Ausgabe 
18.11.1877
 
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Wien, 15. November, die eventuelle Action Serbiens

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In einem Artikel desFremdenblatt", welcher bespricht, wird wiederholt in nachdrücklichster Serbien unter keiner Bedingung darauf rechnen

«Wil vter^chrltch 3 M 80 Pf. mit »rtngerlohn.

Durch die Post de-ogen vi«teljthrlich 3 »ark LO Pf.

Eingesandt.

Gießen, 17. Nov. Mit Reckt bewegt die vorstehende Ergänzungswahl der Stadt­verordneten die Gemüther der sonst nicht sehr heißblütigen Bewohner Gießens, es regen sich Vereine wie einzelne Personen zur Discuision über die hohe Bedeutung dieser Wahl und wäre nur zu wünschen, daß aus dem bis jetzt so unerfreulichen Getriebe sich ein guter, reiner Guß gestalten möae.

Jeder zum öffentlichen Wahlact berufener Bürger sollte dieses Recht als eine höchste Pflicht betrachten, nicht nach Leidenschaft und Gunst, sondern nach treuer, ernster Erwägung seine Entschließungen treffen. Daß in der Verwaltung einer in so rascher Entwicklung begriffenen Stadt wie Gießen, Mißgriffe und Mangelhaftigkeiten Vor­kommen, ist keine neue Erfahrung, allein der Grund liegt mehr in den sich überstürzen­den Verhältnissen, als an dem Mangel an gutem Willen oder Derftändniß der Stadt­verordneten. Deßhalb sollte man doch rücksichtsvoller in der Kritik der seitherigen städtischen Verwaltung sein, sie nicht in so schonungsloser Weise ausüben, vielmehr dem redlichen Willen anerkannter Ehrenmänner die vielen Schwierigkeiten und Hemmnisse gegenüberft^llen und wir weroen bescheiden in unseren Busen greifen.

Mit der Höhe der Anforderung an unsere Stadtverordneten gestaltet sich aber auch die ernste Arbeit in der Auswahl der hierzu befähigten characterfesten Männer. Diese Frage muß in ruhiger, maßvoller Weise discutirt werden, man sucht Be­lehrung und Verständigung, läßt sich aber nicht durch Partheib-schluß beherrschen.

Der orientalische Krieg.

Petersburg, 15. November. Eine Depesche desGolos" aus Weren- Kaleh vom 14. Novbr. meldet: Von dem Detachement des Generals Hey- mann wird berichtet, daß die russischen Truppen Erzerum belagern. Im Vilayet Erzerums wird die russische Verwaltung eingeführt. General Schel- kowntkoff wurde zum Militär-Gouverneur des Bezirks von Erzerum ernannt.

Petersburg, 15. November. ImRegier.-Boten" wird folgende Meldung Nelidofffs an Fürst Gortschakoff vom 6. d. veröffentlicht: Von den bei Telisch gefangenen vier Ausländern waren drei englischer und der vierte französischer Nationalität, letzterer aus Pera. Von den Engländern dienten zwei den Zwecken des rothen Kreuzes. Nach einer beigefügten Copie des Pro­tokolls vom 31. Octbr. bestätigen die drei Engländer, daß auf dem Schlacht­felde von Telisch russische Leichen barbarisch verstümmelt gefunden worden sind, und zwar 6 davon enthauptet, mehrere andere ohne Ohren und Nasen, und 2 entsetzlich verbrannt. Für den verstorbenen Feldmarschall Graf Wrangel ist eine dreitägige Trauer bei allen russischen Land-Truppen vom Kaiser angeordnet.

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Gchulstr.ße, Ltt. B. Nr.

Deutschland.

Berlin, 15. November. Abgeordnetenhaus. Eingegangen ist der Gesetz- Entwurf, betr. die Ausführung der Reichs - Justiz-Gesetze. In der heutigen Sitzung brachte Richter die Interpellation Seitens der Fortschritts-Partei über die Verwendung des Wrlfen-Fonds ein. Bei Fortsetzung der Berathung des Justiz-Etats erhob v. Ludwig Beschwerde darüber, daß die Staatsanwälte Legionen politischer Verfolgungen einleiteten, andererseits aber gegen den Grün­dungsschwindel nicht energisch genug vorgingen. Regierungs-Commiffär v. Glau- bitz nahm die Staatsanwälte hiergegen in Schutz. Wächter beklagte, daß Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft erhoben würden, welche man nicht be­weisen könne und in dieser Form das Ansehen der Organe des Staates und der Gerichte untergrüben. Im Fortgänge der Debatte wurde von Hancke con- statirt, daß Seitens des Justizministers kein Erlaß ergangen sei, gegen die Gründer nachsichtiger vorzugehen. Regierungs-Commiffär Rindfleisch protesttrte gegen den Vorwurf angeblicher Versolgungssucht der Staatsanwälte und wies nach, daß die Zahl der Freisprechungen bei politischen Proceffen 1875 18 pCt., 1876 nur 171/3 pCt. betrug. Titel 3 des Etats wurde hieraus bewilligt. Bei Capitel 76 des Etats (Appellations-Gerichte) forderten Magdzinski und Wetzki die Reorganisation des Dolmetscherwesens, welche vom Regierungs- Commiffär Rindfleisch auch zugesagt wurde. Bei Capitel 79 (Gerichte erster Instanz) motivirte Kremer die Art und Weise der Gefangenen-Beschäftigung und rügte verschiedene Mißstände im Gefängniß am Plötzensee. Darauf wurden die übrigen Abschnitte des Justiz-Etats ohne Debatte genehmigt. Es folgte die Berathung des landwirthschaftlichen Ministeriums. Bernhard erhob die Forderung einer befferen Vertretung der Forstwiffenschasten im Landes-Oecono- mie-Collegtum. Minister Friedenthal bezeichnete dieses Collegium als technischen Beirath, der als solcher unentbehrlich sei. v. Benda äußerte: er würde dem deutschen Landwirthschasts-Rath vor dem Landes Oeconomie-Collegium den Vor­zug geben. Der Minister erwiderte: eine Vereinigung dieser beiden Körper­schaften werde angestrebt. Krech fragte an, ob eine Vorlage wegen Erzielung eines wirksamen Renten-Ablösungs-Verfahrens zu erwarten sei. Der Minister antwortete verneinend. Nach Erledigung des Capitel 105 der Ausgaben ver-

Crftes Blatt. Sonntag, den 18. November

gehen lasten, ohne denselben abweisen zu können? Der Minister erinnert an die Versaffung als Resultat einer Transacton. Die Republikaner bewunderten die darin aufgenommenen conservativen Garantien, von denen sie heute nichts wtsten wollen. Er erinnert an die Gefahr des Radicalismus, auf die L6on Renault selber zuerst aufmerksam gemacht habe; an das Programm des demo- kratisch-socialistischen Comit6s des Departements Seine und weist die Enquete als einen Eingriff in die Rechte des Senats, der richterlichen und der Executiv- Gcwalt zurück. Fourtou coustatirt, daß die Wahlen Frankreich in zwei fast gleiche Fraktionen getheilt haben. Anstatt zu suchen, die eine durch die andere zu unterdrücken, muffe man ein gemeinsames Band suchen, das sie verbinde. Man habe sich den Wählern vorgesteüt im Namen der bedrohten Verfassung, des in Frage gestellten Friedens, der modernen Freiheit und der bürgerlichen Gesellschaft. Aber wenn die Opposition blos bas verlangt, so hat sie keine Gegner. Wenn sie anderes verlangt, so hat sie kein Mandat dazu. Indem die Wähler für die Opposition stimmten, glaubten sie nicht gegen den Marschall zu stimmen. Frankreich will eine Negierung der Ordnung, des Friedens, der Beständigkeit unter dem Schutze des ruhmreichen Namens, der eine Garantie für seine Zukunft ist, von dem das ganze Land verlangt, daß es ohne Proro- cationen und ohne Gesährdungen bleibe! Ohne Unterwerfung und ohne De­mission I Aus dem gesellschaftlichen Posten, wo er ist, wird er bleiben! (Bei­fall auf der Rechten). Jules Ferry antwortet dem Minister Fourtou. Er sage: Ter Minister bestätigt, daß die Republikaner Recht hatten, wenn sie die Republik bedroht glaubten. Durch eine klerikale Republik halte das Aus­land seine Interessen für bedroht. Man habe einen Allianz-Vertrag zwischen Italien und Deutschland in Abrede gestellt. Aber wenn auch der Vertrag nicht existire, das Einverständniß sei vorbereitet für den Fall des Triumphes des Klerikalismus. Duc Tecazes ruft: Diese Behauptung ist aller Wahrheit zu­wider. Jules Ferry- zählt die Acte der Pression Seitens der Regierung auf und führt dann aus, daß die Theorie, wonach zwei der Staatsgewalten gegen die dritte Recht hätten, unannehmbar sei. Er schließt mit dem Worte:Frank­reich würde keine zweite Auflösung hinnehmen." Die Sitzung schließt nach leb­haften persönlichen Bemerkungen zwischen Target, Mitchell und Gambetta Morgen wird Broglte sprechen.

Versailles, 15. November. Der Senat hat heute die Candidaten der vereinigten Rechten: General Chabaud-Latour, Lucien Brun, Grandperret und Gresulhe, zn Senatoren auf Lebenszeit gewählt.

Amerika.

Washington, 15. November. Laut Bericht des landwirthschaftlichen Bureaus war der Stand der Baumwollen-Pflanze Anfangs November 5 pCr. unter dem Stand von 1876.

Araskreich.

Pari-, 15. November. DieRäpublique fran<?aife" bespricht die gestrige Kammer-Debatte und spricht die Erwartung aus, daß das Land, wenn es sehen werde, wohin man cs führe, sich erheben werde, um alle Diejenigen zu zer­malmen welche mit seinen Geschicken ei» freventliches Spiel treiben wollten. _ Der Kriegsministcr ordnete an, daß die Infanterie-Compagnien, welche in den neuen noch unfertigen Forts um Paris detachirt sind, zu ihren Regimentern zurückkehren und durch Detachements Genie-Truppen ersetzt werden. Diese Detachements sind aus dem bisher in Versailles garnisonirenden Genic-Regi- mente gebildet, weßhalb He Maßregel von den republikanischen Organen mit der Ersetzung des Generals Villers durch den General Garnier in dem Commando zu Versailles in Verbindung gebracht wird.

Versailles, 14. November. Deputtrten-Kammer. Der Minister des Innern, Fourtou, sagt: Das Princip der Einmischung der Regierung in den Wahlkampf ist von jeher von der Opposition bestritten und stets von den Man­nern im Besitze der Regierungs-Gewalt ausgeübt worden. Sie wurde verthei- diqt von Casimir Perier, Montavilet, Jules Simon und praktisch ausgeubt von Ledru Rollin und der Regierung vom 4. Mai. Der Minister erinnert an die Depeschen Gambetta's, welche den Präfekten befahlen, zu interveniren, und fügt hinzu: Wenn die Presse der vereinigten Linken, wenn die Opposition systematisch die Angriffe und die Schmähungen organisirt, soll die Negierung, die ausübende Gewalt., ihre Rüstung ablegen und jeden Ansturm über sich er-

ternte sich daö Haus.

Köln, 15. November. Einem Telegramme derKöln. Ztg." aus Rom vom 14. d. zufolge würde im nächsten Consistortum die Ernennung von fünf Cardinälen erfolgen, welche, sämmtlich italienischer Nationalität, der unver­söhnlichen Richtung angehören sollen, darunter der Nuntius in Paris Msg.

Weise darauf hingewiesen, daß

könne, seine ehrgeizigen Aspirationen auf bosnische Gebietstheile erfüllt zu sehen. Rußland, bei Abschluß des Friedens vor die Wahl zwischen Oesterreich und Ser- bien gestellt, werde keinen Augenblick zögern, sich für Oesterreich zu entscheiden. Nur wenn durch Serbiens Eintritt in die Action ein fait accompli geschaffen werde, welches unmittelbar österreichische Interessen verletze, müßte die Monarchie ihre beobachtende Stellung aufgeben. Die Eroberungen des Fürsten von Mon­tenegro in Albanien griffen nicht unmittelbar in Oesterreichs Jnterefsen-Sphäre ein. Alle Erfolge der Russen, Rumänen, Serben und Montenegriner bildeten kein Präjudiz für die definitive Neugestaltung, über welche ganz Europa

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