. Co. in Berlin W., 28-29 Passage (Kaiser- Gallerte) und bet vielen guten Apothekern, Droguen-, Specerei- und DelicatessenHändlern un ganzen Lande, in Gießen bei IklüII«»» 4? Schwager.(632


