Ausgabe 
23.12.1877 Zweites Blatt
 
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betrachtet wird und man jetzt allgemein einem Aufschwung ber Geschäfte mit Zuversicht entgegensieht.

Der Papst hat zwar kürzlich sein Testament gemacht und alle Bischöfe der Welt angewiesen, Gebete für ihn anzuordnen; befindet sich aber seit einigen Tagen entschieden besser, so das; begründete Hoffnung vorhanden ist, er werde das aus den 28. d. anzesetzte Consistonum wirklich noch abhalten können- In Uhler Zeit soll er auch den König Victor Emanuel, mit dem er bekannt­lich trotz deffen Excommunication freundschaftliche persönliche Beziehungen unter­hält, im Geheimen empfangen haben. Wichtiger als dieser angebliche Königs­besuch ist j-denfalls die Thntsache, daß da- bisherige Ministerium aus Anlaß der schwachen Mijorität, die es neulich bet einer Vertrauensfrage er­zielte, abgetreten und der Minister-Präst)ent Depretts mit der Bildung eine- neuen Crbinets betraut worden ist. Als sicher wird angenommen, daß der Kammer-Präsident Crispi, den man seit seiner Rundreise durch Europa allgemein als zukünftigen Minister des Auswärtigen bezeichnete, in das neue Cabtnet eintreten wird.

Vermischtes.

Mainz 18. Dec. Emen interessanten ijunb machte ein Schiffer bet Hingen im Rgetn. AlS vorgestern der Anker des bezüglichen Schiffers auf^ezozen wurde, hing an demselben eine etwr einen Fug lange uno drei Viertel Faß. breite dicke K w chens haile; offenbar der Unterkiefer eines riesigen ThtereL- Auf beiden Setten befi »den sich wattige Zähne in der Dicke von IVt Zoll urtb die B schaffenh.it der K rochenscha Ue läßt auf hohe« Alter schließen. Der Fund ist in den Händen des hiesigen Hafen« metsterS.

Ein bekannter Strolch aus W-tzla-- stahl gestern Rach mittag tn Eastel i, drei verschiedenen »fern drei W'nterrock- In dem Monent, als er mit seinen Rinde flüchtig gehen wollte, wurde er von der Gendarmerie gesehen und verfolgt- Der Dieb nahm Rsißa li und flüchtete in da« Schulhaus, wo er sich bis auf den Zpetch-r zu Ück zog. Diese R ttrade half dem Sp'tzduden jedoch nicht«, denn alsbald wurde er oon feinen Verfolgern erwischt und in Haft genommen.

Mainz, 15. D:cbr- Lästige Lieder stigmd wanderte gestern N rch mittag ein Handwerkzbü schlein oon der Gu'tavSburg nach der Eisenbahnbrücke za. Am Brücken­kopf ang-lan it vrstu nm'e der Gesang, das Bürschchen off rete ein L.'derfutternl und zog einen Salzfaß j?rau$, welch n ex sofort an'chnallte. ,l?Upp, klapp" ging es nun

über die Brücke und jeder anständig auSsehende Mensch wurde von dem,,Krüppel', angefochten. In der That ein sorgenloses Stromerdasein!

Saargemünd. Eine Einqartierung ebenso überraschender, als unangenehmer Art erregt hier einiges Aufsehen. Rassische LandeSkiNder ft ib e«, aber keine solche, wie ste Plewna erobert haben, sondern kleine Silberlinge, Fünfkop kenstücke, welche unseren oeutschen Zwanzigern zum Verwechseln ähnlich sehen .Run aber scheinen diese kleinen Ätchte gl ich so zahlreich eingedrungen zu sein und aMereiseit« wohnt nicht nur der Czar, »ondern auch sein Volk soweit oon uns, daß man schwerlich umhin kann, an den schlauen aber mit dem Gesetzbuch nicht recht zu vereinbarenden Einfall eines Spekulaaten zu stauben. Fllns Kopeken, gut sechszehn Pfennige nach unserem G.'lde, ft ib hier n Uür- sich ganz uugilttg un> werthlos. Da man anderSwo da« Gleiche versuchen wird, dürfte die Notiz auch in weiteren Kreisel vor Schaden zu bevahren geeignet sein.

Gotha. Ein ,,brdenksicher" Witz macht hier viel oon sich reden. Die hiesige GenossmschaftS D uckerei hat neuerdings zu n Besten der Christ »escheerung für arme Kmder eine Schrift in Brteffsm h-rausgegeben, betitelt: Sämmtlichr parlamentarische Reden des Re!chstagsabgeo-dntten des Äotba.schen Gah'kreies. Preis 10 H " Der eingelegte Briefbogen enthält auf der einen Se.te ntch.s als das Gortja'' und au» der anderen Seite das Wortnein".

London, 14. Dec. Der Nordpol übt auf Seeleute und Forscher der Erdkunde noch immer die alte Anziehungskraft au«, vielleicht um so mehr, als die letzt? Ero?di- f'on ihren eigentlichen Zweck o.'rfehlt hat. Conmmbeur Cyeyne, von der tiglichen M irine, hat eine neue Expedition in Absicht, deren Plan er gestern in ein»r öffentlichen Versammlung im U nriß mtttheilte. Er fürchtet, daß sich seine Absicht erst tm Jahre 1879 wird verwirklichen lassen können. Mittlerweile arbeitet er nach Kräften oar. Zur Zelretbung seines Werkes hat er schon 22 Orlsoeretne gebildet, b toon 17 in S hott- ltnd. Auch in Belgien findet fein Vorhaben Anklang, und die Erpedirion soll auch, oenn eS gut geht, eine vereint englisch-belgische werden. Der KZ tig der Belgier nimmt an dem Plaue regen persönlichen Anthetl und hat die Hülfe tüchtiger Seeosstcrere in Aussicht gestellt. Chepie gedenkt, wie Ntre«, durch den SmitbS-Sund zu segeln. Sollte er hier, wie sein Vorgänger, auf unüberstetgliche Hindernisse stoßen, so beab* ficht itzt er, u nzukehren und durch den Lancaster-Saar oorzugehen Er will dann am äußersten Ende Grönlands überwintern und tm nächster F ühj rhre weiter Vordringen. Er hofft durch einen offenen Canal bis an den Pol zu gelangen, und gedenkt dann in 'üdöstltcher Richtung nach der nordöstlichen -spitze Grö siand« zurückzukehren und dort wo mögltch die Küste vermittelst Schlittenpartteen auszukindschaslen.

Ve> urtheilung wegen Verkaufs kranken Fletsch's. Der Gutsbesitzer Möller mb die Fleischer Schubert und Richter in resp. bei Wurzen hatten durch den Verkauf nilzkranken Viehs und Fleisches die Erkrankung und den Tod zahlreicher E nwohner oon Wurzen verbeigeführt. In Folge dessen sind der Gutsbesitzer Möller zu 18.000.x, sie. beiden Fleischer zu je 6000 Geldstrafe verurthetlt.

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