Ausgabe 
18.12.1877
 
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5. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die Gemeinde-Schulstelle zu St. Johann mit einem jährlichen Gehalt von 857 14 ; die vierte Knabem

Schulstelle zu Lauterbach mit einem Geholt von 942 JC. 86 ; die fünfte

Gemeinde-Schulstelle zu Mühlheim mit einem Gehalt von 942 86 H; die

erste Gemeinde-Schulstelle zu Nieder-Roden mit ei,?m Gehalt von 857 JL 14 3}; die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Hahn mit einem Gehalt von 771 «X 43 ; die vierte Gemetnde-Schulstelle zu Groß-Bieberau mit einem Gehalt von 771 43 H; die evang. Pfarrstelle zu Raunheim. Dotationsmäßiger

Gehalt 3333 ; die zweite Gemeiude-L>chulstelle zu Löhrbach mit einem Ge­

holt von 685 «X 72

Darmstadt, 15. December. Bezüglich des dem Landtage vorliegenden Gesetz-Entwurfs, betr. die höhere Besteuerung der Wanderlazer und der Waaren- Auctionen hat die Minorität des über die Vorlage referirenden Finanz-Äus- schusies sich für die Annahme derselben mit dem Zusatze ausgesprochen, daß auch den Gemeinden das Recht zur Erhebung einer Zuschlagsfteuer eingeräumi würde. Die Majorität des Finanz-Ausschusses hat sich aus Rücksichten auf die Gewerbefreiheit gegen den Gesetz Entwurf erklärt. DieHess. Landes-Ztg." 'schreibt: Die Uniform-Frage soll rasch ihrer Ordnung entgegengehen und hören wir, daß man durchgreifend aufräumen will.

Sonder-hausen, 15. December. Die General-Versammlung der Thüringer Bank nahm die Liquidation mit 12,727 von 12,732 Stimmen an.

Hesterreich.

Wien, 14. December. Der serbische Agent zu Konstantinopel, Christics, welcher heute das Telegramm mit der Kriegserklärung Serbiens an die Türkei erhielt, ist sofort von Konstantinopel abgereist, nachdem er in einer Note an den türkischen Minister des Auswärtigen die Kriegserklärung motivirt hatte. Tie türkische Deputirten-Kammer betraute Mikhalaki Effendi als Alters-Präsi­denten mit dem provisorischen Vorsitz und erklärte sodann eine Anzahl von Wahlen für gültig. Die öffentlichen Debatten beginnen in 8 Tagen. Der Sultan hat den Kindern Osman Pascha's Geschenke zugehen laffen.

Bei der Berathung des Gesetz-Entwurfs, betr. das Rekruten-Contin- flent pro 1878, beantragte Sturm im Wehrgesetz-Ausschuffe des Abgeordneten­hauses folgenden Zusatz-Artikel: Durch die Bewilligung des Contingents solle der Entscheidung über die Kriegsstärke des Heeres nach dem Jahre 1878 kei­neswegs vorgegriffen werden. Landes-Vertheidigungs-Minister Horst betonte die Nothwendigkeit der Gleichförmigkeit des Rekruten-Gesetzes in beiden Reichs­hälften ; indeß habe er nichts einzuwenden gegen den Antrag, daß die Anschauung Sturm's im Berichte Ausdruck erhalte. Hierauf wurde das Rekruten-Gesetz und der zuletzt bezeichnete Antrag vom Ausschuffe angenommen.

Pesth, 14. December. Im Unterhause beantragte die Regierung die Zustimmung zur Verlängerung des Handelsvertrags mit England. Bezüglich der orientalischen Frage wurden zwei Interpellationen angemeldet. Der Gesetz- Entwurf wegen Bewilligung des Rekruten-Contingents pro 1878 wurde ange­nommen. Demnächst trat das Haus in die Debatte über die provisorische Ver­längerung des Ausgleiches ein; morgen wird dieselbe fortgesetzt.

IranLreich.

Regierung beschloß demnach, die nichtmuhamedanische Bevölkerung in die Armee einzureihen. Das alleinige Heil des Reiches besteht in der Durchführung der Verfaffung.Wir wollen, daß die Unterthanen aller Claffen die volle Gleich­heit genießen, daß das Land der Fortschritte der modernen Cwilisation theil- hastig werde." Der Sultan legt Gewicht auf eine Reform der Finanzen, Erfüllung aller Verbindlichkeiten, gerechte Vertheilung und Erhebung der Steuern, Revision des Gerichtswesens, Reform des Systems der Bakus, Bildung der (Santone als Grundlage des Verwaltungs-Systems, endlich Reorganisation der Gendarmerie. Unglücklicher Weise verschob der Krieg die Ausführung dieser Wünsche. Zahlreiche harmlose Menschen, Weiber und Kinder wurden bar­barischen Grausamkeiten ausgesetzt. Der Sultan hofft, daß nichts fortan den regelrechten Gang der Justiz hemmen werde. Das im vorigen Jahre votirte Municipal-Gesetz gelangte bereits zur Durchführung. Neue, vom Staatsrathe ausgearbeitete Gesetzentwürfe werden den Kammern zur Berathung unterbreitet, Darunter namentlich bezüglich einer Civilproceß - Ordnung, die W ahlen, die Befugniffe Der Minister, des obersten Gerichtshofes, des Rechnungshofes. Die Kammer wird ferner Fragen, wie in Betreff eines Vilajet-Gesetzes, eines Preß­gesetzes, eines Steuergesetzes, eines Gesetzes über den Belagerungs-Zustand, welche bereits in der vorigen Session berathen wurden, der Lösung zuzuführen haben. Die Thronrede lenkt die Aufmerksamkeit des Parlaments besonders auf das Gesetz über das nächstjährige Budget. Die trotz des Krieges bereits zur Durchführung gelangten inneren Reformen seien ein Beweis der Aufrichtig­keit der Intentionen des Sultans. Durch eine freie Discussion werde das Parlament dahin gelangen, die Wahrheit in Betreff der ihm zur Prüfung unterbreiteten Fragen zu ergründen. Die Thronrede schließt mit der Versicherung, daß die Beziehungen der Türkei zu den befreundeten Mächten di e herzlichsten seien.

Rumänien.

Bukarest, 15. December. Der Czar verläßt Bukarest schon am Mon­tag Abend, nicht erst am Dienstag. Die neue Bahnlinie Sirnnitza - Frateschti wird von ihm vorher eingeweiht werden. Heute hat sich der Kaiser in das Hauptquartier des Großfürsten Thronfolgers begeben, um sich von ihm zu ver­abschieden. Der Letztere hat sich bei dem Kampfe um Metschka derartig expo- nirt, daß er von einer Kugel am Kopfe gestreift wurde. Die Fürstin von Rumänien überreichte persönlich dem Fürsten Gortschakoff das Großkreuz des rumänischen Stern-Ordens.

Serbien.

Belgrad, 14. December. Das Amtsblatt veröffentlicht fürstliche Decrete, betr. die Einführung des Belagerungs-Zustandes, des Kriegs-Zustandes, der Kriegsgerichte und der Kriegsgesetze für Freiwillige, das Standrecht, die Ver­wendung von Beamten und Geistlichen zum Kriegsdienst, die Entlastung von Staatsbeamten wegen eventueller Gesetzoerletzung und Agitation gegni den Krieg, die Suspendirung der Gemeinde-Autonomie, die Gewährung von Staats- hülfe für die Familien von gefallenen Soldaten und Freiwilligen; Einführung eines Moratoriums lediglich zu Gunsten der auf dem Kriegsschauplatz befind- lichen Krieger, Regelung des Feldpost- und Telegraphen - Wesens für ganz

Serbien.

Versailles, 15. December. Die Kammer votirte zwei Zwölftel des Budgets und die vier direkten Steuern. Die Bonapartisten und Legitimisten erklärten vorher, daß ste für die Bewilligung stimmen würden, daß aber darin feine Vertrauens-Erklärung für das Ministerium liege.

England.

London, 15. December. Lord Derby unterbreitete gestern dem Cabinets Rathe eine von der Pforte erlastene Circular-Note, worin sich dieselbe bereit erklärt, die Mediation der europäischen Mächte anzunehmen. Die Note weist auf die Gewährung der Constitution durch den Sultan hin und fährt bann fort : da die Waffenehre der beiden Theile reichlich befriedigt sei, warum solle da noch der beiderseits verderbliche Krieg fortgesetzt werden? Europa könnte jetzt mit Nutzen interveniren, da die Pforte bereit sei, einen Vergleich zu schließen. Die Türkei sei mit ihren Hülssquellen noch nicht zu Ende und werde füc ihre Unabhängigkeit und Integrität Alles opfern, wünsche jedoch dem Blut­vergießen ein Ende zu machen und rufe den Gerechtigkeitssinn der Groß­mächte an.

London, 15. December.Reuter's Bureau" meldet aus Washington, daß der Congreß sich bis nach Weihnachten vertagt hat, ohne in der Silber­frage einen Beschluß zu fasten.

London, 14. December, Abends. DasReuter'sche Bureau" meldet aus Konstantinopel: Im Libanon herrscht lebhafte Erregung; man verweigert die Absendung des Truppen-Contingents für die Pforte, weil das Libanon-Land unter dem Protektorat Europas stehe, und lehnt aus gleichem Grunde die Be­schickung des türkischen Parlaments durch Deputirte ab.

Belgien.

Brüssel, 15. December. DerNord" spricht die Besorgniß aus, daß das Gesuch der Pforte um Mediation nicht aufrichtig gemeint sei und sich da- hinter die Hoffnung verberge, Uneinigkeit zwischen den Mächten hervorzurufen. Es sei unmöglich, auf der von der Pforte bezeichneten Basis zu verhandeln. Die Illusionen der Pforte über etwaige Uneinigkeiten zwischen den europäischen Mächten würden alsbald zerstört werden.

Türkei.

Konstantinopel, 13. December. Die bei der heutigen Eröffnung des Parlaments gesproßene Thronrede erinnert zunächst an die Kriegs - Erklärung Rußlands und an die Insurrektion eines Theiles der Unterthanen, ungeachtet der Allen zugestandenen Gleichheit, und fährt dann fort: Die ohne berechtigten Grund erlassene Kriegs-Erklärung der Fürstenthümer Moldau-Walachei hat die Schwierigkeiten noch vergrößert, doch hat sich daß Land kraftvoll vertheidigt. Alle Ottomanen gaben Beweise' von großem Patriotismus. Ich appellire neuerdings an die Vaterlandsliebe und die Mitwirkung meiner Völker zur Ver- theidigunz ihrer Rechte; die Bildung der Bürgergarde ist bald vollzogen, die nichtmuhamedanischen Unterthanen haben den Wunsch kundgegeben, an der Ver- theidigung des Landes theilzunehmen. Nachdem die Constitution allen Unter- thanen gleiche Rechte gegeben und gleiche Pflichten auferlegt hat, war es

Vermischtes.

Mainz, 10. Dec. Der Etgenthümer eines großen Zimmer-Aquar ums hatte es vorgestern Abend unterlassen, den Hahn für den im Aquarium befindlichen epttaj; brunnen zu schließen. Wie groß war daher gestern Morgen das Erstauuen der ganzen Familie, als in dem Wohnzimmer das Wasser beinahe einen Zoll gestiegen und sich

Griechenland.

Athen, 14. December. Apokorona auf der Insel Kreta hat seine Un­abhängigkeit proclamirt.

Lokal-Stotiz.

Gießen, 18. Dec. Wir lassen nachstehend das Protocoll der Stadtverordneten- sttzung vom 13. December folgen:

1. Die von der Markt-Commission gemachten Vorschläge bezüglich der Fest­setzung der Tage für Abhaltung der hiesigen Vieh' und Krämermärkte pro 1879 wur­den genehmigt- Hiernach werden 9 Viehmärkte auf Dienstag den 21. Januar, 18. Febr., 4 März, 1. April, 6. Mai, 29. Juli, 26. August, 4. November und 16. December und auf folgende Tage, nämlich jedesmal Dienstags und Mittwochs den 18. und 19. März, 22. u. 23. April, 20. u. 21. Mai, 24. u. 25. Juni, 15. u. 16. Juli, 12. u. 13. August, 9. u. 10. Seplbr., 30. Septbr. u. 1. October, 21. u. 22. Oktober, 18. u. 19. November sowie 2. u. 3. December Vieh- und Krämermärkte abgehalten.

2. In Betreff des Antrags wegen Erhebung der hiesigen Realschule zu einer Realschule 1. Ordnung ist beschlossen worden, außer oem vorliegenden diesen Gegen­stand behandelnden Material auch noch den Herrn Realschuldirector vr. Stein um Abgabe seines Gutachtens zu ersuchen und denselben erst dann zur definitiven Beschluß­fassung zu bringen, wenn das gesammelte Gesammtmaterial bei den Mstglicdern des Stadtvorstandes zur Einsicht ctrculirt haben wird.

3. Der Voranschlag über die Bedürfnisse der hiesigen Realschule für da« Jahr 1878, in welchem sich die Einnahmen und Ausgaben auf 38,650 berechnen, wurde genehmigt. Verhandlungen in Betreff der vollständigen Verbindung der hiesigen Vorschule mit der Realschule sollen ausgesetzt bleiben, dis wegen Erhebung der Real­schule dahier zu einer Realschule 1. Ordnung Entscheidung vorliegt.

5. Ein Gesuch um Erlaß von Schulgeld fand keine Berücksichtigung.

6. Wegen des Gesuchs der Firma Gebr. Kauffmann um Erlaudnitz zur Er- Hauung eines Wohnhauses bei ihren Fabrikgebäuden an der Marburgerstraße ist sich befürwortend ausgesprochen worden, ebenso wegen des Gesuchs von Herrn Bauaufseher Schmidt wegen Erbauung einer Waschküche bet seiner Wohnung am Krofd.rfer Weg.

7. Beschlußfaffung wegen des Gesuchs von Herrn Schretnermelster Christoph Hofmann, welcher an seinem Hause an der Kaplansgasse Aenderungen vornehmen und namentlich einen dritten Stock auf dasselbe aufführen will, wurde bis zur nächsten Sitzung au^gescht.^ Kaiserlichen Postamts Gießen um Erlaubniß zum Anbrtngen zweier Tritte vor dem Postgebäude in der Bahnhofsstraße ist der Baudeputation zur Begutachtung überwiesen worden.

9. Genehmigt wurde der vorgelegte Vertrag wegen Benutzung von fiscalischem Waldgelände durch di- Stadt bei den Wasserleitungsarb-ilen. Rnhnrmrb

10. Dem mit Philipp Salier UI. oon Rödgen abg-,chl°»-nen Handaccord für die Anfertigung von weiteren 3000 lfde. Meter B-wäsf-rung«gribch-n für den Preis der schon ersteigerten, wird Genehmigung erthcilt. ~

11. Die zu 2000 jl berechneten Kosten für Pflasterung von TrottoirS auf dem Seltersberg sollen in das 1878er Budget ausgenommen werden. -

12. Zum Zwecke der Beseitigung des durch daS Rangiren üb r die Kratze aus dem Seltersberg bestehenden Uebelstandes soll der Landtagsabgeordnete der L>taHt Gießen Herr Hofg.-Advocat Hirschhorn ersucht werden, En .^er lhm geeignet scheinen­den Weise für die Herstellung einer Fußgängerbrücke über die Oberhessische Eisenbahn daselbst zu waken. __- ;

natürlich, daß die Nichtmuhamedaner zum Militärdienste herangezvgen wurden, Familie, als in dem Wohnzimmer das Wasser beinahe einen Zoll gestiegen und sich welcher die größte der Pflichten und die Grundlage der Gleichheit bildet. Diein demselben Frösche, Salamander, Schildkröten, Fische, Schnecken rc. lustig umher-

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