Ausgabe 
18.8.1877
 
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JWo. 190. Samstag, den 18. August 1875.

Kießcner Mnzeiger

Anzeige- uub Amtsdlck für den Kreis Gießen.

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Deutschland.

Darmstadt, 15. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht:

Am 3. August den Oberbaurath Eduard Renner zum ersten Regierungs- Commissär bei der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft, den Ministerialrath im Ministerium des Innern, August Weber, zum zweiten Regierungs-Commisiär bei der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft und juristischen Beirath zu ernennen. Ferner: am 3. August den seitherigen Regierungs-Commisiär bei der Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft, August Eickemeyer, unter Anerkennung seiner geleisteten ersprießlichen Dienste temporär und am 6. August den Ver­walter und Rechner bei der Hauptstempel-Verwaltung, Steuerrath Karl Wilhelm Pabst, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treu ge­leisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen.

Mainz, 14. August. Das Denkmal für Bischof Ketteler soll nach Be­schluß des diesbezüglichen Comitös an keinem öffentlichen Orte, sondern im Dom errichtet werden.

Mainz, 15. August. Das Local -Comitd für den hier am 28., 29. und 30. September im Akademie - Saal des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses tagenden 6. Altkatholcken - Congreß veröffentlicht soeben einen von 21 Männern unterzeichnetenAufruf."In keiner anderen Stadt des Reiches", heißt es in dem Aufruf,könnte es von gleicher Wichtigkeit und Bedeutung sein, daß aus katholischem Glaubens-Bewußtsein und nationalem Selbstgefühl heraus ein lauter und lebendiger Gesammt-Protest erfolge gegen jene Kirchenpolitik, welche dem Macbtgebot und Wohlgefallen des römischen Bischofs deutsches Wesen und kirchliche Freiheit opfert. Der Aufruf ist außer von einer Anzahl Mainzer und Wiesbadener Förderer der katholischen Reformbewegung auch von den Herren Landtags-Abgeordneten Stephan in Heßloch, Universitäts-Professor Dr. Lutterbeck in Gießen und Stadtverordneten M. Weil in Offenbach, unterzeichnet.

Berlin, 15. August. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Der tür­kische Botschafter hterselbst hat mitgetheilt, daß außerhalb der Türkei falsches türkisches Papiergeld angefertigt und nach der Türkei eingeführt werde. Der Botschafter hat den Reichskanzler ersucbt. oie Aufmerksamkeit der Behörden auf die Möglichkeit zu lenken, daß solche gefälschten Werthzeichen auch in Deutschland angefertigt werden. In Folge der Mittheilung des Reichskanzlers hat der Minister des Innern die preußischen Behörden aufgefordert, ihre bezüg­lichen Nachforschungen aus die Herstellung sowohl falscher türkischer Papiergeld- Zeichen, als auch türkischer Gold- und Silbermünzen zu erstrecken."

Das Regiment, welches Kaiser Wilhelm vor seiner Abreise aus Ischl dem Kronprinzen Rudolf von Oesterreich verliehen hat, ist nach derMagd. Zeitung" das 2. Brandenburgische Ulanen-Regiment Nr. 11, welches in Perle­berg garnisonirt.

Berlin, 15. August. DerKreuz-Ztg." zufolge hat stch die Prinzessin Elisabeth, die zweite Tochter des Prinzen Friedrich Karl, mit dem Erb-Groß­herzog von Oldenburg verlobt.

Berlin, 16. August. Der bisherige Dirigent der ersten Abtheilung des hiesigen Polizei-Präsidiums, v. Hertzberg, ist zum Regierungs-Präsidenten in Oppeln ernannt.

AraaLreich.

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den müsien.Das ist nicht der Fall", sagt das Blatt,weil die Kräfte, welche sie geltend machen können, weniger mächtig sind, als damals, sondern weil es nicht länger in ihrer Macht steht, zu entscheiden, ob Europa Krieg haben soll oder Frieden. . . . Die beiden Kaiser könnten den Krieg nur zu einem Ende bringen , wenn sie mit bewaffneter Einmischung drohen würden, und so lange geglaubt wird, weder Oesterreich noch Deutschland hätten die Absicht, für oder gegen Rußland aufzutreten, ist der Einfluß, welchen sie auf den Ausgang des Feldzugs ausüben können, in Wirklichkeit nicht größer als der Belgiens und der Schweiz." Es werde häufig behauptet, daß die letzte Entscheidung über die Friedensbedingungen in der Hand Oesterreichs liege. Das sei indeß nur der Fall, wenn jener Staat zu den Waffen greifen wolle, falls die Noth es erheischen sollte. Dazu sei indeß wenig Aussicht. Deutschland wolle augen­scheinlich strengste Neutralität bewahren und beeinflusse so Oesterreich in gleicher Weise. Aber auch abgesehen davon lasie der Nationalitätenzwist des Doppel­staates eine entschiedene Parteinahme für einen der beiden Kämpfenden nicht zu. So stehtObserver" denn nicht ab, wie Rußland verhindert werden sollte, den Krieg bis zum bitteren Ende zu führen. Alle taktischen Siege der Türken, wie sie bisher erfochten, so schließt er, würden die schließliche Niederlage nich^ ab­halten können, sie könnten nur eine Verlängerung des Krieges bis in das nächste Jahr bewirken.

London, 16. August. Die in der letzten Parlaments-Sitzung vorge­legten diplomatischen Correspondenzen in der Orient-Frage reichen vom 14. bis zum 30. Juli. Ein großer Theil betrifft die Grausamkeiten der Kriegführenden. Eine Depesche des Lord Loftus an Lord Derby vom 31. Juli berichtet über eine Unterredung mit dem Fürsten Gortschakoff, welcher sagte, die russische Re­gierung betrachte die Unabhängigkeits - Erklärung Rumäniens als eine de facto und nicht de jure vollendete Thatsache. Man müsse die Frage im Einverneh­men mit den europäischen Mächten später verhandeln. Oesterreich ist gleicher Ansicht. Bezüglich Serbiens habe der Czar der serbischen Regierung den klaren Wunsch ausgesprochen, Serbien möge vollständig passiv bleiben.

Ein Erlaß des Geheimenraths verbietet die Einfuhr der Blätter und Stiele der Kartoffel-Pflanze aus den Vereinigten Staaten, Canada und Deutsch­land in Großbritannien vom 31. August an.

Spanien.

Madrid, 15. August. In Folge der Entdeckung einer republikanischen Verschwörung, welcher jedoch keinerlei Bedeutung beizumeffen ist, wurden in Madrid und der Provinz mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Griechenland.

Athen, 14. August. Das Cabtnet beschloß Rüstungen zur See zu treffen und genehmigte den vom General-Secretär Palascas ausgearbeiteten daraus bezüglichen Special-Plan. Das Ministerium wird einen außerordent- ichen Credtt von 30 Mill. Drachmen verlangen.

Amerika.

New-Bork, 15. August. Zufolge Meldung der Blätter aus Gal- veston erzwangen mexikanische Marodeurs in der Stadt Rio Grande den Zu­tritt in das Gesängmß; sie schossen den Richter und die Wächter nieder und befreiten zwei Gefangene. Dann kehrten sie über den Rio Grande zurück, ohne von den sie verfolgenden Bundes-Trupven erreicht zu werden.

Paris, 15. August. Heute wurde der Arbeiter Guillemain, der unlängst im Wagen durch die Straßen von Paris zog und ries:Napoleon IV. lebe hoch I" zu drei Tagen Gefängntß verurtheilt. Als dem Verurtheilten der Spruch verkündigt wurde, erhob er seinen Ruf aufis Neue und wurde dafür unver­züglich zu zwei Monaten verurtheilt.

Paris, 15. August. Aus Anlaß des Napoleons-Tages wurde heute in der Kirche St. Augustin eine feierliche Messe gehalten, welche von Bonapar- tisten zahlreich besucht war.

Paris, 15. August. Midhat Pascha traf diesen Morgen in Paris ein und reist morgen früh um 6 Uhr nach London weiter.

Knglaud

London, 15. August. Die meisten Morgenblätter fasten die Botschaft der Königin in einem der Erhaltung des Friedens günstigen Sinne auf. Zu­gleich wird derselben die Bedeutung beigelegt, daß sie Earl Beaconsfields Politik der bedingten Neutralität adoptire.Standard" meint, der empha­tische Ton der Botschaft laste auf eine größere Einigkeit im Cabinet schließen. Earl Beaconsfield und Lord Derby werden London und seine Umgebung während des Herbstes nicht verkästen. Das Cabtnet wird in Kurzem wieder zu einer Sitzung zusammentreten. Der nationale Verein zur Pflege verwun­deter Krieger beschloß, auch den montenegrinischen Verwundeten Beistand zu leisten.

London, 15. August. Die Kaiser-Zusammenkunft in Ischl hat, wie derObserver" meint, weniger Aufmerksamkeit gefunden, als ihr vor wenigen Monaten, bevor der Orientkrieg thatsüchlich ausgebrochen, hätte zu Theil wer-

Der orientalische Krieg.

Pesth, 14. August. Der deutsche Frauenverein wird ein Hospital mit rothem Halbmond errichten- Die Rusten haben Bazardschik geräumt, wo Hassan Pascha einrückte. Gestern sollen die Türken in einer Schlacht bei Rasgrad fünf Kanonen genommen haben.

Konstantinopel, 15. August. Eine von der Negierung veröffent­lichte Mittheilung constatirt, daß die Rusten Jenitzagra, Eskisagra, Kasanlyk und die übrigen von ihnen besetzten Ortschaften diesseits des Balkans geräumt

haben.

Petersburg, 15. August. DerRufs. Jnval." erklärt die Nachrichten ausländischer Zeitungen über die Mobilisirung der gesammten russischen Armee für vollständig unbegründet. Mit Ausnahme eines Theiles der Garde und der Armee, deren Mobilisirung bereits früher in Aussicht genommen wurde, wird die übrige Armee nicht mobilisirt. Keine einzige Compagnie hat ihre Garnison

verändert. .. . ,a

Paris, 15. August. Wie der8i6ette" aus Larna gemeldet ®htt, ist Prinz Hastan mit 30,000 Mann im Anmarsche gegen den russischen General Zimmermann, Hessen Corps geschwächt ist. _

Wien, 15. August. Meldungen desTageblatts" Osman-Bazar, 14. August. Die Russen haben ungehindert bei Phrgos nächst Rustschut e n Brücke errichtet. Varna, 14. August. Mehemed Muchli Bey beichte nut einem Theil der Truppen Suleiman Pascha's Starareka, nördlich des Balkans. Su­leiman Pascha marschirt ebenfalls nordwärts.

London, 15. August.Reuters Bureau" meldet aus Konstanttnopel