Ausgabe 
17.11.1877
 
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Mo »6N. Samstag, dm 17. November l87-

chichener Wl^eiger

A«M- Md Amtsblatt str de« Krris Gießen._______________

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Amtlicher Hheil. Bekanntmachung.

Keutschland.

Dr. utn,

vom das Der 100

antrn9£tier 13 November. Die Stadtverordneten-Wahlen haben in unserer Stadt mit einem so glänzenden Siege der liberalen Partei geendet, daß das Eraebntß weit über die Grenzen der Rbeinprovtnz hinaus Beachtung verdient und unsere freisinnige Bürgerschaft mit Recht darauf stolz sein darf. Bei der Neuwahl von li Stadtverordneten hat die liberale Partee in allen drei Klaffen auf's Glänzendste gesiegt und trotz der unerhörten Anstrengungen der hiesigen Centrumspartei, ist derselben jetzt auch ihr einziger Vertreter, den sie noch in der Stadtverordneten - Versammlung besaß, bei der diesmaligen Wahl verloren qeaangen. Die Wahlbcthciligung war in allen Abtheilungen so rege wie iwch nie, denn es haben durchschnittlich 75 pCt. der Wahlberechtigten gestimmt D.e

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Berlin, 14. November. Abgeordnetenhaus. Unter den eingegangenen Sachen befindet sich die Ucbersichl der Entschließungen der Staatsregierung auf die Anträge und Resolutionen des Hauses aus der verflossenen Session.

der heutigen Sitzung erledigte das Haus ohne Debatte die erste Berathung des Vertrages mit Braunschweig wegen Bearbeitung der Auseinandersetzungs- Geschäfte in d,n Hannover - braunschwcig'schen Grenz-Gebieten. Demnächst folgte der Bericht der Wahl-Prüfungs-Commission über die Wahl der Abge­ordneten für Köln, v. Rönne und Horst. Der Antrag Röckeraths, die Wahlen ,u beanstanden und an die Commission zurückzuvcrwetsen, wurde abgelehnt, da­gegen der Commissions-Antrag, die Wahlen für gültig zu erklären angenom­men. Sodann wurde der Antrag Petras, betr. Maßregeln zum Schutze des Weinbaues gegen die Verheerungen der Reblaus, fast einstimmig angenommen. c?m ßanfe der Debatte hierüber erklärte Minister Friedenthal: die Regierung verkenne die große wirthfchaftliche und nationale Bedeutung der Frage nicht. Es handle sich dabei um zwei Punkte: einmal komme es darauf an, den Zu- fections - Herd zu vernichten; ein hierauf bezüglicher Gesetz-Entwurf sei bereits vorbereitet, und frage es sich nur, ob die Regelung durch die Reichs- oder d.e Landes-Gesetzgebung vorzuziehen sei; er persönlich gebe der ersteren den Vorzug, doch könne auch die Landes-Gesetzgebung etngretfen. Zwestens handle es sich danim, den Verkehr nut Reb-Pflanzeu zu beschränken; hierfür erscheine der Weg der Landes-Gesetzgebung durchaus unzulässig. Es folgte nunmehr die erste Berathung des Antrages Richter's. betr. die Abänderung des § 5 des Gebäude-Steuergcsetzes. Richter nahm das Wort zur Rechtfertigung seines

IV oeri»Lischt Mittheilung bezüglich der Kinderprst zu Regierungs-Bezirks Wiesbaden.

In Verfolg unserer Mttthetlung vom 30. Octobcr c. I C. 4553 bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnttz, daß: . .

l'i in Etbinaen inzwischen der gesawmte Viehstand an Wiederkäuern beftehemi qa Kiück Rindvieb 105 Rteaen und 3 Schafen getödtet und mit Ausnahme von 7 Stück Mn^vieh ^oör^christsmäßig verscharrt worden ist. Diese 7 Stück Rindvieh muhieu o lLtbinaen ein armer Ort von 700 meist unbemittelten Einwohnern ist, zur Vertheilung

günstich Mit ellosen unter Aussicht gelangen, weil es^urt-r der °b °lu °, Kverre in den ersten Tagen und bis die Zufuhr von 8eben9mttleln öon segelt worden, unmöglich gewesen ist, die uothwendtgsten Lebensbedürfnis,^inEtbingen »u beschaffen und eS sind diese 7 Stück, nachdem die Thier- durch> den K'-t^Thterarzi n i f, enr aänrlick seuchefrei erklärt worden, sich dies auch nach dem Abschlachten als richtig «wi?Md'7°s Misch gesund besund'en w.rdeu in.kleine,. Port onen an aänzlich Mittellosen vcrtheilt und von diesen verspeist worden. Die nicht. egvareu Stücke wurden selbstverständlich vorschriftsmäßig verscharrt. Außerdem mußten zu Beschaffung der für die kleinen Kinder so nothwendigen Milch und tbis die^Zuruhr von Auswärts ermöglicht worden, noch mehrere Ziegen einige Tage länger am Leben er. haltm werden, welche nunmehr auch vor mehreren Tagen getödtet und vericyarri worden^stnd.^btng^n ßnb (m ganzen 71 Gehöfte und da sich in einigen 2 Ställe be ^^"'16^Fahren mi?Pferden"stnd bet DeSinfizirung derselben und zur Absuhr des Dünaers ^audie rc. und außerdem 6 Handkarren mit je 4 Mann in Thatigkeit.

4. d. Mts. war in 5 Gehöften die Desinfizirung beendigt und diese be""s abgenommen, in circa 40 andern Gehöften wird an

Kcets-rbterarzt Kolb aus Dillenburg wirb am 6. durch die Thterarzie jtiein Ernst nach beendigter Desinfizirung in Geisenheim abgdoft werden.

Di- Desinstriruna bietet in Eibingen sehr große Schwierigkeiten, da die ötai' langen durchweg aus Lehmwerk, altem faulem Holze, lchlMer Pflasterung und mangel­basten Deckm bestehen, dazu meist sehr beschränkt und nich l-t-ht zugänglich sind. Di- Dünastitten enthalten de» Dünger eine? ganzen Jahres, so daß außer dem zu ver r kcktenden Dünger, nach ganz außerordentlich große Massen von Dünger aller Art

MHhrn Die wenigsten Viehhalter haben eigene Ländereien und produziren den m SA

ben verbrannb^^ Fuhrleute wurden zum Waschen zurückbebaltm. Die

Bewohner der evakuirten Gehöfte habe ihre bisher gebrauchten Kleider Und Schuhe g- besinststrt und gewaschen. Die Ortsstraßen wurden gereinigt, mit Chlor be- Ireut und mittelst Feuerspritzen gründlich abgewaschen. Die bis zur Kiesgrube, dem Vttbrennungsorte, benutzt Chaussee ist abgekehrt, der Schutt verbrannt, darauf Die Straße aründlich abgesprrtzt und abermals abgezogen worden.

Die einbetm,scheu Fuhrwerke in Getstnheim. werden heute desinfiztrt und das zur De?infizirung etwa noch Erforderliche, namentlich auch die Mündliche Reinigung d7s W-ges nach dem Verscharrungsplatz- ausgeführt, io daß mit dem 6 b. . <mt3. b e Desinfizirung der Stabt Geisenheim vorschrtsismaßig durchgesührt.fein wird unb mit

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bleiben; für diese beginnt die Weinlese mit dem 8. und wird voraussichtlich mit dem W- t6rSenbrbftr Tag- werben die Forensen nicht in bte Gemarkung Geisenheim ^"^Da^n'G-is-nh-tm das letzte rind-rp-stkrank- Stück Rindvieh am 23. October aetöbtet worben ist, so wird, neue P-stfälle nicht vorausgesetzt, die Stadt Gei,enh-im mit dem 14 d Mts. für seuchesrei erklärt, die Sperre ausgehoben und das zur Ad- sperrung on G i enheim eran ezogene Militär zurückgezogen werden können.

Königlich Preußische Regierung, Abtheilung des Innern.

v. Meusel.

Nachstehendes wird hiermit zur öffentlichen Kenutniß gebracht.

Gießen am 12. Novbr. 1877. Großherzogliches Kretsamt Gießen,

vr. B o e k m a n n.

Geisenheim und GibinsenJfaurbi'eb@^tiinbflürf7fle%Vae^at®erat^3^en^eVßUe"tbreu^untbl^int>ert0epnaflt werden. MS nach Aus ühfüng dieser letzteren, erst na» beendeter Weinlese i» 'mdernden Matz «gel kann dl- Desinfektion in E.b.ngen nicht als beendigt angesehen werden. Die W-inl.se d°,.W WSÄdT«« ein weiterer Rinderpestfall me r sSmmtl^che mrseuch.e und s-uch-verdächttge Gehöfte daselbft desmfizrr sind

y Die fremben ^ubrkarren und Pferdegeschirre sind ebenfalls gereinigt und des- tnfizirt worden. Alte Holztheile der Fuhren sowie Polsterzeug der Pferdegeschirre wur-

Darmfiadt, 14. November. Da die Diphteritis in der neueren Zeit, wieder häufiger auftritt und in vielen Fällen einen bösartigen oder epidemischen Charakter "ngenommen hat, jo sind die Special Regierungen auf Veranlassung des Reichsgesundhests-Amts ersucht worden, im Wege der Special-Verordnung

Kenntniß gelangenden Fälle bis spätestens am darauf folgenden Tage den Orts

29. v. Mts., bezw. 9. d. Mts-, haben des Großhcrzogs Königl. Hoheit aller- gnädigst geruht: den Gcrichtsaccesfistcn Ludwig Seyd aus Friedberg und ~ Ernst Emil Hoffmann aus Darmstadt zu Hofgerichts-Advocaten zu ernen-

Ersteren mit Wohnsitz in Friedberg, Letzteren 'n Darmstadt.

Mai«», 15. November. In der Sitzung des Großh. Obergerichts 9. Novbr kam der Appell des Kaplans Zipp von Nieder-Saulhetm gegen verurtheilende Erkenntniß des hiesigen Bezirksgerichts zur Verhandlung. Gerichtshof setzte die durch das Bezirksgericht verhängte Strafe von Mk. auf 5 Mk. herab. In den Erwägungs-Grunden wurde, wie das Murr, ^lourn." Aufüat, ausgeführt, daß das Obergericht nicht gehalten sei, den Anschauungen des Caffationshofes zu feigen, vielmehr auch heute In bei Lage gewesen wäre, seiner früheren Auffassung gemäß em freisprcchendes Urtheil zu Men, wenn nicht der Angeklagte seinen Appell bros auf Ausmeffung bei

Der Kaiser von Rußlanb hat in Veranlassung des Hinscheidens des Feldmarschalls Wrangel dem Kaiser telegraphisch seine Theilnahme bei dem Tode diesesältesten Soldaten der preußischen Armee und jugleid) fei» leb­haftes Bedauern darüber ausspreche» lasten, daß es nicht möglich fei, von dm vor dem Feinde stehenden Regimente, deffen Chef der verewigte Feldmarschall gewesen, eine Deputation hierher zu senden, um dem Dahmgeschtedenen be, der Bestattungsfeier die letzte Ehre zu erweisen. , n , . .

Berlin, 14. November. DieNat.-Ztg." bringt nachstehend Not, *

In Abgeordneten-Kreisen verlautet, daß der Kaiser einen Jmmediat-Vortrag __

Cabinets über die Petitionen der schlesisch-»^'^"k^'V-rsammlu,^ um'1^"^" dH "nun wohl"'im Rhttniand-Westsalen die" einzige Stadt mit debung der Mai-Gesetze abgelehnt und die Petitionen dem Cultusmimst j t jwi ^holischer Bevölkerung sein, die in ihrer städtischen Vertretung Berichterstattung überwiesen habe.