Mo. 164. Donnerstag, den 19. Juli 181®.
Klchener Wnzeiger
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags.
Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
«reis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
Bethual-Green constatirt sei. ,
— Der zweite Sohn des Prinzen von Wales, Georg Friedrich, ist bedenklich erkrankt.
schen Geschwader in der Besika-Bay schleunigst vereinigen werde, ist zu con- statiren, daß das deutsche Geschwader überhaupt keinen Befehl hat, nach der Besika-Bay zu segeln. Dasselbe befindet sich gegenwärtig bei Haifa (Syrien) und wird nach einigem Aufenthalte an der syrischen Küste Geschwader-Uebungen im ägeischen Meere vornehmen. ....
Rosenheim, 16. Juli. Der deutsche Kaiser ist hier eingetroffen und fetzt morgen seine Reise nach Gastein fort.
AranLreich.
Paris, 16. Juli. Der Minister des Innern hat an die Präfekten ein Zirkulär gerichtet, worin dieselben davon unterichtet werden, daß die Regierung nur olche Candidaten zur Deputtrten-Kammer unterstützen werde, deren politisches Glaubens-Bekenntniß sich nicht von den Grundsätzen der Politik der Versöhnung und Einigung aller Fractionen der conservativen Partei entferne. Wie die „Agence Havas" mtttheilt, wurde dieses Circular durch die bonaparttsttsche Kundgebung des aufgelösten Muntcipalrathes von Toulon veranlaßt.
Knglaud
London, 16. Juli. Im Unterhause erklärte Unter -Staatssecretär Bourke auf Anregung von Jenkin's sich bereit, die Proclamation des Kaiser- von Rußland an die Bulgaren vorzulegen, und theilte ferner mit, er sei von Bukarest aus in Kenntniß gesetzt worden, daß Fürst Tscherkaskl die bulgarische Verwaltung reorganisiren werde. Derselbe sei mit 400 russischen Cwil-Beamten in Bulgarien eingetroffen. Jndeffen lei die Regierung nicht osfictell davon benachrichtigt, daß Rußland beabsichtige, die russische Sprache und Verwaltung m Bulgarien einzuführen; daher sei es ihni unmöglich, die Ansichten der britischen Regierung diesbezüglich darzulegen. Auf Anfrage von Dtlke erwiderte sodann Bourke, seine Informationen seien nicht genügend, um darüber Auskunft geben m können, ob die türkische Blokade der russischen Häfen am Schwarzen Meere eine effektive sei oder nicht. Auf eine Interpellation von Kingscote wurde Seitens der Regierung erklärt, daß der Ausbruch der Rinderpest seit Samstag m
Deutschland. i
Aus dem Großherzogthum Hoffen. In Folge des Abkbens: des Bischofs von Mainz wird lebhaft die Frage besprochen, rote sich die Regie- , rung der bevorstehenden Neuwahl eines Bischofs gegenüber verhalten wird. , Die gesetzlichen Vorschriften beruhen auf der mit landesherrlicher Sauctton im October 1829 publicirten päpstlichen Bulle: „Ad dommici gregis custo- diam“, wonach das Dom-Capitel binnen Monatsfrist nach dem Ableben des Bischofs der Regierung ein Verzeichuiß der Candidaten vorzulegen hat, damit Erstere diejenigen streiche, welche ihr nicht genehm sind. Aus den übrig geblte- benen Geistlichen wählt dann das Capitel den Bischof, der vom Papste zu bestätigen ist. Letzterer beauftragt zum Zwecke des sog. Jnformanv-Proceffes über die Eigenschaften des Gewählten einen höheren Geistlichen, und die Bestätigung erfolgt durch ein apostolisches Schreiben. Verweigert der Papst dte Bestätigung, so wird er aus besonderer Gnade (sie!) gestatten, daß zu etner Neuwahl geschritten wird. Wie bekannt, hat seinerzeit der Papst der Wahl des vortrefflichen Profeffors Leopold Schmid zu Gießen die Bestätigung versagt, und die Regierung, welche die öffentliche Meinung auf ihrer Seite hatte, blieb machtlos. Die Folge war eine Spaltung der Confesstonen, welche bisher mcht bestanden und sich immer schroffer äußerte. Von der Energie des jetzigen -Uttnb sters läßt sich erwarten, daß diesmal die Autorität und die Hoheits-Rechte des Staates gewahrt werden, rote das Anfangs 1830 unter dem Ministerium d» Thil geschah. Vorerst wird durch das Capitel zur interimistischen Verwaltung der Diöcese ein Bischofs-Verweser erwählt. (F'kftr. Journ.)
Darmstadt, 15. Juli. Die General-Agenten der im Großherzog- tbum zuaelasseuen Versicherungs-Anstalten haben sich in einer aussühriichen Eingabe an Die zweite Kammer gewendet, indem sie, unter Hinweisung arif die Ungerechtigkeit der bis dahin für sie geltenden Gewerbe-steucr-Vorschrlfte,n, wonach sie ohne Rücksicht auf den Umfang ihres Geschäfts-Betriebs nnd auf ihr Einkommen, auch unabhängig von dem Rang ihres Wohnorts in die erste Klaffe (zu den Groß-Gewerben), unter Ansatz eines fixen Steuer-Capitals von 300 mit Zuschlag je nach der Größe des Locals nnd der Ar^ahl des Gehülfen, eingereiht sind, primär eine vollständige Befreiung von der Geweibe- Steuer nach dem Vorbild der anderen deutschen Staaten, insbesonder Preußens, vorsorglich eine Gewerbe-Steuer-Veranlagung auf Grund des Einkommens der beir. Agenten, welches abzuschätzen wäre, beantragen. D,e Petenten hoffen auf Berücksichtigung ihrer Anträge gelegentlich der ohnehin S"r Vorlage stehende» neuen Steuer-Gesetzgebung. (Frkstr. Journ.)
Berlin, 14. Juli. Der General-Postmeister hat untern 6. d. Mts. an die Ober - Pofldirectoren eine Verfügung erlaffen, auf Grund deren das Publikum in den Posthäusern gut zurechtgewiesen werden soll. Dieselbe beginnt damit, daß bei der heutigen Entwickelung des Reiseverkehrs Post und Telegraph mehr als früher auch vou Fremden und Durchreisenden benntzt werden. „Es erscheint daher als eine Ausgabe von Wichtigkeit, die Post- und Telegraphen- Räume überall mit deutlichen, sofort in die Augen fallenden äußeren Bezeichnungen zu versehen, damit auch solche Personen, welche seltener auf dem Post- beziehentlich Telegraphen-Amte verkehren und namentlich auch die Fremden die Dienststelle, wohin sie sich zu wenden haben, schnell und ohne Muhe auffintn können." Die vorgeschriebene Kenntlichmachung der Gebäude durch Wappen- schilder oder Inschrift genügt für den angegebenen Zweck allem durchaus nicht, vielmehr sind außerdem noch weitere Bezeichnunzen an allen Stellen anzubringen, >v° es für die Zurechtweisung des Publikums nützen kann. Es find nicht nur die Außenseiten und Eingänge der mehrerwähnten Gebäude und Schilder, Ta- fein, Aushänge rc. kenntlich zu machen, sowie im Innern der Gebäude mff den dem Publikum zugängliche» Fluren u. s. w. Hinweise und an den Zuum r Ihüren Inschriften anzubringen, sondern es muß auch so wett wie möglich darauf Bedacht genommen werden, daß an Stellen in der Nah Pst und Telegraphcnamts-Räume Tafeln sich befinden, welche auf die Lage diese Räume htnzeigen. In letzterer Beziehung kommt namentlich die Oerilichteit u Betracht. Besonders auf Bahnhöfen, und zwar an der Perronsette od» an den Ausgängen erscheinen solche Hinweise wünschenswerth, wenn dre! Po, t, Bei». Telegraphen-Räume im Bahnhofsgebäude selbst daneben oder gegenüber liegen. Ueberhaupt wird es an Orten mit lebhastem Fr-mdenv- kehr w e großen Städten, Badeorten rc., für das Publikum nützlich sein, daß auch i den Fluren der bedeutenderen Gasthöfe, Bade- und Logirhäuser g richten aushängen mit der Anzeige, wo die Post, die Te egraphie und Briftasten sich befinden. Im Innern der Gebäude wird sich ft» d e größten. Aemter empfehlen, gleich beim Haupteingange eine Ueberficht der s wichtigsten Geschäftsstellen auszuhängen. Allgemein muß durch In ckr st den T üren, ftwie durch Hinweise das Zurechtfinde,. auf Fl.we und Gangen erleichtert werden. Die Ober-Postdirectionen sollendw Beschaffung ^d»
Hriechenland.
Athen, 16. Juli. Ein Decret des Königs ordnet die Schließung der
Kammer an.__________ ___
Der orientalische Krieg.
Bukarest, 15. Juli. Das fünfte russische Armee-Corps, welches seit einigen Tagen im Lager von Baneszo angekommen, marschirt sofort nach Sisiowa ab. _ ,
Wien, 16. Juli. Die „Deutsche Zeitung" bringt aus Stmmtza vom 15. d. folgende Meldung: Das Hauptquartier des Kaisers von Rußland wird morgen nach Czarwica, südöstlich von Sistowa, verlegt. Bei Simnitza ist eine zweite Brücke über die Donau errichtet. Ein ernstes Engagement soll bet Ra- danci, nächst Gabrowa, stattgefunden haben, mdem 15,000 Russen auf 6000 Türken gestoßen sein sollen, welche letztere die Avantgarde eines zur Verthetdt- qung der Straße Gabrowa-Kasanlyck bestimmten Corps von 25 000 Mann bilden. Die Ruffen sollen hierbei unter großen Verlusten gesiegt haben. — Dte Neue Fr. Pr." meldet aus Schumla vom 14. Juli: Man erwartet das Borrücken der Russen gegen Rasgrad. Der internationale Telegraphen-Dtenst in Ruftschuk ist seit mehreren Tagen eingestellt.
Bukarest, 16. Juli. Seit heute früh 7 Uhr weht dte russische Flagge auf den Wällen der von den Türken verlaffenen Stadt Nikopolis.
London, 16. Juli. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel, 16. Juli: 18 russische Bataillone haben, von bulgarischen Einwohnern geführt, über den Engpaß Schipka den Balkan überschritten und sind in Jemzagra
""^Aetersbura, 16. Juli. Amtlich wird aus Tiruowa vom 15 Juli gemeldtt: Der Vortrab der russische» Armee hat am ^.^d- Mts., Abends 51/ Uhr, ohne Schwertstreich de» Balkan passirt. Am 14. b., Nachmittags 2 Uhr wurde vom General Gurko der Ort Khankioy besetzt; 300 daselbst überra chte Nizams ergriffen die Flucht- Die Türken zogen sich gegen das Dors Kmmr? hin zurück. Die Rusten hatten hierbei eine» Verlust von 1 T°dten w'd »uibe die telegraphische Ver-
bindun7m?Aru°wa eröffnet Äm 12. d. traf der Ober-Befehlshaber, Großfürst Nicolaus, in Tirnowa ein und wurde von den Bewohner» enihuMstisch empfangen. Die Linie der Jantra wurde schon am 7. d. durch die Rusten erleichtert weroen. ^)te ^oer-Pv,ivirrcilvlzc»» jv~v.....tz-seüt und rückte die Avantgarde aus das rechte User vor. ^luen -
der, Tafeln rc. thunlichst selbst in die Hand nehmen und darauf ^"en, halben entflieht die muselmännische Bevölkerung, wie von panischem Schrecken sie ,,in einfacher, aber gefälliger und geschmackvoller Form angebracht , d ^ h i° J eor Ankunft der russischen Truppen. BisI zum £
Berlin, 16. Juli. Gegenüber der umlaufenden Meldung daß d g ^ff Gefechte der Streiswachen mit den in das Innere sich
deutsche Mittelmeer-Geschwader sich mit dem französischen uno oen g y


