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1877.
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Mo. «1». Freitag, den 21. September 1822.
Meßmer HMeiger
«nd AMtsdw für den Knis Gießen.
Erscheint tLgltch mit Ausnahme del MontagS. Preis vierteljährlich 2 «art 20 Pf. mit Bringerlohn.
<Sg>e>itiont Schuistraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
Amtlicher Theil.
B e k a n n t m u ch u n g.
5222) Die Fabrikanten Koch nnd Patz zu Gießen wollen in ihrem an dem Schiffenbcrger Weg gelegenen Fabrikgebäude einen Dampfkessel auf- stellen. Einwendungen dagegen können innerhalb 8 Tagen bei uns vorgebracht und daselbst auch die Pläne und Beschreibungen des Dampfkessels eingesehen werden.
Gießen, den 18. September 1877.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. B o e k m a n n.
politischer Pheil.
Deutschland.
Darmstadt, 19. September. Der Kronprinz des deutschen Reichs ist hier angekommen und wird vor demselben aus dem Griesheimer Schießplatz eine combinirte Kavallerie-Division gegen einen markirten Feind exerciren. Der Kronprinz reist heute Mittag wieder ab.
Berlin. Für Deutschland, meint das „Berl. Tagebl.", ist es bei allem Mitleid, welches wir für die bedauernswerthen Opfer des blutigen orientalischen Krieges empfinden, von Interesse, daß Rußland aus diesem Kriege geschwächt hervorgehen wird. Wenn anders ein Ausspruch richtig ist, den Fürst Bismarck während seines diesjährigen Aufenthaltes in Kffsingen gethan haben soll, „daß Europa auf fünfzig Jahre hinaus vor jeder Gefahr eines russischen Krieges gesichert sei", so theilt der deutsche Reichskanzler obige Meinung. Man wird dem deutschen Volke fernerhin nicht mehr mit dem Gespenst einer französisch-russischen Allianz bange machen können, und der Rückschlag auf unser Militär-Budget wird schließlich nach dieser Wendung der Dinge auch nicht ausbleiben können. So gelangen wir denn zu dem Resultat, daß schon der bisherige Verlauf des orientalischen Krieges, wenn derselbe mich noch mancherlei Wechselfälle darbieten sollte, und in Folge des energischen türkischen Widerstandes unzweifelhaft eine Verlängerung erfahren wird, der deutschen Nation eine Aera des Friedens verbürgt, welche, um wahrhaft segensreich für ihre Entwickelung zu sein, von den Regierungen und den Parteien nur zum freiheitlichen Ausbau unserer verfassungsmäßigen Einrichtungen benutzt zu werden braucht.
— Gelegentlich der großen Parade, die der Kaiser bei Düsseldorf abgehalten, waren bekanntlich auch 200 rheinische und westfälische Kriegervereine aufmarschirt, und es ist gewiß manchem Leser der „Köln. Ztg." und der „Nordd. Allg. Ztg." ausgefallen, wie der Bericht dieser Blätter die Worte enthalten konnte, „daß die Ziele der mächtigen Volkskrast, die sich in den Kriegervereinen offenbaren, allerdings noch dunkel seien." Hiergegen verwahrt sich die „Parole", die amtliche Zeitung des deutschen Kriegerbundes, indem sie u. A. Folgendes bemerkt: „Treiben diese Kriegervereine etwa Geheimbündelei? Liegen nicht ihre Zwecke und Ziele vor aller Welt Augen klar und offen da? Zeigen nicht ihre Feste, weß Geistes Kinder sie sind? Jeder feiert das, was seinem Herzen am nächsten steht: die Socialdemokraten die Pariser Commune, den Geburtstag Lassalles, die Ultramontanen den Geburtstag des Papstes, die deutschen Kriegervereine feiern in Gemeinschaft mit jedem deutschen Patrioten den Geburtstag des deutschen Kaisers, sie feiern den herrlichen Tag von Sedan, da französischer Uebermuth von der deutschen Volkskraft gebrochen, am Boden lag, den Tag, der allen Reichsfeinden ein Greuel ist. Wo immer deutsche Kriegervereine festlich versammelt sind, gilt stets ihr erstes Hoch dem deutschen Kaiser, das zweite dem theuren Vaterlande, das dritte begeistert der treuen Kameradschaft! Die Ziele der deutschen Kriegervereine sind nicht andere, als die aller braven Deutschen, aller wahrhaften Patrioten I Alle sind einig in der Liebe zu ihrem angestammten Herrscherhause, in der Treue zum Kaiser, in der Hingabe an das so theuer erkaufte, geeinte Vaterland, im Gefühl der gemeinsamen deutschen Kameradschaft. Diesen großen, Allen eigenthümlichen Zielen gegenüber verschwinden alle Eifersüchteleien und Principien-Fehden; sie verstummen, denn, wie auch sonst die Ansichten auseinander gehen mögen, in den Zielen sind alle einig I"
Hesterreich.
Wien, 18. September. Der „Pesther Lloyd» meldet: Gortschakoff habe telegraphisch Bismarck's und Andraffy-s Vermittlung wegen einer Waffen- ruhe angesucht, die Pforte sei jedoch einem Waffenstillstand abgeneigt und wolle definitiven Friedcnsschluß, beabsichtige aber, eine Kriegs-Entschädigung zu verlangen. Die Pforte wird erklären, sie sei bereit, die für die europäische Türkei verlangten Reformen sofort einzuführen, jedoch ohne fremde Einmischung. Wie verlautet, werde im Fall- der Mediation das russische Heer sich allseitig aus die Defensive beschränken und sich gegen den Donaustrom concentriren. Der Czar verläßt demnächst Bulgarien. In Pesth ist die Stimmung freudigst er- regt, die Stadt illuminirt.
Wien, 19. September. Tie „Polit. Corresp." meldet aus Peters, bürg vom 18. d.: Alle auf Waffenstillstand oder Mediation bezüglichen Gerüchte ausländischer Journale sind als willkürliche Combinationen zu betrachten. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest vom 18. b.: Vor Plewna
dauert der Artillerie,Kampf fort. — Die Fürstin von Rumänien befahl, eine große Anzahl der eintreffenden rumänischen Verwundeten in das im fürstlichen. Lustschloffe Cotroceni errichtete Hospital zu bringen. — Der englische Militär- Bevollmächtigte, Oberst Wellesley, ist in Bukarest eingetroffen.
Bad Gastein, 18. September. Fürst Bismarck und sein Sohn Herbert sind heute um 3 Uhr nach Salzburg abgereist.
Salzburg, 19. September. Fürst Bismarck und Graf Andraffy, welche beide tm „Europäischen Hof" wohnen, conferirten noch gestern Abend mit einander. Graf Andraffy soll heute, Fürst Bismarck morgen abreisen. Näheres ist darüber jedoch nicht bestimmt.
AranLreich.
Paris, 18. September. Das „Journal osficiel" wird morgen das- Manifest Mac Mahon's zu den Wahlen veröffentlichen; das Decret, welches die Wähler zum 14. October zusammen ruft, erscheint dagegen erst am 22. d. Mts.
Neigten.
Brüssel, 19. September. Der Secretär des Polizei-Präfecten von Paris ist hier angekommen, um Erkundigungen über die Lebensweise des kai- erlichen Prinzen auf dem Schlöffe Dave einzuztehen. Diese Nachricht kann verbürgt werden.
Rußland.
Petersburg. Zur Zeit des Krim-Krieges erfreute sich der vom Kriegschauplatze entfernte Theil Rußlands eines harmlosen Lebens, es herrschte eine Ruhe, wie sie auch zu Zeiten des tiefsten Friedens unter der Herrschaft des damaligen russischen Autokraten nicht anders hätte herrschen können. Kein. Waffenlärm, nicht der Anblick vom Schlachtfelde heimwärts transportirter Verwundeten störte diese allgemeine Theilnahmlosigkeit. Die Nachrichten vom Kriegsschauplätze stoffen äußerst spärlich ein, die geknebelte russische Preffe berichtete nur so viel, als der Czar in väterlicher Sorge um die Ruhe seiner getreuen Unterthanen der Mittheilung für werth hielt. Handel und Wandel blühten trotz oder vielmehr in Folge des Krieges, denn die Unsummen, die in die Hände zahlreicher Lieferanten stoffen, blieben im Lande und kamen dem Gewerbe und dem Handel merklich zu gut. Es bestand noch der Glaube an die unversiegbaren Hülfsquellen Rußlands, und als endlich doch der Rubel, der bis dahin noch seinen Werth von 100 Kopeken hatte, auf 80 sank, hatte das ber dem damaligen geringen Verkehr mit dem Auslande nur eine untergeordnete Bedeutung. Mit Ausnahme der den privilegirten Ständen angehörigen oberen Militärs bestand die russische Armee aus Söhnen der Leibeigenen, aus der Hefe des Volkes, aus confiscirten Subjecten, deren sich Dorf- und Stadt-Communen durch gewaltsames Pressen zum Soldatendienft zu entledigen suchten. Diese durch eine eiserne Disciplin zusammengehaltene Soldateska war also aus Elementen zusammengesetzt, die an mittelalterliche Landsknechte oder Söldlinge erinnerten Die damalige Theilnahmlosigkeit des russischen Volkes am Kriegsverlauf ist daher erklärlich. — Wie ganz anders heute! In Folge der allgemeinen Militärpflicht stehen Söhne sämmtlicher Stände, aller Berufs- und Bildungs- Klassen tm Felde. Das selbstverständliche lebhafte Jntereffe der Angehörigen an dem Schicksal derselben wird erhöht und genährt durch die gegenwärtig rührig arbeitende heimische Presse, welche Specialberichterstatter auf dem Kriegsschauplätze unterhält, und durch die officiellen Depeschen, die, wenn bei Mißerfolgen auch spät, schließlich doch Veröffentlichung sinden. Zahlreiche ausländische Blätter, die jetzt dem russischen Publikum zu Gebote stehen, berichtigen und vervollständigen manche zu knapp gehaltenen osficiellen Berichte und gestatten eine größere Klarstellung der Thatsachen und des Urtheils. Mit dem sonstigen harmlosen Leben ist es also vorbei und die russische Gesellschaft folgt dem Verlaufe dieses Krieges mit demselben Jntereffe, wie jedes andere Cultur- volk, das seine Söhne draußen auf dem Schlachtfelde weiß. Der Krieg erheischt Opfer, unausgesetzte Opfer, denen sich der Staatsbürger von heute mcht entziehen kann, so schwer sie auch drücken. Handel und Wandel stockt. Der Glaube an die unerschöpflichen Hülfsquellen ist mächtig erschüttert und der Rubel gilt heute kaum 60 Kopeken, was den Bezug selbst der unumgänglichsten Waaren aus dem Auslande unmöglich macht. Das viele für die Leistungen verausgabte Geld fließt in's Ausland und mehrt allenfalls die Taschen einzel-


