Tisza auf eine Interpellation des serbischen Abg. Polit betreffs der türken freundlichen Demonstrationen und der Haltung der Monarchie in der orientalischen Frage folgendermaßen: Durch die Demonstrationen Einzelner könne die Politik Ungarns und der Gesammt-Monarchie weder gefährdet noch compro- mittirt werden. Wenn ein Theil der Staatsbürger innerhalb der gesetzlichen Schranken feine Ansichten aussprechen wolle, so sei'ihm dies nicht verwehrt; die äußere Politik aber werde von der Regierung und Legislation, aber nicht von der Universitäts Jugend gemacht. Daß aber durch jene Demonstrationen die Gefühle der Slaven Ungarns verletzt würden, dafür liege kein Motiv vor. In Ungarn gebe es keinen solchen Türken-Freund, welcher die Unterdrückung der Christen in der Türkei wünschen würde und nicht vielmehr dafür sei, daß ihr Loos verbeffert werde. (Allgemeiner Beifall.) Das auswärtige Amt, mit welchem die ungarische Regierung diesbezüglich übereinstimme, halte an den in der orientalischen Frage bisher befolgten Principien fest und betrachte es als seine Aufgabe, den Frieden zu erhalten, das Loos der Christen in der Türkei zu verbeffern und dafür zu sorgen, daß die Jntereffen der Monarchie unter allen Umständen und wem immer gegenüber gewahrt werten. (Lebhafter Beifall.) — Auf mehrere Interpellationen in Bezug auf die B.rnkfrage und Die Vorlegung der darüber vereinbarten Protokolle antwortete Tisza mit dem Hinweis auf die demnächst einzubringenden Gesetz-Vorlagen. Vom Hause wurden die Erwiderungen des Ministers zur Kenntniß genommen.
Uetgien.
©rüffel, 14. März. Der Pariser Correspondent der „Jndäpendance belge" berichtet über seine gestern mit Jgnatieff gehabte Unterredung, daß sich der General über die von England zu erwartende Entschließung günstig geäußert habe. Jgnatieff hätte unter Anderm gesagt, England habe durch Ablehnung des Berliner Memorandums seiner Zeit den serbisch-türkischen Krieg herbeigeführt, dasselbe würde nicht durch die Ablehnung der directen Sanctio- nirung der Conserenz-Arbeiten von Neuem eine Verantwortung übernehmen wollen. Auf die Form der Santionirung lege er kein Gewicht, wenn sie nur cxecutorisch sei. Auch sprach sich Jgnatieff noch über die einjährige Frist zur Durchführung der Reformen aus. Würde die Pforte diese Reformen nicht durchführen, so werde nicht die Gesammtheit der Mächte zur Intervention verpflichtet fein, wohl aber würden die Mächte bann verpflichtet fein, sich der Intervention der einen oder mehrerer Mächte nicht zu widersetzen. Er wünsche den Frieden und würde, wenn England seine Eröffnungen auch nur zum Theil acceptire, die Verhandlungen dennoch fortsehen. Rußland wolle eine unmittelbare Sanction, da es die Armee nicht mobil erhalten könnte, ohne dieselbe zu gebrauchen.
Italien
Rom. Wie der „Besagliere" aus dem Vatican erfährt, hat sich Monsignore Audu, der Patriarch der Chaldäer, dem Dogma der Unfehlbarkeit unterworfen und mit ihm zugleich sollen auch die übrigen chaldäischen Bischöfe, welche zu den muthigsten uub hartnäckigsten Bekämpfer dieser Neuerung gehörten, ihren ferneren Widerstand gegen dieselbe aufgegeben haben.
Rom, 13. März. Die in dem gestern abgehaltenen Consistorium vom Papst vorgetragene längere Ansprache begann mit einem Hinweis auf die Er- eigniffe seit 1870 und der Aufzählung aller gegen die Kirche gerichteten italienischen Gesetze; es sei zu beklagen, daß man ihm die Mittel zur Verwaltung der Kirche weggenommen und ihm nur die durch die bestehenden Gesetze gewährte Freiheit belassen habe, so daß er zur Verhütung der Sittenlosigkeit und des Aufkommens der anti-religiösen Secten nichts thun könne. Schließlich prote- stirte der Papst gegen die Behauptung, daß er in Ausübung seines Amtes frei fei, und erklärte, eine Versöhnung sei unmöglich. — Die gestern ernannten Car- dinäle sind heute vom Papste empfangen worden, welcher ihnen dabei das rothe Barett überreichte.
Türkei.
Gruben erforderlichen Mittel nicht besitze», die entstehenden Kasten, insoweit die» gewünscht wird, au5 der Stadtkaffe oorlegen zu lassen gegen Zusicherung ralenweiser Rückzahlung der Vorlage.
4 Dem Herrn Georg Stühler soll der nachzesuchle Bauplatz recht» der Vrünbergcr Slrahe für den seither üblichen Preis und gegen Ueberna^me aller Kosten de» Verkaufs abgetreten werden.
5. Für da» Gesuch de4 Herrn Fabrikanten Bernhardt, um Fortietzanz der Straße auf dem Gartfcld zwischen de» Köhler'schen Häusern nach dem Eisenbahndamm hm, konnte sich vorerst noch nicht ausgesprochen werben.
6. Herr Graveur Julius Vach, Besitzer des ehemals RumpfschenHause» am SelterSwez hatte der Stadt offerirt, sein in die PlockSstraße emsprinzendes Nebengebäude hinnen 3 Jahren zu entfernen, wenn ihm die Stadt eine Entschädigung von 3400 fl. leisten werde. Hieraus ist b schlossen worden, dem Herrn Bach zu antworten, daß die Stadt bereit sei für den □iJufj von feinem in die Straße fallenden Gelände zwei Matk zu bezahlen und die Ptocksstraße bis zum Schoorgraben fahrbar zu machen, wenn bi» zum Jahre 1878 das betreffende Gebäude niedergelegt werde.
7. Das Ergebnis der Submission zur Vergebung der erforderlichen Arbeiten für die zu erbauende Brücke über die Wieseck in der Reichensand-BabnbofSstratze wurde nicht annehmbar gefunden und c» soll deßhald eine nochmalige Submission a»»ge- schriebe» werden.
8. Die von Herrn Bezirksbanausseher und Diesen^autechniker H a h n zu 577 jl 22 H veranschlagten Arbeiten aus den Wiesen am UteiSbrunnen sollen unter dessen Leitung zur Ausführung gebracht werden.
9. Herr Georg Konrad Simon war um Lrlaubniß zur Erbauung eine» Wohnhauses *nb zur Anlaae von zwei Straßen auf feinem Grundstück in der Nähe d.» sog. GerberhäuSchens eingekommen. Nach Prüfung der hier in Betracht kommenden Verhältnisse wurden die Baupläne genehmigt; hinsichtlich des Gesuchs der Slraßen- antflye ist sich auch befürwortend unter der Bed ngung ausgesprochen worden, daß die HS Anlage beider Straßen durch den städtischen Bautechniker festgeftellc werde und die Strahenherftellung nach den Grundsätzn, welche bei der Anlage von städtischen Straßen maßgebend sind, erfolgt, sowie daß Bittsteller für entsprechende Wffserabführung. alles auf seine Kosten, sorgt.
Gießen, 16 März. Gutem Vernehme» nach feiert der nationale und liberale Verein in Verbindung mit dem hiesigen Kriegeroerein KaiserS-GeburtStag durch (in Banket in Wenzel S (Sorten.
--Gestern Nachmittag um 5 Uhr hielt Meister Langbein, unser Storch, seinen Einzug auf dem Hetdenthurm. Hoffentlich wird er constaNteres Frühltngswetter mitgebracht haben.
i nH s a n t> t.
Gießen, 15. März. Einem allseitigen Wunsche der Besucher der am Sonntrg den 11. d. Mts. auf Lony's Bierkeller ftatttjefjabten Volksversammlung, „e» möge auch ein Vortrog über die Principien der Socialdemokratie stattfinden", soll entsprochen werden.
Es ist deshalb in nächster Zeit eine Volksversammlung in Aussicht genommen, worin Reichstagsabgeordneter F. W- Fritzsche über das Programm und die Princi- pien refertren wird. In letzter Versammlung war es ihm nicht möglich, näher auf dasselbe einzugehen, indem er nur eine Abwehr der Angriffe Seitens der Nattonal- libcralen und des hiesigen Kriegeroerein? sich zur Ausgabe gestellt hatte.
Hiermit wird den Gegnern wiederholt die beste Gelegenheit geboten, die qu. Irrlehren der Socialdemokratie zu widerlegen und ihre Verderblichkeiten zu beschränken, was im Interesse der socialen Frage zur Beruhigung dienen könnte und sehr wünschens- werth wäre.
Sehl ff• ber 1 cht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd G. W. Dietz in Gieße».
South« m ton, 13. März. Da« Postdampfschiff Neckar, Eapi. W. Willigerod, vom Norddeutschen Llyod in Bremen, welches am 3. März von Newyork abiegangen war, ist heule 3 Nachmittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach ßanbunj der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 5 Uhr Nachmittags die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Neckar überbringt 100 Passagiere und volle Ladung.
Baltimore, 13. März (Per transatlantischen Telegraph.) Da» Poltdampf schiff Baltimore, Capt. H. Andressen, vom Norddeutschen Llyod in Bremen, welche» am 21. Februar von Bremen und am 24. Februar von Southamton abgeganzen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medici« und ohne Kosten durch die Heilnahrung:
Revalesciere ™.„.
Konstantinopel, 13. März. Einem Gerücht zufolge beabsichtigt die Regierung die Frage in Betreff der Friedens-Bedingungen Montenegros dem Großen Rathe oder dem Parlamente zu unterbreiten, da sie selbst die Verantwortung hierfür nicht zu »bernebmen gewillt ist.
Konstantinopel, 14. März. Am Sonnabend waren hier Plakate angeheftet, worin die Zurückberufung Midhat Paschas gefordert und gegen den Frieden mit Serbien nebst der Abtretung von Alexinatz entschiedene Einsprache erhoben wird.
— Der bisherige Commandant von Silistria, Ahmet Hamdy Pascha, ist en Stelle von Omer Feizy Pascha (?), welcher abgesetzt ward, zum Polizei- Minister ernannt worden. Der Sultan hat den für die Sitzungen des Parlaments bestimmten Saal besichtigt.
Mumänien
Bukarest, 14. März. Durch ein im heutigen Amtsblatt veröffentlichtes fürstliches Decret wird die Errichtung von zwei neuen Regimentern Artillerie angeordnet.
Kriechenland.
Athen, 13. März. In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kammer nahm Minister-Präsident Deligeorgis Veranlaffung, die Vertrauens-Frage zu stellen, wobei das Ministerium mit 75 gegen 72 Stimmen den Sieg davon trug. Die Regierung wurde hierbei von den Parteien Zaimis und Trikupis unterstützt, nur die Partei Kumunduros stimmte gegen dieselbe.
L o k a l 7 R o t i ).
Gießen, 16. März. Wir lassen nachstehentz das Protokoll ber Tagesordnung der Stadtverordnetenversammluna vom 1 März 1877 folgen:
1. Herr Ludwig Hartmann hat den Schleußenwärterdienst und das mit der Stadt abgeschlossene Pachtverbältniß wegen ber sog. Pipp'scken ober Georgenschanze vom 1. April b. I. ab gekünbigt. Es soll nun die Schanze anderweit verliehen und dem Pächter derselben die Bedienung der Schleußen übertragen werben.
2. Die vorgelegten Bauprojekte der Herren Karl Gerlipp. Christian Haubach, Johannes Anzer, S Katzenftein undJean Weber erhalten Zustimmung und sollen die Gesuche befürwortet werden.
3 Schon einige Zeit ist die Beseitigung des vom Tcuselslustgarten nach der Reichensandstraße und von ba weiter nach dem Tiefenweg führenden mißständiaen Fluth- grabenS angeregt worden, eine definitive Entschließung deßhald ist aber vor Feststellung des Nivellements für die profectirte Straße zwischen Reichensand und Neustadt nicht möglich. Um aber für alsbaldige Beseitigung der bestehende» Mißstande doch zu sorgen und die in den fraglichen Fluthgraben führenden Aborte zu beseitigen, hat sich die Stadt bereit erklärt, allen denjenigen Häuserbrsitzern, welche die zur Anlage besonderer
Seit 30 fahren hat keine Krankheit dieser angenehmen (Nesundhrits- speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Mebicin und ohne Kosten bet allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drusen-, -chleimbaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma. Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche H^mor- 'hoidm, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelkcu und Erbrechen fe bst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie Abmagcrun », Rhkum-Itismus, Gicht, Bl-ichsucht; auch ist sie als Nahruna Tür S-wgltna- schau oon er Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuztehen. — Ein Auszug aus 80.000 Eerti- ncaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worun er Certificate vom Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Shoreland, Dr. Campbell, lZrofeffor Dr. Dädö, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Bröhan, und vielen inberen hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen elnge-andt.
Abgekürzter AuSzug aus 80,000 Certlficatcn.
Nr. 62476. Dem heben Gott und Ihnen fei Dank. Die Revaleecibre bat meine 18 jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwache und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt. . .
I. Comparet, Pfarrer, Samte Romaine des Iles.
Nr. 89211. Oroaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die köstliche Revalesciere und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundbeit. Leroy, Pfarrer.
Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 lahrigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergestellt.
62845. Pfarrer Sollet von Ecrainvtlle. Von Asthma mit häufigen Erstickungen völlig hcrgestellt.
80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden bergestellt. „ « - ,
Nr. 64210. Marquise von Br^han von 7 fahriger Leberkrankheit, Schlaflosigkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 75877. Florian Köller, K. K. Militärverwalter, Großwardein, von Lungen- und Luftröbren-Katarrh., Kopsschwinbel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels- Lebranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrütiung.
Nr. 65715. Fräulein de Montlouis, von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung. „
Nr. 75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.
Die Revaiescibre ist viermal so nahrhaft als Fleisch und erspart bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.
Preise ber Rovalescibre Psd. 1 JL. 80 1 Pfd. 3 Ji. 50 2 Psd. 5 JL 70
12 Pfb. 28 JL 50
Revalescibre Chocolat6e 12 Taffen 1 JL 80 24 Taffen 3 X 50 4, 48 Tassen
5 JL 70 Si U- s w.
Revalescibre Bisouites 1 Pfb. 3 JL 50 Si, 2 Pfd. 5 «X 70 Sv
Zu beziehen durch Du Barry u. Co. in Berlin W., 28=29 Paffage (Kaiser- Galleries und bei vielen guten Aporbeke. n. Dräuen-, Specerei- und Delicaieffenhändlern >m ganzen Lande, in Giesic- ' • Sehwuirr.(632


