Ausgabe 
17.11.1877
 
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nur Liberale und auch nicht ein einziges ultramontanes Mitglied besitzt. Hoffent­lich wird man nundraußen im Reiche", wo man Trier nur als die Stadt desheiligen Rocks"4ind alsReichstag-Wahlkreis Majunkes" zu bezeichnen pstegt, über die Gesinnung unserer Bürgerschaft anderer Ansicht werden. Das Ergebniß der diesmaligeniStadtverordneten-Wahl ist auch darum so bemerkens- werth, weil die Majorität unserer Wählerschaft, die fast durchweg katholisch ist, das Treiben einer extremen Partei durch ihre Abstimmung auf's Schärfste ge.nißbilligt hat."

ArairLreich.

Paris, 13. November. Die Truppen in Paris und Versailles waren heute consignirt. DerMoniteur" schreibt, die Regierung beabsichtige die Resolution Albert Grevy's, falls dieselbe von der Deputaten Kammer angenom­men-würde,-vor den Senat zu bringen, weil die Kammer damit ihre constitu- tionellen Befugniffe überschritten hätte. DemTemps" zufolge hätte Bocher, der-Führer der constitutionellen Gruppe des Senats, die Ansicht verlauten lasten, daß ein Ministerium aus der republikanischen Majorität gebildet werde.

Paris, 14. November. Der aus Lebenszeit ernannte Senator, granclieu, Legitimist, ist gestorben.

Paris, 15. November. DieAgence Havas" meldet unterm Heutigen: Die constltutionelle Gruppe des Senats weigert sich, mit den Gruppen ter Linken über die Wahl von lebenslänglichen Senatoren in Verhandlungen zu treten.

AtaNru

Rom, 14. November. DieItalia" ist ermächtigt, die Nachricht zu dementiren, daß nach dem Rücktritte des Ministers Zanardellt Meinungs-Ver­schiedenheiten im Cabinete zu Tage getreten seien. Das Blatt sagt: Das Cabinet war niemals einiger, als eben jetzt.

Die Debatte des Abgeordnetenhauses wird wahrscheinlich auf morgen vertagt. Man erwartet eine Rede Rouher's. Das Cabinet beabsichtigt ein Veto des Senats gegen die Kammer-Enquete als Vertrauens-Votum zu bean­tragen ; des Marschalls Rücktritt ist im Weigerungs-Falle beschlosten.

Spanien.

Madrid, 14. November. Ein königliches Decret ordnet an, daß die basklschen Provinzen künftig directe Steuern, wie das übrige Spanien zahlen.__

Der orientalische Krieg.

Konstantinopel, 13. November. Laut amtlicher Kundmachung wer den die Ruhestörer, welche, wie jüngst geschehen, die Mitglieder der Regierung in Mauer-Anschlägen angreifen, mit den schwersten kriegsgerichtlich zu verhän­genden Strafen bedroht. Türkische Journale melden: Nachdem die Rusten in der Richtung von Berkowatz vorgegangen seien, wahrscheinlich um sich mit den serbischen Truppen zu vereinigen, sei Mehemed Ali von Sofia gegen die­selben aufgebrochen, und es sei ihm gelungen, ihrem Vordringen baldigst Ein­halt zu thun.

Gestern und vorgestern fanden bei Silistria bedeutende Vorposten- Gefechte statt.

Belgrad, 13. November. Ein fürstliches Decret verlängerte^gestern das abgelaufene Staats-Budget bis zur Einberufung der diesjährigen Skupsch- tina, d. h. bis längstens Ende December 1877.

Petersburg, 13. November. Officiell wird vom Kaukasus unterm 10. d. gemeldet: Am 31. October begannen die feindlichen Kabuleter ein Ge­plänkel mit der russischen Druschina, welche bei den Kakutski'schen Posten stand. Die Kabuleter wurden bald umgangen und durch das Bayonnet aus ihren Positionen vertrieben. Am 6. und 7. d. eröffneten wir von Muhästate aus ein Artilleriefeuer gegen Katzubani, um die Kräfte und die Disposition des Feindes zu ergründen. Es stellte sich heraus, daß die Türken in der Ver- thetdigtmg ihrer Position nicht geschwächt waren und dieselbe durch Artillerie und Jnfänterie stark besetzt hielten. Der Verlust der Rusten war: 1 Officier verwundet, 8 Todte, 33 Verwundete, 5 Eontusionirte, unter letzteren Oberst Kasbek.

Petersburg, 14. November. Officiell wird aus Weren-Kaleh vom 12. d. gemeldet: In der Nacht auf den 9. Novbr. rückte General Heymann auf dem Dewe-Boyun gegen Erzerum vor. In Folge der nächtlichen Finsterniß verirrten sich die Colonnen und erreichten nicht die bestimmten Punkte. Die Vorhut einer Colonne, aus 3 Bataillonen des Baka'schen Regiments bestehend, drang aber in die Befestigung Azizie em und bemächtigte sich derselben, indem sie die Besatzung zum Thnl niedermetzelte, zum Theil gefangen nahm. Gefan­gen sind 19 Officiere und 540 Soldaten. Bei der Morgen-Dämmerung ver­ließ die Vorhut die Befestigung wieder, da bedeutende Masten türkischer Trup­pen sich nähertet Die Gefangenen wurden mitgenommen. Der russische Verlust beträgt 32 todte, verwundete und contusionirte Officiere und 600 Sol­daten. Genauen Nachrichten zufolge erbeuteten die Rusten im Kampfe auf Dewe-Boyun 36 Geschütze.

Petersburg, 14. November. Amtlich wird aus Bogot, 13. Novbr., berichtet: Das Detachement des Großsürsten-Thronsolgers hatte nur Vorposten- Gefechte zu bestehen. Am 11. d. griffen die Türken in der Stärke von 3 Ta­bors und 7 Escadrons Polornirza und Omurkivi an, zogen sich jedoch nach einigen Kanonenschüssen zurück. Die Türken gegenüber Kalarasch sichern sich sorgfältig durch Anlegung von Befestigungen. In der Nacht vom 11. zum 12. d. haben die Rumänen ohne Verlust die Anhöhe vor Bivoular, auch Su- zurluk genannt, auf der Linie Dolny-Petropol, gegenüber dem Ogonetza.Berge gelegen, besetzt und errichten gegenwärtig daselbst neue Batterien.

Wien , 14. November. Nachrichten aus Pesth zufolge steht die Action

der Serben unmittelbar bevor. Wie verlautet, verfügt Mehemed Alt bereits über 40,000 Mann und erhält weitere Zuzüge von den im Schipka Piff? be­findlichen Gruppen. Gleichwohl ist er schwach gegen die Rusten, insbesondere wenn die Serben mit diesen Zusammenwirken. Wie aus Bukarest gemeldet wird, hat das allgemeine Bombardement gegen Plewna begonnen. Die Rusten erwarten täglich einen Durchbruchs-Versuch von Seiten Osman Pascha's.

Wien, 14. November. DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest von heute: Vorgestern Nacht soll es in der Nähe der zuletzt von General Skobeleff genommenen Positionen zu neuen Kämpfen gekommen sein. General Skobeleff habe die anderen nächst demGrünen Berge", links von Radischewo befindlichen türkischen Positionen genommen. Seit vorgestern wurden im russi­schen Hauptquartiere Anzeichen einer Bewegung innerhalb Plewnas bemerkt, wonach Osman Pascha Vorbereitungen zu einem Durchbruch zu treffen scheine. Ein großer russischer Artilleriepark hat, auf dem Wege nach Bulgarien, vorgestern Bukarest passirt.

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Sehirreberlcht. Mitgetheilt von dem Agenten M Norddeutschen Vlo&b (£. TV. Dietz in Gießen.

Southampton. 14. Nov. Das Postdampfschiff America, Copt. A. de Limon, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 3. November von Newyork abge­gangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Uhr Mor­gens die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die America Überbringt 111 Passagiere und volle Ladung.

Irischbäcker in Gießen.

Sonntag, den 18. November. Georg Spieß in der Neustadt. Martin LeUI am Marktplatz. Friedrich Hennings am Selterswea.

Kirchliche Anzeigen

der evangelischen Gemeinde zu Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag, den 18. November.

Morgens: Pfarrer Dr. Seel Nachmittags: Pfarrer Schlosser. Die Pfarrgeschäste in der Woche vom 18. bis 24. Nov. besorgt Pfarroicar Schöner.

Allen Kranken Kraft und Gesundheit obue Medici» und ohne Kosten durch die Heilnahrung:

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Seit 80 fahren hat feine Krankheit dieser angenehmen Gesundheits» speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Nedtcin und ohne Kosten bet allen Magen-, Nerven-, Brust-, Luigen- Leber-, Drüsen-, ^chleimbaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Astyma, Husten, UnDerbaultcbfeit. Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämor- .hoiden, Wassersucht, Fieder, Schwindel, Blutaufsieigen, Ohrenbrousen, Uebelkeit und Erbrechen se bst während dcr Schwange'schatt, DiabetcS, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht: auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von oer Geburt an selbst der Amurenmilch oorzuziehen Ein Auszug aus 80,000 Certi- ficatcn über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certificate vom Brofcffor Dr. Wu^er, Medicinalrath Dr. Angelstetn, Dr Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. D6dL, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise d< Brähan, und vielen anderen hochgeuellten Personen, wird franco aui Verlauaen e nge^andt.

Abgekürzter Auözug auS 80,000 Eertificate».

Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Die BevalMaUro hat meine 18jährigen Leiden im Magm und in Y<;\ Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt. e t a _

I. Comparet^ Pfarrer, Samte Romaine dee Ile*.

Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die köstliche Revalesoifere und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre iürchterltch gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, er­freue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundheit. Leroy, Pfarrer.

Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich tergestellt. ,

62845. Pfarrer Boilet von Ecrainville. Von Asthma mit häufige« Erstickungen völlig hergestellt. ; .

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Nr. 64210. Marquise von Br^han von 7jähriger Lcberkrankheit, Echlastostgkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.

Nr. 75877. Florian Köller, K. st. Militärverwrlter Großwardein, von Lungen- und Luttröhren-Katarrh., Kopfichwindel und Brustbeklemmung.

Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.

65715. Fräulein de Montlouis, von Unverdaulichkeit, Schinflosigkeit und äbmagerunfl. > _x_

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