Ausgabe 
17.4.1877
 
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Wo 8S. Dienstag, den 17. April 1877.

Anzeige- ui Amlsiilck für den Kreis Gießen.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. (Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

Die Verlierer Fortschrittspartei.

Die Berliner Fortschrittspartei glaubte, die bekannten, nun von Nieman­den mehr angeseindeten Justizgesetze benutzen zu können, um die national-liberale Partei, wenn nicht zu vernichten, aber doch zu schwächen, und durch diese Niederlage selbst stärker zu werden. Ihre Haupthelden und Hauptorgane hetzten und verdächtigten gegen die National-Liberalen, daß es den eigenen Parteimit­gliedern doch zu arg wurde. Was war die Folge? sie schädigten die National- Liberalen, so daß diese eine Reihe von Sitzen im Reichstag verloren, aber bei Leibe nicht zu Gunsten der Berliner Fortschrittspartei, sondern zu Gunsten der Conservativen. Und wo blieb die gehoffte Stärkung der Berliner Fortschritts­partei ? Sie verlor ebenfalls mehrere Sitze, im Königreich Sachsen allein drei! In Darmstadt-Groß-Gerau gelang es durch eine Reihe von Umständen, welche hinlänglich Besprechung gefunden, einem Mann zum Reichstagssitze zu verhelfen, welcher sich der Fortschrittspartei in Berlin angeschloffen hat. Nun glaubt die Berliner Fortschrittspartei Fuß in Süddeutschland fassen unb **btc freisinnigen Männer, welche nicht zu ihrer Fahne schwören, verdrängen zu kön­nen. TOt Hülfe von Herrn W. Büchner, dem in Darmstadt gewählten Reichs­tags Abgeordneten, soll das Großberzogthum Hessen für die Berliner Fort­schrittspartei erobert werden. Mit dem Namcndeutsche Fortschrittspariri in Hessen", welchen die in der Bildung begriffene Partei annimmt, glaubt man offenbar, die Partei zu schädigen, welche seit den 1860er Jahren diesen N a m e n in Ehren erworben und geführt, und sich Anhänger verschaffen z« können. Diesem neuen Ableger der Berliner Fortschrittspartei ist Keiner derjenigen beigetreten, welche seither an der Spitze der Fortschrittspartei in Heffen gestanden und welche seit langen Jahren ihr Möglichstes hingegeben, um bessere Zustände herbeizusühren.

Wohl ist die Frage entstanden, ob man zur Unterscheidung von neuen Unternehmen nicht den alten Namendeutsche Fort^chrittspcr^i in Heffen" aufgkben sollte. Allein Niemand gibt leichten Kaufes und Sinnes, was man ehrenvoll errungen, auf und was Männer, wie August Metz, Karl Johann Hoffmann, Hofgerichtsrath Strecker, Schulz, Moritz Kuhl und die vielen, welche «un schon dahingeschieden sind, bis zu ihrem Tode für richtig erachteten, darauf darf man stolz sein. Dieselben haben uns ein Lermächtniß hinterlassen, fortzuwirken in ihrem Sinn und die Fahne, unter welcher die Reaktion gekämpft und für das deutsche Reich gestritten wurde, hochzuhalten. Dieses und unsere Partei ist diedeutsche Fortschrittspartei in Heffen."

Deshalb.chat auch unser Landes-Ausschuß beschlossen, daß dieser Name beibehalten werden solle.

Hindern läßt sich nicht, daß Andere diesen Namen ebenfalls wählen, allein wiederholt muß werden, daß diese neue Fortschrittspartei nicht die alte deutsche Fortschrittspartei in Hessen ,st.

Es kann mancher freisinnige Mann irre werden für den Augenblick, und es wird vielleicht auch mancher sich der neuen zuwenden. Allein in Wirklich keit wird er dadurch nur zur Trennung und Entfremdung aller freisinniger Männer beitragen. Und wer wollte hierzu mitwirken! Darum sehe sich Jeder vor, ehe er sich bindet, mitzuwirken an der heillosen Arbeit, welche die Bande zerreißt. Die alte und wahre deutsche Fortschrittspartei in Heffen fordert alle freisinnigen Männer im Heffenlande auf, sich in Vereinen, wie sie jetzt in Darmstadt und anderen Orten gegründet worden sind, zusammenzuthun. So­bald solche Gründungen stattgefunden, wolle man sie an Eines der Mitglieder des LandeS-Ausschuffes oder beffer an deffen Vorsitzenden, Dr. Osann in Darm­stadt, berichten. Im Laufe dieses Jahres noch wird eine große Landesver­sammlung einberufen werden und wird darauf alles Weitere beschlossen. Mit­glieder des Landes-Ausschuffes der alten deutschen Fortschrittspartei in Heffen sind derzeit Hofger.-Advocat Dr. Osann in Darmstadt, Hofger.-Advocat Dr. v. Wedekind in Darmstadt, Landtags-Abgeordneter A. Kugler in Offen­bach, I Diedrich in Mainz, Advocat Dr. Lippold in Mainz, Dr. Schröder in Worms, Hofger.-Advocat Dr. Dittmar in Gießen, Landtags-Abgeordneter Wadsack in Alsfeld, Landtags-Abgeordneter Scriba in Friedberg.

Aeutschland.

Darmstadt, 13. April. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben mittelst allerhöchster Entschließung das Gesetz, die Kompetenz der Strafgerichte in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betr., zu vollziehen geruht, und wird dieses Gesetz, welches mit dem 1. Mai l. Js. in Wirksamkeit treten soll, in aller Kürze im Großh. Regierungsblatt verkündigt werden. Hieran reiht sich eine Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Justiz, betr. die Vereini­gung des Bezirksstrafgerichrs Michelstadt mit dem Bezirksstrafgerichte Darm­stadt, sowie die Vereinigung des Bezirksstrafgerichts Alsfeld mit dem Bezirks­strafgericht Gießen. Diese Vereinigung, beziehungsweise die Aushebung der Bezirksstrasgerichte Michelstadt und Alsfeld, tritt mit dem 1. Juli l. Js. in Wirksamkeit.

Aus diesem Anlaß haben Se. König!. Hoheit der Großherzog und Awar mit Wirkung von letztgedachtem Tage an zu ernennen geruht:

Pnei-A vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. BiraMMCBMMMBBBBMKaaagaKgM^MPEWML I n\ I

er Hheil.

Den Bezirksstrafgerichts-Secretär bei dem Bezirksstrafgericht Michelstadt, Landgerichtsaffeffor Ernst Löwer, zum Landgerichtsaffeffor bei dem Landgericht Michelstadt;

den Staatsanwaltssubstituten bei dem Bezirksstrafgericht Michelstadt, Au­gust Haller, zum Staatsanwaltssubstituten bei dem Bezirksstrafgericht Darmstadt;

den Landgerichtsaffeffor bei dem Landgerichte Alsfeld und Richter bei dem Bezirksstrafgericht Alsfeld, Gustav Hbfmann, zum Stadtgerichtsaflessor bei dem Stadtgericht Darmstadt und Richter bei dem Bezirksstrafgericht daselbst;

den Landgerichtsaffeffor bei dem Landgerichte Alsfeld und Richter bei dem Bezirksstrafgericht daselbst, Gustav Kullmann, zum Landgerichtsaffeffor bei dem Landgerichte Gießen und Richter bei dem Bezirksstrafgericht daselbst;

den Bezirksstrafgerichts - Secretär bei dem Bezirksstrafgericht Alsfeld, Moritz Kattrein, zum Bezirksstrafgerichts-Secretär bei dem Bezirksstrafgericht Gießen und

den Staatsanwaltssubstituten bei dem Bezirksstrafgericht Alsfeld, Ludwig Jöckel, zum Staatsanwaltssubstituten bei dem Bezirksstrafgericht Gießen.

Berlin, 14. April. Der Gerichtshof für. kirchliche Angelegenheiten hat in dcm heute publicirten Urtheil die Absetzung Janiszewski's von seinen Aem- tern als Weihbischof von Posen und Domherr ausgesprochen.

Wiesbaden, 14. April. General der Infanterie v. Voigt-Rbeetz, ehemaliger commandirender General des 10. Armee - Corps, ist letzte Nacht gestorben.

Hesterreich.

Wien, 14. April. DieNeue Fr. Pr." meldet: Die Donau-Dampf­schifffahrt Gesellschaft empfing die Nachricht, daß die Türken heute bet Kalafat begonnen haben, Brücken über die Donau zu schlagen. Die Gesellschaft ließ diese Nachricht durch ihren Vertreter der Frucht-Börse mittheilen.

- Wien, 14. April. Die Türken beginnen feilte bep Brückenschlag bei Kalafat. Die russische Armee ist bereits j/it Dienstag .ix' Bewegung. Das Hauptquartier des Großfürsten ist heute in Wassiani, südwestlich vor» Der Vormarsch ist sehr schwierig, da die Straßen noch unausgetrocknet sind.

DiePolit. Corresp." meldet aus Petersburg vom 14. d. Mts.: Die bisherigen Sitzungen der Minister-Comitss haben noch keine Entscheidung hervorgerufen. Nächste Woche wird eine Circular-Depesche Gortschakoff's den Beschluß der russischen Regierung den Mächten nottficiren. Die Beziehungen der Pforte zu Montenegro sind abgebrochen. General-Consul Ionin ist heute mit Instructionen nach Montenegro abgereist. Der künftige Organisator Bul­gariens, Fürst Tscherkeßky, reift nächsten Sonntag nach Kischeneff ab. Persien notificirte der Pforte seine Ansprüche aus Bagdad. Dieselbe Correspondenz meldet aus London vom heutigen Tage, daß noch immer die Möglichkeit einer diplomatischen Phase vorhanden ist un-d daß die militärische Action von Seiten Rußlands noch nicht unmittelbar bevorsteht.

Krankreich.

Paris, 13. April. Der .Agence Havas" wird aus Kalafat gemeldet, mehrere russische Consule in der Türkei hätteii bereits Anweisung erhalten, Vor­bereitungen zu ihrer Abreise zu treffen.

Paris, 14. April. Des Königs Alfonso Günstling, Herzog v. Sesto, wurde durch Canovas beseitigt. Das Project der Vermählung Alfonso's mit einer Tochter des Herzogs v. Montpenster ist aufgegeben. Gerüchtweise ver­lautet, daß sich eine Tochter des Königs von Hannover mit einem Prinzen von Orlegns verloben werde. DasJournal des Dsbats" enthält einen von Thiers inspirirten Artikel, welcher gegen den Herzog Decazes gerichtet ist.

England

London, 13. April. Im Oberhcmse erwiderte Lord Derby auf eine Anfrage von Lord Granville, er habe gestern das Rundschreiben der Pforte empfangen und lege es hiermit auf den Tisch des Hauses. Daffelbe habe seiner Ansicht nach keinen befriedigenden Charakter und sei nicht geeignet, eine fried­liche Lösung herbeizuführen. Hierauf kündigte Granville an, daß er am Mon­tag die Aufmerksamkeit des Hauses auf den Gegenstand lenken werde. Im Unterhause erklärte der Schatzkanzler Norlhcote auf Veranlaffung von Holms, die Nachricht desNord", daß Lord Derby in einem Schreiben nach Konstan- 1 tinopel kategorisch ausgesprochen habe, die Pforte dürfe in keiner Weise auf England rechnen, sei grundlos. Der Unter-Staatssecretär Bourke beantwortete eine Anfrage Johnstone's dahin: er besitze.keinerlei officielle Nachrichr darüber, daß revolutionäre russische Agenten in Bulgarien wahrgenommen worden seien. Marquis Hartington brachte sodann die von ihm angekündigte Resolution ein, wobei er die Politik der Regierung angriff, die für die jetzige Lage verant­wortlich erscheine.

Nach einer Privat - Depesche aus Philadelphia hätte die Regierung der Republik Venezuela dem nordamerikanischen Minister-Residenten seine Päffe zugestellt.

London, 14. April.Reuter's Bureau" meldet: Einer Privat-Nach- richt aus Petersburg zufolge wird die Kriegs-Erklärung nicht unverzüglich er-