führen, falls Rußland den Krieg erklärte, und erinnert an die Meinung Pal- merfton'S, daß die Garantie-Verträge zwar ein Recht geben, aber nicht die Obligation auferlegen, zu interoeniren. Gladstone behauptet übrigens, die neue Sachlage und das Verhalten der interessirten Partei gäben der Garantie einen anderen Charakter und schließt mit der Frage, ob es der Regierung ein« leuchtet, daß wir jetzt von der Pflicht befreit sind, welche Derby am 5. October für obligatorisch erachtete, Krieg zu führen, falls das Ausland die Türkei angriffe? Hardy antwortete hierauf, der Vertrag lege England nicht die Pflich: auf, Krieg zu führen. Da England mit anderen Mächten unter dem Principe der Aufrechthaltung der Integrität und Unabhängigkeit de, Türket der Confe- renr in Konstantinopel beitrat, sind wir verpflichtet, dieses Princip im selben Sinne aufrecht zu erhalten. England hätte Unrecht, wenn es versuche, materiellen Zwang ausznüben ober das Schwert zu ziehen für eine ungerechtfertigte Handlungsweise, denn wir würden so die Versprechungen und Verträge verletzen. Hardy verweigert irgend welche Verpflichtungen betreffs der Zukunft etnzngehen, und hofft, die moralische Pression Englands und der anderen Mächte werde nicht resultatlos fein. Nachdem noch viele Liberale und Conservativc gesprochen, wobei Gladstone sich gegen einen heftigen Angriff Chaplin's verthn digl, betont Northcote die Bedeutung des gegenwärtigen kritischen Moments, wo Europas Blicke auf das Unterhaus gerichtet seien, während die Frage, ob Krieg oder Frieden, in der Waagschale schwebe. Northcote wünscht eine ge- wiffenhafte Untersuchung der Politik der Regierung; sollte die Debatte von heute Abend der Vorläufer eines großen Angriffs gegen die Regierung sein, so verspreche die letztere der Opposition keine Schwierigkeiten zu bereiten, um die Discussion zum Ziele zu führen. Hartington verlangt Vertagung der Debatte, welche hierauf bis zum Freitage vertagt wird.
Italien.
Rom, 17. Februar. Die „Italic" meldet: Midhat Pascha erhielt in Neapel eine wichtige Mittheilung des SultanS; es scheine, daß Midhat in Folge englischer Rathschläge nach Konstantinopel zurückberufen werden soll. Man triffe jedoch nicht, ob ihn der Sultan in seine frühere hervorragende Stellung einsetzen ober blos besten Rathschläge hören wolle. — „Fanfulla" meldet: Monstgnora Floward soll auch zum Cardinal ernannt werden.
NuKliMd.
H>etersbmrg, 16. Februar. Der „Regier.-Anz." veröffentlicht einen Bericht über die Aushebung im Jahre 1876. Danach wurden 196,000 Mann ausgehoben. 2758 Mann waren aus besonderen Gründen von der Einstellung befreit. Die für unbrauchbar Erklärten machen ein Drittel der Besichtigten aus, während sie 1875 nur ein Sechstel betrugen.
Türkei.
Pera, 16. Februar. Edhem Pascha bat den Sultan persönlich um seine Entlastung gebeten. Die Annahme dieses Gesuche- ist wahrscheinlich.
Aste».
Aeddo, 10. Februar. In dem Bezirke von Satsuma ist ein neuer Aufstand der Samurai'Claste ausgebrochen, der indeffen nicht gefährlich werden dürfte, da die Regierung sich auf die Armee verfassen kann.
Lokal-Notiz.
Gießen, 19. Februar. Wenn wir heute über die Generalversammlung des hiesigen Kiegervereins vom 16. d. Mts. berichten, so geschieht die« in Anbetracht der prtn- ctptellen Beschlüsse derselben.
Auf den Leitartikel in No. 4 der „Deutschen Kriegerzeitung" — dem Organ der Allgemeinen Deutschen Kriegerkameradschaft — fußend, hatte es der Vorstand de« hiesigen Verein« für angezeigt gehalten, eine Aeußerung des letzteren darüber herbeizuführen, ob er gesonnen sei, sich der in dem angezozenen Artikel bestimmt ausgesprochenen Tendenz deS deutschen Kriegeroeietnsweser.s hi ollen ihren Folgerungen zu widmen und ob er es insbesondere als die Ausgabe der deutschen Kriegervereine betrachte, den auf Zerrüttung des nationalen Bewußtseins gerichteten Bestrebungen der Soctaldemokratte entgegenzutreten.
Diese Aeußerung fand statt in der gestrigen einstimmigen Annahme der nach« stehenden Erklärung:
In Erwägung, daß au« der Parteipresse der Socialdemokratie zur Genüge her» oorgeht, daß ihr Bestreben nicht alS dahmgehend bezeichnet werden kann, unter Anerkennung des Bestände? des deutschen Ruches als solchem, an dem Ausbau u. Weiterbau der Einrichtungen desselben, nach ihren Anschauungen und Grundsätzen za arbeiten, I wie e« von dem social. Abgeordneten Motteler in der Sitzung drs Reichstags am 20* März 1874 zu erklären versucht worden ist;
In Erwägung, daß vielmehr ihr Bestreben dahin gerichtet ist, den Bestand deS deutschen Reiches selbst zu schädigen und dasselbe u ib seine Einrichtungen zu verhöhnen, I dem deutschen Volke und dem Ausland gegenüber herabzuletzen;
In Erwägung endlich, daß die Socialdcmokratic in diesem Bestreben Irrlehren ' verbreitet, »rlche die Grundlagen des gesammten staatlichen Lebens erschüttert, erklärt der Kricgeroerem in Gießen:
1) es ist die heilige und unabweisbare Pflicht der deutschen Kriegervereine, die auf die Schädigung des Bestandes des deutschen Reich« gerichteten Bestrebungen der Socialdemokratie zu bekämpfen:
2) es ist ihre ebenso ernste Pfliche ferner nicht Personen unter ibren Mitgliedern zu dulden, w-lche diesen Bestrebungen huldigen und die« durch Zahlung von Beiträgen zu den tnnerbalb der socialistijchen Partei bestehenden geschlossenen Vereinen ooer zu den Agitationszwecken dienenden Foudtz dieser Partei aus« drücken;
3) es ist den deutschen rtrieqerocreinen dringend zu empfehlen, ihre Mitglieder über die Irrlehren der Socialsemokratte aufzuklären.
Angenommen einstimmig.
Eine nothwendtge Folge dieses Beschlüsse- war ein Antrag zur Abänderung der Vereinsstatuten, dahingehend, es sei an der cinschlägtgen Stelle -inzufügen:
Antrag auf Abänderung der Statuten:
Kein Mitglied bt8 Vereins darf einer derjenigen Parteien angehören, welche den Bestand des deutschen Reichs zu gefährden trachten. Als Zeichen dieser Angehörigkeit ist die Zahlung von Beiträgen zu geschlossenen Vereinen innerhalb dieser Partei und den Agitationszwecken dienenden Fonds derselben anzusehen.
, Der Vorstand.
Auch dieser Antrag fand einstimmige Annahme.
Unter Hinweisung auf de» von ihm mitunterzeichneten Aufruf zur vilduni eine? „Vereins der nationalen und liberalen Panel" legte der jeitberige Vereinspräsident sein Amt nieder, indem er auMhrte, es könnte die Unterzeichnung deS Aufrufs von gegnerischer Seite dazu benutzt werden zu unterstellen, cs ser die Absicht und daS Streben deS Präsidenten den Kriegerverein zu einem politischen Verein im engeren tziime ' de« Wortes zu machen. Durch die ebenfalls einstimmige Wiederwahl bet Vorsitzenden brachte bei Verein zum Ausdruck, daß er auch in dieser Beziehung seinem Vorstand volles Vertrauen schenke. n
Literaris ch e
— Im Verlage der Militaria, Verlagsbuchhandlung für Militär-Literatur f(Ä. von Glasenapp) in Berlin Potsdamerstraße No. 54, erschien soeben eine Denkschrift zur Feier des siebenztgjährigen Dienstjubtlänms Seiner Majestät des Kaisers unter dem Titel: ^Siebenztq Dien ft fahre Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm," welche in den weitesten Kreisen Beachtung verdient.
Die in dieser Denkschrift gegebene militärische Biographie basirt auf der militärischen Biographie Seiner Majestät des Kaisers und Königs aus bem Werke Die Generale der Deutschen Armee". Nachdem die letztere unter Mitwirkung einer Anzahl von Offizieren aufgestellt, durch Nachforschungen in den verschiedensten Quellen und durch Lorrespondeiiz mit Seiner Majestät Regimentern und anderen Personen ergänzt worden, hatte Seine Majestät die Gnade, dieselbe Selbst wiederholt zu vervollständige,, und mit Seiner Unterschrift zu versehen.
Zu dem 70jährigen Dienstjubiläum Seiner Majestät am 1. Januar 1877 wurde diese Biographie neu bearbeitet und weit über das Doppelte mit neuen Daten vervollständigt. So wurden unter anderen alle von Seiner Majestät verliehenen Regimenter mit dem Tage der Verleihung, die Königs- und Kaiser-Manöver, die Thetlnahme Seiner Majestät an den verschiedenen Berathungs-Commtssionen und viele andere wichtige Moment- aus Seiner Majestät militärischer Dienstzeit neu htnzufügt.
Die Photographie Seiner Majestät wurde auf Allerhöchsten Befehl durch den Hofphotographen Hanfftaeugl in Berlin im Königlichen Palais ausgeführt. Seine Majestät hatte hierzu die Uniform seine- 1. Garde-Regiments zu Fuß mit sämmtlichen Kricgsordeu und — zum ersten Male für eine photographische Ausnahme — die Feld- malschalls-Epauletts angelegt. DaS Negativ der Aufnahme wurde in Frankfurt a.O. mittelst electr,scheu Lichtes auf Lebensgröße vergrößert, dann nach den Original-Orden rc. retouchirt und in München durch das artistische Institut von I. B. Obernetter oeroiel» fältigt.
Seine Majestät hatte die Gnade, eine besondere Auflage dieser Denkschrift am Tage Seines Jubiläums huldreichst entgegen zu nehmen.
ES kann hiernach diese biographische Denkschrift alS authentisch uud als die richtigste B-ographie in i^en einzelnen Daten bez.ichmt werden. Sie wird jetzt und in Zukunft ein werthvollcs historisches Document b'lden und jedem Soldaten uib Patrioten eine bleibende Erinnerung an einen Tag fein, der in der Geschichte der Fürsten aller Zeiten und Nationen einzig dasteht.
Der Prris für 2»/r Bogen Text und die vorzügliche Photographie ist von der VerlagSbandluug äußerst billig auf nur 1 Mark festgesetzt morden, um dem Werke die größte Verbreitung zu geben.
Allgemeiner Anzeiger.
S n in m i s s i o n.
u
4) Weißbinberarbeit,
5) Pflästererarbeit,
28808,18
2373,44
48,00
754,60
und zwar: v4L
875) Freitag den 2 3. I. Mts., Dorm. 11 Mr, sollen die zur bauung einer Brücke über die Wieseck ersorderlicken Arbeiten
1) Maurerarbeit, veranschlagt zu . . 17338,74
2) Steinhauerarbeit,
3) Schlosserarbeit,
Er-
Zusarnmen 49322,96 Ji. nacp einzelnen Gewerken ober im Ganzen in Sum»ission vergeben werben.
Zeichnungen, Kostenvoranschläge unb Uebernahmsbebingungen hierfür liegen 9° a iiL bis zu obigem Termin von Vorn,. 8—12 unb Nachm. von 2 o Uhr auf dem stäbttschen Boubüreau zur Einsicht der Jntereffenten offen.
Gl eßen, den 15. Februar 1877. "
Großhcrzogliclre Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm.
In unsrem Firmen-Register ist heute folgender Eintrag vollzogen worden •
®mil Spruck von Gießen ist verstorben und seine Wlttwe, alt ge etzliche «ertretenn ihre» minderjährigen Kindes, ift am 1. April 1875 aus der zwischen ihrem verlebten Manne und Wilhelm unter der Firn" G EH. Spruck bestandenenHandelsge- sell'chaft ausgetreten. Wilhelm Spruck Hai alle Actwen und Passiven der Gesell- schast übernommen und führt das G-, schäft unter der bisherigen Firma weiter fort.
Gießen, den 15. Februar 1877. Großherzozlichetz Stadtgericht Gießen.
Bötticher- (928
940) Die Stamm- u. Stangenholr- »etlfcigerun^ im District Scheid der Oberfpriterci TreiS a. L vom 14. d M ist genehmigt unb können die Abfuhrscheine vom 24. d. M- an bei Großh. Rentamt Gießen erhoben werden. Überweisung des Holzes und erster Fahrtag ist Montag den 26. d M.
TreiS i. L-, den 18. Februar 1877. Großherzogliche Oderförsterei TrerS a. L- ______________Amendt- ______a940 Irische Veilchenbouquets tn jeder Größc empfiehlt (568
O. Garn, Handelsgärtner, Lindenplatz.
Aersteigcruugen.
Holzversteigerungen in der Fürstlichen Obcrförsterei Hohensolms.
Montag den 26 d. M- soll in dem District ^Scheuern»ald" zunächst Hohensolms nachsteyendcS Brennholz ver- fteiaert werden:
309 Ra.tr. Buchen-Scheitholz,
131 „ Buchen-, Eichen- und Tannen-
Prügelholz,
380 Rmtr. beigl. Stocki-o!z, 5460 W-llen derftl. Reisholz.
Alsdann wird Dienftag den 27. d M., ebenfalls im District „S ch e u ernw a l d" nachstehendes B a u-, W er t- und Nutzholz verstergert:
257 Eichen-Stämme von 15 bis 40 Ctm. Durchmesser und 10 bis 17 Meter Länp.e mit 142,95 Feftmtr.
2 Buchen-Siämme mit 1,65 Feftmtr.
70 Fichten- und Lärchen - Stämme von
15 bis 46 Ctm. Durchmesser und 10 bis
22 Meter Länge mit 56,35 Feftmtr.
23 Stück Fichten-Stangen, zu Sparren und Leiterbäumen geeignet-
Die Zusammepkunft und der Anfang ist jedeßmal Morgens 9 Uhr beim Teich. ‘
Hohensolms, am 17. Februar 1877
Fürstliche Oberförfterei Hohensolms.
________Dörm er, Reiverforster. (941
942) Kleesamen, Grassamen, künstliche Dünger bei
Emil Ptstor.
Holzversteigerung in der Mrstl. Gberförsterei Lich. Es soll nachoerzeichneteS Holz »erfteigtrt werden:
1) Montag den 26. Februar im District Münchwald bei Burkhardsfelden: 814 Rmtr- Kiefern-Prügelholz,
38 „ „ Stockholz,
254 „ „ Reisholz,
49 Fichten - und Lärchen - Stämme, mit 12,25 Kubikmeter, und
140 Fichten - und Lärchen - Stangen, mit
22,50 Kubikmeter Inhalt.
2) Dienstag den 27. Kebruar in den Districten Möachwald u. Meilbach:
29 schwere, zu Schnittholz taugliche Fichten stämme,30-40Eenti- I mtr. stark und 9—22 Mtr. Ianh, mit | 41,43 Kubikmeter,
288 Fichten Bauftamme, 15-29Lmtr- stark und f—20 Meter lang, mit 150,29 Kubikmeter,
33 Kiefern-Stämme, 23-42 (5mtr. [tarf und 8-23 Meter lang, mit 38,03 Kubikmeter,
3 Eichen-Stämme, mit 0,67 Kbmtr und 84 Fichten-Stangen, mit 10,59 Kbmtr. Inhalt.
Zusammenkunft jedesmal vormittags 10 Uhr auf dem BurkhardSfelder Vicinalweg (Schlagweg) im Mönchmald, ca. 1 St- von hier.
Lich, den 19. Februar 1877. (950
Wim menauer, Forstrath
922) Zwei gute Einspänner-Wagen zu verkaufen im .Echützenhof.^
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Simmerorbeit mit 5-
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2 „ Eichen- 10 „ Nadel-
4 „ Buchen-
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94,5 „ Mello „ Buchen-If
97,5 „ Nadel- 220 Puchen-Wellen HO Eichen- „
3340 Nadel- „
vorschrWmi Credit dir 1. Juli b. Der Anfang ist jedesr im Disirict Bcrgwait
Rödgen, am 17. Fr Eroßhcrjogliche >8ür ____3 nder
Holzverfl v... . . in i Somgl. Nberfiir
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Vormittags ?ttden zu KroidorÜe aus den. Königlichen' von miti tzKlz, 106 Nm und Reiser AU°h (totn)," und Reiser
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