/ Vermischtes.
— Bei einem Garderegiment in Berlin wurde ein Pole, der noch nicht lange gedient hatte, auf einen einsamen kosten «efteUt. GS war adfcheuliches Leiter, aber trotz drs strömenden Regens patrouiHirte der Poften vor dem Tchilderhauie auf und ab- Gin vorübergehender O.fizier b.-m rkie jedo^, daß der patrouillirrnbe Poften kein Gewehr hatte und in Folge dessen in ganz uum litäcisch.r Weise Honneur machte. jLrf gtschehene Anzeige ließ der Wachthabende den Mann sofort mit militärischer Eskorte atlösen, wobei sich hercusttellte, daß sein Gewehr wohlverwahrt im Schilderhause stand. Es ist allgemein bekannt, daß eine Vernachlässigung auf^Pofte« beim Militär sehr ernst genommen, wird, der Pole hatte daher eine strenge Strafe zu bewältigen. Als er vor seiner Verurtheilunz do n Regimentd-Kontmandeur in üblicher Weise befragt wurde, waS er zu seiner Entschuldigung oorzubr'Ngcn habe, antwortete er in radebrechendem Deutsch: sik doch vom Herrn Unteroffizier tnstruirt worden, soll
sik Gewehr stets geschützt sein vor Nässe und Kälte; wenn sich regnet, kann sik benutzen auf-^Posten — Schilderhaus " Die Herren Vorgesetzten erkannten auS dieser fieutzerunp, daß dec der deutschen Sprache wenig kundige Soldat den Inftructeur mißverstanden und wohl in gutem Glauben gehandelt haben mochte, wenn er bei Regenwetter anstatt sich selbst das vor Nässe zu schützende Gewehr in das Schilderhaus gestellt hatte. Da der Lu^ann sich außerdem bisher gut au.sgeführt Hatto, sah der Oberst für diesen Fall von der Bestrafung des Polen Nb. •
folgen. Rußland werde wahrscheinlich erst eine die Situation erklärende Note an die Großmächte richten und seine Botschaft aus Konstantinopel, sowie sämmt liche Konsuln aus der Türkei abberufen. Sodann werde der Kaiser sich nach Kischeneff begeben, von wo erst die Kriegs-Erklärung tatirt werden dürfte.
— Die Morgenblätter besprechen fast sämmtlich die bevorstehenden kriegerischen Eventualitäten. Die „Times" ist der Ansicht, die Pforte habe durch ihre Cireular-Note ihr Bestes gethan, die Kriegs-Erklärung zu beschleunigen. Möge auch vielleicht Rußlands Haltung Tadel verdienen, so habe doch die türkische Regierung unstreitig das Protokoll in ein Kriegs Instrument verwandelt. Die „Morning Post" fordert, daß die Streitfragen zwischen Rußland und der Türkei durch eine Mediation, wie solche im Pariser Vertrag vorgesehen sei, geschlichtet würden. „Daily Telegraph" hingegen bezweifelt, daß die Diplomatie im gegenwärtigen Stadium der Sache noch etwas ausrichten könne.
Belgien.
Brüssel, 14. April. Die „France" versichert, Rußland würde vor Beginn der Feindseligkeiten eine Conferenz nach Rußland einberufen und neue Vorschläge bezüglich einer gemischten Besetzung Bulgariens, der Herzegowina und Bosniens machen. Der „Temps" verlangt absoluteste Neutralität Frank re-chs, selbst Enthaltung einer diplomatischen Action.
Brüssel, 14. April. Der „Nord" veröffentlicht ein Telegramm,''demzufolge die britische Regierung der Ansicht wäre, daß unter den gegenwärtigen Umständen jeder weitere Schritt zur Aufrechterhaltung des Friedens fruchtlos sein würde.
Rußland. ,
Moskau, 14. April. Rußland richtet vorläufig keine Kriegs Erklärung an die Türkei. Nachdem letztere durch Ablehnung des Protokolls ganz Europa verletzte, occupirt Rußland, als Executor Europas, das türkische Gebiet. In diesem Sinne erläßt Gortschakoff demnächst eine Ruudnote und gleichzeitig überschreitet die russische Armee die Grenze.
Türkei.
Konstantinopel, 13. April. Die montenegrinischen Delegirten con- ferirten beute zum letzten Male mit Savfet Pascha, welcher rundweg die Ablehnung ihrer Forderungen erklärte. Hiernach richtete der Großvezir ein Telegramm an den Fürsten von Montenegro, worin er demselben anzeigte, daß, nachdem die Friedens-VerhoLdlungen resultatlos verlaufen seien, der Waffenstillstand nicht mehr verlängert würde. Die montenegrinischen Delegirten verlassen Konstantinopel am Dienstag über Varna. — Es wird versichert, die türkischen Truppen werden alsbald die Weisung erhalten, Niksic zu verprovian- tiren, und wird hierbei der Wiederbeginn der Feindseligkeiten erwartet. See- Kriegsschiffe werden theils an die Sulina Mündung, theils zum Kreuzen im Schwarzen Meere abgehen, fünf Fregatten im Mittelmeer kreuzen. Der Kriegs-Minister soll nach Erzerum reisen.
Rustschuk, 14. April. Abdul Kerim nimmt zunächst hier sein Hauptquartier ; später wird er daffelbe nach Schumla verlegen.
Serbien.
Belgrad, 14. ApÄl. Massenweise bereisen Werber das Land zum Zwecke der Bildung von-Frei-CorpS für Rußland. Ristic ist zwar anscheinend dagegen, thatsächUch aber dauern die Werbungen fort.
Rumänien
Bukarest, 13. April, Abends. In einem gestern gehaltenen Ministerrath ist dem Vernehmen nach die Einberufung der Reserven beschloffen und über die Haltung Rumäniens gegenüber den bevorstehenden Eventualitäten verhandelt worden.
Bukarest, 14. April. Das Gerücht von dem Rücktritt des Kriegs- MinisterS Slaniceano bestätigt sich; als Nachfolger desselben wird General Cernat bezeichnet. — Heute Nachmittag findet bei dem Fürsten großer Ministerrath statt, wozu auch alle ehemaligen Cabinets-Präsidenten geladen sind.
— Der beute im Palast des Fürsten abgehaltene Ministerrath beschloß Angesichts der drohenden Eventualitäten keinerlei definitive Maßregel ohne der ausdrücklichen Mitwirkung der Kammer zu ergreifen.
Literarisches.
»Von Hallbcrgn's Procht-Ausaabe Shakespeare's fämmtUcber Werke mit 830 Illustrationen von John G'lbert kündigt die Verlagshandlung soeben das Erscheinen einer neuen — der dritten Auflage an und verbindet damit die Eröffnung einer neuen Subscription in 60 Lieferungen k 50 Pfennig, wovon die erste Lieferung in diesen Tagen ausgegeben wurde.
Wir haben schon während des erstmaligen Erscheinens die Vortrefflichkeit und glänzende Ausstattung dieser Ausoabe als der um schönsten illustrirten wiederholt rühmend hervorgehoben und die große Verbreitung, welche dieselbe in 3 starken Auflagen innerhalb 3 Iobien schon gefunden, hat unser Urtheil vollauf bestätigt
Die Hallbergei'sche Ausgabe erfreut sich der allgemeinsten Beliebheit beim ganzen gebildeten Publikum „unb so düiften auch unter unseren Lesern noch manche fein, welchen diese erneute Gelegenheit, nach und nach auf bequeme und leichte Weise in dm Besitz dieses herrlichen Werkes zu kommen, sehr erwünscht ist. Diese auf die neue subscription aufmerksam zu machkn, ist der Zweck dieser Zeilen.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 14. April. Der heutige Heu- u. Strohmarkt war ziemlich gut befahren, Heu kostete je nach Qual, per Ctr. JG 4.50 bis JG 6.10. Stroh p Ctr. JG 4.50 b's JG 5.—. Butter im Großhandel 1. Qual, das Pfund JG 1.30—36, 2. Q ial. 1 15—20, im Kleinhandel 1. Qual. JG 1.45—50. 2 Qual. JG 1.40. Gier das Hundert gewöhnliche JG 5.50, italienische JG 7.—. Erbsen, geschälte (per 100 Kilogr) 36—40 JG. ganze Griffen 24—28 ; Speise-Bohnen 22—26 JG; Linsen 36—60 JG Ochsenfleisch p-r
Pfund 70 H, Kuh- und Rindfleisch 50—60 Schweinefleisch 7b Kalbfleisch 50 bttf H, Hammelfleisch 46—63 H
Mainz, 13 April. (Marktbericht ) Unter dem Einflüsse unaünftiger politischer Verhältnisse verkehrte das Getreidegescbäft während der laufeeben Woche in fester Haltung, der Umsatz war nicht sehr belebt
Zu notben ist: Weizen effictiv JG 23.50—26.25, per OPai JG 24.90, Korn effectio 18 40—20.25, per Mai JG 18.10, Geiste JG 19.75-21 50, Hafer effektiv JG 15.50-13, per Mai JG 16.90, Rüdol in fester Haltung, effectio JG 36 ohne Faß per Mai 35.20 mit Faß, Mohnöl X 68—72. Leinöl JG 29.50. Kohliamen JG 35.75—36 50. RepS- kuchen JG 170-182.
Worms, 13. April. Im Getreidegeschäft ist Seine nennenSwerthe Aenderung eingetreten, die warme Witterung hat zwar die Käufer etwas zurückhaltend gemacht, trotzdem konnten sich die Preise der Vorwoche behaupten.
Wir notiren: Weizen JG 22—26, Roggen JG 17*/2 bis 19.50, Gerste JG 19*/i bis 20.25, Hafer JG 18—18.50, alles per 100 Kilo netto, je nach Qualität Mehl Me laufende Parthie JG 31—33. Weilenvorschuß JG 38—40, Kornoorschuß JG 26 50 bi« 27.50 alles per loO Kilo, brutto tret. Snck Reps JG B7 —38 p t KX) Kilo netto er sie Kosten Rübol JG 38—39 per 50 Kilo netto ohne Faß. Kleefarnen ist die Saison zu Ende. Rotdklee JG 60—65 Luzedner JG 60—68. Esparsette JG 17—19, Alles per 50 Kilo netto, je nach Qualität. ...."‘“■"■■■■■/"■"•j!1........ij i» ii ..i.i i,n.i ii i ............. >' ...............* - l--r
Berloosungen.
Amsterdamer Industrie Palast 10 fl.-Loose. Ziehung nm 31. März Gezogene Serien: Nr. 131 398 508 734 907 1123 1135 1739 2338 2583 2618 3134 3297 3395 3600 3883. — Die Prämienziehung findet am 1. Mai d. I. statt.
—p———— I . ..... .......... । . ■■IljlliMM
ScKiffebericht Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.
Baltimore, 13. April. (Per transatlantischen Telegraph.) DaS Postdamvfi schiff Berlin, Capt. C. Pohle, vom Norddeutschen Vlopb in Bremen, welches am 28. März von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
Newyork, 14. April (Per transatlantischen Telegraph.) Das Poftdempfschiff Main, @QPL G Neichmann, vom Norddeutschen Llyod in Bremen, welches am 31. März von Bremen und am 3. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen.
Atlge meine Bekanntmachung.
Die Lieferung der Kleiderstoffe für arme Eonfirmanden auf Kosten der Armenkaffe foll im SuburifstonSwege vergeben werden und sind Offerten mit Mustern bis zum 22. d. Mts. bei Herrn Hospitalverwalter Nehmeyer, welcher jede gewünscht werdende Auskunft ertbeilt, verschlossen einzureichen. Binnen gleicher Frist werden von dem Letzteren schriftliche oder mündliche Anerbietungen wegen Anfertigung der Kleider, Rock und Hosen, für die betreffenden Knaben entgegen genommen.
Gießen, am 10. April 1877.
Die Armen - Deputation.
A. Bramm.
OessentlicheAufforderung.
2137) Forderungen an den Nachlaß des verlebten Ludwig Erbes in Weickartshain sind binnen 14 Tagen bei Meidung deren Nichtberücksichtigung bei demnächstiger Vermögensreguliran^ vor dem unterzeichneten Gericht geltend zu machen.
Grünberg, den 13. April 1877. Großberzogliches Landgericht Grünberg.
Seilheim, Ittmann,
Landrichter. Landger.-Assessor.
2128) Einige Etr quieS Grummet zu haben bei L. Kämmerer
Bekanntmachung.
Freitag den 20. b. Mts.,
Vormittags 10 Uhr ansangend, kommen im L ldenhofer Gemeinde-Wald, Schlag .Altenheege", folgende Bennholz- OuantitSten zum Verkauf:
439 Rmtr. Buchen-Scheitholz,
74 „ „ Prügelholz,
120 „ „ Stockholz,
890 „ , Reisholz.
Die Zusammenkunft bei Nr. 1 im Schlage ..Altenheege".
Leidenhofen, den 13. April 1877. Der Bürgermeister:
___Wagner.________(2119
1990) Ein fast neuer Rollwagen zu verkaufen. Näheres bet der Expedition dieses Blattes.
r Anzeiger.
Versteigerungen.
.Holzversteigerung
in Der Königlichen Oberförsterei
Königsberg.
Montag den 23. April l. I., Vormittags präcis 9 Uhr, werden in dem Königlichen Staarsforste ,Thalberg, Abth. 44-:
114 Eichen-Stämme bis zu 15 Mir. Lquge und 67 Centimtr. Durchmesser, mit zusammen 201,16 Festmeter,
65 Rmtr. Eichen-Scheitbolz,
31.5 „ „ Knüppelholz,
1975 Wellen „ Reisholz,
173 Rmtr. „ Stockholz,
1 „ Nadel Knüppel und
325 Wellen „ Relsholz, unter den tm BerfteigerungStermin bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich versteigert.
Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wolle man sich an bep Königlichen Waldwärter Seibel zu Wilsbach wenden.
Zusammenkunft im Holzschlage auf dem oberen Wege und wird daselbst mit dem verkauf der Eichenstämme begonnen.
Gießen, den 14. April 1877. (2121
Der Königliche Oberförster: Neuenhagen.
2111) Schöne Saat - Erbsen verkauft Conrad Noll Wwe., Mühlgasse.
Holzverstcigeruug.
Donnerstag den 19. April 1877, Vormittags ‘/29 Uhr, sollen in der Freiherrlich von Rabenauischen Oberförsterei Rabenau, District Kahleberg (bei Londorf):
257 Rmtr. Buchen-Scheitholz,
29 , Eichen-
2 w Kirschbaum-,
34 „ Kiefern-
26 w Buchen-Prügelholz,
28 „ Eichen-
210 „ Buchen-Stockholz,
51 „ Eichen-
18 „ Kiefern-
412 „ Buchen-Reisholz,
168 w Eichen- „
64 „ Kiefern- „
50 Festmeter Eichen-Stammholz,
24 w Kiefern- w an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im District Kahleberg bei Nr. 37 des Brennholzes.
K.sselbach, am 12. Aorü 1877.
Die Frechen lieh von Rabenauische Oberförsterei Rabenau
H o p p 6- (2068
'Amerikanische Rinderroulade, „ Ochsenzungen,
in 2-Pfd.-Dosen ä 2, resp. 4 JG empfiehlt
Emil Eisdtbaeh.
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