Ausgabe 
16.11.1877
 
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an

1.

parteiischeren Richtern verlangt habe, als diejenigen seien, welche man ihm darbiete. Nach Beendigung der Rede Renault's bestieg Minister Fourtou die Tribüne, um Renault zu erwidern, indeß wurde die Fortsetzung der Discussion auf morgen vertagt.

II. Köln-Gteßener-Bahn.

B. Güterverkehr.

In Gießen sind im Jahr 1876 angekommen 209056 Tonnen gegen 593338 im

unterbrach den Redner, um daran zu erinnern, daß er (der Herzog) nach un- Vorjahr. _Qnjo O1OQ,< .

o - > DV - versandt wurden 168943,8 Tonnen aeaen 212951,8 in 1875.

Jnr Jahre 1876 wurden mit der Köin-Gießener Eisenbahn 47360 Tonnen Erz gegen 64994 im Vorjahr versandt. Angekommen sind 610 Tonnen gegen 7323 im

Vorjahr.

Es wurden 1130 Tonnen Roheisen gegen 395 Tonnen im Vorjahr versandt; an­gekommen sind 265 Tonnen gegen 461 in 1875.

III. Oberhessische Eisenbahnen.

A. Personenverkehr.

1) In Gießen angekommen sind 1876: 126049 Personen gegen 127618 in 1875.

2) Abgegangen sind 88466 Personen gegen 90213 im Vorjahr.

B. Güterverkehr.

1) In Gießen angekommen 14,137970 Kilogramm gegen 22,876500 in 18f5.

2) Abgegangen sind 9,073320 Kilogramm gegen 8,344250 im Vorjahr.

Türkei.

Konstantinopel, 14. November. Das türkische Parlament soll am December eröffnet werden.

Gießen, 15. Nov. (Auszug aus dem Jahresbericht der Handelskammer in Gießen das Jahr 1876.) (Schluß.)

Eisenbahnverkehr in Gießen

I. Main-Weser-Bahn.

A. Personenverkehr.

1) in Gießen angekommene Personen 175437 gegen 173891 in 1875.

2) in Gießen abgegangene Personen 172790 gegen 172902 in 1875.

B. Güterverkehr.

Belgien.

Brüssel, 13. November. Die Kammern wurden heute mit einer Thron­rede eröffnet. In derselben wird der freundschaftlichen Beziehungen Belgiens zu den auswärtigen Mächten gedacht und die Hoffnung ausgesprochen, daß der Gesetz-Entwurf, betreffend die Organisation der Garde civique, in der gegen­wärtigen Session zur Berathung kommen werde. Die Thronrede kündigt eine Vorlage, betreffend die Errichtung zweier Forts auf dem linken Ufer des Nethe- Fluffes (Brabant) an, weist darauf hin, daß in Folge der Verbefferung des

Stettin, 13. November. Der Concurs - Verwalter der Pommer'schen ritterschastlichen Privatbank hat den Concurs über das Vermögen des Commer- zienralhs Jobannes Quistorp beantragt.

Kassel, 12. November. In Sachen der hessischen Agnaten wider den Fiscus erkannte das hiesige Kieiegerichl die Zugehörigkeit des ganzen Capital- bestandeS des Hausschatzes zum untheilbaren und unveräußerlichen Familien Ftdeicommiß des Kurhauses Hessen an und sprach damit die Nlchtzugehörigkelt desselben zum preußischen Staatsvermögen aus. Von Seiten des Fiscus ist hiergegen Berufung eingelegt worden.

Dresden, 12. November. In Vertretung des Deutschen Kaisers ist der Kronprinz heute früh 8</* Uhr von Wiesbaden aus hier eingetroffen, um der heute Abend stattfindenden Beisetzung der Königin-Mutter beizuwohnen. Der Kronprinz, welchen General-Lieutenant v. Gottberg begleitete, wurde vom König im Leipziger Bahnhof empfangen, hatte aber jeden officiellen Empfang abgelehnt.

Kugkaub

London, 13. November. Gladstone nahm gestern, von Irland kom­mend, in Holyhead eine Adresse der Liberalen Angleseys entgegen. In seiner Erwiderungs-Sprache berührte derselbe die orientalische Frage, indem er bestritt, daß die Türken Mitleid verdienten, weil sie für die Vertheidigung ihres Vater­landes kämpften. Der Krieg sei allerdings türkischerseits im Interesse der Selbstvertheidigung geführt, doch nur in Ausübung von Willkür-Rechten und grausamen Bedrückungen. Gladstone sprach die Ueberzeugung aus, daß das vereinigte Europa vor zwölf Monaten die orientalische Frage ohne Blutver­gießen hätte regeln können, wenn das englische Cabinet sich nicht in den Weg gestellt hätte. Rußland habe ungeheure Opfer gebracht. Redner hofft, Ruß land werde, wenn es siege, in seinen Forderungen mäßig sein, doch könne man nicht erwarten, daß eS keinen Ersatz für seine Anstrengungen verlangen werde. England müsse auf der Hut sein, sich nicht unter dem Namen der englischen Interessen oder sonstwie in den Kampf hineinziehen zu lassen. Es sei sehr be­deutungsvoll, daß Lord Beaconsfield in seiner Rede zu Guildhall das Wort Integrität" wegließ, als er von der Unabhängigkeit des ottomanischen Reiches sprach.

Hesterreich.

Wien, 13. November. Abgeordnetenhaus. Der Handelsminister legt einen Gesetz-Entwurf, die Erwerbung der niederösterrcichischen Südwest-Bahn durch den Staat betreffend, vor. Das Eisenbahn-Expropriations-Gesetz wird mit 165 gegen 66 Stimmen in dritter Lesung angenommen. Hierauf folgt die Berathung des Bank-Statuts. Der Referent der Majorität, Dr. Giskra, beantragt die Annahme der Ausschuß-Vorschläge und über den Gesetz-Entwurf der Achtzig-Millionen-Schuld zur Tagesordnung überzugehen. Ferner liegen zwei Minoritäts-Voten vor. Eines davon ist ein Antrag Schaup's, die Ver­tagung der Berathung des Bank-Statuts, bis die anderen Ausgleichs-Vorlagen eiugebracht sind, betreffend, während ein zweites Votum von Herbst die Abän­derung mehrerer Artikel im Sinne der Regierungs-Vorlage beantragt. Vierzig Redner sind vorgemerkt. Nach Schaup sprach Kellersperg entschieden gegen die Vorlage.

Araakreich.

Paris, 13. November. Wie aus der Sprache desMoniteur" und des Soleil" hervorgeht, sind die Constitutionellen bis jetzt entschlossen, die persön­liche Politik des Marschalls nicht weiter zu unterstützen. Bleiben sie ausnahms­weise diesmal fest, so hat der Marschall die Wahl, entweder zurückzutreten oder sich zu unterwerfen. Die Stimmung in Paris und in ganz Frankreich ist aufgeregt, aber Unruhen sind für den Augenblick nicht zu befürchten. Falls der Senat sich nochmals dazu bestimmen lassen sollte, seine Zustimmung zur Auflösung der Kammer zu geben, würde die Aufregung freilich in unberechenbarer Weise wachsen. Heißsporne sprechen sogar den Wunsch aus, daß die Mehrheit der Kammer in solchem Falle das Gesetz Trevenoeuc's in Anwendung bringe, dem zufolge, wenn die Sicherheit des Staates bedroht ist, die Mitglieder der Deputirten Kammer und der Generalräthe sich an jedem beliebigen Orte ver­sammeln dürfen, um ihre Rechte und die Rechte Frankreichs zu wahren. In­dessen kann eine zweite Auflösung der Kammer unter durchaus gesetzlichen

Der orientalische Krieg.

Konstantinopel, 12. November, Abends. Die Regierung veröffent­licht folgende Nachrichten: Laut Meldung Mukhtar Pascha's vom 11. Novbr. führen die Russen nächst den Dewe-Boyun-Höhen provisorische Verschanzungen auf. Nach Meldungen aus Kars vom 4. d. sind von den Russen bei Maga- redjie Batterien errichtet, durch welche die Stadt KarS beunruhigt wird. Meh­rere russische Bataillone machten eine Recognoscirung, gingen jedoch nach Beendigung eines Artillerie- und Tirailleur - Gefechtes auf Magaridjie zurück, woselbst russische Streitkräfte concentrirt werden, um einen etwaigen Ausfall der Garnison von Kars zurückzuweisen. Ein russischer Angriff auf die Redoute Karadach wurde abgeschlagen. Ueber das Gefecht am Schipka-P«ß wird vom 11. d. telegraphisch berichtet: Die Russen eröffneten eine heftige Kano­nade, welche von den Türken erwidert wurde. Der Kamps nahm demnächst größere Dimensionen an und dauerte bis zum Abend. Die Russen riefen 5 Bataillone Unterstützung aus Gabrowa heibei, welche das Feuer der Türken passiren mußten. Der Verlust der Letzteren war unbedeutend, abgesehen von dem Tode des Artillerie-Commandanten Lehmann Pascha. Ali Salb Pascha meldet vom 11. d.: Seit zwei Tagen wird Podgoritza von den Montenegri­nern bombardirt; die Türken erwidern das Feuer.

Wien, 13. November. DiePolit. Corresp." meldet: Die russische Regierung hat die Aufforderung der Pforte, das serbische Observations Corps von der Grenze zurückzuziehen, abzelehnt, da die Grenzbewohner durchaus nicht ohne militärischen Schutz gelassen werden dürften. Protics hat sich zu den Grenz-Truppen behufS Jnspicirung derselben begeben. Nach einem^ Telegramm desselben Organs aus Bukarest vom 13. d. ist es dem General Skobeleff ge­lungen, sich in der erstürmten PositionGrüner Berg" gegen wiederholte An­griffe der Türken zu behaupten; der letzte Versuch der Wiedereroberuag wurde, obwohl durch 70 Geschütze unterstützt, unter sehr schweren Verlusten der Türken zurückgewiesen. In dem von den Russen besetzten Theile Bulgariens ist ein vollständig regulärer Post- und Telegraphen - Dienst errichtet. Dis Bombar­dement von Plewna wird auf das Kräftigste fortgesetzt. Der Kaiser von Ruß' land weilt augenblicklich in Poradim, der Fürst von Rumänien in Bo zot.

London, 13. Novbr. Nach einer Meldung desReuter'schen BureauS" aus Konstantinopel ist Suleiman Pascha zum Commandauten der gesammteu Truppenmacht in Rumelien ernannt.

kam, ob man den Marschall fernerhin unterstützen solle. Wie vorauszusehen iür war, trennte sich die Versammlung, ohne sich über diesen Punkt geeinigt zu haben.

Versailles, 13. November. Die Kammer der Deputirten hat den An­trag Leblond's, welcher eine Verschärfung des Reglements zum Zwecke hat und von den Bonapartisten Cassagnac und Mitchell bekämpft wurde, mit 303 gegen

Lokal-Rotiz.

Gießen, 15. Nov. Als Zeichen der seitherigen abnormen Witterung wurden uns von geschätzter Hand drei Abschnitte eines Traubenstockes mit vollständig entwickel­ten zweiten Blättern, sowie Gescheinen, übersandt. Der heutige Nebel wird wohl diesem Treiben in der Natur ein Ende machen.

Artilleriewesens anderer Länder auch eine entsprechende Vervollständigung der belgischen Artillerie nothwendig geworden sei und schließt mit einer Ermahnung die Parteien zur Einigkeit.

1) angekommene Güter 43659 6 Tonnen gegen 46885,2 in 1875.

2) abgegangene Güter 50363,5 Tonnen gegen 61341,9 im Vorjahr.

Eine Uebersicht des Dersandtgüterverkehrs auf der hiesigen Station der Main- Weser-Bahn können wir auch dieses Jahr nicht geben, da in dem Geschäftsbericht der Direction Mittheilungen über den Güterverkehr nach einzelnen Waarengattungen nicht

Formen stattfinden, so daß die Anwendung des Trevenoeuc'schen Gesetzes eben eine Gesetzwidrigkeit wäre. Vorgestern Abend versammelten sich die Bonapar­tisten bei Rouher, wo es äußerst stürmisch herging, als die Frage zur Sprache

39 Stimmen angenommen.

Versailles, 13. November. Im weiteren Verlauf der Sitzung der Deputirtenkammer bekämpfte Baragnon (Rechte) den Antrag Albert GrÄy's . auf Ernennung einer Commission zur Untersuchung der Wahl-Mißbräuche, indem ^cu

' er behauptete, eine solche Untersuchung könne nicht stattfinden, ohne den Erlaß enthalten sind, eines bez. Gesetzes und die Kammer allein könne kein Gesetz schaffen. Läon - fonenoerfebr. '

Renault (früherer Polizei-Präfect, Linke) erwiderte: die Kammern hätten zu ~ Jahre 1876 sind in Gießen 112129 Personen angekommen gegen 115233 im jeder Zeit das Recht, eine derartige Untersuchung einzuleiten. Renault be- Vorjahr, abgegangen sind 105712 gegen 105988 in 1875. schuldigte im weitern Verlauf seiner Rede die Minister, einen gewaltigen Druck auf die Beamten ausgeübt zu haben. Minister-Präsident Herzog v. Broglie

Handel und Verkehr.

Limburg, 14. No». (Fruärtbericht.) Rother Weizen JL 20., Weißer Weizen v4L 19, Korn X 13.20, Gerste 3L 12.5, Hafer JL 7.15. (DurchschnittS-PreiS pro Malter) _ . .

Frankfurt, 14. November. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war gut be­fahren. Heu kostete je nach Qual, per Ctr. 2.503.40, Stroh per (Etr. JL 2.102.30. Butter im Großen kostete das Pfund 1. Qual. JL 1, 2. Qualität 90^ tm Dekail 1. Qual. vH. 1.20, 2. Qual. JL 1.10. Eier, das Hundert gewöhnliche JC 6, ttaheniidK JL 7.60. Kartoffeln 100 Kilogramm JL 67. Weißkraut das Hundert ^40-25. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfd. 75 H, Hammelfleisch 5563 Kalbfleisch ßo Schweinefleisch 7080 H ____

Zwei oder drei Guvot'sche The er kapseln zu den täglichen Mablzeitcn genommen, führen «ne außerordentlich rasche Erleichterung herbei und sind oft für sich allein genügend, um in weniger Zeit die hartnäckigste Erkältung und Bronchitis zu beseitigen. Man kann bamit selbst der bereits vorgeschrittenen Lungenschwindsucht Halt gebieten und dieselbe ausheilen: in diesem Falle hält der Theer die Zerstörung der Tuberkeln auf und mit Hülfe der Natur ist die Heilung oft eine raschere, als man cs unter den günstigsten Voraussetzungen erwarten durfte.

Man kann die- populär gewordene Heilmittel nicht warm genug empfehlen und dies eben­sowohl im Hinblick auf feine Wirksamkeit, als auch auf seine Bllligkeit. Da jeder Flacon 60 Theerkapseln enthält, so kommt in der Tbat die ganze Eur auf nicht höher als 1012 ^täglich zu stehen, und macht dieselbe außerdem die Anwendung anderweitiger Medikamente, w,e Tlsanen, Pastillen und Syrupe vollständig überflüssig. (6285

Um sicher die ächten Guvot'schen Theerkapseln zu erhalten, ist genau auf bie ötiquette izu achten, welche die Unterschrift des Herrn Guyot in dreifarbigem Drucke tragen muß.

I Depot in (Bietzen bei Dr. Hempel, Apotheker, und in den übrigen Apotheken.