tummelten. Man hatte am Morgen viele Mühe, das durchgebrannte Gethier wieder einzufangen.
— (Gut abgefertigt.) „Sie haben ja Hände wie ein Drescher", sagte einst ein junger Witzbold zu einer jungen Dame, indem er ihre Hand ergriff. — „Ja wohl", entgegnete diese, „ich habe darum auch schon den Flegel in der Hand."
Berlin, 11. Dec. Ein trauriges, höchst erschütterndes Ereigniß hat sich dieser Tuge in Stettin zugetragen. Die neunjährige Tochter des dortigen Kaufmanns Elkan erkrankte an der Diphtheritis. Der Arzt verordnete Jnjectionen in den Hals und, besorgt um das Leben seiner kleinen Patientin, will er diese selbst vornehmen. In dem Augenblicke, wo er mit den Einspritzungen fertig ist, öffnet sich die Stubenthüre; bleich, verstört und athemlos stürzt der Apotheker herein, die Worte ausstoßend: „Nicht ein spritzen, Gift!" Aber leider war seine Ankunft nur einige Minuten zu spät erfolgt. Das Gift hatte eine so schnelle und schreckliche Wirkung gethan, daß alle menschliche Hiffe vergebens war. Das arme unschuldige Wesen röchelte noch einige Mal, dann gab eß seinen Geist auf. Man kann sich den Schmerz und die große Verzweiflung der armen Eltern denken, denen auf solche schreckliche Weise ihre älteste geliebte Tochter er irissen wurde, gerade an dem Tage, wo sie ihr neuntes Lebensjahr vollendet hatte.
— In den Samenverfälschungen ist die Kunst oder vielmehr die Schandindustrie der Fälscher bereits dahin gelangt, den schlechten, zur Mischung mit guter Waare benutzten Samen dadurch zu verdecken, daß sie demselben durch vorheriges Kochen seine Keimkraft nimmt. Derselbe kann also nach der Aussaat die geschehene Fälschung nicht verrathen, weil er eben nicht aufgeht, und der betrogene Landmann meint, die schlechte Witterung oder sonst etwas trage die Schuld an dem dünnen Stand der Pflanzen. Als ein gutes Probirmittel gegen diese Art von Fälschung schlägt ein englischer Land- wirth ein von ihm seit Jahren zur Anwendung gebrachtes sichÄM>M1tstPvOr. Er Mischt den gekauften Samen gut durcheinander, zählt dann einige dutzepd, oder Hundert Körner ab, und legte dieselben auf einen vorder mit einem Stückchen roelften Flanell überbreiteten Teller. Der Flanell wurde gut mit Wasser angefeuchtet und das Ganze mehrere Tage dem Einflüsse der Luft und des Lichtes ausgesetzt, flach welcher Zeit die gesunden Samenkörner zu keimen begannen, während die tobten unverändert blieben. Fand der erwähnte Landwirth nun beim Zählen der keimfähigen _(rnb der tobten Körner, daß das Verhältniß der letzteren zu den ersteren ein zu großes war, so sandte er regelmäßig dem Verkäufer der Waare den Samen unter Angabe des Grundes als unbrauchbar zurück und erhielt an Stelle desselben fast immer neuen Samen, der sich bei-der-Probe-als völlig, gesund.und^unverfälfcht erwies.
Allgemeiner Anze i g etr
Waisenverpflegungsgelder betr.
Die Quittungen über vorbemerkte Gelder sind vor dem Jabresschlusie zu unterzeichnen, wenn die Jntereffenten ihre Vergütungen kostenfrei beziehen wollen.
Gießen, den 14. December 1877.
Grotzherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V- d. B-:
Keller, Beigeordneter. (7049
Bekanntmachung.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar:
Dienstag den 18. December 1877,
Mittwoch „ 19. „ „
Donnerstag „ 20. „ „
Samstag „ 22. „ „
Donnerstag „ 27. „ „
Samstag „ 29. „ „
sowie:
Mittwoch den 2. Januar 1878,
Donnerstag „ 3. „ „
Samstag „ 5. „ „
Dienstag „ 8. „ „
Mittwoch „ 9. „ „
Donnerstag „ 10. „ „
Samstag „ 12. „ „
Dienstag „ 15. „ „
Mittwoch „ 16. „ „
Donnerstag „ 17. „ „
Samstag „ 19. „ „
Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.
Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 29. November 1877.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr.
Bekanntmachung.
Die Lieferung von 48 Untersätzen zu Urin; eimtr soll im Submissionswege verdungen werden. Zur Entgegennehmung von Offerten ist ein Termin auf
Samstag den 22. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, in Geschäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung (Nahrungsberg) anberaumt, woselbst auch die Lieferungsbedingungen einzusehen sind. (7062
Gießen, den 17. December 1877. Großherzogliche Garnison-Verwaltung.
Die Lieferung des Brodes und der warmen Speisen für die hiesige Entbindungsanstalt auf das Jahr 1878 soll, da die vorige Versteigerung nicht genehmigt worden
Donnerstag den 20. b. Mts., Vormittags 11 Uhr, im Submissionswege vergeben werben.
Desfallsige Offerten sinb vor bem Termin bei Großh. Direktion ber Anstalt einzureichen (7058
Gießen, ben 17. December 1877.
Der Rechner ber Entbinbungsanstalt:
S tum pf.
Versteigerungen.
Mittwoch ben 19. l. Mts-, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaale auf bas Jahr 1878 versteigert werben:
1. bas Reinigen ber Oefen in ben stäbti- ' scheu Gebäuden,
2. das Kehren ber öffentlichen Plätze unb Straßentheile,
3. das Kleinmachen des Holzes für .bie städtischen Anstalten,
4. bie laufenben Taglohnarbeiten u. Fuhr- leistungen.
Gießen, ben 14. December 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
7016) A. Bramm.
Bekanntmachung.
Ein herrnloses Pferb würbe am ll.b.M. eingefangen unb soll
Mittwoch den 19. I MtS., Vormittags 11 Uhr, in bem Büreou ber unterzeichneten Behörbe geaen gleich baore Zahlung an ben Meist- bietenben versteigert werben. Steigliebhaber werben einmlaben, sich in bem Termine ein- zufinben. Dos Pferb befinbet sich in bem Stolle des Oeconomen Christian Zug- Hardt III. babier. (7051
Gießen, am 14 December 1877. Großherzogliche Poltzeiverwaltnng Gießen. Fresenius.
Dienstag ben 18. Januar 1878, Nachmittags 2 Uhr, oll auf bähtest em Ortsgericht die Hofraithe bes Karl Schmidt als: ivlur Mtr.
Visa 31 Hofraithe in ber Löwengasse meistbietend versteigert werden.
Gießen, ben 29. November 1877. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.
6762)_________Müller.____________
- Dienstag ben 15. Januar 1878, Nachmittags 2 Uhr,
soll auf bohtefuem Ortsgericht bie Hofraithe des Johannes Becker V. als: Flur Mlr.
<°/41 "/loo 653 links ber Chaussee meiftbtetenb versteigert werden Gießen, ben 29. November 1877.
Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 6763) Müller.
Mittwoch den 19* d. M., Nachmittags 2 Uhr, lasse ich in meiner Wohnung die nachbezeichneten Pfänder gegen Baarzahlung öffentlich versteigern :
Nr. 27197. 30 verschiedene Edelsteine,
Nr. 27383. 2 Brilliant ringe und 2 Paar Ohrringe. (7071
K. Grrünebaum.
Dienstag den 18. December, Nachmittags 1 Uhr,
werben im Saale ber Restauration B r a m m in ber Neustabt bahier nachstehend verzeichnete Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung durch den Unterzeichneten versteigert:
6 selbstspielende Musikwerke, 2 große Musikwerke für W'.rthe sich eignend, Drehorgeln, Zieharmoniks, Spieldosen und eine Partie Photographiealbums mit Spielwerk.
Die vorgenannten Gegenstände können am Versteigerungstag, Morgens von 10 bis 12 Uhr, eingesehen werden.
Gießen, den 14. December 1877.
6997) M. Pilger.
Actlgeöotenes.
Weihnachtslichter, Lichthalter
in schönster Auswahl empfiehlt (7055
__________Carl Hoffmann.
7073) Laubsägenbogen, Ahorn- Holz zum Anssägen, Werkzeugkasten empfiehlt Wilh. Seibert.
| Für Schuhmacher.
Ich habe mir unternommen, an hiesigem Platze ein Lager in allen So ten Schäftchen anzulegen und empfehle solche zu soliden Preisen.
Achtungsvoll
Karl Sack, Seltersweg 189.
7070) Wachsstöcke, Weihnachtslichter 'N Wachs, Stearin und Paraffin, Lichterhalter, sowie Christbaumverzierungen verschiedener Art, empfiehlt (7070
______C. JFr. Semmler.
Mrsieverkaus.
2 Pferde: ein schweres braunes, 12 Jahre alt, und ein Mohrin-Schimmel, 5 Jahre alt, elegant, zu verkaufen. (7060
Beconom Wagner, Gießen.
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