Ausgabe 
17.3.1877
 
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Erscheint täglich mit Ausnahme des "Nontagc-, (Sxpevitionr Schulstraße, Lil. B.Jlr. 18.

P i j.ro rjc.hriich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn.

T,u'>^ dir 'Boft bezogen vicrt jährlich 2 Mark 50 Pf.

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Amtlicher Hheil.

Bekanntmachung.

Dem Vorstand des Vereins für Vogel- und Geflügelzucht in Gießen ist von Großherzoglichem Ministerium des Innern die Vornahme einer Ver- loosung von Geflügel gelegentlich der am 8. k. Mis. beginnenden Geflügelauestellnng unter der Bedingung gestattet worden, daß nicht mehr als 5000 Lgose zu 50 H ausgegeben und daß wenigstens 60°/, des Verkaufspreises der ausgegebenen Loose zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden.

Gießen, den 13. März 1877.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder. _

monnaie.

Gießen am 15. März 1877.

Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

F r e s e n i u s.___________________

Gefunbeue Gegenstande:

Eine silberne Spindeluhr, 3 Mark 20 Pf. an Geld, 1 weißes Pelzchen, Zeug zu einem Kinderkleivchen, 1 Federmesser, 1 Porte-

Uokitisch

Deutschland.

Berlin, 14. März. In der heutigen Reichstags-Sitzung wurde der Antrag Richter's auf die Vorlegung der Nachweisungen über die Restbestände aus der französischen Kriegs-Contribution und der Pauschquantums-Wirthschafl der Militär-Verwaltung, sowie über den Gesammtbetrag der Kafsen-Bestände an die Budget-Commission verwiesen, nachdem sich der Präsident des Reichs­kanzler-Amtes, Hofmann, zur Vorlegung dieser Nachweisungen bereit erklärt hat. In der hierauf fortgesetzten zweiten Lesung des Etats wünscht der Abg. Dr. Kapp, daß der Reichs Commissär alljährlich einen Bericht über den Stand der Aus­wanderungen dem Reichstage vorlegen möge, was zugesagt wird. Abg. Löwe verlangt eine strengere Controle über den Verkauf von Lebensmitteln. Abg. Sombart spricht für die Beschaffung von ausreichenden technischen Hülfsmitteln sür Gesundheits-Zwecke. Fürst Bismarck erklärt, die Regierung habe zunächst Maßnahmen gegen die Verfälschung von Lebensmitteln, insbesondere von Wein und Bier, in's Auge gefaßt und seien bezügliche Erhebungen im Gange. Ferner betont der Reichskanzler die Nothwendigkcit, sür das Gesundheits-Amt ein eige­nes Laboratorium zu errichten. Der Rest des Etats des Reichskanzler-Amts, sowie der Etat des Bundesraths und der Bundesraths-Ausscküsse wird ohne Debatte genehmigt. Beim Etat des auswärtigen Amtes bekämpft Abg. Rich­ter (Hagen) die für den Director in demselben geforderte Besoldungs-Erhöhung; nachdem Staats-Secretär v. Bülow dieselbe vertheidigt hat, wird die Position bewilligt. Tie für die Botschafter in London und Petersburg geforderte Be­soldungs-Erhebung wird von dem Abg. Schröder (Lippstadt) angefochten. Staats-Secretär v. Bülow motivirt die Forderung. Die Position für den Botschafter in London wird mittelst itio in partes mit 157 gegen 147 Stim­men abgelehnt. Für die Erhöhung der Besoldung des Botschafters in Peters­burg tritt Fürst Bismarck auf Grund seiner eigenen Erfahrungen ein und meint, die Regierung werde auch auf die Erhöhung der Besoldung des Londoner Botschafters zurückkommen müssen, jedenfalls könne er auf die Erhöhung sür Petersburg nicht verzichten. Diese Position wird hierauf mit 163 gegen 148 Stimmen genehmigt. Der Etat des auswärtigen Amtes wurde hiernach ohne wesentliche Debatte, ebenso die Etats des Reichs-Justiz-Amts und des Reichs- Eisenbahn-Amts unverändert angenommen. Bei dem Justiz-Etat erklärte Staats- Secretär Friedberg anläßlich einer Anfrage Marquardsen's hinsichtlich des in dieses Kapitel eingestellten Dispositions-Fonds von 40,000 Mk., daß derselbe zur Deckung der Kosten sür Hülss-Arbeiter bei den gesetzgeberischen Arbeiten bestimmt sei, und bezeichnete als zunächst in Aussicht genommene Entwürfe: die Rechts-Anwalts-Ordnung, die Vorlagen über Straf-Dollstreckung und Ge­richtskosten, Reform des Actien-Rechts, Abänderung des Handels-Gesetzbuchs und des Genossenschafts-Gesetzes. Fortsetzung der Berathung morgen.

Verschiedene Mitteilungen bestätigen, daß der Nothftand im bayeri­schen Voigtland durch die gemeinsamen Bemühungen der Hülfs-Comit^s und der Behörden etwas gemildert worden ist. Nach amtlichen Mittheilungen, die im dortigen Kreis-Comit6 gemacht worden, hat man 1104 hülfsbedüftige Weber ermittelt, die sich ohne Nahrungsmittel befanden. In einer Correspondenz wird feiner mitgetheilt: Die noch beschäftigten Weber haben einen Verdienst von höchstens 1 Mk. pro Tag. Der allgemeine Ruf der Weber geht nicht nach Unterstützung, sondern nach Arbeit. Die Summe der eingegangenen Gaben beträgt 25,470 Mk., darunter eine Gabe von 3000 Mk. Verschiedene Staats- Anstalten haben in 33 Aufträgen Bestellungen im Betrage von ca. 10,000 Mk. gemacht..... Auch die Nachrichten von Ober-Schlesien über die Ausdeh­

nung des Hunger-Typhus lauten sehr betrübend. In amtlichen Publ'.cationen, selbst in einer Verfügung der Regierung zu Oppeln, wird jetzt zugestanden, daß die mangelnde Ernährung der feiernden Arbeiterbevölkerung die Hauptschuld an der Verbreitung der Krankheit trägt. Erfreulicher Weise wetteifern Provinzial-

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Verbände, Kreise und Communen, um der Arbeitslosigkeit, ,als dem Herde alles Uebels, abzuhclfen.

Berlin, 14. März. Aus Rußland hier eingegangene zuverlässige Nach­richten schildern die dortigen Credit- und Geldverhältnisse als wahrhaft traurig. Die Geldnoth ist größer als je bisher, und selbst die große Bereitwilligkeit der russischen Bank ist nicht im Stande, hier Abhülfe zu schaffen. Dazu kommen Epidemieen, welche äußerst bösartig austreten; so namentlich im Süden, wo in den Gouvernements Beffarabien, Taurien, Cherson u. s. w. die Diphteritis arg gehaust hat; cs sind von den Erkrankten bis 60 pCt. gestorben. Ebenso wüthet der Typhus, der auch viele Opfer fordert. Solche Zustände und Ver- )ältniffe erklären viel.

Im Hinblick auf die Bemerkungen, welche Fürst Bismarck im Reichs­tage hat fallen lassen, ist man geneigt, den Gerüchten über Zerwürfnisse zwischen dem Chef der Admiralität, v. Stosch, und dem Reichskanzler einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit zuzuschreiben. DerNat.-Ztg." zufolge hätte der Admi­ralitäts-Chef, Staats'Minister Stosch, seine Entlaffung schon eingereicht, der Kaiser aber über die Annahme noch nicht entschieden.

Ein Leitartikel der heutigenProv.-Corresp.", überschriebender ge­werbliche Nothstand und die Staatshülfe", enthält auf Grund einer amtlichen Denkschrift folgende Ausführungen: Die Thätigkeit der Staats Verwaltung habe die Krisis wesentlich gemildert und dieselbe nicht in solcher Schärse, wie in anderen Staaten, hervortreten lassen. Ein gegenüber dem Staate geltend zu machendes Recht auf Arbeit bei Ausbruch einer Geschästs-Krffis, die zeit­weilig bald in größerem, bald in geringerem Umfange eintrete, sei nicht anzu- eikennen. Tie Anwendung außerordentlicher Maßnahmen, wie z. B. Ausfüh­rung von Bauten, die außerdem gar nicht oder doch zu anderer Zeit erfolgen würde, müsse sehr bedenklich und gefährlich erscheinen; sie würde sehr bald An­sprüche an den Staat heivorrufen, welchen dieser in keiner Weise genügen könne. Der schon jetzt laut gewordene Ruf nach Umgestaltung der ganze» bestehenden socialen Ordnui g würde noch stärker ertönen, je mchr die Regierung unter Aus­gabe ihrer Grundsätze scheinbar in Folge des Druckes von in Volks-Versamm- lungen gefaßten Resolutionen sich nachgiebig erweise. Die Regierung werde die vorbereiteten und bewilligten Bauten eifrig, aber ohne Unterstützung, fortsetzen. Der nothwendige Ausgleich zwischen Production und Consumtion habe begonnen; darin und in der Beseitigung der eingetretenen Ueberproduction und der Zu- rücksührung der Arbeits-Löhne auf ein angemeffenes Niveau seien die natürlichen Mittel zur Gründung der wirthschaftlichen Zustände zu erblicken. Die Er­mäßigung der Arbeits-Löhne werde erfahrungsmäßig das Herabgehen der Preise der Lebensmittel nach sich ziehen. Auch eine angemessenere Vertheilung der Arbeitskräfte im Lande werde wieder eintrcten. Diese Rückbildung zu normalen Verhältnissen würde unterbrochen werden, wenn gegenwärtig durch außerordent­liche Staats-Unterstützungen in den großen Städten und Industrie-Bezirken große Arbeiter-Massen in Thätigkeit gesetzt und dadurch längere Zeit an ihren jetzigen Aufenthalts-Orten festgehalten würden. Dieselbe Correspondenz meldet, daß am Geburtstage des Kaisers, wozu zahlreiche fürstliche Gäste er­wartet würden, ein größeres Fest im Schlöffe stattfinden werde.

Im heutigenReichs-Anz." ist das Gesetz über die Umzugs-Kosten der Staats-Beamten veröffentlicht.

Hesterreich.

Wien, 14. März. DerPolit. Corresp." wird aus Konstantinopel von heute telegraphirt: Verläßliche Informationen geben Kunde von den Be­mühungen hervorragender diplomatischer Vertreter der Pforte im Auslande, bei dem Großvezir im Sinne einer spontanen Annäherung an Rußland zu wirken behufs einer direkten Auseinandersetzung der Pforte mit dieser Macht.

Pesth, 14. März. Um Unterhause erwiderte der Minister - Präsident