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Mo LIS Donnerstag, den 17. Mai 1877.
Uchener WKger
AiiBze- uni AMsdktt für iirn Kreis Gießen.
Erscheint tSglich mit Ausnahme deS MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrlohn.
Expedition: Schul straßs, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Amtlicher J 6 eit.
Gießen, den 12. Mai 1877.
Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über das Besteuerungsrecht der Kirchen- und Religions-Gemeinschaften.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
Ai die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim, Klein-Linden, Langd, Ober-Bessingen, Rabertshausen, Reinhardshain und Rödgen.
Unsere Verfügung vom 25 Januar l. I. — Anzeiger No. 23 — haben Sie nunmehr unfehlbar binnen 8 Tagen zu erledigen.
v. Röder.
politisch
Deutschland.
Berlin, 14. Mai. Der russische Bolschafier in London, Graf Schu- troloff, welcher gestern den Fürsten Bismarck in Friedrichsruh besuchte, hatte bald nach seiner Ankunft dahier mit dem hiesigen russischen Botschafter v. Oubril eine Besprechung, wird heute vom Kaiser empfangen und morgen Vormittag nach P tersburg abreisen.
Berlin, 14. Mai. Graf Schuwaloff verweilte heute Vormittag längere Zeit bei dem britischen Botschafter, Lord Russell, und hatte darauf eine Besprechung mit dem russischen Botschafter v. Oubril. Die Audienz bei dem Kaiser währte von 2^ bis 3 Uhr. Später fuhr Schuwaloff bei Feldmar- ichall v. Manteuffel und Staatssecretär v. Bülow vor und speiste bei Oubril. Borge" früh erfolgt seine Abreise.
Köln, 14. Mai. Der „Köln. Ztg." wird aus Athen vom Gestrigen tclegraphirt: Schüler der Ecole frangaise (Tarchdologie d1 Athenes, welche auf Milo Ausgrabungen vornahmen, fanden einen Arm mit Spiegel aus, der sich als Ergänzung der Venus von Milo im Louvre darstellt.
Hesterreich.
Pesth, 14. Mai. Im Unterhause beantwortete der Minister-Präsident v. Tisza die Interpellation Jranyi's wegen Vorlegung von auf die orientalische Frage bezüglichen Actenstücken dahin, daß solche seiner Zeit den betr. Vertre- klingskörpern — den Delegationen — vorgelegt werden sollten. Auf die Jn- tttpellation Csatars über die in Congreß-Polen bei der gewaltsamen Bekehrung römischer Katholiken begangenen grausamen Handlungen antwortete Tisza, es ski nicht seine Aufgabe, sich in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten zu mischen; solche Einmischung wäre eine Absurdität. Auf eine Interpellation betreffs der in Agram vorgesallenen Demonstrationen erwiderte derselbe Minister : Erzherzog Albrecht wurde in Agram officiell empfangen; die vor seinem Hotel aufgestellte bürgerliche Musik-Capelle spielte verschiedene Stücke, darunter such eines, das von einigen Zuhörern für die russische Volkshymne gehalten ttunbe; der Capellmeister erklärte hierauf, es sei ein von ihm selbst componir- tfs Stück, das übrigens der russischen Hymne ähnlich sei. Die croatischc Ltudentenschaft wollte dem Erzherzog eine Adresse überreichen, welche dieser jedoch nicht annahm. Das Haus nahm alle diese Beantwortungen zur tienntniß.
England
London, 14. .Mai. Im Unterhause erklärte Unter-Staatssecretär Vourke auf Veranlassung von Dilke, er glaube, daß Oesterreich, Frankreich, Deutschland und Italien das russische Rundschreiben noch nicht beantwortet haben. Derselbe erwiderte aus eine Anfrage von Harcourt: Die Regierung hat Maßregeln getroffen, die Verletzung der „foreign enlistment act“ zu ver- . hindern, nachdem sie in Erfahrung gebracht, daß ein für Rechnung der Pforte in England.erbautes Panzerschiff demnächst der Pforte übergeben werden sollte. - Eine Anfrage Gourley's beantwortete der Schatzkanzler Northcote dahin, laß, da Aegypten einen Tbeil des türkischen Reiches bilde, Rußland das Recht habe, die ägyptischen Häfen zu blokiren, Aegypten anzugreifen und für Aegypten hesrimmte Kriegscontrebande in Beschlag zu nehmen. Ferner erklärte Bourke auf Erkundigung von Rylands, das Gerücht, England und Oesterreich hätten sich zu einem Protest gegen die Unabhängigkeits-Erklärung Rumäniens geeinigt, lei unbegründet. Unter-Staatssecretär Lowther bestätigte die Einverleibung des Transvaal-Landes.
Welgien.
Brüssel, 14. Mai. Eine Correspondenz des „Nord" aus Petersburg führt aus, Rußland verfolge im gegenwärtigen Kriege als einzigen Zweck die Verbesserung des Looses der christlichen Unterthanen der Pforte. Wenn Rußland beim Ausgange des Kampfes umfaffendere, und namentlich wirksamere Garantieen für diese Verbesserung verlangen sollte, so dürfe Europa dabei nicht an angebliche ehrgeizige Absichten Rußlands denken, welche man ihm ohne Grund unterstelle. Rußland werde nach dem Kriege einen neuen Beweis seiner Mäßigung geben, indem es mit den Mächten über die Bedingungen zu Rathe Dhe, welche der Pforte aufzuerlegen seien, um neuen Greuelthaten vorzubeugen.
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Italien
Nom, 14. Mai. Die Deputirten-Kammer hat den Antrag Bertani's, die Verwaltung der Civilliste unter die Controle des Parlaments zu stellen, verworfen und den Gesetz-Entwurf betreffs Modificationen der Civilliste mit 202 gegen 56 Stimmen angenommen. — Der Gesandte Graf Corti ist nach Konstantinopel abgereist.
Rußland.
Petersburg. Die polnischen Blätter in Galizien ermuntern zur Theilnahme am Kampfe gegen Rußland und zum Eü.tritte in die polnische Legion. Die „Gazeta Narodowa" schreibt: „Dem polnischen Volke müßte jede Existenzberechtigung abgesprochen werden, wenn es bei dem gegenwärtigen wichtigen Anlasse, da sich beinahe die ganze Welt zur Eindämmung der Russenmacht zu vereinigen sucht, den Ereignissen gleichgiltig Zusehen würde." Ein Wiener Cor^ipondent der Berliner „Tribüne" schreibt: „Ich bin in der Lage, Ihnen interessante Vorgänge aus dem polnischen Lager zu erzählen, für deren Authen- ticität ich mich vollends verbürgen kann. Am 4. d. Mts. wurde in Lemberg in einer geheimen Versammlung die Politik der Polen im türkisch-russischen Kriege festgestellt. Es kam ein neuerlicher Ferman des Sultans zur Verlesung, in welchem sich der türkische Souverain verpflichtet, polnische Freiwillige auf Kosten der Türkei auszurüsten, zu bewaffnen, um sie unter polnischer Standarte mit polnischem Commando gegen Rußland kämpfen zu lassen. Es wurde nun der Beschluß gefaßt, in dem ganzen ehemaligen Königreich Polen Filial-Comitäs zu gründen, mit dem Zwecke, ein polnisches Armee-Corps anzuwerben- Die Freiwilligen versammeln sich in Kars (?) und die polnischen Agitatoren geben sich der Hoffnung hin, eine Armee von mindestens 80,000 Mann zusammenzubringen. 6000 Mann sind bereits nach Kars abgegangen, und in kürzester Zeit dürfte Graf Plater Namens des Geheimen National-Comit^s mit einer Proclamation an die Polen hervortreten. Von einer Jnfurgirung Polens wurde mit Rücksicht aus Oesterreich vorläufig abgesehen. Man will die österreichischen Grenzen nicht beunruhigen, da man polnischerseits die ernste Absicht- Hat, mit Oesterreich in Frieden zu leben, denn das Endziel der polnischen Bewegung ist die Errichtung einer Habsburgischen Secundogenitur in Polen mit dem Bruder des Kaisers Erzherzog Karl Ludwig. Ob die Bewegung der Polen sich der Unterstützung der österreichischen Regierung erfreut, sei dahin gestellt, allein es hat den Anschein, als ob Oesterreich dieselbe gewähren läßt, denn sonst wäre es nicht möglich, daß in Lemberg ein, wenn auch geheimes, Comitö tagte; es wäre die Absendung von Freiwilligen nach der Türkei in den Massen, wie sie proponirt scheint, nicht durchführbar, nicht denkbar. Daß aber Beschlüsse, wie die oben erwähnten, gefaßt worden, ist unzweifelhaft; dem Verfasser dieser Zeilen ist ein Theil der Personen, die an der Lemberger Versammlung Theil nahmen, wohl bekannt — es sind auch Polen aus Wien, jedoch keine Abgeordneten darunter — nähere Angaben über die betheiligten Persönlichkeiten verbietet vorläufig die Discretion."
Amerika.
New-Uork, 13. Mai. Der Capitän des hier eingetroffenen Dampfers „City of Richmond" sprach am 8. Mai in der See die „City of Brüssels" an, welche die Schraube verloren hatte und unter Segel nach Liverpool ging.
Washington, 10. Mai. Heute wurde in Philadelphia in Gegenwart des Präsidenten und unter Anwesenheit von etwa 100,000 Personen aus allen Theilen des Landes die ständige internationale Ausstellung eröffnet.
Der orientalische Krieg.
Rustschuk, 12. Mai, Abends. Bei der Kanonade der Russen gegen die türkischen Stellungen bei Turtukat schlugen einige Kugeln in die Wohnung des Gouverneurs. Viele Fremden verlassen Rustschuk.
Bukarest, 13. Mai. Die rumänische Armee unter dem Commando des Fürsten soll, onrch 25,000 Russen verstärkt, dazu^bestimmt sein, bei Kalafat den Uebergang über die Donau zu versuchen. Die Anzeige von der Kriegs- Erklärung Rilmäniens gegenüber der Pforte ist heute den hiesigen General- Consnln der Mächte übergeben worden.


